Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Āśvamedhikaparva

Kapitel 55: uttaṅkasya guruśuśrūṣā dakṣiṇārthaṃ maṇikuṇḍalāharaṇāya gamanaṃ ca Uttaṅkas Lehrerdienst und die Vorgeschichte der Ohrring-Beschaffung

janamejaya uvāca uttaṅkaḥ kena tapasā saṃyuktaḥ sumahātapāḥ yaḥ śāpaṃ dātukāmo 'bhūd viṣṇave prabhaviṣṇave

Janamejaya sprach: Mit welcher Askese war Uttaṅka, von sehr großer Askese, verbunden, der dem alldurchdringenden Viṣṇu einen Fluch androhen wollte?

Wort für Wort
sumahātapāḥ
von sehr großer Askese (Nom. Sg. m.)
śāpaṃ dātukāmaḥ
den Fluch geben wollend (Nom. Sg. m.)

Äußerster Rahmen (Janamejaya-Vaiśaṃpāyana), gemäß Konvention unmarkiert.

vaiśaṃpāyana uvāca uttaṅko mahatā yuktas tapasā janamejaya gurubhaktaḥ sa tejasvī nānyaṃ kaṃ cid apūjayat

Vaiśaṃpāyana sprach: Uttaṅka war mit großer Askese ausgestattet, o Janamejaya, seinem Lehrer ergeben; jener Glanzvolle verehrte sonst niemanden.

Wort für Wort
mahatā tapasā yuktaḥ
mit großer Askese ausgestattet (Nom. Sg. m.)
gurubhaktaḥ
dem Lehrer ergeben (Nom. Sg. m.)

sarveṣām ṛṣiputrāṇām eṣa cāsīn manorathaḥ auttaṅkīṃ guruvṛttiṃ vai prāpnuyām iti bhārata

Und dies war der Wunsch aller Söhne der Weisen, o Bhārata: dass sie den Lehrerdienst wie den Uttaṅkas erlangen möchten.

Wort für Wort
ṛṣiputrāṇām manorathaḥ
der Wunsch der Söhne der Weisen (Nom. Sg. m.)
auttaṅkīṃ guruvṛttim
der Uttaṅka-artige Lehrerdienst (Akk. Sg. f.)

Formelhafter kollektiver Wunsch gemäß Konvention ohne Anführungszeichen wiedergegeben.

gautamasya tu śiṣyāṇāṃ bahūnāṃ janamejaya uttaṅke 'bhyadhikā prītiḥ snehaś caivābhavat tadā

Unter den vielen Schülern Gautamas aber, o Janamejaya, herrschte damals eine besondere Zuneigung und Liebe zu Uttaṅka.

Wort für Wort
śiṣyāṇāṃ bahūnām
unter den vielen Schülern (Gen. Pl. m.)
abhyadhikā prītiḥ snehaḥ
besondere Zuneigung und Liebe (Nom. Sg. f./m.)

sa tasya damaśaucābhyāṃ vikrāntena ca karmaṇā samyak caivopacāreṇa gautamaḥ prītimān abhūt

Gautama wurde ihm gegenüber wohlgestimmt, wegen dessen Selbstbeherrschung und Reinheit, seines tatkräftigen Handelns und seines rechten Dienstes.

Wort für Wort
damaśaucābhyām
durch Selbstbeherrschung und Reinheit (Instr. Du. n.)
prītimān abhūt
er wurde wohlgestimmt (Nom. Sg. m., 3. Sg. Perf.)

atha śiṣyasahasrāṇi samanujñāya gautamaḥ uttaṅkaṃ parayā prītyā nābhyanujñātum aicchata

Da wollte Gautama, nachdem er Tausende von Schülern entlassen hatte, Uttaṅka aus höchster Zuneigung nicht entlassen.

Wort für Wort
śiṣyasahasrāṇi samanujñāya
Tausende von Schülern entlassen habend (Absolutiv)
nābhyanujñātum aicchata
er wollte nicht entlassen (3. Sg. Impf. Ätm. + Infinitiv)

taṃ krameṇa jarā tāta pratipede mahāmunim na cānvabudhyata tadā sa munir guruvatsalaḥ

Allmählich, mein Lieber, ergriff das Alter jenen großen Weisen [Gautama]; und jener seinem Lehrer ergebene Weise [Uttaṅka] bemerkte es damals nicht.

