Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Āśvamedhikaparva

Kapitel 3: (ohne eigenen Kapiteltitel in der Quelle) Vyāsas Rat zum Marutta-Schatz

Vyāsas seit Kapitel 2 durchgehende Rede endet in V010 mit der Aufforderung zum Aśvamedha (Vorbild Rāmas und Bharatas). Yudhiṣṭhira erwidert, er könne nach dem Verwandtenmord kein Opfer finanzieren, da weder Reichtum noch das Herz dafür da seien, dem verarmten Volk Steuern abzuverlangen (V011-018). Vyāsa verweist ihn auf einen im Himavat verborgenen Opferschatz aus König Maruttas Zeit (V020) und kündigt auf Yudhiṣṭhiras Nachfrage die Erzählung von König Kāraṃdhama an (V022) - die eigentliche Erzählung beginnt erst in Kapitel 4 V002, nach einer kurzen bestätigenden Zwischenrede Yudhiṣṭhiras in V001.

vyāsa uvāca yudhiṣṭhira tava prajñā na samyag iti me matiḥ na hi kaś cit svayaṃ martyaḥ svavaśaḥ kurute kriyāḥ

Vyāsa sprach: Yudhiṣṭhira, dein Verstand ist nicht recht - so ist meine Meinung; denn kein Sterblicher handelt aus eigener Macht selbständig.

Wort für Wort
vyāsa uvāca
Vyāsa sprach (Subst.+Verb Perf. 3. Sg.)
yudhiṣṭhira tava prajñā na samyag iti me matiḥ
Yudhiṣṭhira, dein Verstand ist nicht recht, so ist meine Meinung (Eigenn. Vok.+Pron.+Subst. Nom.+Neg.+Adv.+Part.+Pron.+Subst. Nom. Sg. f.)
na hi kaś cit svayaṃ martyaḥ
denn kein Sterblicher aus eigener Macht (Neg.+Konj.+Pron.+Pron.+Subst. Nom. Sg. m.)
svavaśaḥ kurute kriyāḥ
handelt selbständig Handlungen (Kompos. Nom. Sg. m.+Verb Präs. 3. Sg.+Subst. Akk. Pl. f.)

Reine Fortführung von Vyāsas seit Kapitel 2 durchgehend offener Rede - kein neuer Marker.

īśvareṇa niyukto 'yaṃ sādhv asādhu ca mānavaḥ karoti puruṣaḥ karma tatra kā paridevanā

Von einem höheren Herrn bestimmt, tut der Mensch Gutes und Schlechtes; was gibt es da zu beklagen?

Wort für Wort
īśvareṇa niyukto 'yaṃ
von einem Herrn bestimmt, dieser (Subst. Instr.+Part. Nom.+Pron. Nom. Sg. m.)
sādhv asādhu ca mānavaḥ karoti puruṣaḥ karma
Gutes und Schlechtes tut der Mensch als Handlung (Adj.+Adj. Akk.+Konj.+Subst. Nom.+Verb Präs. 3. Sg.+Subst. Nom.+Subst. Akk. Sg. n.)
tatra kā paridevanā
was gibt es da zu beklagen (Adv.+Frage-Pron.+Subst. Nom. Sg. f.)

ātmānaṃ manyase cātha pāpakarmāṇam antataḥ śṛṇu tatra yathā pāpam apakṛṣyeta bhārata

Und wenn du dich am Ende für einen Übeltäter hältst, so höre, wie die Sünde abgetragen werden kann, o Bhārata.

Wort für Wort
ātmānaṃ manyase ca atha
und wenn du dich hältst (Pron. Akk.+Verb Präs. 2. Sg.+Konj.+Konj.)
pāpakarmāṇam antataḥ
am Ende für einen Übeltäter (Kompos. Akk. Sg. m.+Adv.)
śṛṇu tatra yathā pāpam apakṛṣyeta bhārata
so höre, wie die Sünde abgetragen werden kann, o Bhārata (Verb Imp. 2. Sg.+Adv.+Konj.+Subst. Nom.+Verb Opt. Pass. 3. Sg.+Kompos. Vok. Sg. m.)

tapobhiḥ kratubhiś caiva dānena ca yudhiṣṭhira taranti nityaṃ puruṣā ye sma pāpāni kurvate

Durch Askese, durch Opfer und durch Freigebigkeit, Yudhiṣṭhira, überwinden stets die Menschen, die Sünden begangen haben.

