Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Āśvamedhikaparva

Kapitel 1: (ohne eigenen Kapiteltitel in der Quelle) Dhṛtarāṣṭras Trost für den zusammengebrochenen Yudhiṣṭhira

Dieses Kapitel eröffnet das Aśvamedhikaparva (Buch 14) unmittelbar nach den (hier nicht mitübersetzten) Totenwasser-Riten. Der Krieg ist vorüber; Saṃjayas Berichts-Rahmenwerk an Dhṛtarāṣṭra endet damit endgültig - Vaiśaṃpāyana erzählt fortan direkt an Janamejaya. Direkte Figurenrede öffnet daher als CQ ab Tiefe 0, ohne SQ-Ebene. Dhṛtarāṣṭras Erinnerung an Viduras frühere Ratschläge (V011-016) wird als indirekte Rede wiedergegeben, um eine dritte Verschachtelungsebene zu vermeiden.

vaiśaṃpāyana uvāca kṛtodakaṃ tu rājānaṃ dhṛtarāṣṭraṃ yudhiṣṭhiraḥ puraskṛtya mahābāhur uttatārākulendriyaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem König Dhṛtarāṣṭra das Wasseropfer vollzogen hatte, stieg der großarmige Yudhiṣṭhira, ihn voranstellend, mit verwirrten Sinnen aus dem Fluss empor.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Subst.+Verb Perf. 3. Sg.)
kṛtodakaṃ tu rājānaṃ dhṛtarāṣṭraṃ
nachdem das Wasseropfer für König Dhṛtarāṣṭra vollzogen war (Kompos. Akk. Sg. m.+Part.+Subst.+Eigenn. Akk. Sg. m.)
yudhiṣṭhiraḥ puraskṛtya
Yudhiṣṭhira, ihn voranstellend (Eigenn. Nom. Sg. m.+Gerund.)
mahābāhur uttatāra
der Großarmige stieg empor (Kompos. Nom. Sg. m.+Verb Perf. 3. Sg.)
ākulendriyaḥ
mit verwirrten Sinnen (Kompos. Nom. Sg. m.)

Der Vers setzt unmittelbar nach den (hier nicht mitübersetzten) Wasser-Riten für die Gefallenen ein; 'kṛtodakam' bezieht sich grammatisch auf Dhṛtarāṣṭra, dem das Wasseropfer dargebracht wurde.

uttīrya ca mahīpālo bāṣpavyākulalocanaḥ papāta tīre gaṅgāyā vyādhaviddha iva dvipaḥ

Und als der Erdenherr emporgestiegen war, die Augen von Tränen umflort, fiel er am Ufer der Gaṅgā nieder, wie ein von einem Jäger getroffener Elefant.

Wort für Wort
uttīrya ca mahīpālo
und der Erdenherr, emporgestiegen (Gerund.+Kompos. Nom. Sg. m.)
bāṣpavyākulalocanaḥ
mit von Tränen umflorten Augen (Kompos. Nom. Sg. m.)
papāta tīre gaṅgāyā
fiel am Ufer der Gaṅgā nieder (Verb Perf. 3. Sg.+Subst. Lok. Sg. n.+Eigenn. Gen. Sg. f.)
vyādhaviddha iva dvipaḥ
wie ein von einem Jäger getroffener Elefant (Kompos. Nom. Sg. m.+Part.+Subst. Nom. Sg. m.)

taṃ sīdamānaṃ jagrāha bhīmaḥ kṛṣṇena coditaḥ maivam ity abravīc cainaṃ kṛṣṇaḥ parabalārdanaḥ

Ihn, der so hinsank, ergriff Bhīma, von Kṛṣṇa dazu angetrieben; und Kṛṣṇa, der Bezwinger feindlicher Heere, sprach zu ihm: „Nicht so!“

Wort für Wort
taṃ sīdamānaṃ jagrāha bhīmaḥ
ihn, der hinsank, ergriff Bhīma (Pron.+Part. Akk. Sg. m.+Verb Perf. 3. Sg.+Eigenn. Nom. Sg. m.)
kṛṣṇena coditaḥ
von Kṛṣṇa dazu angetrieben (Eigenn. Instr.+Part. Nom. Sg. m.)
maivam iti abravīt
'Nicht so!', sprach er (Neg.+Pron.+Part.+Verb Impf. 3. Sg.)
ca enaṃ kṛṣṇaḥ parabalārdanaḥ
und zu ihm Kṛṣṇa, der Bezwinger feindlicher Heere (Pron.+Eigenn. Nom.+Kompos. Nom. Sg. m.)

