vanaspatīnāṃ mūleṣu ṭaṅkeṣu śikhareṣu ca guhāsu śailarājasya yathākāmaṃ yathāsukham
'An den Wurzeln der Bäume, in den Felsspalten und auf den Gipfeln, in den Höhlen des Bergkönigs [weilt er], wie es ihm beliebt, wie es ihm angenehm ist.'
'Dort weilt beständig der Erhabene, der große Herr, in Umās Begleitung, der Dreizackträger von großer Glut, umgeben von mannigfachen Scharen von Wesen.'
ramate bhagavāṃs tatra kuberānucaraiḥ saha vikṛtair vikṛtākāraiḥ krīḍadbhiḥ pṛthivīpate śriyā jvalan dṛśyate vai bālādityasamadyutiḥ
'Dort ergötzt sich der Erhabene mit Kuberas seltsamen, seltsam gestalteten, spielenden Gefolgsleuten, o Herrscher der Erde; von Glanz erstrahlend erscheint er, an Leuchtkraft der jungen Sonne gleich.'
'Weder seine Gestalt noch seine Form kann von irgendwelchen gewöhnlichen, mit fleischlichen Augen [sehenden] Geschöpfen in irgendeiner Weise bezeichnet werden.'
'Erweise jenem Erhabenen Verehrung: dem Śarva, dem Ordner, dem Rudra, dem Blauhalsigen, dem Schöngestaltigen, dem Glanzvollen -'
Wort für Wort
śarvāya
dem Śarva (Dat. Sg., Śiva-Epitheton)
śitikaṇṭhāya
dem Blauhalsigen (Dat. Sg.)
Beginn der langen Anrufungs-Litanei von Śivas Namen/Epitheta (V012-030), die Marutta laut Saṃvartas Anweisung rezitieren soll, bevor er das Gold entnimmt.
kapardine karālāya haryakṣṇe varadāya ca tryakṣṇe pūṣṇo dantabhide vāmanāya śivāya ca
'dem mit der Zopfkrone, dem Furchtbaren, dem Falbäugigen, dem Gunstgewährenden, dem Dreiäugigen, dem Zahnbrecher des Pūṣan, dem Zwerghaften, dem Gütigen -'
yāmyāyāvyaktakeśāya sadvṛtte śaṃkarāya ca kṣemyāya harinetrāya sthāṇave puruṣāya ca
'dem zu Yama Gehörigen [?], dem mit ungeordnetem Haar, dem im Guten Wandelnden, dem Heilbringenden, dem Wohlbringenden, dem Falbäugigen, dem Reglosen, dem Urmenschen -'
Wort für Wort
sthāṇave
dem Reglosen (Dat. Sg., Śiva-Epitheton)
puruṣāya
dem Urmenschen (Dat. Sg.)
[?] 'yāmyāya' (wtl. 'dem zu Yama Gehörigen') ist in seinem Bezug auf Śiva unklar - evtl. Variante zu 'śāmyāya' ('dem Friedvollen'); wörtlich wiedergegeben.
harikeśāya muṇḍāya kṛśāyottāraṇāya ca bhāskarāya sutīrthāya devadevāya raṃhase
'dem mit falbem Haar, dem Kahlgeschorenen, dem Abgemagerten, dem Erretter, dem Lichtspender, dem mit der guten Furt, dem Gott der Götter, dem Schnellen -'
'dem mit dem Turban, dem Schönmündigen, dem Tausendäugigen, dem Regenspendenden, dem Bergbewohner, dem sehr Friedvollen, dem Selbstbeherrschten, dem in Lumpen Gekleideten -'
'dem Vorzüglichen, dem Mildgesichtigen, dem mit dem Tier in der Hand, dem Regenspendenden, dem Goldarmigen, o König, dem Schrecklichen, dem Herrn der Himmelsrichtungen -'
sruvahastāya pataye dhanvine bhārgavāya ca ajāya kṛṣṇanetrāya virūpākṣāya caiva ha
'dem mit dem Opferlöffel in der Hand, dem Herrn, dem Bogenträger, dem Nachkommen Bhṛgus [?], dem Ungeborenen, dem Schwarzäugigen und dem Verschiedenäugigen -'
tīkṣṇadaṃṣṭrāya tīkṣṇāya vaiśvānaramukhāya ca mahādyutaye 'naṅgāya sarvāṅgāya prajāvate
'dem mit den scharfen Zähnen, dem Scharfen, dem mit dem Antlitz des Vaiśvānara-Feuers, dem von großem Glanz, dem Körperlosen, dem Allgliedrigen, dem mit Nachkommenschaft Versehenen -'
Wort für Wort
vaiśvānaramukhāya
dem mit dem Antlitz des Vaiśvānara-Feuers (Dat. Sg.)
