subhadrā tu tam utkrāntam ātmajasya vadhaṃ raṇe ācakṣva kṛṣṇa saubhadravadham ity apatad bhuvi
Subhadrā aber, jenes Verschwiegene bemerkend - den Tod ihres eigenen Sohnes in der Schlacht -: „Erzähle, o Kṛṣṇa, den Tod des Saubhadra!“ So sprechend, fiel sie zu Boden.
Wort für Wort
subhadrā tu tam utkrāntam
Subhadrā aber jenes Ausgelassene (Nom.Sg./Akk.Sg.)
ātmajasya vadham raṇe
den Tod ihres eigenen Sohnes in der Schlacht (Gen.Sg./Akk.Sg./Lok.Sg.)
tad bhāgineyanidhanaṃ tattvenācakṣva me vibho sadṛśākṣas tava kathaṃ śatrubhir nihato raṇe
Verkünde mir jenen Tod des Neffen der Wahrheit gemäß, o Gewaltiger; wie wurde er, dessen Augen den deinen glichen, von Feinden in der Schlacht erschlagen?
Wort für Wort
tat bhāgineyanidhanam
jenen Tod des Neffen (Akk.Sg.)
tattvena ācakṣva me vibho
verkünde mir der Wahrheit gemäß, o Gewaltiger (Instr.Sg./2.Sg.Imp./Dat.Sg./Vok.Sg.)
sadṛśākṣaḥ tava
dessen Augen den deinen glichen (Nom.Sg./Gen.Sg.)
katham śatrubhiḥ nihataḥ raṇe
wie von Feinden erschlagen in der Schlacht (Adv./Instr.Pl./Nom.Sg./Lok.Sg.)
āhavaṃ pṛṣṭhataḥ kṛtvā kaccin na nihataḥ paraiḥ kaccin mukhaṃ na govinda tenājau vikṛtaṃ kṛtam
Hatte er dem Kampf den Rücken zugekehrt - wurde er da nicht von den Feinden erschlagen? Wurde sein Antlitz nicht, o Govinda, dabei in der Schlacht entstellt?
Wort für Wort
āhavam pṛṣṭhataḥ kṛtvā
dem Kampf den Rücken zugekehrt habend (Akk.Sg./Adv./Absolutiv)
kaccit na nihataḥ paraiḥ
wurde er etwa nicht erschlagen von den Feinden (Interr.Part./Nom.Sg./Instr.Pl.)
kaccit mukham na govinda
wurde etwa das Antlitz nicht, o Govinda (Interr.Part./Nom.Sg./Vok.Sg.)
tena ājau vikṛtam kṛtam
durch ihn in der Schlacht entstellt gemacht (Instr.Sg./Lok.Sg./Nom.Sg.)
na tena vikṛtaṃ vaktraṃ kṛtaṃ saṃgrāmamūrdhani na pṛṣṭhataḥ kṛtaś cāpi saṃgrāmas tena dustaraḥ
„Nicht wurde von ihm das Antlitz entstellt an der Spitze der Schlacht, noch wurde von ihm der Kampf, den Rücken zugewandt, geführt - unüberwindlich war die Schlacht durch ihn.
Wort für Wort
na tena vikṛtam vaktram kṛtam
nicht wurde von ihm das Antlitz entstellt gemacht (Instr.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.)
saṃgrāmamūrdhani
an der Spitze der Schlacht (Lok.Sg.)
na pṛṣṭhataḥ kṛtaḥ ca api saṃgrāmaḥ
und auch nicht wurde der Kampf mit dem Rücken geführt (Adv./Nom.Sg./Nom.Sg.)
Nachdem er Erdenherrscher zu Hunderten und Tausenden in Scharen erschlagen hatte, erschöpft durch Droṇa und Karṇa, geriet er in die Gewalt des Sohnes des Duḥśāsana.
samāhūte tu saṃgrāme pārthe saṃśaptakais tadā paryavāryata saṃkruddhaiḥ sa droṇādibhir āhave
Als aber die Schlacht entfacht war und Pārtha von den Saṃśaptakas damals [zur Seite] gerufen wurde, da wurde er von den zornentbrannten, von Droṇa und den anderen, im Kampf umringt.