Wort für Wort
tapobhiḥ kratubhiś ca eva dānena ca
durch Askese, durch Opfer und durch Freigebigkeit (Subst. Instr. Pl.+Subst. Instr. Pl.+Konj.+Adv.+Subst. Instr. Sg.+Konj.)
yudhiṣṭhira taranti nityaṃ puruṣā
Yudhiṣṭhira, stets überwinden die Menschen (Eigenn. Vok.+Verb Präs. 3. Pl.+Adv.+Subst. Nom. Pl. m.)
ye sma pāpāni kurvate
die Sünden begangen haben (Rel.-Pron.+Part.+Subst. Akk. Pl. n.+Verb Präs. 3. Pl.)

yajñena tapasā caiva dānena ca narādhipa pūyante rājaśārdūla narā duṣkṛtakarmiṇaḥ

Durch Opfer, durch Askese und durch Freigebigkeit, o Herrscher der Menschen, werden übeltätige Menschen gereinigt, o Tiger unter den Königen.

Wort für Wort
yajñena tapasā ca eva dānena ca narādhipa
durch Opfer, durch Askese und durch Freigebigkeit, o Herrscher der Menschen (Subst. Instr.+Subst. Instr.+Konj.+Adv.+Subst. Instr.+Konj.+Kompos. Vok. Sg. m.)
pūyante rājaśārdūla narā duṣkṛtakarmiṇaḥ
werden gereinigt, o Tiger unter den Königen, die übeltätigen Menschen (Verb Präs. Pass. 3. Pl.+Kompos. Vok.+Subst. Nom. Pl.+Kompos. Nom. Pl. m.)

asurāś ca surāś caiva puṇyahetor makhakriyām prayatante mahātmānas tasmād yajñāḥ parāyaṇam

Sowohl Asuras als auch Götter, die Großherzigen, bemühen sich um der Verdienstursache willen um Opferhandlungen; deshalb sind Opfer der höchste Zufluchtsort.

Wort für Wort
asurāś ca surāś ca eva
sowohl Asuras als auch Götter (Subst. Nom. Pl.+Konj.+Subst. Nom. Pl.+Konj.+Adv.)
puṇyahetor makhakriyām prayatante mahātmānas
die Großherzigen bemühen sich um der Verdienstursache willen um Opferhandlungen (Kompos. Abl.+Kompos. Akk.+Verb Präs. 3. Pl.+Kompos. Nom. Pl. m.)
tasmād yajñāḥ parāyaṇam
deshalb sind Opfer der höchste Zufluchtsort (Adv.+Subst. Nom. Pl. m.+Subst. Nom. Sg. n.)

yajñair eva mahātmāno babhūvur adhikāḥ surāḥ tato devāḥ kriyāvanto dānavān abhyadharṣayan

Durch Opfer allein wurden die großherzigen Götter überlegen; daher bezwangen die opferkundigen Götter die Dānavas.

Wort für Wort
yajñair eva mahātmāno babhūvur adhikāḥ surāḥ
durch Opfer allein wurden die großherzigen Götter überlegen (Subst. Instr.+Adv.+Kompos. Nom.+Verb Perf. 3. Pl.+Adj.+Subst. Nom. Pl. m.)
tato devāḥ kriyāvanto dānavān abhyadharṣayan
daher bezwangen die opferkundigen Götter die Dānavas (Adv.+Subst. Nom.+Kompos. Nom. Pl. m.+Subst. Akk. Pl.+Verb Impf. 3. Pl.)

rājasūyāśvamedhau ca sarvamedhaṃ ca bhārata naramedhaṃ ca nṛpate tvam āhara yudhiṣṭhira

Das Rājasūya- und das Aśvamedha-Opfer, sowie das Sarvamedha, o Bhārata, und das Naramedha, o Herrscher - vollziehe sie, Yudhiṣṭhira!

