Mahābhārata · Āśvamedhikaparva
Kapitel 76: saindhavayuddham
Der Kampf mit den Saindhavas
vaiśaṃpāyana uvāca saindhavair abhavad yuddhaṃ tatas tasya kirīṭinaḥ hataśeṣair mahārāja hatānāṃ ca sutair api
Vaiśaṃpāyana sprach: Dann kam es zum Kampf jenes Kirīṭin mit den Sindhu-Kriegern, den vom Gemetzel übriggebliebenen, o Großkönig, und auch mit den Söhnen der Getöteten.
Wort für Wort saindhavaiḥ mit den Sindhu-Kriegern (Instr. Pl.) hataśeṣaiḥ den vom Gemetzel übriggebliebenen (Adj. Pl.) te 'vatīrṇam upaśrutya viṣayaṃ śvetavāhanam pratyudyayur amṛṣyanto rājānaḥ pāṇḍavarṣabham
Als sie hörten, dass der Weißberittene in ihr Gebiet herabgestiegen war, zogen jene Könige, es nicht ertragend, dem Stier der Pāṇḍavas entgegen.
Wort für Wort avatīrṇam herabgestiegen (Akk.) amṛṣyantaḥ es nicht ertragend (Part. Präs.) aśvaṃ ca taṃ parāmṛśya viṣayānte viṣopamāḥ na bhayaṃ cakrire pārthād bhīmasenād anantarāt
Und jenes Pferd am Rand ihres Gebiets ergreifend, die giftgleichen Könige, hegten sie keine Furcht vor dem Pārtha, dem nächst Bhīmasena an Kraft Stehenden.
Wort für Wort viṣopamāḥ giftgleich (Adj. Pl.) bhīmasenād anantarāt dem [an Kraft] gleich nach Bhīmasena Stehenden (Ablativ) te 'vidūrād dhanuṣpāṇiṃ yajñiyasya hayasya ca bībhatsuṃ pratyapadyanta padātinam avasthitam
Sie erblickten aus der Nähe Bībhatsu, den Bogen in der Hand, zu Fuß neben dem Opferpferd stehend.
Wort für Wort dhanuṣpāṇiṃ den Bogen in der Hand (Akk.) padātinam avasthitam zu Fuß stehend (Akk.) tatas te tu mahāvīryā rājānaḥ paryavārayan jigīṣanto naravyāghrāḥ pūrvaṃ vinikṛtā yudhi
Da umringten ihn jene Könige von großer Kraft, siegesbegierig, Tiger unter den Männern, zuvor im Krieg gedemütigt.
Wort für Wort mahāvīryāḥ von großer Kraft (Adj. Pl.) jigīṣantaḥ siegesbegierig (Part. Präs. Desiderativ) te nāmāny atha gotrāṇi karmāṇi vividhāni ca kīrtayantas tadā pārthaṃ śaravarṣair avākiran
Sie, ihre Namen und Geschlechter und mancherlei Taten verkündend, überschütteten da den Pārtha mit Pfeilregen.
Wort für Wort kīrtayantaḥ verkündend (Part. Präs.) avākiran sie überschütteten (Imperfekt) te kirantaḥ śarāṃs tīkṣṇān vāraṇendranivāraṇān raṇe jayam abhīpsantaḥ kaunteyaṃ paryavārayan
Sie, scharfe Pfeile ausstreuend, die selbst Elefantenfürsten abwehren, siegbegierig in der Schlacht, umringten den Sohn der Kuntī.
Wort für Wort vāraṇendranivāraṇān die selbst Elefantenfürsten abwehren (Adj. Pl.) abhīpsantaḥ begehrend (Part. Präs. Desiderativ) te 'samīkṣyaiva taṃ vīram ugrakarmāṇam āhave sarve yuyudhire vīrā rathasthās taṃ padātinam
Ohne recht zu bedenken, dass jener Held von furchtbaren Taten im Kampf war, kämpften sie alle, die Helden auf ihren Wagen stehend, gegen jenen zu Fuß Stehenden.