Wort für Wort
samāhūte tu saṃgrāme
als die Schlacht entfacht war (Lok.Absolutus)
pārthe saṃśaptakaiḥ tadā
als Pārtha von den Saṃśaptakas damals (Lok.Absolutus/Instr.Pl./Adv.)
paryavāryata saṃkruddhaiḥ
wurde umringt von den zornentbrannten (3.Sg.Impf.Pass./Instr.Pl.)
saḥ droṇādibhiḥ āhave
er von Droṇa und den anderen im Kampf (Nom.Sg./Instr.Pl./Lok.Sg.)
Dann, nachdem er im Kampf eine gewaltige Vernichtung der Feinde vollbracht hatte, geriet dein Enkel, o Vārṣṇeya, in die Gewalt des Sohnes des Duḥśāsana.
Wort für Wort
tataḥ śatrukṣayam kṛtvā
dann eine Vernichtung der Feinde vollbracht habend (Adv./Akk.Sg./Absolutiv)
sumahāntam raṇe pituḥ
gewaltig, im Kampf, des Vaters (Akk.Sg./Lok.Sg./Gen.Sg.)
dauhitraḥ tava vārṣṇeya
dein Enkel, o Vārṣṇeya (Nom.Sg./Gen.Sg./Vok.Sg.)
dauḥśāsanivaśam gataḥ
geriet in die Gewalt des Sohnes des Duḥśāsana (Akk.Sg./Nom.Sg.)
[?] Der genaue syntaktische Bezug von "pituḥ" ("des Vaters") an dieser Stelle im Quelltext ist unsicher; die Übersetzung folgt dem naheliegenden Gesamtsinn des Verses.
sa śokaṃ jahi durdharṣa mā ca manyuvaśaṃ gamaḥ śastrapūtāṃ hi sa gatiṃ gataḥ parapuraṃjayaḥ
Lege den Kummer ab, o Unbezwingbarer, und verfalle nicht der Macht des Zorns; denn er, der Bezwinger feindlicher Städte, ist zu jenem von Waffen geheiligten Ziel gelangt.
Wort für Wort
sa śokam jahi durdharṣa
lege den Kummer ab, o Unbezwingbarer (Akk.Sg./2.Sg.Imp./Vok.Sg.)
mā ca manyuvaśam gamaḥ
und verfalle nicht der Macht des Zorns (Akk.Sg./2.Sg.Inj.)
śastrapūtām hi sa gatim gataḥ
denn er ist zu jenem von Waffen geheiligten Ziel gelangt (Akk.Sg./Akk.Sg./Nom.Sg.)
[Sie gedachte, wie er ihr sonst zu sagen pflegte:] seine Onkel, die großen Wagenkämpfer, seien wohlauf, und alle hätten ihm, der kampfbegierig hierher gekommen sei, ihren Gruß entboten.
Wort für Wort
abhimanyo kuśalinaḥ mātulāḥ te
o Abhimanyu, deine Onkel sind wohlauf (Vok.Sg./Nom.Pl./Nom.Pl./Gen.Sg.)
mahārathāḥ kuśalam ca abruvan
die großen Wagenkämpfer entboten Wohlergehen (Nom.Pl./Akk.Sg./3.Pl.Impf.)
sarve tvām yuyutsum
alle dir, dem Kampfbegierigen (Nom.Pl./Akk.Sg./Akk.Sg.)
iha āgatam
hierher gekommen (Adv./Akk.Sg.)
[?] Bezugsstruktur dieses Verses im Quelltext unsicher (Vokativ "abhimanyo" deutet auf eine erinnerte, an Abhimanyu selbst gerichtete Rede); als weiter-eingebetteter, erinnerter Redeanteil indirekt wiedergegeben.
subhadre vāsudevena tathā sātyakinā raṇe pitrā ca pālito bālaḥ sa hataḥ kāladharmaṇā
Der Knabe sei, obwohl er in der Schlacht von Vāsudeva sowie von Sātyaki und seinem Vater beschützt worden sei, durch das Gesetz der Zeit dennoch gefallen.