Wort für Wort
rājasūyāśvamedhau ca sarvamedhaṃ ca bhārata
das Rājasūya- und das Aśvamedha-Opfer sowie das Sarvamedha, o Bhārata (Kompos. Akk. Du.+Konj.+Kompos. Akk. Sg.+Konj.+Kompos. Vok. Sg. m.)
naramedhaṃ ca nṛpate tvam āhara yudhiṣṭhira
und das Naramedha, o Herrscher, vollziehe du, Yudhiṣṭhira (Kompos. Akk.+Konj.+Subst. Vok.+Pron.+Verb Imp. 2. Sg.+Eigenn. Vok. Sg. m.)

yajasva vājimedhena vidhivad dakṣiṇāvatā bahukāmānnavittena rāmo dāśarathir yathā

Opfere mit dem Rossopfer, vorschriftsgemäß, mit reichlichen Priestergaben, mit vielfältigen Speisen und Reichtümern versehen, wie einst Rāma, der Sohn des Daśaratha.

Wort für Wort
yajasva vājimedhena vidhivad
opfere mit dem Rossopfer, vorschriftsgemäß (Verb Imp. 2. Sg.+Kompos. Instr. Sg. m.+Adv.)
dakṣiṇāvatā bahukāmānnavittena
mit reichlichen Priestergaben, mit vielfältigen Speisen und Reichtümern versehen (Kompos. Instr. Sg. m.+Kompos. Instr. Sg. m.)
rāmo dāśarathir yathā
wie Rāma, der Sohn des Daśaratha (Eigenn. Nom.+Kompos. Nom. Sg. m.+Konj.)

yathā ca bharato rājā dauḥṣantiḥ pṛthivīpatiḥ śākuntalo mahāvīryas tava pūrvapitāmahaḥ

Und wie einst König Bharata, der Sohn des Duḥṣanta, der Erdenherrscher, der Sohn der Śakuntalā, von großer Kraft, dein Urahn.“

Wort für Wort
yathā ca bharato rājā dauḥṣantiḥ
und wie König Bharata, der Sohn des Duḥṣanta (Konj.+Konj.+Eigenn. Nom.+Subst. Nom.+Kompos. Nom. Sg. m.)
pṛthivīpatiḥ śākuntalo mahāvīryas
der Erdenherrscher, der Sohn der Śakuntalā, von großer Kraft (Kompos. Nom.+Kompos. Nom.+Kompos. Nom. Sg. m.)
tava pūrvapitāmahaḥ
dein Urahn (Pron.+Kompos. Nom. Sg. m.)

yudhiṣṭhira uvāca asaṃśayaṃ vājimedhaḥ pāvayet pṛthivīm api abhiprāyas tu me kaś cit taṃ tvaṃ śrotum ihārhasi

Yudhiṣṭhira sprach: „Ohne Zweifel würde das Rossopfer sogar die Erde reinigen; doch ich habe eine bestimmte Ansicht, die du hier anhören mögest.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Eigenn.+Verb Perf. 3. Sg.)
asaṃśayaṃ vājimedhaḥ pāvayet pṛthivīm api
ohne Zweifel würde das Rossopfer sogar die Erde reinigen (Adv.+Kompos. Nom.+Verb Opt. 3. Sg.+Subst. Akk.+Konj.)
abhiprāyas tu me kaś cit
doch ich habe eine bestimmte Ansicht (Subst. Nom.+Konj.+Pron.+Pron.+Pron.)
taṃ tvaṃ śrotum iha arhasi
die du hier anhören mögest (Pron.+Pron.+Infin.+Adv.+Verb Präs. 2. Sg.)

Echter Sprecherwechsel: Vyāsas seit Kapitel 2 durchgehend offene Rede wurde am Ende von V010 geschlossen; hier CQ-OPEN für Yudhiṣṭhiras Erwiderung.

imaṃ jñātivadhaṃ kṛtvā sumahāntaṃ dvijottama dānam alpaṃ na śakyāmi dātuṃ vittaṃ ca nāsti me

Nachdem ich dieses überaus große Verwandtenmorden begangen habe, o Bester der Zweifachgeborenen, kann ich nicht einmal ein geringes Geschenk geben, und Reichtum habe ich auch nicht.