Wort für Wort asamīkṣyaiva ohne recht zu bedenken (Absolutiv mit Negation) ugrakarmāṇam von furchtbaren Taten (Akk.) te tam ājaghnire vīraṃ nivātakavacāntakam saṃśaptakanihantāraṃ hantāraṃ saindhavasya ca
Sie griffen jenen Helden an, den Bezwinger der Nivātakavacas, den Vernichter der Saṃśaptakas und den Töter des Sindhu-Herrschers.
Wort für Wort ājaghnire sie griffen an (Perfekt) nivātakavacāntakam den Bezwinger der Nivātakavacas (Akk.) tato rathasahasreṇa hayānām ayutena ca koṣṭhakīkṛtya kaunteyaṃ saṃprahṛṣṭam ayodhayan
Dann, mit tausend Wagen und zehntausend Pferden, umzingelten und bekämpften sie freudig erregt den Sohn der Kuntī.
Wort für Wort koṣṭhakīkṛtya umzingelnd, einschließend (Absolutiv) saṃprahṛṣṭam freudig erregt (Adj., auf 'kaunteyam' bezogen, hier ironisch/kampflustig) saṃsmaranto vadhaṃ vīrāḥ sindhurājasya dhīmataḥ jayadrathasya kauravya samare savyasācinā
sich erinnernd an die Tötung des weisen Königs von Sindhu, Jayadrathas, im Kampf durch Savyasācin, o Kauravya.
Wort für Wort saṃsmarantaḥ sich erinnernd (Part. Präs.) vadhaṃ ... jayadrathasya die Tötung Jayadrathas (Akk.) tataḥ parjanyavat sarve śaravṛṣṭim avāsṛjan taiḥ kīrṇaḥ śuśubhe pārtho ravir meghāntare yathā
Dann ließen sie alle wie Regenwolken einen Pfeilregen niedergehen; von ihnen umhüllt, erstrahlte der Pārtha, wie die Sonne zwischen Wolken.
Wort für Wort parjanyavat wie eine Regenwolke (Adv.) ravir meghāntare yathā wie die Sonne zwischen Wolken (Gleichnis) sa śaraiḥ samavacchanno dadṛśe pāṇḍavarṣabhaḥ pañjarāntarasaṃcārī śakunta iva bhārata
Von Pfeilen ganz verhüllt, sah man den Stier der Pāṇḍavas wie einen Vogel, der sich im Inneren eines Käfigs bewegt, o Bhārata.
Wort für Wort samavacchannaḥ ganz verhüllt (Part. Perf. Pass.) pañjarāntarasaṃcārī śakunta iva wie ein Vogel im Inneren eines Käfigs (Gleichnis) tato hāhākṛtaṃ sarvaṃ kaunteye śarapīḍite trailokyam abhavad rājan raviś cāsīd rajoruṇaḥ
Dann, als der Sohn der Kuntī von Pfeilen bedrängt war, erhob sich in allen drei Welten ein Wehklagen, o König, und die Sonne wurde staubrot.
Wort für Wort hāhākṛtaṃ ein Wehklagen (Nom., lautmalerischer Ausruf) rajoruṇaḥ staubrot (Adj.) tato vavau mahārāja māruto romaharṣaṇaḥ rāhur agrasad ādityaṃ yugapat somam eva ca
Dann wehte, o Großkönig, ein haarsträubender Wind, und Rāhu verschlang zugleich die Sonne und den Mond.
Wort für Wort romaharṣaṇaḥ haarsträubend (Adj.) agrasat er verschlang (Imperfekt) ulkāś ca jaghnire sūryaṃ vikīryantyaḥ samantataḥ vepathuś cābhavad rājan kailāsasya mahāgireḥ
Und Meteore schlugen ringsum verstreut gegen die Sonne, und ein Zittern befiel, o König, den großen Berg Kailāsa.