Wort für Wort
vāsudevena tathā sātyakinā
von Vāsudeva sowie von Sātyaki (Instr.Sg./Instr.Sg.)
raṇe pitrā ca pālitaḥ bālaḥ
in der Schlacht auch vom Vater beschützt, der Knabe (Lok.Sg./Instr.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.)
saḥ hataḥ kāladharmaṇā
er wurde getötet durch das Gesetz der Zeit (Nom.Sg./Nom.Sg./Instr.Sg.)
Solcherart sei das Los der Sterblichen; sie, die Tochter der Yadus, solle nicht trauern - denn ihr unbezwingbarer Sohn habe den höchsten Zustand erlangt.
Wort für Wort
īdṛśaḥ martyadharmaḥ ayam
solcherart ist dieses Los der Sterblichen (Nom.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.)
mā śucaḥ yadunandini
sie solle nicht trauern, o Tochter der Yadus (Neg./2.Sg.Inj./Vok.Sg.)
putraḥ hi tava durdharṣaḥ
denn ihr unbezwingbarer Sohn (Nom.Sg./Gen.Sg./Nom.Sg.)
saṃprāptaḥ paramām gatim
habe den höchsten Zustand erlangt (Nom.Sg./Akk.Sg.)
Sie sei in einem großen Geschlecht hochbeseelter Kṣatriyas geboren; sie, deren Augen den Lotusblüten glichen, solle nicht um den Regsam-Äugigen trauern.
Wort für Wort
kule mahati jātā asi
in einem großen Geschlecht bist du geboren (Lok.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.)
kṣatriyāṇām mahātmanām
hochbeseelter Kṣatriyas (Gen.Pl.)
mā śucaḥ capalākṣam tvam
sie solle nicht um den Regsam-Äugigen trauern (Neg./2.Sg.Inj./Akk.Sg./Nom.Sg.)
puṇḍarīkanibhekṣaṇe
o du, deren Augen den Lotusblüten gleichen (Vok.Sg.)
samanujñāpya dharmajñā rājānaṃ bhīmam eva ca yamau yamopamau caiva dadau dānāny anekaśaḥ
Nachdem sie, des Dharma kundig, sich mit dem König und auch mit Bhīma sowie den beiden Yama gleichenden Zwillingen beraten hatte, gab sie vielfältige Gaben.
Wort für Wort
samanujñāpya dharmajñā
sich beraten habend, des Dharma kundig (Absolutiv/Nom.Sg.)
rājānam bhīmam eva ca
mit dem König und auch mit Bhīma (Akk.Sg./Akk.Sg.)
yamau yamopamau ca eva
und den beiden Yama gleichenden Zwillingen (Akk.Du./Akk.Du.)
Dann, nachdem sie den Brahmanen viele Kühe geschenkt hatte, o Erster der Yadus, freute sich die Vṛṣṇi-Tochter, und sprach dies zur Tochter Virāṭas:
Wort für Wort
tataḥ pradāya bahvīḥ gāḥ
dann viele Kühe geschenkt habend (Adv./Absolutiv/Akk.Pl./Akk.Pl.)
brāhmaṇebhyaḥ yadūdvaha
den Brahmanen, o Erster der Yadus (Dat.Pl./Vok.Sg.)
samahṛṣyata vārṣṇeyī
freute sich die Vṛṣṇi-Tochter (3.Sg.Impf./Nom.Sg.)
vairāṭīm ca abravīt idam
und sprach dies zur Tochter Virāṭas (Akk.Sg./3.Sg.Impf./Akk.Sg.)
[Anm.: "vārṣṇeyī" (wörtl. "die Vṛṣṇi-Tochter") bezieht sich hier auf Kuntī, die als Schwester Vasudevas selbst dem Vṛṣṇi-Geschlecht entstammt - bestätigt durch V040 ("tataḥ kuntī virarāma").]