janamejaya uvāca vijite pāṇḍaveyais tu praśānte ca dvijottama rāṣṭre kiṃ cakratur vīrau vāsudevadhanaṃjayau
Janamejaya sprach: Als das Reich von den Pāṇḍava-Söhnen erobert und befriedet war, o Bester der Zweimalgeborenen, was taten da die beiden Helden Vāsudeva und Dhanañjaya?
Wort für Wort
vijite rāṣṭre
als das Reich erobert war (Lok. Abs.)
dvijottama
o Bester der Zweimalgeborenen (Vok. Sg., Anrede an Vaiśaṃpāyana)
vīrau
die beiden Helden (Nom. Du.)
Kurze Zwischenfrage Janamejayas an Vaiśaṃpāyana (äußerster Rahmen der gesamten Erzählung) - nach etablierter Konvention bleibt dieser äußerste Rahmen selbst UNMARKIERT (keine Anführungszeichen), ebenso die folgende Antwort Vaiśaṃpāyanas.
vaiśaṃpāyana uvāca vijite pāṇḍaveyais tu praśānte ca viśāṃ pate rāṣṭre babhūvatur hṛṣṭau vāsudevadhanaṃjayau
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem, o Herr der Untertanen, das Reich von den Pāṇḍava-Söhnen erobert und befriedet worden war, wurden Vāsudeva und Dhanañjaya froh.
Wort für Wort
viśāṃ pate
o Herr der Untertanen (Vok. Sg., Anrede an Janamejaya)
in Indraprastha vergnügten sich die beiden großherzigen Männer, Kṛṣṇa und der Pāṇḍava, und nachdem sie jene liebliche Versammlungshalle betreten hatten, ergötzten sie sich dort, o Bhārata.
Wort für Wort
mahātmānau
die beiden großherzigen (Nom. Du.)
kṛṣṇapāṇḍavau
Kṛṣṇa und der Pāṇḍava, d.h. Vāsudeva und Arjuna (Nom. Du., Kompositum)
[?] Und die alten Geschlechter der Ṛṣis und Götter berichteten die beiden einander damals, sich daran erfreuend, die großherzigen, die Besten der Weisen.
Wort für Wort
vaṃśān āhatuḥ
sie berichteten die Geschlechter/Genealogien (Akk. Pl. + 3. Du. Perf.)
prīyamāṇau
sich erfreuend (Nom. Du. Part. Präs. Pass.)
ṛṣisattamau
die beiden Besten der Weisen (Nom. Du., Kompositum)
[?] Die genaue grammatische Zuordnung von 'purāṇau' (dual, 'alt/altehrwürdig') bleibt unsicher - hier auf die beiden Erzähler (Kṛṣṇa/Arjuna) statt auf die 'vaṃśān' (Geschlechter) bezogen.
sa tam āśvāsya vidhivad vidhānajño mahātapāḥ apahṛtyātmano bhāraṃ viśaśrāmeva sātvataḥ
Er, der Sātvata (Kṛṣṇa), kundig der rechten Weise, von großer Kraft, ruhte gleichsam aus, nachdem er ihn vorschriftsgemäß getröstet und so die eigene Bürde abgetragen hatte.
Wort für Wort
āśvāsya
nachdem getröstet wurde (Absolutiv, ā-śvas)
vidhānajñaḥ
kundig der rechten Weise/Vorschrift (Nom. Sg., Kompositum)
apahṛtya
nachdem abgetragen/weggenommen wurde (Absolutiv, apa-hṛ)
vijiteyaṃ dharā kṛtsnā savyasācin paraṃtapa tvadbāhubalam āśritya rājñā dharmasutena ha
„Diese ganze Erde ist erobert worden, o Savyasācin, Bedränger der Feinde, gestützt auf die Kraft deines Armes, durch den König, den Dharma-Sohn.