tathā śukrādhipataye pṛthave kṛttivāsase kapālamāline nityaṃ suvarṇamukuṭāya ca
'ebenso dem Herrn über Śukra [Venus], dem Weiten, dem in ein Tierfell Gekleideten, dem mit der Schädelgirlande, dem ewig mit goldener Krone Versehenen -'
'dem Stabträger, dem in glühender Askese Stehenden, ebenso dem von grausamen Taten, dem Tausendköpfigen und dem Tausendfüßigen - Verehrung dem in Svadhā-Gestalt Erscheinenden, dem Vielgestaltigen, dem Gezähnten -'
'dem Träger des Pināka-Bogens, dem Großen Gott, dem großen Yogin, dem Unvergänglichen, dem mit dem Dreizack in der Hand, dem Gunstgewährenden, dem Dreiäugigen, dem Herrn der Welt -'
Wort für Wort
pinākinam
dem Träger des Pināka-Bogens (Akk. Sg.)
bhuvaneśvaram
dem Herrn der Welt (Akk. Sg.)
Ab hier wechselt die Litanei grammatisch vom Dativ zum Akkusativ (Objekt von 'praṇamya' in V030) - inhaltlich weiterhin Teil derselben Anrufungsreihe.
'dem Zerstörer der drei Burgen, dem Dreiäugigen, dem Herrn der drei Welten, dem von großer Kraft, dem Ursprung aller Wesen, dem Erhalter, dem Träger der Erde -'
'dem Herrschenden, dem Heilbringenden, dem All-Einen, dem Gütigen, dem Herrn des Alls, dem Bhava, dem Gemahl Umās, dem Herrn der Wesen, dem Allgestaltigen, dem großen Herrn -'
'dem Verschiedenäugigen, dem Zehnarmigen, dem mit dem Stierbanner Tiṣyas [?], dem Schrecklichen, dem Reglosen, dem Gütigen, dem Furchtbaren, dem Śarva, dem Herrn Gaurīs, dem Herrscher -'
Wort für Wort
daśabhujam
dem Zehnarmigen (Akk. Sg.)
gaurīśam
dem Herrn Gaurīs (Akk. Sg.)
[?] 'tiṣyagovṛṣabhadhvajam' (wtl. 'mit dem Stierbanner Tiṣyas') unklarer Bezug - evtl. Verweis auf den Stier Nandin als Banner-Tier; wörtlich wiedergegeben.
śitikaṇṭham ajaṃ śukraṃ pṛthuṃ pṛthuharaṃ haram viśvarūpaṃ virūpākṣaṃ bahurūpam umāpatim
'dem Blauhalsigen, dem Ungeborenen, dem Hellen, dem Weiten, dem großen Zerstörer [?], dem Hara, dem Allgestaltigen, dem Verschiedenäugigen, dem Vielgestaltigen, dem Gemahl Umās -'
Wort für Wort
śitikaṇṭham
dem Blauhalsigen (Akk. Sg.)
haram
dem Hara (Akk. Sg., Śiva-Epitheton)
[?] 'pṛthuharam' wörtlich 'der Weithinwegnehmende/-zerstörer' - genauer Sinn unsicher.
praṇamya śirasā devam anaṅgāṅgaharaṃ haram śaraṇyaṃ śaraṇaṃ yāhi mahādevaṃ caturmukham
'nachdem du dich mit dem Haupt vor dem Gott verneigt hast, dem Hara, der die Glieder des Körperlosen [Kāma] hinwegnahm, geh du zum Erhabenen, zum Zufluchtswürdigen, zum Großen Gott mit den vier Gesichtern, um Zuflucht zu suchen.'
Wort für Wort
praṇamya
nachdem du dich verneigt hast (Absolutiv)
anaṅgāṅgaharam
der die Glieder des Körperlosen hinwegnahm (Akk. Sg.)
Abschluss der Anrufungs-Litanei; 'anaṅgāṅgaharam' verweist auf den Mythos, wie Śiva den Liebesgott Kāma durch seinen Blick verbrannte/körperlos machte.
evaṃ kṛtvā namas tasmai mahādevāya raṃhase mahātmane kṣitipate tat suvarṇam avāpsyasi suvarṇam āhariṣyantas tatra gacchantu te narāḥ
'Wenn du so jenem Großen Gott, dem Schnellen, dem Hochgesinnten Verehrung erwiesen hast, o Herrscher der Erde, wirst du jenes Gold erlangen - deine Männer, die das Gold herbeischaffen sollen, mögen dorthin gehen.'
Wort für Wort
avāpsyasi
du wirst erlangen (Fut. 2.Sg.)
āhariṣyantaḥ
die herbeischaffen werden/sollen (Part. Fut. Nom. Pl.)
vyāsa uvāca ity uktaḥ sa vacas tasya cakre kāraṃdhamātmajaḥ tato 'timānuṣaṃ sarvaṃ cakre yajñasya saṃvidhim sauvarṇāni ca bhāṇḍāni saṃcakrus tatra śilpinaḥ
Vyāsa sprach: So angesprochen, befolgte der Enkel Karaṃdhamas dessen Worte; danach vollzog er die ganze übermenschliche Ausstattung des Opfers, und die Handwerker fertigten dort die goldenen Gefäße.