tam ārtaṃ patitaṃ bhūmau niśvasantaṃ punaḥ punaḥ dadṛśuḥ pāṇḍavā rājan dharmātmānaṃ yudhiṣṭhiram

Ihn, den Gequälten, auf dem Boden Liegenden, der immer wieder aufseufzte, sahen die Pāṇḍavas, o König - den rechtschaffenen Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
tam ārtaṃ patitaṃ bhūmau
ihn, den Gequälten, auf dem Boden Liegenden (Pron.+Adj.+Part. Akk. Sg. m.+Subst. Lok. Sg. f.)
niśvasantaṃ punaḥ punaḥ
der immer wieder aufseufzte (Part. Akk. Sg. m.+Adv.+Adv.)
dadṛśuḥ pāṇḍavā rājan
sahen die Pāṇḍavas, o König (Verb Perf. 3. Pl.+Subst. Nom. Pl. m.+Subst. Vok. Sg. m.)
dharmātmānaṃ yudhiṣṭhiram
den rechtschaffenen Yudhiṣṭhira (Kompos.+Eigenn. Akk. Sg. m.)

taṃ dṛṣṭvā dīnamanasaṃ gatasattvaṃ janeśvaram bhūyaḥ śokasamāviṣṭāḥ pāṇḍavāḥ samupāviśan

Als sie ihn sahen, den Herrscher der Menschen mit betrübtem Sinn und ohne Kraft, setzten sich die Pāṇḍavas, wiederum von Kummer erfüllt, zu ihm.

Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā dīnamanasaṃ
als sie ihn sahen, mit betrübtem Sinn (Pron.+Gerund.+Kompos. Akk. Sg. m.)
gatasattvaṃ janeśvaram
ohne Kraft, den Herrscher der Menschen (Kompos.+Kompos. Akk. Sg. m.)
bhūyaḥ śokasamāviṣṭāḥ pāṇḍavāḥ
wiederum von Kummer erfüllt, die Pāṇḍavas (Adv.+Kompos. Nom. Pl. m.+Subst. Nom. Pl. m.)
samupāviśan
setzten sich (Verb Impf. 3. Pl.)

rājā ca dhṛtarāṣṭras tam upāsīno mahābhujaḥ vākyam āha mahāprājño mahāśokaprapīḍitam

Und König Dhṛtarāṣṭra, der Großarmige, neben ihm sitzend, sprach, der Hochweise, ein Wort zu ihm, der von großem Kummer gequält war.

Wort für Wort
rājā ca dhṛtarāṣṭras tam upāsīno
und König Dhṛtarāṣṭra, neben ihm sitzend (Subst.+Eigenn. Nom.+Pron.+Part. Nom. Sg. m.)
mahābhujaḥ vākyam āha mahāprājño
der Großarmige, der Hochweise, sprach ein Wort (Kompos. Nom.+Subst. Akk.+Verb Perf. 3. Sg.+Kompos. Nom. Sg. m.)
mahāśokaprapīḍitam
zu ihm, der von großem Kummer gequält war (Kompos. Akk. Sg. m.)

Reiner Ankündigungsvers ('sprach ein Wort') ohne eigentliche Redewiedergabe - die eigentliche Rede beginnt erst in V007.

uttiṣṭha kuruśārdūla kuru kāryam anantaram kṣatradharmeṇa kauravya jiteyam avanis tvayā

„Steh auf, Tiger unter den Kurus! Tu, was als Nächstes zu tun ist. Durch Kṣatriya-Pflicht, o Kaurava, ist diese Erde von dir erobert worden.

Wort für Wort
uttiṣṭha kuruśārdūla
steh auf, Tiger unter den Kurus (Verb Imp. 2. Sg.+Kompos. Vok. Sg. m.)
kuru kāryam anantaram
tu, was als Nächstes zu tun ist (Verb Imp. 2. Sg.+Subst.+Adj. Akk. Sg. n.)
kṣatradharmeṇa kauravya
durch Kṣatriya-Pflicht, o Kaurava (Kompos. Instr. Sg. m.+Subst. Vok. Sg. m.)
jitā iyam avanis tvayā
erobert ist diese Erde von dir (Part. Nom.+Pron.+Subst. Nom. Sg. f.+Pron. Instr.)

tāṃ bhuṅkṣva bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ suhṛdbhiś ca janeśvara na śocitavyaṃ paśyāmi tvayā dharmabhṛtāṃ vara

Genieße sie zusammen mit deinen Brüdern und Freunden, Herrscher der Menschen. Ich sehe keinen Grund, dass du trauern solltest, du Bester der Rechtschaffenen.

