janamejaya uvāca pitāmahasya me yajñe dharmaputrasya dhīmataḥ yad āścaryam abhūt kiṃ cit tad bhavān vaktum arhati
„Bei dem Opfer meines Großvaters, des klugen Sohnes des Dharma, was auch immer an Wunderbarem sich ereignet hat, das solltest du mir erzählen.“
Wort für Wort
pitāmahasya
des Großvaters (Gen., Yudhiṣṭhira)
āścaryam
das Wunderbare (Nom./Akk.)
Der äußerste Rahmen des Epos (König Janamejaya befragt den Erzähler Vaiśaṃpāyana) meldet sich hier - nach vielen Kapiteln reiner Vaiśaṃpāyana-Erzählung - kurz mit einer eigenen Frage zurück, bevor die Erzählung fortgesetzt wird.
Vaiśaṃpāyana sprach: „Höre, o Tiger unter den Königen, das große, überaus wunderbare Ereignis, o Mächtiger, das sich zutrug, als das große Pferdeopfer beendet war.“
Als die besten der Zweimalgeborenen gesättigt waren, die Verwandten und Angehörigen, und auch die Elenden, Blinden und Bedürftigen, damals, o Bester der Bharatas,
Wort für Wort
dvijāgryeṣu tarpiteṣu
als die besten der Zweimalgeborenen gesättigt waren (Lok. Abs.)
da kam aus seiner Höhle ein Mungo mit goldener Flanke hervor, o Makelloser, und stieß einen Schrei aus, dem Donnerkeil gleich, o Herr der Menschen.
Wort für Wort
bilāt niṣkramya
aus der Höhle hervorgekommen (Abs.)
rukmapārśvaḥ
mit goldener Flanke (Adj.)
'Nakula' bedeutet hier wörtlich 'Mungo' (ein Tier) und bezieht sich NICHT auf den gleichnamigen Pāṇḍava-Bruder - eine bewusste Namensgleichheit im Sanskrit-Original.
Nachdem er einmal jenen Schrei ausgestoßen hatte, Tiere und Vögel erschreckend, sprach jenes kühne, große, in einer Höhle wohnende Wesen mit menschlicher Stimme:
saktuprasthena vo nāyaṃ yajñas tulyo narādhipāḥ uñchavṛtter vadānyasya kurukṣetranivāsinaḥ
„Dieses euer Opfer, o Herrscher der Menschen, ist auch mit alldem nicht gleichwertig einem Prastha-Maß gemahlenen Gerstenmehls eines Großmütigen, der von Ährenlese lebt und am Kurukṣetra wohnt.“
Wort für Wort
saktuprasthena
mit einem Prastha-Maß Gerstenmehls (Instr.)
uñchavṛtteḥ
der von Ährenlese lebt (Gen.)
'Uñchavṛtti' bezeichnet die asketische Lebensweise, sich ausschließlich von aufgelesenen, herabgefallenen Getreidekörnern zu ernähren; 'Prastha' ist ein altes Hohlmaß für Getreide.
avilupyāgamaṃ kṛtsnaṃ vidhijñair yājakaiḥ kṛtam yathāgamaṃ yathānyāyaṃ kartavyaṃ ca yathākṛtam
Ungeschmälert wurde die gesamte Überlieferung von regelkundigen Opferpriestern befolgt, der Schrift gemäß, der rechten Ordnung gemäß, und das zu Tuende wurde getan, wie es zu tun war.
Die Verehrungswürdigen wurden hier verehrt, vorschriftsmäßig, mit dem Blick der Lehrschrift; das mit Mantras gereinigte Feuer wurde bedient, und das zu Gebende wurde ohne Neid gegeben.
die Vaiśyas waren zufrieden durch Schutz, die edlen Frauen zufrieden durch die Erfüllung ihrer Wünsche, ebenso die Śūdras durch freundliche Behandlung, die gewöhnlichen Leute durch die Reste der Gaben,
jñātisaṃbandhinas tuṣṭāḥ śaucena ca nṛpasya naḥ devā havirbhiḥ puṇyaiś ca rakṣaṇaiḥ śaraṇāgatāḥ
die Verwandten und Angehörigen waren zufrieden, und durch die Lauterkeit unseres Königs; die Götter durch Opferspenden und fromme Werke, die Schutzsuchenden durch Beschützung.
yad atra tathyaṃ tad brūhi satyasaṃdha dvijātiṣu yathāśrutaṃ yathādṛṣṭaṃ pṛṣṭo brāhmaṇakāmyayā
Was hiervon wahr ist, das sage uns, o Wahrhaftiger unter den Zweimalgeborenen, wie du es gehört, wie du es gesehen hast, gefragt aus dem Verlangen der Brahmanen.
śraddheyavākyaḥ prājñas tvaṃ divyaṃ rūpaṃ bibharṣi ca samāgataś ca viprais tvaṃ tattvato vaktum arhasi
Deine Rede ist glaubwürdig, du bist weise und trägst eine göttliche Gestalt, und du bist mit Brahmanen zusammengekommen; du solltest der Wahrheit gemäß sprechen.“
yan mayoktam idaṃ kiṃ cid yuṣmābhiś cāpy upaśrutam saktuprasthena vo nāyaṃ yajñas tulyo narādhipāḥ uñchavṛtter vadānyasya kurukṣetranivāsinaḥ
„Nicht ist dies eine unwahre Rede, die ich aus Stolz gesprochen hätte, ihr Zweimalgeborenen. Was ich hier gesagt habe und was auch ihr vernommen habt: Dieses euer Opfer, o Herrscher der Menschen, ist auch mit alldem nicht gleichwertig einem Prastha-Maß gemahlenen Gerstenmehls eines Großmütigen, der von Ährenlese lebt und am Kurukṣetra wohnt.
Wort für Wort
anṛtā vāṇī
eine unwahre Rede (Nom.)
darpeṇa
aus Stolz (Instr.)
Der Mungo wiederholt hier wörtlich seine eigene, bereits in V007 zitierte Aussage - als Selbstzitat des gleichen, ununterbrochen sprechenden Charakters ohne eigene neue Anführungszeichen wiedergegeben.
ity avaśyaṃ mayaitad vo vaktavyaṃ dvijapuṃgavāḥ śṛṇutāvyagramanasaḥ śaṃsato me dvijarṣabhāḥ
Dies muss ich euch notwendig sagen, ihr Stiere der Zweimalgeborenen; hört es mit ungetrübtem Sinn, während ich es erzähle, ihr Besten der Zweimalgeborenen:
anubhūtaṃ ca dṛṣṭaṃ ca yan mayādbhutam uttamam uñchavṛtter yathāvṛttaṃ kurukṣetranivāsinaḥ
was ich selbst erfahren und gesehen habe, ein überaus großes Wunder - wie es sich mit jenem von Ährenlese lebenden Bewohner des Kurukṣetra wirklich zugetragen hat,
wodurch ein Brahmane den Himmel erreichte, zusammen mit Gattin, Sohn und Schwiegertochter, und wodurch diese Hälfte meines Körpers golden geworden ist.“
Wort für Wort
sabhāryaḥ sasutasnuṣaḥ
zusammen mit Gattin, Sohn und Schwiegertochter (Adj.)