Wort für Wort
krameṇa jarā pratipede
allmählich ergriff das Alter (Instr. Sg. n., 3. Sg. Perf. Ātm.)
guruvatsalaḥ
seinem Lehrer ergeben (Nom. Sg. m.)

tataḥ kadā cid rājendra kāṣṭhāny ānayituṃ yayau uttaṅkaḥ kāṣṭhabhāraṃ ca mahāntaṃ samupānayat

Dann, einst, o Herrscher der Könige, ging Uttaṅka, um Brennholz zu holen, und brachte eine große Last Holz herbei.

Wort für Wort
kāṣṭhāny ānayituṃ yayau
er ging, um Holz zu holen (3. Sg. Perf. + Infinitiv)
kāṣṭhabhāraṃ mahāntam
eine große Holzlast (Akk. Sg. m.)

sa tu bhārābhibhūtātmā kāṣṭhabhāram ariṃdama niṣpipeṣa kṣitau rājan pariśrānto bubhukṣitaḥ

Er aber, von der Last überwältigten Sinnes, o Bezwinger der Feinde, ließ die Holzlast schwer zu Boden fallen, o König, erschöpft und hungrig.

Wort für Wort
bhārābhibhūtātmā
von der Last überwältigten Sinnes (Nom. Sg. m.)
pariśrānto bubhukṣitaḥ
erschöpft und hungrig (Nom. Sg. m.)

tasya kāṣṭhe vilagnābhūj jaṭā rūpyasamaprabhā tataḥ kāṣṭhaiḥ saha tadā papāta dharaṇītale

Seine Jaṭā-Locken, von silberähnlichem Glanz, hatten sich im Holz verfangen; da fielen sie zusammen mit dem Holz zu Boden.

Wort für Wort
jaṭā rūpyasamaprabhā
die Jaṭā-Locken von silberähnlichem Glanz (Nom. Sg. f.)
dharaṇītale papāta
sie fiel zu Boden (3. Sg. Perf.)

tataḥ sa bhāraniṣpiṣṭaḥ kṣudhāviṣṭaś ca bhārgavaḥ dṛṣṭvā tāṃ vayaso 'vasthāṃ rurodārtasvaraṃ tadā

Da weinte jener Nachkomme Bhṛgus, von der Last erdrückt und vom Hunger befallen, mit schmerzerfüllter Stimme, als er jenen Zustand des Alters sah.

Wort für Wort
bhāraniṣpiṣṭaḥ kṣudhāviṣṭaḥ
von der Last erdrückt, vom Hunger befallen (Nom. Sg. m.)
rurodārtasvaram
er weinte mit schmerzerfüllter Stimme (3. Sg. Perf.)

tato gurusutā tasya padmapatranibhekṣaṇā jagrāhāśrūṇi suśroṇī kareṇa pṛthulocanā pitur niyogād dharmajñā śirasāvanatā tadā

Da fing die Tochter des Lehrers, lotusblattäugig, schönhüftig, großäugig, auf Anweisung ihres Vaters, dharmakundig, mit gesenktem Haupt, seine Tränen mit ihrer Hand auf.

Wort für Wort
padmapatranibhekṣaṇā
lotusblattäugig (Nom. Sg. f.)
aśrūṇi jagrāha
sie fing die Tränen auf (3. Sg. Perf.)

tasyā nipetatur dagdhau karau tair aśrubindubhiḥ na hi tān aśrupātān vai śaktā dhārayituṃ mahī

Ihre beiden Hände fielen, von jenen Tränentropfen verbrannt; denn die Erde selbst vermochte jene fallenden Tränen nicht zu ertragen.

Wort für Wort
dagdhau karau nipetatuḥ
die beiden verbrannten Hände fielen (Nom. Du. m., 3. Du. Perf.)
aśrupātān dhārayitum
die Tränenfälle zu ertragen (Infinitiv)

gautamas tv abravīd vipram uttaṅkaṃ prītamānasaḥ kasmāt tāta tavādyeha śokottaram idaṃ manaḥ sa svairaṃ brūhi viprarṣe śrotum icchāmi te vacaḥ

Gautama aber sprach, wohlgestimmten Sinnes, zum Brahmanen Uttaṅka: „Warum, mein Lieber, ist dein Sinn heute hier so voller Kummer? Sprich frei, o Brahmanen-Weiser; ich möchte deine Worte hören.“