Wort für Wort
tāṃ bhuṅkṣva bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ
genieße sie zusammen mit den Brüdern (Pron.+Verb Imp. 2. Sg.+Subst. Instr. Pl. m.+Postp.)
suhṛdbhiś ca janeśvara
und mit den Freunden, Herrscher der Menschen (Subst. Instr. Pl. m.+Kompos. Vok. Sg. m.)
na śocitavyaṃ paśyāmi tvayā
ich sehe nicht, dass du trauern solltest (Neg.+Gerundiv+Verb Präs. 1. Sg.+Pron. Instr.)
dharmabhṛtāṃ vara
du Bester der Rechtschaffenen (Kompos. Gen. Pl. m.+Adj. Vok. Sg. m.)

śocitavyaṃ mayā caiva gāndhāryā ca viśāṃ pate putrair vihīno rājyena svapnalabdhadhano yathā

Trauern müssten vielmehr ich und Gāndhārī, o Herrscher der Völker - beraubt der Söhne und des Reiches, wie einer, der Reichtum nur im Traum erlangt hat.

Wort für Wort
śocitavyaṃ mayā ca eva
trauern müssten vielmehr ich (Gerundiv+Pron. Instr.+Konj.+Adv.)
gāndhāryā ca viśāṃ pate
und Gāndhārī, o Herrscher der Völker (Eigenn. Instr. Sg. f.+Subst. Gen. Pl.+Subst. Vok. Sg. m.)
putrair vihīno rājyena
beraubt der Söhne und des Reiches (Subst. Instr.+Adj. Nom. Sg. m.+Subst. Instr. Sg. n.)
svapnalabdhadhano yathā
wie einer, der Reichtum nur im Traum erlangt hat (Kompos. Nom. Sg. m.+Konj.)

aśrutvā hitakāmasya vidurasya mahātmanaḥ vākyāni sumahārthāni paritapyāmi durmatiḥ

Weil ich nicht auf die überaus bedeutungsvollen Worte des großherzigen Vidura gehört habe, der unser Wohl wollte, quäle ich mich nun, der Übelgesinnte, in Reue.

Wort für Wort
aśrutvā hitakāmasya vidurasya
weil ich nicht gehört habe auf den wohlwollenden Vidura (Gerund. neg.+Kompos.+Eigenn. Gen. Sg. m.)
mahātmanaḥ vākyāni sumahārthāni
des großherzigen, die überaus bedeutungsvollen Worte (Kompos. Gen.+Subst. Akk. Pl. n.+Kompos. Akk. Pl. n.)
paritapyāmi durmatiḥ
quäle ich mich, der Übelgesinnte (Verb Präs. 1. Sg.+Kompos. Nom. Sg. m.)

uktavān eṣa māṃ pūrvaṃ dharmātmā divyadarśanaḥ duryodhanāparādhena kulaṃ te vinaśiṣyati

Dieser Rechtschaffene mit dem gottgleichen Blick hatte mir einst gesagt, durch Duryodhanas Vergehen werde unser Geschlecht zugrunde gehen -

Wort für Wort
uktavān eṣa māṃ pūrvaṃ
dieser hatte mir einst gesagt (Part. Perf. Nom. Sg. m.+Pron.+Pron.+Adv.)
dharmātmā divyadarśanaḥ
der Rechtschaffene mit dem gottgleichen Blick (Kompos.+Kompos. Nom. Sg. m.)
duryodhanāparādhena kulaṃ te vinaśiṣyati
durch Duryodhanas Vergehen werde dein Geschlecht zugrunde gehen (Kompos. Instr.+Subst.+Pron.+Verb Fut. 3. Sg.)

