Da fing die Tochter des Lehrers, lotusblattäugig, schönhüftig, großäugig, auf Anweisung ihres Vaters, dharmakundig, mit gesenktem Haupt, seine Tränen mit ihrer Hand auf.
gautamas tv abravīd vipram uttaṅkaṃ prītamānasaḥ kasmāt tāta tavādyeha śokottaram idaṃ manaḥ sa svairaṃ brūhi viprarṣe śrotum icchāmi te vacaḥ
Gautama aber sprach, wohlgestimmten Sinnes, zum Brahmanen Uttaṅka: „Warum, mein Lieber, ist dein Sinn heute hier so voller Kummer? Sprich frei, o Brahmanen-Weiser; ich möchte deine Worte hören.“
Wort für Wort
prītamānasaḥ abravīt
wohlgestimmten Sinnes sprach er (Nom. Sg. m., 3. Sg. Impf.)
jareyaṃ nāvabuddhā me nābhijñātaṃ sukhaṃ ca me śatavarṣoṣitaṃ hi tvaṃ na mām abhyanujānathāḥ
dieses Alter wurde von mir nicht wahrgenommen, noch war mir das eigene Wohlergehen bekannt; denn du hast mich, obwohl ich hundert Jahre [im Dienst] verweilt habe, nicht entlassen.
Wort für Wort
jareyaṃ nāvabuddhā
dieses Alter wurde nicht wahrgenommen (Nom. Sg. f., Part. Perf. Pass.)
Gautama sprach: „Von mir, der ich dir zugetan war, wurde wegen deines Lehrerdienstes eine lange verstreichende Zeit nicht bemerkt, o Stier der Zweifachgeborenen.
Uttaṅka sprach: „Welche Gabe soll ich für meinen Lehrer erbringen? Sag du es mir, o Bester der Zweifachgeborenen; nachdem ich sie beschafft habe, möchte ich, von dir entlassen, gehen, o Herr.“
Wort für Wort
gurvarthaṃ prayacchāmi
ich erbringe eine Gabe für den Lehrer (1. Sg. Präs.)
gautama uvāca dakṣiṇā paritoṣo vai gurūṇāṃ sadbhir ucyate tava hy ācarato brahmaṃs tuṣṭo 'haṃ vai na saṃśayaḥ
Gautama sprach: „Die Zufriedenheit selbst wird von den Guten als die Lehrergabe bezeichnet; durch dein Verhalten, o Brahmane, bin ich fürwahr zufrieden - ohne Zweifel.
kiṃ bhavatyai prayacchāmi gurvarthaṃ viniyuṅkṣva mām priyaṃ hi tava kāṅkṣāmi prāṇair api dhanair api
„Was soll ich dir geben, o Herrin? Beauftrage mich für meinen Lehrer; denn dein Wohlgefallen begehre ich, sei es mit meinem Leben, sei es mit meinem Vermögen.
Wort für Wort
viniyuṅkṣva mām
beauftrage mich! (2. Sg. Imperativ Ätm.)
prāṇair api dhanair api
sei es mit dem Leben, sei es mit dem Vermögen (Instr. Pl. m./n.)
yad durlabhaṃ hi loke 'smin ratnam atyadbhutaṃ bhavet tad ānayeyaṃ tapasā na hi me 'trāsti saṃśayaḥ
Welches seltene, überaus wunderbare Juwel es auch in dieser Welt geben möge, das würde ich durch meine Askese herbeischaffen; hierin habe ich keinen Zweifel.“
Wort für Wort
durlabhaṃ ratnam atyadbhutam
das seltene, überaus wunderbare Juwel (Nom. Sg. n.)
tapasā ānayeyam
ich würde durch Askese herbeischaffen (1. Sg. Optativ)
ahalyovāca parituṣṭāsmi te putra nityaṃ bhagavatā saha paryāptaye tad bhadraṃ te gaccha tāta yathecchakam
Ahalyā sprach: „Ich bin stets vollauf zufrieden, mein Sohn, mit deinem hinreichenden [Dienst] zusammen mit meinem Gatten; so sei dir Segen, mein Lieber - geh, wie du magst.“
ahalyovāca saudāsapatnyā vidite divye vai maṇikuṇḍale te samānaya bhadraṃ te gurvarthaḥ sukṛto bhavet
Ahalyā sprach: „Bring mir die beiden göttlichen Juwelenohrringe, die bei Saudāsas Gattin bekannt sind; Segen sei dir - so würde die Lehrergabe wohlvollbracht sein.“
Wort für Wort
divye maṇikuṇḍale
die beiden göttlichen Juwelenohrringe (Akk. Du. n.)
gurvarthaḥ sukṛto bhavet
die Lehrergabe wäre wohlvollbracht (Nom. Sg. m., 3. Sg. Optativ)
gautamas tv abravīt patnīm uttaṅko nādya dṛśyate iti pṛṣṭā tam ācaṣṭa kuṇḍalārthaṃ gataṃ tu vai
Gautama aber sagte seiner Frau, dass Uttaṅka heute nicht zu sehen sei; danach gefragt, erzählte sie ihm, dass er zur Beschaffung der Ohrringe gegangen war.
Wort für Wort
nādya dṛśyate
er ist heute nicht zu sehen (3. Sg. Präs. Pass.)
kuṇḍalārthaṃ gatam
zur Beschaffung der Ohrringe gegangen (Akk. Sg. m.)