Wort für Wort
imaṃ jñātivadhaṃ kṛtvā sumahāntaṃ dvijottama
nachdem ich dieses überaus große Verwandtenmorden begangen habe, o Bester der Zweifachgeborenen (Pron.+Kompos. Akk.+Gerund.+Adj. Akk. Sg. m.+Kompos. Vok. Sg. m.)
dānam alpaṃ na śakyāmi dātuṃ
kann ich nicht einmal ein geringes Geschenk geben (Subst.+Adj. Akk.+Neg.+Verb Präs. 1. Sg.+Infin.)
vittaṃ ca na asti me
und Reichtum habe ich auch nicht (Subst. Nom.+Konj.+Neg.+Verb Präs. 3. Sg.+Pron.)

na ca bālān imān dīnān utsahe vasu yācitum tathaivārdravraṇān kṛcchre vartamānān nṛpātmajān

Und ich wage nicht, diese armen Kinder um Gut zu bitten, ebenso wenig die Königssöhne mit noch frischen Wunden, die sich in Not befinden.

Wort für Wort
na ca bālān imān dīnān utsahe vasu yācitum
und ich wage nicht, diese armen Kinder um Gut zu bitten (Neg.+Konj.+Subst. Akk. Pl.+Pron.+Adj. Akk. Pl. m.+Verb Präs. 1. Sg.+Subst. Akk.+Infin.)
tathā eva ārdravraṇān kṛcchre vartamānān nṛpātmajān
ebenso die Königssöhne mit noch frischen Wunden, die sich in Not befinden (Adv.+Adv.+Kompos. Akk.+Subst. Lok.+Part. Akk.+Kompos. Akk. Pl. m.)

svayaṃ vināśya pṛthivīṃ yajñārthe dvijasattama karam āhārayiṣyāmi kathaṃ śokaparāyaṇān

Nachdem ich selbst die Erde verwüstet habe, wie sollte ich, o Bester der Zweifachgeborenen, um des Opfers willen von denen, die dem Kummer verfallen sind, Steuern einfordern?

Wort für Wort
svayaṃ vināśya pṛthivīṃ yajñārthe dvijasattama
nachdem ich selbst die Erde um des Opfers willen verwüstet habe, o Bester der Zweifachgeborenen (Pron.+Gerund.+Subst. Akk.+Kompos. Lok.+Kompos. Vok. Sg. m.)
karam āhārayiṣyāmi kathaṃ śokaparāyaṇān
wie sollte ich Steuern einfordern von denen, die dem Kummer verfallen sind (Subst. Akk.+Verb Fut. 1. Sg.+Frage-Adv.+Kompos. Akk. Pl. m.)

duryodhanāparādhena vasudhā vasudhādhipāḥ pranaṣṭā yojayitvāsmān akīrtyā munisattama

Durch Duryodhanas Vergehen sind die Erde und die Erdenherrscher zugrunde gegangen, nachdem sie uns mit Schande verbunden haben, o Bester der Weisen.

Wort für Wort
duryodhanāparādhena vasudhā vasudhādhipāḥ pranaṣṭā
durch Duryodhanas Vergehen sind die Erde und die Erdenherrscher zugrunde gegangen (Kompos. Instr.+Subst. Nom.+Kompos. Nom. Pl.+Part. Nom. Pl. f./m.)
yojayitvā asmān akīrtyā munisattama
nachdem sie uns mit Schande verbunden haben, o Bester der Weisen (Gerund.+Pron.+Subst. Instr.+Kompos. Vok. Sg. m.)

duryodhanena pṛthivī kṣayitā vittakāraṇāt kośaś cāpi viśīrṇo 'sau dhārtarāṣṭrasya durmateḥ

Durch Duryodhana wurde die Erde um des Reichtums willen zerstört, und auch die Schatzkammer jenes übelgesinnten Dhārtarāṣṭra ist zerrüttet.