Wort für Wort ulkāḥ Meteore, Feuererscheinungen (Nom. Pl.) vepathuḥ das Zittern (Nom.) mumucuś cāsram atyuṣṇaṃ duḥkhaśokasamanvitāḥ saptarṣayo jātabhayās tathā devarṣayo 'pi ca
Und die sieben Ṛṣis vergossen überheiße Tränen, von Schmerz und Kummer erfüllt, von Furcht ergriffen, und ebenso die Götterweisen.
Wort für Wort saptarṣayaḥ die sieben Ṛṣis (Nom. Pl.) jātabhayāḥ von Furcht ergriffen (Adj. Pl.) śaśaś cāśu vinirbhidya maṇḍalaṃ śaśino 'patat viparītas tadā rājaṃs tasminn utpātalakṣaṇe
Und der Hase im Mond durchbrach rasch die Mondscheibe und fiel verkehrt herab, da, o König, bei jenem Omen-Zeichen.
Wort für Wort śaśaḥ der Hase [im Mond] (Nom.) utpātalakṣaṇe bei jenem Vorzeichen (Lok.) rāsabhāruṇasaṃkāśā dhanuṣmantaḥ savidyutaḥ āvṛtya gaganaṃ meghā mumucur māṃsaśoṇitam
Eselsrot-farbene, regenbogenbehangene, blitzdurchzuckte Wolken bedeckten den Himmel und ließen Fleisch und Blut regnen.
Wort für Wort rāsabhāruṇasaṃkāśāḥ eselsrot-farbig (Adj. Pl.) dhanuṣmantaḥ regenbogenbehangen, mit Bögen versehen (Adj. Pl.) evam āsīt tadā vīre śaravarṣābhisaṃvṛte loke 'smin bharataśreṣṭha tad adbhutam ivābhavat
So geschah es da, als der Held vom Pfeilregen ganz umhüllt war, in dieser Welt, o Bester der Bharatas; das war wie ein Wunder.
Wort für Wort śaravarṣābhisaṃvṛte vom Pfeilregen ganz umhüllt (Lok. absolutus) adbhutam ivābhavat es war wie ein Wunder tasya tenāvakīrṇasya śarajālena sarvaśaḥ mohāt papāta gāṇḍīvam āvāpaś ca karād api
Ihm, der so ganz vom Pfeilnetz überschüttet war, entfiel vor Betäubung der Gāṇḍiva-Bogen und auch der Köcher aus der Hand.
Wort für Wort avakīrṇasya überschüttet (Gen.) mohāt papāta vor Betäubung entfiel (Perfekt) tasmin moham anuprāpte śarajālaṃ mahattaram saindhavā mumucus tūrṇaṃ gatasattve mahārathe
Als jener in Betäubung geraten war, entließen die Sindhu-Krieger rasch ein noch gewaltigeres Pfeilnetz auf den bewusstlosen großen Wagenkämpfer.
Wort für Wort moham anuprāpte in Betäubung geraten (Lok. absolutus) gatasattve bewusstlos (Lok., auf 'mahārathe' bezogen) tato mohasamāpannaṃ jñātvā pārthaṃ divaukasaḥ sarve vitrastamanasas tasya śāntiparābhavan
Als sie erkannten, dass der Pārtha in Betäubung geraten war, wurden da alle Himmelsbewohner, mit erschrockenem Sinn, auf sein Wohlergehen bedacht.
Wort für Wort divaukasaḥ die Himmelsbewohner (Nom. Pl.) śāntiparāḥ auf Wohlergehen bedacht (Adj. Pl.) tato devarṣayaḥ sarve tathā saptarṣayo 'pi ca brahmarṣayaś ca vijayaṃ jepuḥ pārthasya dhīmataḥ
Da murmelten alle Götterweisen, ebenso die sieben Ṛṣis und auch die Brahmanenweisen Gebete für den Sieg des weisen Pārtha.
Wort für Wort devarṣayaḥ die Götterweisen (Nom. Pl.) vijayaṃ jepuḥ sie murmelten [Gebete] für den Sieg (Perfekt) tataḥ pradīpite devaiḥ pārthatejasi pārthiva tasthāv acalavad dhīmān saṃgrāme paramāstravit
Dann, als der Glanz des Pārtha von den Göttern neu entfacht war, o Fürst, stand der Weise, der höchste Waffenkundige, unbeweglich wie ein Berg in der Schlacht.
