uttaṅka uvāca viśvakarman namas te 'stu yasya te rūpam īdṛśam padbhyāṃ te pṛthivī vyāptā śirasā cāvṛtaṃ nabhaḥ
Uttaṅka sprach: „O Viśvakarman, Verehrung sei dir, dessen Gestalt eine solche ist; von deinen Füßen ist die Erde durchdrungen, und von deinem Haupt der Himmel bedeckt.
Wort für Wort
viśvakarman
o All-Schöpfer (Vok. Sg. m.)
padbhyāṃ pṛthivī vyāptā
von den Füßen ist die Erde durchdrungen (Nom. Sg. f., Part. Perf. Pass.)
dyāvāpṛthivyor yan madhyaṃ jaṭhareṇa tad āvṛtam bhujābhyām āvṛtāś cāśās tvam idaṃ sarvam acyuta
Was zwischen Himmel und Erde ist, das ist von deinem Bauch bedeckt, und von deinen Armen sind die Himmelsrichtungen bedeckt; du bist dies alles, o Acyuta.
Wort für Wort
dyāvāpṛthivyor madhyam
das Zwischen von Himmel und Erde (Nom. Sg. n.)
bhujābhyām āvṛtāḥ āśāḥ
von den Armen bedeckt sind die Himmelsrichtungen (Nom. Pl. f.)
vaiśaṃpāyana uvāca tam uvāca prasannātmā govindo janamejaya varaṃ vṛṇīṣveti tadā tam uttaṅko 'bravīd idam
Vaiśaṃpāyana sprach: Da sagte Govinda, wohlgestimmten Sinnes, zu ihm, o Janamejaya, er möge sich einen Wunsch erbitten; darauf sagte ihm Uttaṅka dieses:
Wort für Wort
varaṃ vṛṇīṣva iti
'erbitte dir einen Wunsch', so (2. Sg. Imperativ Ātm.)
Uttaṅka sprach: „Wenn du dies, o Herr, für notwendig zu vollziehen hältst, so wünsche ich mir Wasser, wo immer ich es begehre; denn dies ist in der Wüste schwer zu erlangen.“
vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ saṃhṛtya tat tejaḥ provācottaṅkam īśvaraḥ eṣṭavye sati cintyo 'ham ity uktvā dvārakāṃ yayau
Vaiśaṃpāyana sprach: Da zog der Herr, nachdem er jenen Glanz zurückgenommen hatte, zu Uttaṅka und sprach zu ihm; er sagte, man solle, wann immer Wasser zu wünschen sei, an ihn denken, und zog danach nach Dvārakā.
Wort für Wort
tat tejaḥ saṃhṛtya
jenen Glanz zurückgenommen habend (Absolutiv)
'eṣṭavye sati cintyo 'ham' iti
'wenn zu wünschen ist, sei an mich gedacht', so (Nom. Sg. m. Gerundivum, Lok. Absolut)
[Er sah ihn] furchterregend, mit umgeschnalltem Schwert, Pfeil und Bogen tragend; und unterhalb von ihm sah der beste der Zweifachgeborenen reichlich Wasser in einem Wasserlauf.
smarann eva ca taṃ prāha mātaṅgaḥ prahasann iva ehy uttaṅka pratīcchasva matto vāri bhṛgūdvaha kṛpā hi me sumahatī tvāṃ dṛṣṭvā tṛṭsamāhatam
Und noch während er seiner gedachte, sprach der Caṇḍāla zu ihm, wie lachend: „Komm, Uttaṅka, nimm Wasser von mir an, o Nachkomme Bhṛgus; denn sehr groß ist mein Mitleid, da ich dich vom Durst geplagt sehe.“
ity uktas tena sa munis tat toyaṃ nābhyanandata cikṣepa ca sa taṃ dhīmān vāgbhir ugrābhir acyutam
So von ihm angesprochen, hieß jener Weise das Wasser nicht gut; und der Kluge schmähte ihn, den Unerschütterlichen, mit heftigen Worten.