V011-016: Erinnerung an Viduras frühere, wörtliche Ratschläge - als indirekte Rede wiedergegeben, um eine dritte Verschachtelungsebene zu vermeiden (siehe Kapitelkopf).

svasti ced icchase rājan kulasyātmana eva ca vadhyatām eṣa duṣṭātmā mando rājā suyodhanaḥ

wenn ich das Heil des Geschlechts und mein eigenes wünsche, solle dieser Bösartige, der törichte König Suyodhana, getötet werden;

Wort für Wort
svasti ced icchase rājan
wenn du das Heil wünschst, o König (Subst.+Konj.+Verb Präs. 2. Sg.+Subst. Vok. Sg. m.)
kulasya ātmana eva ca
des Geschlechts und des eigenen Selbst (Subst. Gen.+Pron. Gen.+Adv.+Konj.)
vadhyatām eṣa duṣṭātmā
so möge dieser Bösartige getötet werden (Verb Pass. Imp. 3. Sg.+Pron.+Kompos. Nom. Sg. m.)
mando rājā suyodhanaḥ
der törichte König Suyodhana (Adj.+Subst.+Eigenn. Nom. Sg. m.)

Suyodhana ist ein alternativer, oft ironisch gebrauchter Name Duryodhanas ('der gut kämpft', im Gegensatz zu 'Duryodhana' = 'der schlecht kämpft').

karṇaś ca śakuniś caiva mainaṃ paśyatu karhi cit dyūtasaṃpātam apy eṣām apramatto nivāraya

auch Karṇa und Śakuni sollten ihn niemals mehr zu Gesicht bekommen, und ich solle wachsam ihr Würfelspiel-Treiben verhindern;

Wort für Wort
karṇaś ca śakuniś ca eva
auch Karṇa und Śakuni (Eigenn.+Eigenn. Nom. Sg. m.+Konj.+Adv.)
mā enaṃ paśyatu karhi cit
sollen ihn niemals sehen (Neg.+Pron.+Verb Imp. 3. Sg.+Adv.)
dyūtasaṃpātam api eṣām
auch ihr Würfelspiel-Treiben (Kompos. Akk. Sg. m.+Konj.+Pron. Gen. Pl.)
apramatto nivāraya
wachsam sollst du verhindern (Adj. Nom. Sg. m.+Verb Imp. 2. Sg.)

abhiṣecaya rājānaṃ dharmātmānaṃ yudhiṣṭhiram sa pālayiṣyati vaśī dharmeṇa pṛthivīm imām

ich solle den rechtschaffenen Yudhiṣṭhira zum König weihen - er, der Selbstbeherrschte, werde diese Erde gemäß dem Recht beschützen;

Wort für Wort
abhiṣecaya rājānaṃ dharmātmānaṃ yudhiṣṭhiram
weihe zum König den rechtschaffenen Yudhiṣṭhira (Verb Imp. 2. Sg.+Subst.+Kompos.+Eigenn. Akk. Sg. m.)
sa pālayiṣyati vaśī
er, der Selbstbeherrschte, wird beschützen (Pron.+Verb Fut. 3. Sg.+Adj. Nom. Sg. m.)
dharmeṇa pṛthivīm imām
gemäß dem Recht diese Erde (Subst. Instr. Sg. m.+Subst.+Pron. Akk. Sg. f.)

atha necchasi rājānaṃ kuntīputraṃ yudhiṣṭhiram meḍhībhūtaḥ svayaṃ rājyaṃ pratigṛhṇīṣva pārthiva

wollte ich aber Kuntīs Sohn Yudhiṣṭhira nicht als König, so solle ich selbst als Mittelpunkt die Herrschaft übernehmen;

Wort für Wort
atha na icchasi rājānaṃ
wenn du aber nicht als König wünschst (Konj.+Neg.+Verb Präs. 2. Sg.+Subst. Akk.)
kuntīputraṃ yudhiṣṭhiram
Kuntīs Sohn Yudhiṣṭhira (Kompos.+Eigenn. Akk. Sg. m.)
meḍhībhūtaḥ svayaṃ rājyaṃ
selbst zum Mittelpunkt geworden, die Herrschaft (Kompos. Nom. Sg. m.+Pron.+Subst. Akk. Sg. n.)
pratigṛhṇīṣva pārthiva
übernimm, o Herrscher (Verb Imp. 2. Sg.+Subst. Vok. Sg. m.)