Wort für Wort
duryodhanena pṛthivī kṣayitā vittakāraṇāt
durch Duryodhana wurde die Erde um des Reichtums willen zerstört (Eigenn. Instr.+Subst. Nom.+Part. Nom.+Kompos. Abl. Sg. n.)
kośaś ca api viśīrṇo 'sau dhārtarāṣṭrasya durmateḥ
und auch die Schatzkammer jenes übelgesinnten Dhārtarāṣṭra ist zerrüttet (Subst. Nom.+Konj.+Konj.+Part. Nom.+Pron.+Kompos. Gen.+Adj. Gen. Sg. m.)

pṛthivī dakṣiṇā cātra vidhiḥ prathamakalpikaḥ vidvadbhiḥ paridṛṣṭo 'yaṃ śiṣṭo vidhiviparyayaḥ

Die Erde als Priestergabe - das ist hier die ursprüngliche Vorschrift, von den Wissenden erkannt; das Gegenteil der Vorschrift bleibt mir übrig.

Wort für Wort
pṛthivī dakṣiṇā ca atra vidhiḥ prathamakalpikaḥ
die Erde als Priestergabe - das ist hier die ursprüngliche Vorschrift (Subst. Nom.+Subst. Nom.+Konj.+Adv.+Subst. Nom.+Kompos. Nom. Sg. m.)
vidvadbhiḥ paridṛṣṭo 'yaṃ śiṣṭo vidhiviparyayaḥ
von den Wissenden erkannt; das Gegenteil der Vorschrift bleibt übrig (Part. Instr. Pl.+Part. Nom.+Pron.+Part. Nom.+Kompos. Nom. Sg. m.)

na ca pratinidhiṃ kartuṃ cikīrṣāmi tapodhana atra me bhagavan samyak sācivyaṃ kartum arhasi

Und ich wünsche nicht, einen Ersatz dafür zu machen, o Reicher an Askese; hierin, o Erhabener, mögest du mir recht behilflich sein.“

Wort für Wort
na ca pratinidhiṃ kartuṃ cikīrṣāmi tapodhana
und ich wünsche nicht, einen Ersatz zu machen, o Reicher an Askese (Neg.+Konj.+Subst. Akk.+Infin.+Verb Präs. 1. Sg.+Kompos. Vok. Sg. m.)
atra me bhagavan samyak sācivyaṃ kartum arhasi
hierin, o Erhabener, mögest du mir recht behilflich sein (Adv.+Pron.+Subst. Vok.+Adv.+Subst. Akk.+Infin.+Verb Präs. 2. Sg.)

vaiśaṃpāyana uvāca evam uktas tu pārthena kṛṣṇadvaipāyanas tadā muhūrtam anusaṃcintya dharmarājānam abravīt

Vaiśaṃpāyana sprach: So von dem Pārtha angesprochen, überlegte Kṛṣṇa Dvaipāyana darauf einen Augenblick und sprach zum Rechtskönig.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Subst.+Verb Perf. 3. Sg.)
evam uktas tu pārthena kṛṣṇadvaipāyanas tadā
so von dem Pārtha angesprochen, Kṛṣṇa Dvaipāyana darauf (Adv.+Part.+Konj.+Kompos. Instr.+Eigenn. Nom.+Adv.)
muhūrtam anusaṃcintya dharmarājānam abravīt
überlegte einen Augenblick und sprach zum Rechtskönig (Subst. Akk.+Gerund.+Kompos. Akk.+Verb Impf. 3. Sg.)