Wort für Wort
vijitā
erobert (Nom. Sg. Fem. Part. Perf. Pass.)
dharā kṛtsnā
die ganze Erde (Nom. Sg.)
tvadbāhubalam āśritya
gestützt auf die Kraft deines Armes (Akk. + Absolutiv)
Beginn von Kṛṣṇas direkter Rede an Arjuna (neue reale Anführung, CQ_OPEN, Tiefe 0→1). 'Savyasācin' ('der mit der linken Hand Schießende') = Beiname Arjunas.
dharmeṇa rājñā dharmajña prāptaṃ rājyam akaṇṭakam dharmeṇa nihataḥ saṃkhye sa ca rājā suyodhanaḥ
Durch Rechtschaffenheit, o Kenner des Dharma, wurde vom König das dornenfreie Reich erlangt; durch Rechtschaffenheit wurde im Kampf auch König Suyodhana erschlagen.
Wort für Wort
dharmeṇa
durch Rechtschaffenheit (Instr. Sg.)
rājyam akaṇṭakam
das dornenfreie (feindfreie) Reich (Akk. Sg., Bahuvrīhi)
Die Söhne Dhṛtarāṣṭras, die am Unrecht Gefallen fanden, gierig, stets unliebsame Worte sprechend, bösgesinnt, wurden samt ihrem Anhang zu Fall gebracht.
Wort für Wort
adharmarucayaḥ
die am Unrecht Gefallen finden (Nom. Pl., Bahuvrīhi)
rame cāhaṃ tvayā sārdham araṇyeṣv api pāṇḍava kim u yatra jano 'yaṃ vai pṛthā cāmitrakarśana
Und ich freue mich, zusammen mit dir, selbst in den Wäldern, o Pāṇḍava - wie viel mehr dort, wo dieses Volk und Pṛthā (Kuntī) sind, o Bezwinger der Feinde.
Wort für Wort
rame
ich freue mich (1. Sg. Präs. Ā., ram)
tvayā sārdham
zusammen mit dir (Instr. + Adv.)
amitrakarśana
o Bezwinger der Feinde (Vok. Sg., Anrede an Arjuna)
kālo mahāṃs tv atīto me śūraputram apaśyataḥ baladevaṃ ca kauravya tathānyān vṛṣṇipuṃgavān
ist mir eine lange Zeit vergangen, ohne den Sohn Śūras (Vasudeva, meinen Vater) und Baladeva zu sehen, o Kauravya, und ebenso die anderen Stiere der Vṛṣṇis.
Wort für Wort
kālo mahān atītaḥ
eine lange Zeit ist vergangen (Nom. Sg.)
apaśyataḥ
während ich nicht sah (Gen. Sg. Part. Präs., Gen. Abs.)
vṛṣṇipuṃgavān
die Stiere der Vṛṣṇis (Akk. Pl., Kompositum)
'śūraputra' = Vasudeva, Kṛṣṇas Vater (Sohn des Śūra); 'Baladeva' = Balarāma, Kṛṣṇas Bruder.
ukto bahuvidhaṃ rājā tatra tatra yudhiṣṭhiraḥ sa ha bhīṣmeṇa yady uktam asmābhiḥ śokakārite
König Yudhiṣṭhira wurde da und dort auf mannigfache Weise angesprochen, von Bhīṣma, und wenn (etwas) von uns gesagt wurde in jener kummervollen Zeit,
Wort für Wort
uktaḥ bahuvidham
angesprochen auf mannigfache Weise (Nom. Sg. + Adv.)
śokakārite
in der kummerverursachenden (Zeit) (Lok. Sg., Kompositum)
Kṛṣṇas Rede geht weiter; er erläutert, warum es nun unbedenklich sei, Yudhiṣṭhira zu verlassen: dieser sei durch reichlichen Zuspruch (Bhīṣmas u.a.) bereits gefestigt.
śiṣṭo yudhiṣṭhiro 'smābhiḥ śāstā sann api pāṇḍavaḥ tena tac ca vacaḥ samyag gṛhītaṃ sumahātmanā
wurde Yudhiṣṭhira, der Pāṇḍava, von uns unterwiesen, obwohl er selbst ein Lehrer/Herrscher ist, und jenes Wort wurde von dem hochherzigen (Yudhiṣṭhira) recht aufgenommen.
dharmaputre hi dharmajñe kṛtajñe satyavādini satyaṃ dharmo matiś cāgryā sthitiś ca satataṃ sthirā
Denn im Dharma-Sohn, dem Kenner des Dharma, dem Dankbaren, dem Wahrhaftigen, sind Wahrheit und Dharma, sein Verstand ist vorzüglich, und seine Standhaftigkeit ist stets fest.
na hi tasyāpriyaṃ kuryāṃ prāṇatyāge 'py upasthite kuto gantuṃ mahābāho purīṃ dvāravatīṃ prati
Denn ich würde ihm nichts Unliebsames antun, selbst wenn die Aufgabe meines Lebens bevorstünde - wie viel weniger für das Gehen zur Stadt Dvāravatī, o Starkarmiger.
