ito duḥkhataraṃ kiṃ nu yan me mātā sukhaidhitā bhūmau nipatitaṃ vīram anuśete mṛtaṃ patim
„Was könnte schmerzlicher sein als dies, dass meine im Glück aufgewachsene Mutter neben dem zu Boden gefallenen, toten Gatten-Helden auf dem Boden liegt?
Sie erblickt den Vernichter der Feinde im Kampf, den Besten aller Waffenträger, von mir in der Schlacht erschlagen – welch schwer zu erduldender Tod, wehe!
durmaraṃ puruṣeṇeha manye hy adhvany anāgate yatra nāhaṃ na me mātā viprayujyeta jīvitāt
Schwer zu erlangen ist, wie ich meine, der Tod für einen Menschen auf dem noch bevorstehenden Weg des Lebens, da weder ich noch meine Mutter vom Leben scheiden werden, so sehr wir es auch wünschen.
brāhmaṇāḥ kurumukhyasya prayuktā hayasāriṇaḥ kurvantu śāntikāṃ tv adya raṇe yo 'yaṃ mayā hataḥ
Ihr Brahmanen, die ihr dem Opferross des Ersten der Kurus zugeteilt seid, vollzieht heute die Friedensriten für den, der hier von mir im Kampf erschlagen wurde.
Schwer zu durchleben sind zwölf Jahre, nachdem ich heute meinen Vater getötet habe, für mich, den überaus Grausamen, der ich mich mit dessen Haut umhüllen werde,
śiraḥkapāle cāsyaiva bhuñjataḥ pitur adya me prāyaścittaṃ hi nāsty anyad dhatvādya pitaraṃ mama
und aus dessen Schädelschale essend, meines Vaters – es gibt nämlich keine andere Buße, nachdem ich heute meinen Vater getötet habe.
Wort für Wort
śiraḥkapāle bhuñjataḥ
aus der Schädelschale essend (Ptz.)
prāyaścittam
die Buße (Nom.)
Anspielung auf die im Dharmaśāstra vorgeschriebene schwerste Buße für Vatermord bzw. Mord an einem Höhergestellten: zwölf Jahre lang gehüllt in die Haut des Opfers und aus dessen Schädel essend.
Sieh, Tochter der Besten der Nāgas, den von mir erschlagenen Gatten – ein Gefallen ist dir heute von mir erwiesen worden, da ich Arjuna im Kampf erschlagen habe.
Wort für Wort
nāgottamasute
Tochter des Besten der Nāgas (Vok., Ulūpī)
priyaṃ kṛtam
ein Gefallen ist erwiesen (Ptz., bitter-ironisch)
Bitter-ironische Anrede an Ulūpī, die den Kampf angestiftet hatte.
na hi me pitaraṃ hatvā niṣkṛtir vidyate kva cit narakaṃ pratipatsyāmi dhruvaṃ guruvadhārditaḥ
Denn für mich, der ich meinen Vater erschlagen habe, gibt es nirgendwo eine Sühne; sicherlich werde ich, vom Mord an dem Lehrer gequält, in die Hölle gelangen.
vīraṃ hi kṣatriyaṃ hatvā gośatena pramucyate pitaraṃ tu nihatyaivaṃ dustarā niṣkṛtir mayā
Denn wer einen heldenhaften Kṣatriya erschlägt, wird durch hundert Kühe als Buße befreit; doch nachdem ich so meinen Vater erschlagen habe, ist die Sühne für mich schwer zu vollbringen.
eṣa hy eko mahātejāḥ pāṇḍuputro dhanaṃjayaḥ pitā ca mama dharmātmā tasya me niṣkṛtiḥ kutaḥ
Dieser hier ist nämlich der einzige, glanzvolle Sohn Pāṇḍus, Dhanaṃjaya, und mein Vater, der Rechtschaffene – woher könnte es für mich eine Sühne für ihn geben?“
So gesprochen habend, o Herrscher, verstummte der König, der Sohn Dhanaṃjayas, berührte Wasser und verharrte, dem Fastentod ergeben, der Weitsinnige, schweigend.