'meḍhībhūta' ('zum Pfahl geworden') ist ein Bild vom Dreschpfahl, um den die Ochsen kreisen - übertragen: 'zur tragenden Mitte werden'.

samaṃ sarveṣu bhūteṣu vartamānaṃ narādhipa anujīvantu sarve tvāṃ jñātayo jñātivardhana

verhielte ich mich allen Wesen gegenüber gleich, so würden alle Verwandten mir folgen, o Mehrer des Geschlechts.

Wort für Wort
samaṃ sarveṣu bhūteṣu vartamānaṃ
gleich bleibend gegenüber allen Wesen (Adj.+Adj.+Subst. Lok. Pl. n.+Part. Akk. Sg. m.)
narādhipa anujīvantu sarve
o Herrscher der Menschen, alle sollen folgen (Kompos. Vok.+Verb Imp. 3. Pl.+Adj. Nom. Pl. m.)
tvāṃ jñātayo jñātivardhana
dir die Verwandten, o Mehrer des Geschlechts (Pron.+Subst. Nom. Pl. m.+Kompos. Vok. Sg. m.)

evaṃ bruvati kaunteya vidure dīrghadarśini duryodhanam ahaṃ pāpam anvavartaṃ vṛthāmatiḥ

So sprach Vidura, der Weitblickende, zu mir, o Sohn der Kuntī - doch ich folgte, mit eitlem Sinn, dem sündigen Duryodhana.

Wort für Wort
evaṃ bruvati kaunteya
als so sprach, o Sohn der Kuntī (Adv.+Part. Lok. Sg. m.+Kompos. Vok. Sg. m.)
vidure dīrghadarśini
Vidura, der Weitblickende (Eigenn.+Kompos. Lok. Sg. m.)
duryodhanam ahaṃ pāpam anvavartaṃ
folgte ich dem sündigen Duryodhana (Eigenn. Akk.+Pron.+Adj. Akk. Sg. m.+Verb Impf. 1. Sg.)
vṛthāmatiḥ
mit eitlem, nichtigem Sinn (Kompos. Nom. Sg. m.)

Hier kehrt Dhṛtarāṣṭra zu seiner eigenen unmittelbaren Stimme zurück; er redet Yudhiṣṭhira als 'Kaunteya' (Sohn der Kuntī) an - die CQ-Klammer bleibt durchgehend offen.

aśrutvā hy asya vīrasya vākyāni madhurāṇy aham phalaṃ prāpya mahad duḥkhaṃ nimagnaḥ śokasāgare

Denn da ich die süßen Worte dieses Helden nicht gehört habe, habe ich große Not als Frucht davon erlangt und bin in ein Meer des Kummers versunken.

Wort für Wort
aśrutvā hi asya vīrasya vākyāni madhurāṇy
denn da ich die süßen Worte dieses Helden nicht gehört habe (Gerund. neg.+Konj.+Pron.+Subst. Gen.+Subst. Akk. Pl. n.+Adj. Akk. Pl. n.)
ahaṃ phalaṃ prāpya mahad duḥkhaṃ
habe ich als Frucht großes Leid erlangt (Pron.+Subst.+Gerund.+Adj.+Subst. Akk. Sg. n.)
nimagnaḥ śokasāgare
versunken in ein Meer des Kummers (Part. Nom. Sg. m.+Kompos. Lok. Sg. m.)

vṛddhau hi te svaḥ pitarau paśyāvāṃ duḥkhitau nṛpa na śocitavyaṃ bhavatā paśyāmīha janādhipa

Wir beide, deine einstigen Eltern, sind nun alt und sehen nur Leid, o König; doch für dich selbst sehe ich hier keinen Grund zur Trauer.“

Wort für Wort
vṛddhau hi te svaḥ pitarau
wir beide, deine Eltern, sind alt (Adj. Nom. Du. m.+Konj.+Pron.+Pron.+Subst. Nom. Du. m.)
paśyāvāṃ duḥkhitau nṛpa
wir beide sehen leidvoll, o König (Verb Präs. 1. Du.+Adj. Nom. Du. m.+Subst. Vok. Sg. m.)
na śocitavyaṃ bhavatā paśyāmi iha janādhipa
ich sehe hier keinen Grund, dass du trauern solltest, o Herrscher der Menschen (Neg.+Gerundiv+Pron. Instr.+Verb Präs. 1. Sg.+Adv.+Kompos. Vok. Sg. m.)

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