Wort für Wort
apriyam kuryām
ich würde Unliebsames tun (Akk. Sg. + 1. Sg. Opt.)
prāṇatyāge upasthite
wenn die Aufgabe des Lebens bevorstünde (Lok. Abs.)
pṛthivī ca vaśe tāta dharmaputrasya dhīmataḥ sthitā samudravasanā saśailavanakānanā citā ratnair bahuvidhaiḥ kururājasya pāṇḍava
Und die Erde, o Lieber, gekleidet in den Ozean, mit ihren Bergen, Wäldern und Dickichten, geschmückt mit mannigfachen Juwelen, steht in der Gewalt des weisen Dharma-Sohnes, des Königs der Kurus, o Pāṇḍava.
Wort für Wort
samudravasanā
gekleidet in den Ozean (Nom. Sg. Fem., Bahuvrīhi)
saśailavanakānanā
samt Bergen, Wäldern und Dickichten (Nom. Sg. Fem., Bahuvrīhi)
citā ratnaiḥ bahuvidhaiḥ
geschmückt mit mannigfachen Juwelen (Nom. Sg. Fem. + Instr. Pl.)
Möge der dharma-kundige König durch Rechtschaffenheit die ganze Erde beschützen, verehrt von vielen großherzigen Siddhas und stets gepriesen von Barden, o Stier der Bharatas.
idaṃ śarīraṃ vasu yac ca me gṛhe; niveditaṃ pārtha sadā yudhiṣṭhire priyaś ca mānyaś ca hi me yudhiṣṭhiraḥ; sadā kurūṇām adhipo mahāmatiḥ
Dieser mein Leib und was an Reichtum in meinem Haus ist, sind, o Pārtha, stets Yudhiṣṭhira geweiht; denn lieb und verehrungswürdig ist mir Yudhiṣṭhira stets, der großgesinnte Herr der Kurus.
prayojanaṃ cāpi nivāsakāraṇe; na vidyate me tvad ṛte mahābhuja sthitā hi pṛthvī tava pārtha śāsane; guroḥ suvṛttasya yudhiṣṭhirasya ha
Und es besteht für mich kein Grund zum Hierbleiben abgesehen von dir, o Starkarmiger; denn die Erde steht, o Pārtha, unter der Herrschaft deines wohlgesitteten Lehrers/Älteren Yudhiṣṭhira.“
Wort für Wort
nivāsakāraṇe
als Grund für das Hierbleiben (Lok. Sg., Kompositum)
tvad ṛte
abgesehen von dir (Abl. + Postposition)
śāsane
unter der Herrschaft (Lok. Sg.)
suvṛttasya
des Wohlgesitteten (Gen. Sg.)
Hier endet Kṛṣṇas Rede (offen seit V012) - reale Anführung schließt (Tiefe 1→0), bestätigt durch V034 (Erzähler-Rückkehr, Vokativ 'pārthiva' an Janamejaya gerichtet).
So von dem großherzigen Janārdana angesprochen, sprach Arjuna von unermesslicher Kraft, nachdem er Janārdana gebührend geehrt hatte, gleichsam mühevoll das Wort 'so sei es', o Fürst.
Wort für Wort
itīdam uktaḥ
so angesprochen (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
amitavikramaḥ
von unermesslicher Kraft (Nom. Sg., Bahuvrīhi)
kṛcchrād iva
gleichsam mühevoll (Adv.)
vācam īrayat
er äußerte das Wort (Akk. + 3. Sg. Impf., īr)
saṃpratipūjya
nachdem gebührend geehrt wurde (Absolutiv, sam-prati-pūj)
Rückkehr zur reinen Erzählerebene (Vaiśaṃpāyana an Janamejaya, Vok. 'pārthiva'); Arjunas kurze, formelhafte Zustimmung ('tathā iti') wird als in sich abgeschlossenes ASCII-Kurzzitat wiedergegeben, keine neue reale Anführung.