Kapitel 51: kṛṣṇārjunasaṃvādaḥ kṛṣṇasya hāstinapuragamanaṃ dvārakāgamanaṃ ca
Arjunas Lobhymnus auf Kṛṣṇa, die Rückkehr nach Hāstinapura und Kṛṣṇas Aufbruch nach Dvārakā
„Durch deine Gnade hat der König den Sieg erlangt, o Stolz des Vṛṣṇi-Geschlechts; die Feinde auch sind erschlagen, und das Königreich, frei von Dornen, ist erlangt worden.
Aus deinem Glanz ist das Feuer ewig entstanden, o Töter des Madhu; die aus Spiel bestehende Lust gehört dir, Himmel und Erde sind deine Māyā, o Mächtiger.
Wort für Wort
tvattejaḥsaṃbhavaḥ hutāśaḥ
das aus deinem Glanz entstandene Feuer (Nom. Sg. m.)
pṛthivīṃ cāntarikṣaṃ ca tathā sthāvarajaṅgamam hasitaṃ te 'malā jyotsnā ṛtavaś cendriyānvayāḥ
Die Erde und den Luftraum, und ebenso das Unbewegliche und Bewegliche - dein Lachen ist das makellose Mondlicht, und die Jahreszeiten folgen aus deinen Sinnen.
Wort für Wort
hasitaṃ jyotsnā
das Lachen [ist] das Mondlicht (Nom. Sg. n.)
ṛtavaś cendriyānvayāḥ
die Jahreszeiten, den Sinnen zugehörig (Nom. Pl. m.)
[?] 'ṛtavaś cendriyānvayāḥ' (die Jahreszeiten seien mit den Sinnen verbunden) unsicher übersetzt - kosmische Gleichsetzung von Naturphänomenen mit Kṛṣṇas Wesen, genaue Beziehung nicht restlos klar.
Lust, Zufriedenheit, Festigkeit, Geduld - all dies Bewegliche und Unbewegliche ruht in dir; du allein wirst hier an den Enden der Zeitalter als der Untergang bezeichnet, o Sündloser.
yat pāpo nihataḥ saṃkhye kauravyo dhṛtarāṣṭrajaḥ tvayā dagdhaṃ hi tat sainyaṃ mayā vijitam āhave
Dass der sündige Kaurava, der Sohn Dhṛtarāṣṭras, in der Schlacht erschlagen wurde - jenes Heer wurde von dir verbrannt, [wenn auch] von mir im Kampf besiegt.
Wort für Wort
pāpo nihataḥ
der Sündige wurde erschlagen (Nom. Sg. m., Part. Perf. Pass.)
tvayā dagdham
von dir verbrannt (Nom. Sg. n., Part. Perf. Pass.)
rājānaṃ ca samāsādya dharmātmānaṃ yudhiṣṭhiram codayiṣyāmi dharmajña gamanārthaṃ tavānagha
Und nachdem ich den rechtschaffenen König Yudhiṣṭhira aufgesucht habe, werde ich ihn, o Kenner des Dharma, o Sündloser, um deiner Abreise willen drängen.
Wort für Wort
rājānaṃ samāsādya
den König aufgesucht habend (Absolutiv)
gamanārthaṃ codayiṣyāmi
ich werde um der Abreise willen drängen (1. Sg. Fut.)
rucitaṃ hi mamaitat te dvārakāgamanaṃ prabho acirāc caiva dṛṣṭā tvaṃ mātulaṃ madhusūdana baladevaṃ ca durdharṣaṃ tathānyān vṛṣṇipuṃgavān
Denn dies gefällt mir, dass du nach Dvārakā gehst, o Herr; und bald wirst du deinen Onkel sehen, o Töter des Madhu, und den unbezwingbaren Baladeva, und die anderen Stiere unter den Vṛṣṇis.“
viduraṃ ca mahābuddhiṃ rājānaṃ ca yudhiṣṭhiram bhīmasenaṃ ca durdharṣaṃ mādrīputrau ca pāṇḍavau dhṛtarāṣṭram upāsīnaṃ yuyutsuṃ cāparājitam
Und Vidura von großer Weisheit, und König Yudhiṣṭhira, und den unbezwingbaren Bhīmasena, und die beiden Pāṇḍava-Söhne der Mādrī, und den unbesiegten Yuyutsu, Dhṛtarāṣṭra aufwartend.
gāndhārīṃ ca mahāprājñāṃ pṛthāṃ kṛṣṇāṃ ca bhāminīm subhadrādyāś ca tāḥ sarvā bharatānāṃ striyas tathā dadṛśāte sthitāḥ sarvā gāndhārīṃ parivārya vai
Und Gāndhārī von großer Weisheit, Pṛthā, und die schöne Kṛṣṇā, und Subhadrā und die anderen - all diese Frauen der Bharatas erblickten sie ebenso, alle stehend, Gāndhārī umringend.