Wort für Wort
prītamānasaḥ abravīt
wohlgestimmten Sinnes sprach er (Nom. Sg. m., 3. Sg. Impf.)
śokottaram idaṃ manaḥ
dieser von Kummer erfüllte Sinn (Nom. Sg. n.)

uttaṅka uvāca bhavadgatena manasā bhavatpriyacikīrṣayā bhavadbhaktigateneha bhavadbhāvānugena ca

Uttaṅka sprach: „Mit einem dir zugewandten Sinn, aus dem Wunsch, dir zu gefallen, hier in Verehrung dir ergeben, und deiner Gesinnung folgend -

Wort für Wort
bhavadgatena manasā
mit einem dir zugewandten Sinn (Instr. Sg. n.)
bhavatpriyacikīrṣayā
aus dem Wunsch, dir zu gefallen (Instr. Sg. f.)

jareyaṃ nāvabuddhā me nābhijñātaṃ sukhaṃ ca me śatavarṣoṣitaṃ hi tvaṃ na mām abhyanujānathāḥ

dieses Alter wurde von mir nicht wahrgenommen, noch war mir das eigene Wohlergehen bekannt; denn du hast mich, obwohl ich hundert Jahre [im Dienst] verweilt habe, nicht entlassen.

Wort für Wort
jareyaṃ nāvabuddhā
dieses Alter wurde nicht wahrgenommen (Nom. Sg. f., Part. Perf. Pass.)
śatavarṣoṣitam
hundert Jahre verweilt (Nom. Sg. n.)

bhavatā hy abhyanujñātāḥ śiṣyāḥ pratyavarā mayā upapannā dvijaśreṣṭha śataśo 'tha sahasraśaḥ

Denn von dir wurden Schüler, geringer als ich, entlassen, o Bester der Zweifachgeborenen, die zu Hunderten und Tausenden hinzugekommen waren.“

Wort für Wort
pratyavarā mayā
geringer als ich (Nom. Pl. m.)
śataśo 'tha sahasraśaḥ
zu Hunderten und Tausenden (Adv.)

gautama uvāca tvatprītiyuktena mayā guruśuśrūṣayā tava vyatikrāman mahān kālo nāvabuddho dvijarṣabha

Gautama sprach: „Von mir, der ich dir zugetan war, wurde wegen deines Lehrerdienstes eine lange verstreichende Zeit nicht bemerkt, o Stier der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
tvatprītiyuktena mayā
von mir, der dir zugetan war (Instr. Sg. m.)
mahān kālo nāvabuddhaḥ
die lange Zeit wurde nicht bemerkt (Nom. Sg. m.)

kiṃ tv adya yadi te śraddhā gamanaṃ prati bhārgava anujñāṃ gṛhya mattas tvaṃ gṛhān gacchasva mā ciram

Wenn du aber jetzt den Wunsch zur Abreise hegst, o Nachkomme Bhṛgus, so nimm die Erlaubnis von mir an und geh unverzüglich nach Hause.“

Wort für Wort
gamanaṃ prati śraddhā
der Wunsch zur Abreise (Nom. Sg. f.)
mā ciram gacchasva
geh ohne Verzug! (2. Sg. Imperativ Ätm.)

uttaṅka uvāca gurvarthaṃ kaṃ prayacchāmi brūhi tvaṃ dvijasattama tam upākṛtya gaccheyam anujñātas tvayā vibho

Uttaṅka sprach: „Welche Gabe soll ich für meinen Lehrer erbringen? Sag du es mir, o Bester der Zweifachgeborenen; nachdem ich sie beschafft habe, möchte ich, von dir entlassen, gehen, o Herr.“

Wort für Wort
gurvarthaṃ prayacchāmi
ich erbringe eine Gabe für den Lehrer (1. Sg. Präs.)
tam upākṛtya
sie beschafft habend (Absolutiv)

gautama uvāca dakṣiṇā paritoṣo vai gurūṇāṃ sadbhir ucyate tava hy ācarato brahmaṃs tuṣṭo 'haṃ vai na saṃśayaḥ

Gautama sprach: „Die Zufriedenheit selbst wird von den Guten als die Lehrergabe bezeichnet; durch dein Verhalten, o Brahmane, bin ich fürwahr zufrieden - ohne Zweifel.

