taṃ samudro namaskṛtya kṛtāñjalir uvāca ha mā muñca vīra nārācān brūhi kiṃ karavāṇi te
'Der Ozean, ihn grüßend, habe mit gefalteten Händen gesagt, er möge doch keine eisernen Pfeile mehr entsenden, o Held; er möge sagen, was er, der Ozean, für ihn tun solle.'
Wort für Wort
kṛtāñjaliḥ
mit gefalteten Händen (Nom. Sg., m.)
Beginn der zitierten Wechselrede zwischen Ozean und Kārtavīrya; als weitere Verschachtelungsebene wird sie gemäß der Projektkonvention indirekt wiedergegeben.
'Die von ihm abhängigen Wesen würden durch die von ihm, dem König, entsandten großen Pfeile getötet, o Tiger unter den Königen; er möge ihnen Sicherheit gewähren, o Gebieter.'
'Kārtavīrya habe erwidert, wenn es irgendwo einen ihm im Kampf ebenbürtigen Bogenträger gebe, so möge man ihm diesen nennen, der sich ihm im Kampfe entgegenstellen könne.'
samudra uvāca maharṣir jamadagnis te yadi rājan pariśrutaḥ tasya putras tavātithyaṃ yathāvat kartum arhati
'Der Ozean habe geantwortet, falls er, der König, vom großen Ṛṣi Jamadagni gehört habe, so sei dessen Sohn dazu imstande, ihm die gebührende Gastfreundschaft zu erweisen.'
'Da sie aus Furcht vor jenen ihre eigens vorgeschriebene Pflicht nicht mehr erfüllten und keine Brahmanen mehr aufsuchten, gerieten diese Leute in den Stand des Vṛṣala.'
Wort für Wort
vṛṣalatām
den Stand des Vṛṣala, Kastenlosen (Akk. Sg., f.)
Traditionelle, legendäre Genealogie: der 'Vṛṣala'-Stand bezeichnet einen aus der Kṣatriya-Ordnung Herabgesunkenen, hier gleichbedeutend mit dem Verlust des Kastenstatus.
ta ete dramiḍāḥ kāśāḥ puṇḍrāś ca śabaraiḥ saha vṛṣalatvaṃ parigatā vyutthānāt kṣatradharmataḥ
'Eben diese - die Draviḍas, Kāśas und Puṇḍras zusammen mit den Śabaras - gelangten durch ihren Abfall vom Kṣatriya-Dharma in den Stand des Vṛṣala.'
Wort für Wort
vyutthānāt
durch den Abfall, das Sich-Erheben-gegen (Abl. Sg., n.)
Traditionelle mythische Herkunftserzählung mehrerer historischer Völker/Regionen (Draviḍas/Tamilen, Kāśas/Kāśī-Gegend, Puṇḍras/Bengalen, Śabaras/Stammesvolk) als angeblich 'gefallene' Kṣatriyas - eine im Epos verbreitete, historisch nicht zu verifizierende Legitimationserzählung, hier wortgetreu wiedergegeben.
'Als aber den Kṣatriya-Frauen wieder und wieder ihre Helden erschlagen worden waren, vernichtete der Sohn Jamadagnis das von den Zweifachgeborenen immer aufs Neue gezeugte Kṣatriya-Geschlecht.'
Wort für Wort
nyakṛntata
er vernichtete, schnitt ab (3. Sg. Impf. Med., ni-√kṛt)
Anspielung auf die Sitte des Niyoga (Zeugung durch einen anderen Mann zur Fortführung der Linie), hier mit Brahmanen als Erzeugern; Vorbereitung auf die folgende Zählung der 21 Vernichtungsfeldzüge.
'Rāma solle, so rief sie ihm zweimal zu, doch innehalten - welchen Vorzug er, der Liebe, wohl darin sehe, diese Verwandten der Kṣatriyas immer wieder ihrer Lebenshauche zu berauben.'
Wort für Wort
viprayojya
beraubend, trennend von (Absolutiv, vi-pra-√yuj)
Die himmlische Stimme (vāg aśarīriṇī) als weitere zitierte Sprecherin, ebenfalls indirekt wiedergegeben; die Verdopplung 'Rāma Rāma' im Sanskrit wird hier durch 'zweimal' umschrieben.
pitara ūcuḥ nārhase kṣatrabandhūṃs tvaṃ nihantuṃ jayatāṃ vara na hi yuktaṃ tvayā hantuṃ brāhmaṇena satā nṛpān
'Die Ahnen hätten erwidert, er dürfe die Verwandten der Kṣatriyas nicht länger töten, o Bester der Sieger; es zieme sich nicht, dass er, ein wahrer Brahmane, Könige töte.'
Wort für Wort
jayatāṃ vara
o Bester der Siegreichen (Vok. Sg., m.)
Das Kapitel endet mitten in dieser Ermahnung der Ahnen; ob und wie Rāma darauf antwortet, ist erst durch die Fortsetzung zu klären.