vaiśaṃpāyana uvāca sa mitrasaham āsādya tv abhijñānam ayācata tasmai dadāv abhijñānaṃ sa cekṣvākuvaras tadā
Vaiśaṃpāyana sprach: Er, zu Mitrasaha [Saudāsa] gegangen, erbat das Erkennungszeichen; und jener beste der Ikṣvākus gab ihm damals das Erkennungszeichen.
Wort für Wort
mitrasaham āsādya
zu Mitrasaha gegangen (Absolutiv, = Saudāsa)
abhijñānam ayācata
er erbat das Erkennungszeichen (3. Sg. Impf. Ätm.)
saudāsa uvāca na caivaiṣā gatiḥ kṣemyā na cānyā vidyate gatiḥ etan me matam ājñāya prayaccha maṇikuṇḍale
Saudāsa sprach: „Weder ist dies ein heilsamer Ausweg, noch ist ein anderer Ausweg bekannt; nachdem du diese meine Ansicht kundgetan hast, gib ihr [die Botschaft], die Juwelenohrringe herauszugeben.“
vaiśaṃpāyana uvāca ity uktas tām uttaṅkas tu bhartur vākyam athābravīt śrutvā ca sā tataḥ prādāt tasmai te maṇikuṇḍale
Vaiśaṃpāyana sprach: So angesprochen, sagte Uttaṅka ihr darauf das Wort ihres Gatten; und nachdem sie es gehört hatte, gab sie ihm darauf jene beiden Juwelenohrringe.
so 'haṃ dvijebhyaḥ praṇato viprād doṣam avāptavān gatim anyāṃ na paśyāmi madayantīsahāyavān svargadvārasya gamane sthāne ceha dvijottama
Ich, vor den Zweifachgeborenen verneigt, habe von einem Brahmanen diese Verfehlung erlangt; ich sehe, mit Madayantī als Helferin, keinen anderen Weg, weder zum Eingang des Himmels zu gelangen noch hier zu bestehen, o Bester der Zweifachgeborenen.
Wort für Wort
dvijebhyaḥ praṇataḥ
vor den Zweifachgeborenen verneigt (Nom. Sg. m.)
gatim anyāṃ na paśyāmi
ich sehe keinen anderen Weg (Akk. Sg. f., 1. Sg. Präs.)
na hi rājñā viśeṣeṇa viruddhena dvijātibhiḥ śakyaṃ nṛloke saṃsthātuṃ pretya vā sukham edhitum
Denn ein König, der insbesondere mit den Zweifachgeborenen verfeindet ist, kann weder in der Welt der Menschen bestehen noch nach dem Tod in Glück gedeihen.
tad iṣṭe te mayaivaite datte sve maṇikuṇḍale yaḥ kṛtas te 'dya samayaḥ saphalaṃ taṃ kuruṣva me
Deshalb sind, wie du wünschtest, diese Juwelenohrringe meiner Gattin von mir gegeben worden; die Abmachung, die heute mit dir getroffen wurde, mache sie mir fruchtbar.“
Wort für Wort
sve maṇikuṇḍale datte
die eigenen Juwelenohrringe wurden gegeben (Nom. Du. n., Part. Perf. Pass.)
uttaṅka uvāca rājaṃs tatheha kartāsmi punar eṣyāmi te vaśam praśnaṃ tu kaṃ cit praṣṭuṃ tvāṃ vyavasiṣye paraṃtapa
Uttaṅka sprach: „O König, so werde ich es hier tun; ich werde wieder in deine Gewalt kommen. Doch bin ich entschlossen, dich etwas zu fragen, o Bezwinger der Feinde.“
Wort für Wort
tatheha kartāsmi
so werde ich es hier tun (1. Sg. Fut. Periphr.)
praṣṭuṃ vyavasiṣye
ich bin entschlossen zu fragen (Infinitiv, 1. Sg. Fut. Ätm.)
saudāsa uvāca brūhi vipra yathākāmaṃ prativaktāsmi te vacaḥ chettāsmi saṃśayaṃ te 'dya na me 'trāsti vicāraṇā
Saudāsa sprach: „Sprich, Brahmane, wie es dir beliebt; ich werde dir dein Wort beantworten; ich werde deinen Zweifel heute zerschneiden - hierin gibt es für mich kein Zögern.“
Wort für Wort
yathākāmaṃ brūhi
sprich, wie du willst! (2. Sg. Imperativ)
saṃśayaṃ chettāsmi
ich werde den Zweifel zerschneiden (1. Sg. Fut. Periphr.)
uttaṅka uvāca prāhur vāksaṃgataṃ mitraṃ dharmanaipuṇyadarśinaḥ mitreṣu yaś ca viṣamaḥ stena ity eva taṃ viduḥ
Uttaṅka sprach: „Die die Feinheit des Dharma erkennen, nennen einen durch das Wort gebundenen [Menschen] einen Freund; und wer gegenüber Freunden unredlich ist, den kennt man eben als einen Dieb.
Wort für Wort
dharmanaipuṇyadarśinaḥ
die die Feinheit des Dharma erkennen (Nom. Pl. m.)
Saudāsa sprach: „Wenn das Angemessene hier von mir gesagt werden soll, o Bester der vortrefflichen Zweifachgeborenen, so solltest du, o Bester der Zweifachgeborenen, keinesfalls in meine Nähe kommen.