Wort für Wort pradīpite ... tejasi als der Glanz entfacht war (Lok. absolutus) acalavat unbeweglich wie ein Berg (Adv.) vicakarṣa dhanur divyaṃ tataḥ kauravanandanaḥ yantrasyeveha śabdo 'bhūn mahāṃs tasya punaḥ punaḥ
Der Liebling der Kauravas spannte da den himmlischen Bogen; ein gewaltiger Klang erhob sich davon, immer wieder, wie von einer Maschine.
Wort für Wort vicakarṣa er spannte (Perfekt) yantrasyeva ... śabdaḥ ein Klang wie von einer Maschine (Gleichnis) tataḥ sa śaravarṣāṇi pratyamitrān prati prabhuḥ vavarṣa dhanuṣā pārtho varṣāṇīva sureśvaraḥ
Dann ließ der Gebieter Pārtha mit seinem Bogen Pfeilregen auf die Feinde niedergehen, wie der Herr der Götter Regengüsse.
Wort für Wort pratyamitrān prati gegen die Feinde (Akk. mit prati) varṣāṇīva sureśvaraḥ wie der Herr der Götter Regengüsse (Gleichnis) tatas te saindhavā yodhāḥ sarva eva sarājakāḥ nādṛśyanta śaraiḥ kīrṇāḥ śalabhair iva pāvakāḥ
Da waren jene Sindhu-Krieger, alle samt ihren Königen, von Pfeilen bedeckt, nicht mehr zu sehen, wie Feuer, verdeckt von Heuschrecken.
Wort für Wort sarājakāḥ samt ihren Königen (Adj. Pl.) śalabhair iva pāvakāḥ wie Feuer [verdeckt] von Heuschrecken (Gleichnis) tasya śabdena vitresur bhayārtāś ca vidudruvuḥ mumucuś cāśru śokārtāḥ suṣupuś cāpi saindhavāḥ
Durch seinen Klang erschraken sie und flohen, von Furcht gepeinigt; die Sindhu-Krieger vergossen Tränen, von Kummer gepeinigt, und sanken auch nieder.
Wort für Wort vitresuḥ sie erschraken (Perfekt) suṣupuḥ sie sanken nieder, schliefen [den Todesschlaf] (Perfekt) tāṃs tu sarvān naraśreṣṭhaḥ sarvato vicaran balī alātacakravad rājañ śarajālaiḥ samarpayat
Sie alle aber überwältigte der Beste der Männer, der Starke, nach allen Seiten sich bewegend wie ein Feuerbrand-Rad, mit Pfeilnetzen, o König.
Wort für Wort alātacakravat wie ein Feuerbrand-Rad (Adv., Gleichnis für blitzschnelle Rundum-Beweglichkeit) samarpayat er überwältigte (Imperfekt Kausativ) tad indrajālapratimaṃ bāṇajālam amitrahā vyasṛjad dikṣu sarvāsu mahendra iva vajrabhṛt
Jenes einer Zaubertäuschung gleichende Pfeilnetz entsandte der Feindevernichter nach allen Himmelsrichtungen, wie der Große Indra, der Vajra-Träger.
Wort für Wort indrajālapratimaṃ einer Zaubertäuschung gleichend (Adj.) vajrabhṛt der Vajra-Träger [Indra] (Nom.) meghajālanibhaṃ sainyaṃ vidārya sa raviprabhaḥ vibabhau kauravaśreṣṭhaḥ śaradīva divākaraḥ
Das wolkennetzgleiche Heer durchbrechend, erstrahlte jener, sonnengleich, der Beste der Kauravas, wie die Herbstsonne.
Wort für Wort meghajālanibhaṃ wolkennetzgleich (Adj.) śaradīva divākaraḥ wie die Herbstsonne (Gleichnis)
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