Wort für Wort
dakṣiṇā paritoṣaḥ
die Zufriedenheit als Lehrergabe (Nom. Sg. f./m.)
tuṣṭo 'haṃ vai
ich bin fürwahr zufrieden (Nom. Sg. m.)

itthaṃ ca parituṣṭaṃ māṃ vijānīhi bhṛgūdvaha yuvā ṣoḍaśavarṣo hi yad adya bhavitā bhavān

Und wisse mich derart voll zufrieden, o Nachkomme Bhṛgus, denn du wirst heute ein sechzehnjähriger Jüngling werden.

Wort für Wort
parituṣṭaṃ māṃ vijānīhi
wisse mich als voll zufrieden (Akk. Sg. m., 2. Sg. Imperativ)
yuvā ṣoḍaśavarṣaḥ bhavitā
du wirst ein sechzehnjähriger Jüngling werden (Nom. Sg. m., 2. Sg. Fut.)

dadāmi patnīṃ kanyāṃ ca svāṃ te duhitaraṃ dvija etām ṛte hi nānyā vai tvattejo 'rhati sevitum

Ich gebe dir meine eigene Tochter als Jungfrau zur Frau, o Zweifachgeborener; denn außer ihr ist keine andere würdig, deiner Kraft zu dienen.“

Wort für Wort
patnīṃ kanyāṃ dadāmi
ich gebe die Tochter als Frau (1. Sg. Präs.)
tvattejo 'rhati sevitum
sie ist würdig, deiner Kraft zu dienen (3. Sg. Präs. + Infinitiv)

tatas tāṃ pratijagrāha yuvā bhūtvā yaśasvinīm guruṇā cābhyanujñāto gurupatnīm athābravīt

Dann, zum Jüngling geworden, nahm er sie, die Ruhmreiche, zur Frau; und, von seinem Lehrer entlassen, sprach er darauf zur Frau seines Lehrers:

Wort für Wort
yuvā bhūtvā
zum Jüngling geworden (Absolutiv)
guruṇā abhyanujñātaḥ
vom Lehrer entlassen (Nom. Sg. m.)

kiṃ bhavatyai prayacchāmi gurvarthaṃ viniyuṅkṣva mām priyaṃ hi tava kāṅkṣāmi prāṇair api dhanair api

„Was soll ich dir geben, o Herrin? Beauftrage mich für meinen Lehrer; denn dein Wohlgefallen begehre ich, sei es mit meinem Leben, sei es mit meinem Vermögen.

Wort für Wort
viniyuṅkṣva mām
beauftrage mich! (2. Sg. Imperativ Ätm.)
prāṇair api dhanair api
sei es mit dem Leben, sei es mit dem Vermögen (Instr. Pl. m./n.)

yad durlabhaṃ hi loke 'smin ratnam atyadbhutaṃ bhavet tad ānayeyaṃ tapasā na hi me 'trāsti saṃśayaḥ

Welches seltene, überaus wunderbare Juwel es auch in dieser Welt geben möge, das würde ich durch meine Askese herbeischaffen; hierin habe ich keinen Zweifel.“

Wort für Wort
durlabhaṃ ratnam atyadbhutam
das seltene, überaus wunderbare Juwel (Nom. Sg. n.)
tapasā ānayeyam
ich würde durch Askese herbeischaffen (1. Sg. Optativ)

ahalyovāca parituṣṭāsmi te putra nityaṃ bhagavatā saha paryāptaye tad bhadraṃ te gaccha tāta yathecchakam

Ahalyā sprach: „Ich bin stets vollauf zufrieden, mein Sohn, mit deinem hinreichenden [Dienst] zusammen mit meinem Gatten; so sei dir Segen, mein Lieber - geh, wie du magst.“

Wort für Wort
parituṣṭāsmi
ich bin vollauf zufrieden (1. Sg. Präs.)
yathecchakam gaccha
geh, wie du willst! (2. Sg. Imperativ)

vaiśaṃpāyana uvāca uttaṅkas tu mahārāja punar evābravīd vacaḥ ājñāpayasva māṃ mātaḥ kartavyaṃ hi priyaṃ tava

Vaiśaṃpāyana sprach: Uttaṅka aber, o großer König, sprach abermals dieses Wort: „Befiehl mir, Mutter; denn ich muss ja tun, was dir lieb ist.“

Wort für Wort
punar evābravīt vacaḥ
er sprach abermals dieses Wort (3. Sg. Impf.)
ājñāpayasva māṃ
befiehl mir! (2. Sg. Imperativ Ātm.)