Wort für Wort
nābhyanandata
er hieß nicht gut (3. Sg. Impf. Ātm.)
vāgbhir ugrābhiḥ cikṣepa
er schmähte mit heftigen Worten (Instr. Pl. f., 3. Sg. Perf.)
[?] 'acyutam' hier auf den Caṇḍāla (den späteren Indra in Verkleidung) bezogen, nicht auf Kṛṣṇa - ungewöhnliche Verwendung des sonst Kṛṣṇa vorbehaltenen Epithetons, hier wohl im allgemeinen Sinn von 'der Unerschütterliche/Standhafte' gebraucht.
sa mām uvāca devendro na martyo 'martyatāṃ vrajet anyam asmai varaṃ dehīty asakṛd bhṛgunandana
Der Herrscher der Götter aber erwiderte mir wiederholt, o Nachkomme Bhṛgus, kein Sterblicher solle Unsterblichkeit erlangen; ich solle ihm eine andere Gabe geben.
Wort für Wort
devendraḥ mām uvāca
der Götterherrscher sprach zu mir (3. Sg. Perf.)
na martyo 'martyatāṃ vrajet
kein Sterblicher solle Unsterblichkeit erlangen (3. Sg. Optativ)
amṛtaṃ deyam ity eva mayoktaḥ sa śacīpatiḥ sa māṃ prasādya devendraḥ punar evedam abravīt
Doch ich entgegnete jenem Gemahl der Śacī, der Unsterblichkeitstrank müsse gegeben werden; da besänftigte mich der Götterfürst und sprach abermals dieses:
Müsse es denn notwendig gegeben werden, o Glanzvoller, so werde er, zu einem Caṇḍāla geworden, dem hochbeseelten Bhārgava den Unsterblichkeitstrank darreichen.
Wort für Wort
mātaṅgo bhūtvā
zu einem Caṇḍāla geworden (Nom. Sg. m., Absolutiv)
amṛtaṃ pradāsyāmi
ich werde den Unsterblichkeitstrank darreichen (1. Sg. Fut., hier indirekt: er werde darreichen)
Indras eingebettete Rede weiterhin indirekt wiedergegeben.
yady evaṃ pratigṛhṇāti bhārgavo 'mṛtam adya vai pradātum eṣa gacchāmi bhārgavāyāmṛtaṃ prabho pratyākhyātas tv ahaṃ tena na dadyām iti bhārgava
Nehme der Bhārgava den Trank heute auf diese Weise an, so werde er gehen, um ihm den Unsterblichkeitstrank zu geben, o Herr; werde er aber von ihm zurückgewiesen, so werde er ihn nicht geben.
Wort für Wort
pratigṛhṇāti
er nimmt an (3. Sg. Präs.)
pratyākhyātaḥ na dadyām
zurückgewiesen würde ich nicht geben (hier indirekt: würde er nicht geben)
Indras eingebettete Rede weiterhin indirekt wiedergegeben.
sa tathā samayaṃ kṛtvā tena rūpeṇa vāsavaḥ upasthitas tvayā cāpi pratyākhyāto 'mṛtaṃ dadat caṇḍālarūpī bhagavān sumahāṃs te vyatikramaḥ
So, nachdem diese Abmachung getroffen war, erschien Vāsava in jener Gestalt, den Unsterblichkeitstrank darbietend; und er wurde, in Caṇḍāla-Gestalt, auch von dir, dem Erhabenen, zurückgewiesen - sehr groß war deine Verfehlung.
Wort für Wort
samayaṃ kṛtvā
die Abmachung getroffen habend (Absolutiv)
sumahāṃs te vyatikramaḥ
sehr groß war deine Verfehlung (Nom. Sg. m.)
Kṛṣṇas direkte Rede an Uttaṅka (Rückkehr zur Basisebene der bereits offenen Rede).