Reiner Ankündigungsvers - die eigentliche Antwort Vyāsas beginnt erst in V020.

vidyate draviṇaṃ pārtha girau himavati sthitam utsṛṣṭaṃ brāhmaṇair yajñe maruttasya mahīpateḥ tad ānayasva kaunteya paryāptaṃ tad bhaviṣyati

„Es gibt einen Schatz, Pārtha, der im Himavat-Gebirge liegt, von den Brahmanen beim Opfer des Königs Marutta zurückgelassen; diesen hole, Sohn der Kuntī - er wird ausreichend sein.“

Wort für Wort
vidyate draviṇaṃ pārtha girau himavati sthitam
es gibt einen Schatz, Pārtha, der im Himavat-Gebirge liegt (Verb Präs. Pass. 3. Sg.+Subst. Nom.+Eigenn. Vok.+Subst. Lok.+Eigenn. Lok.+Part. Nom. Sg. n.)
utsṛṣṭaṃ brāhmaṇair yajñe maruttasya mahīpateḥ
zurückgelassen von den Brahmanen beim Opfer des Königs Marutta (Part.+Subst. Instr.+Subst. Lok.+Eigenn. Gen.+Subst. Gen. Sg. m.)
tad ānayasva kaunteya paryāptaṃ tad bhaviṣyati
diesen hole, Sohn der Kuntī - er wird ausreichend sein (Pron.+Verb Imp. 2. Sg.+Kompos. Vok.+Adj.+Pron.+Verb Fut. 3. Sg.)

yudhiṣṭhira uvāca kathaṃ yajñe maruttasya draviṇaṃ tat samācitam kasmiṃś ca kāle sa nṛpo babhūva vadatāṃ vara

Yudhiṣṭhira sprach: „Wie wurde jener Schatz beim Opfer Maruttas aufgehäuft, und zu welcher Zeit lebte jener König, o Bester der Redner?“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Eigenn.+Verb Perf. 3. Sg.)
kathaṃ yajñe maruttasya draviṇaṃ tat samācitam
wie wurde jener Schatz beim Opfer Maruttas aufgehäuft (Frage-Adv.+Subst. Lok.+Eigenn. Gen.+Subst. Nom.+Pron.+Part. Nom. Sg. n.)
kasmiṃś ca kāle sa nṛpo babhūva vadatāṃ vara
und zu welcher Zeit lebte jener König, o Bester der Redner (Frage-Pron. Lok.+Konj.+Subst. Lok.+Pron.+Subst. Nom.+Verb Perf. 3. Sg.+Subst. Gen. Pl.+Adj. Vok. Sg. m.)

Kurze, in sich abgeschlossene Rückfrage: CQ-OPEN und CQ-CLOSE im selben Vers.

vyāsa uvāca yadi śuśrūṣase pārtha śṛṇu kāraṃdhamaṃ nṛpam yasmin kāle mahāvīryaḥ sa rājāsīn mahādhanaḥ

Vyāsa sprach: „Wenn du zuhören willst, Pārtha, so höre von König Kāraṃdhama, zu dessen Zeit jener König von großer Kraft und großem Reichtum lebte.“

Wort für Wort
vyāsa uvāca
Vyāsa sprach (Subst.+Verb Perf. 3. Sg.)
yadi śuśrūṣase pārtha śṛṇu kāraṃdhamaṃ nṛpam
wenn du zuhören willst, Pārtha, so höre von König Kāraṃdhama (Konj.+Verb Präs. 2. Sg.+Eigenn. Vok.+Verb Imp. 2. Sg.+Eigenn. Akk.+Subst. Akk. Sg. m.)
yasmin kāle mahāvīryaḥ sa rājā āsīn mahādhanaḥ
zu dessen Zeit jener König von großer Kraft und großem Reichtum lebte (Rel.-Pron. Lok.+Subst. Lok.+Kompos. Nom.+Pron.+Subst. Nom.+Verb Impf. 3. Sg.+Kompos. Nom. Sg. m.)

Echter Sprecherwechsel, CQ-OPEN und CQ-CLOSE im selben Vers (kurze, in sich abgeschlossene Ankündigung) - kein separater Ankündigungsvers, da der Redeinhalt schon im selben Vers wie der 'vyāsa uvāca'-Tag mitgegeben wird. Durch Extraktion von Kapitel 4 bestätigt: Kapitel 4 V001 ist KEINE Fortführung, sondern eine echte, kurze Erwiderung Yudhiṣṭhiras ('ich wünsche zu hören ... erzähle mir die Geschichte Maruttas') - die eigentliche Erzählung beginnt erst in Kapitel 4 V002.

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