Wort für Wort
kṣamaṃ vaktavyam
das Angemessene ist zu sagen (Nom. Sg. n., Gerundivum)
An einer Stelle, vom Hunger befallen, erblickte er einen mit einer Fülle von Früchten beladenen Bilva-Baum; an dieser Stelle stieg er, vom Hunger befallen, hinauf.
Wort für Wort
phalabhārasamanvitam bilvam
der mit Fruchtfülle beladene Bilva-Baum (Akk. Sg. m.)
āruroha kṣudhānvitaḥ
er stieg hinauf, vom Hunger befallen (3. Sg. Perf.)
śākhāsv āsajya tasyaiva kṛṣṇājinam ariṃdama yasmiṃs te kuṇḍale baddhe tadā dvijavareṇa vai
Nachdem er, o Bezwinger der Feinde, an dessen Ästen jenes schwarze Antilopenfell befestigt hatte, in dem die beiden Ohrringe damals vom besten der Zweifachgeborenen festgebunden worden waren,
Wort für Wort
śākhāsv āsajya
an den Ästen befestigt habend (Absolutiv)
kuṇḍale baddhe
die festgebundenen Ohrringe (Nom. Du. n., Part. Perf. Pass.)
rathena hariyuktena taṃ deśam upajagmivān vajrapāṇir mahātejā dadarśa ca dvijottamam
kam der Blitzträger [Indra], von großer Macht, in einem mit falben Rossen bespannten Wagen an jenen Ort und erblickte den besten der Zweifachgeborenen.
Wort für Wort
hariyuktena rathena
in dem mit falben Rossen bespannten Wagen (Instr. Sg. m.)
ito hi nāgaloko vai yojanāni sahasraśaḥ na daṇḍakāṣṭhasādhyaṃ ca manye kāryam idaṃ tava
Denn die Welt der Nāgas ist von hier Tausende von Yojanas entfernt; und ich glaube nicht, dass diese deine Aufgabe mit einem Holzstab zu bewältigen ist.“
Wort für Wort
yojanāni sahasraśaḥ
Tausende von Yojanas (Nom. Pl. n.)
na daṇḍakāṣṭhasādhyam
nicht mit dem Holzstab zu bewältigen (Nom. Sg. n.)
uttaṅka uvāca nāgaloke yadi brahman na śakye kuṇḍale mayā prāptuṃ prāṇān vimokṣyāmi paśyatas te dvijottama
Uttaṅka sprach: „Wenn die Ohrringe von mir aus der Welt der Nāgas nicht erlangt werden können, o Brahmane, so werde ich vor deinen Augen meine Lebensgeister aufgeben, o Bester der Zweifachgeborenen.“
Wort für Wort
kuṇḍale na śakye prāptum
die Ohrringe können nicht erlangt werden (Nom. Du. n. + Infinitiv)
prāṇān vimokṣyāmi
ich werde die Lebensgeister aufgeben (1. Sg. Fut.)
Als Uttaṅka aber die Welt der Nāgas erblickt hatte, wurde er damals niedergeschlagen und verzweifelte, mein Lieber, wieder an der Wiederbeschaffung der Ohrringe.
Wort für Wort
dīno 'bhavat
er wurde niedergeschlagen (Nom. Sg. m., 3. Sg. Impf.)
kuṇḍalāharaṇe nirāśaḥ
verzweifelt an der Ohrring-Wiederbeschaffung (Nom. Sg. m.)
Empfinde keinen Widerwillen, mein Sohn, in dieser Sache, in keiner Weise; denn dies wurde von dir bereits einmal geübt, damals in Gautamas Einsiedelei.“
Das Ross sprach: „Wisse, dass ich der Lehrer deines Lehrers bin, der lodernde Jātavedas [Feuer]; denn von dir, mein Kind, wurde ich stets um deines Lehrers willen verehrt.
So angesprochen, tat Uttaṅka es dem glänzenden [Ross, d.h. Agni] gemäß; und dieser, mit butterhellen Flammen, erfreut, loderte auf, vom Wunsch zu verzehren.
Wort für Wort
citrabhānunā
mit dem Glänzenden (Instr. Sg. m., = Agni)
didhakṣayā prajajvāla
er loderte vom Verzehrwunsch auf (Instr. Sg. f., 3. Sg. Perf.)
te dhūmaraktanayanā vahnitejobhitāpitāḥ ājagmur niścayaṃ jñātuṃ bhārgavasyātitejasaḥ
Sie, ihre Augen vom Rauch gerötet, von der Glut des Feuers versengt, kamen herbei, um den Entschluss des überaus glanzvollen Nachkommen Bhṛgus zu erfahren.
Wort für Wort
dhūmaraktanayanāḥ
ihre Augen vom Rauch gerötet (Nom. Pl. m.)
niścayaṃ jñātum ājagmuḥ
sie kamen, um den Entschluss zu erfahren (Akk. Sg. m. + Infinitiv, 3. Pl. Perf.)
prasādya brāhmaṇaṃ te tu pādyam arghyaṃ nivedya ca prāyacchan kuṇḍale divye pannagāḥ paramārcite
Nachdem sie so den Brahmanen besänftigt und ihm Fußwasser und Gastgeschenk dargebracht hatten, gaben ihm die Schlangen die beiden göttlichen, höchst verehrten Ohrringe.
Wort für Wort
pādyam arghyaṃ nivedya
Fußwasser und Gastgeschenk dargebracht habend (Absolutiv)