Und nachdem sie auch den Kṣattṛ geehrt und nach seinem unwandelbaren Wohlergehen gefragt hatten, warteten sie danach zusammen mit ihnen dem betagten König auf.
prabhātāyāṃ tu śarvaryāṃ kṛtapūrvāhṇikakriyau dharmarājasya bhavanaṃ jagmatuḥ paramārcitau yatrāste sa sahāmātyo dharmarājo mahāmanāḥ
Als aber die Nacht getagt hatte, gingen die beiden, die ihre Vormittagsriten vollzogen hatten, höchst geehrt, zum Haus des Dharmarāja, wo jener großgesinnte Dharmarāja mit seinen Ministern weilte.
Wort für Wort
kṛtapūrvāhṇikakriyau
die die Vormittagsriten vollzogen haben (Nom. Du. m.)
tau samāsādya rājānaṃ vārṣṇeyakurupuṃgavau niṣīdatur anujñātau prīyamāṇena tena vai
Die beiden, der Stier der Vṛṣṇis und der Stier der Kurus, näherten sich dem König und setzten sich, von jenem wohlgefälligen [König] dazu aufgefordert.
Wort für Wort
vārṣṇeyakurupuṃgavau
der Stier der Vṛṣṇis und der Stier der Kurus (Nom. Du. m.)
tavaiva ratnāni dhanaṃ ca kevalam dharā ca kṛtsnā tu mahābhujādya vai yad asti cānyad draviṇaṃ gṛheṣu me tvam eva tasyeśvara nityam īśvaraḥ
„Dir allein gehören die Juwelen und einzig der Reichtum, und die ganze Erde, o Starkarmiger, heute wahrlich; und was sonst an Gut in meinem Haus ist - du allein bist dessen ewiger Herr, o Herrscher.“
Wort für Wort
tavaiva ratnāni
dir allein [gehören] die Juwelen (Nom. Pl. n.)
tasyeśvara nityam īśvaraḥ
du bist dessen ewiger Herr, o Herrscher (Nom. Sg. m.)
So angesprochen und geehrt vom Sohn des Dharma, begrüßte darauf der mächtige ältere Bruder Gadas [Kṛṣṇa] seine Tante väterlicherseits gebührend; und geehrt umschritt er sie auch ehrfürchtig.
Von ihr wohlwollend willkommen geheißen, und ebenso danach von allen, angeführt von Vidura, zog Hari, der ältere Bruder Gadas, aus der Elefantenstadt hinaus, in einem göttlichen, mit vier [Rossen] bespannten Wagen.
Wort für Wort
pratinanditas tadā
wohlwollend willkommen geheißen (Nom. Sg. m.)
rathena divyena caturyujā
in einem göttlichen, vierspännigen Wagen (Instr. Sg. m.)
Nachdem er die schöne Subhadrā auf den Wagen gesetzt hatte, zog der starkarmige Janārdana, mit Zustimmung Yudhiṣṭhiras und ebenso seiner Tante väterlicherseits, hinaus, von den Bürgern umgeben.
tam anvagād vānaravaryaketanaḥ sasātyakir mādravatīsutāv api agādhabuddhir viduraś ca mādhavaṃ svayaṃ ca bhīmo gajarājavikramaḥ
Ihm folgten: der Träger des Affenbanners samt Sātyaki, auch die beiden Söhne der Mādravatī, der unergründlich weise Vidura, sowie Bhīma selbst, von der Kraft eines Elefantenkönigs.
Wort für Wort
vānaravaryaketanaḥ
der Träger des Affenbanners (Nom. Sg. m., = Arjuna)
nivartayitvā kururāṣṭravardhanān tataḥ sa sarvān viduraṃ ca vīryavān janārdano dārukam āha satvaraḥ pracodayāśvān iti sātyakis tadā
Nachdem er alle die Mehrer des Kuru-Reiches und Vidura zurückgeschickt hatte, befahl der mächtige Janārdana eilig seinem Wagenlenker Dāruka, die Pferde anzutreiben; und da [begleitete ihn nur noch] Sātyaki.
Wort für Wort
nivartayitvā
zurückgeschickt habend (Absolutiv)
'pracodayāśvān' iti dārukam āha
er befahl Dāruka mit 'treibt die Pferde an' (3. Sg. Impf. + Imperativ)
Formelhafter Kurzbefehl ('pracodayāśvān iti') gemäß Konvention ohne Anführungszeichen paraphrasiert.
Da zog der Zermalmer der Feindesscharen aus, Janārdana, begleitet vom Helden des Śini-Geschlechts, so wie der Hundert-Opfer-Herr, nachdem er die Feindesscharen erschlagen hat, zum Himmel zieht - so zog der Gewaltige zur Stadt der Ānartas.