ahalyovāca saudāsapatnyā vidite divye vai maṇikuṇḍale te samānaya bhadraṃ te gurvarthaḥ sukṛto bhavet

Ahalyā sprach: „Bring mir die beiden göttlichen Juwelenohrringe, die bei Saudāsas Gattin bekannt sind; Segen sei dir - so würde die Lehrergabe wohlvollbracht sein.“

Wort für Wort
divye maṇikuṇḍale
die beiden göttlichen Juwelenohrringe (Akk. Du. n.)
gurvarthaḥ sukṛto bhavet
die Lehrergabe wäre wohlvollbracht (Nom. Sg. m., 3. Sg. Optativ)

sa tatheti pratiśrutya jagāma janamejaya gurupatnīpriyārthaṃ vai te samānayituṃ tadā

Nachdem er zugestimmt hatte, ging er, o Janamejaya, um jene [Ohrringe] zu holen, zur Freude der Frau seines Lehrers.

Wort für Wort
'tatheti' pratiśrutya
'so sei es', zugestimmt habend (Absolutiv)
samānayituṃ jagāma
er ging, um zu holen (3. Sg. Perf. + Infinitiv)

Kurze Zustimmungsformel ('tathā iti') gemäß Konvention ohne Anführungszeichen paraphrasiert.

sa jagāma tataḥ śīghram uttaṅko brāhmaṇarṣabhaḥ saudāsaṃ puruṣādaṃ vai bhikṣituṃ maṇikuṇḍale

Da ging Uttaṅka, der Stier der Brahmanen, schnell zu Saudāsa, dem Menschenfresser, um die Juwelenohrringe zu erbitten.

Wort für Wort
brāhmaṇarṣabhaḥ
der Stier der Brahmanen (Nom. Sg. m.)
bhikṣituṃ maṇikuṇḍale
um die Juwelenohrringe zu erbitten (Infinitiv, Akk. Du. n.)

gautamas tv abravīt patnīm uttaṅko nādya dṛśyate iti pṛṣṭā tam ācaṣṭa kuṇḍalārthaṃ gataṃ tu vai

Gautama aber sagte seiner Frau, dass Uttaṅka heute nicht zu sehen sei; danach gefragt, erzählte sie ihm, dass er zur Beschaffung der Ohrringe gegangen war.

Wort für Wort
nādya dṛśyate
er ist heute nicht zu sehen (3. Sg. Präs. Pass.)
kuṇḍalārthaṃ gatam
zur Beschaffung der Ohrringe gegangen (Akk. Sg. m.)

tataḥ provāca patnīṃ sa na te samyag idaṃ kṛtam śaptaḥ sa pārthivo nūnaṃ brāhmaṇaṃ taṃ vadhiṣyati

Da sagte er zu seiner Frau: „Dies wurde von dir nicht recht getan; jener verfluchte König wird gewiss diesen Brahmanen töten.“

Wort für Wort
na samyag kṛtam
es wurde nicht recht getan (Nom. Sg. n.)
śaptaḥ pārthivaḥ
der verfluchte König (Nom. Sg. m.)

ahalyovāca ajānantyā niyuktaḥ sa bhagavan brāhmaṇo 'dya me bhavatprasādān na bhayaṃ kiṃ cit tasya bhaviṣyati

Ahalyā sprach: „Unwissend habe ich, o Erhabener, diesen Brahmanen heute beauftragt; durch deine Gnade wird ihm keinerlei Furcht widerfahren.“

Wort für Wort
ajānantyā niyuktaḥ
von der Unwissenden beauftragt (Nom. Sg. m., Instr. Sg. f.)
na bhayaṃ kiṃ cit bhaviṣyati
es wird keinerlei Furcht geben (3. Sg. Fut.)

ity uktaḥ prāha tāṃ patnīm evam astv iti gautamaḥ uttaṅko 'pi vane śūnye rājānaṃ taṃ dadarśa ha

So angesprochen, sagte Gautama seiner Frau, es sei so; und Uttaṅka erblickte in der einsamen Wildnis jenen König.

Wort für Wort
'evam astu' iti prāha
er sagte 'so sei es' (3. Sg. Impf.)
vane śūnye dadarśa
er erblickte in der einsamen Wildnis (Lok. Sg. n., 3. Sg. Perf.)

Kurze Zustimmungsformel ('evam astu') gemäß Konvention ohne Anführungszeichen paraphrasiert.

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