Kapitel 61: abhimanyuśrāddhaṃ vyāsāgamanaṃ parīkṣijjanmapratijñā ca
Die Totenriten für Abhimanyu, Vyāsas Erscheinen und die Verheißung von Parīkṣits Geburt
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er dieses Wort seines Sohnes gehört hatte, gab der Sohn Śūras damals, den Kummer ablegend, der Rechtschaffene, ein unübertreffliches Totenopfer.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyanaḥ uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (3.Sg.Perf.)
etat śrutvā tu putrasya vacaḥ
nachdem er dieses Wort seines Sohnes gehört hatte (Akk.Sg./Absolutiv/Gen.Sg./Akk.Sg.)
śūrātmajaḥ tadā
der Sohn Śūras/Vasudeva, damals (Nom.Sg./Adv.)
vihāya śokam dharmātmā
den Kummer abgelegt habend, der Rechtschaffene (Absolutiv/Akk.Sg./Nom.Sg.)
dadau śrāddham anuttamam
gab ein unübertreffliches Totenopfer (3.Sg.Perf./Akk.Sg./Akk.Sg.)
Der Großarmige speiste, der Vorschrift gemäß, sechzig Hunderttausend - das heißt sechs Millionen - Brahmanen mit Speise, die mit jeder guten Eigenschaft versehen war.
Vāsudeva, der Dāśārha, dann Baladeva zusammen mit Sātyaki, vollzogen damals die Totenriten für Abhimanyu; überaus von Schmerz versengt, fanden sie keine Ruhe.
Wort für Wort
vāsudevaḥ atha dāśārhaḥ
Vāsudeva dann, der Dāśārha (Nom.Sg./Adv./Nom.Sg.)
baladevaḥ sasātyakiḥ
Baladeva zusammen mit Sātyaki (Nom.Sg./Nom.Sg.)
abhimanyoḥ tadā śrāddham akurvan
vollzogen damals die Totenriten für Abhimanyu (Gen.Sg./Adv./Akk.Sg./3.Pl.Impf.)
subahūni ca rājendra divasāni virāṭajā nābhuṅkta patiśokārtā tad abhūt karuṇaṃ mahat kukṣistha eva tasyāstu sa garbhaḥ saṃpralīyata
Und viele, viele Tage hindurch, o Fürst der Könige, aß die Tochter Virāṭas, von Gattenschmerz gequält, nicht; das wurde ein großes Elend - und die Leibesfrucht in ihrem Schoß begann zu vergehen.
Wort für Wort
subahūni ca rājendra divasāni
und viele Tage, o Fürst der Könige (Akk.Pl./Vok.Sg./Akk.Pl.)
virāṭajā na abhuṅkta
die Tochter Virāṭas aß nicht (Nom.Sg./Neg./3.Sg.Impf.)
patiśokārtā
von Gattenschmerz gequält (Nom.Sg.)
tat abhūt karuṇam mahat
das wurde ein großes Elend (Nom.Sg./3.Sg.Impf./Nom.Sg./Nom.Sg.)
kukṣisthaḥ eva tasyāḥ tu saḥ garbhaḥ saṃpralīyata
und die in ihrem Schoß befindliche Leibesfrucht begann zu vergehen (Nom.Sg./Gen.Sg./Nom.Sg./3.Sg.Impf.)
ājagāma tato vyāso jñātvā divyena cakṣuṣā āgamya cābravīd dhīmān pṛthāṃ pṛthulalocanām uttarāṃ ca mahātejāḥ śokaḥ saṃtyajyatām ayam
Da kam Vyāsa, es mit seinem göttlichen Auge erkennend; herangekommen, sprach der Kluge zu Pṛthā mit den weiten Augen und zu Uttarā, der Hochglanzvolle: „Dieser Kummer sei aufgegeben.
Wort für Wort
ājagāma tataḥ vyāsaḥ
da kam Vyāsa (3.Sg.Perf./Adv./Nom.Sg.)
jñātvā divyena cakṣuṣā
es mit dem göttlichen Auge erkannt habend (Absolutiv/Instr.Sg./Instr.Sg.)
āgamya ca abravīt dhīmān
herangekommen, sprach der Kluge (Absolutiv/3.Sg.Impf./Nom.Sg.)
pṛthām pṛthulalocanām
zu Pṛthā mit den weiten Augen (Akk.Sg./Akk.Sg.)
uttarām ca mahātejāḥ
und zu Uttarā, der Hochglanzvolle (Akk.Sg./Nom.Sg.)
śokaḥ saṃtyajyatām ayam
dieser Kummer sei aufgegeben (Nom.Sg./3.Sg.Imp.Pass./Nom.Sg.)
janiṣyati mahātejāḥ putras tava yaśasvini prabhāvād vāsudevasya mama vyāharaṇād api pāṇḍavānām ayaṃ cānte pālayiṣyati medinīm
Ein hochglanzvoller Sohn wird dir geboren werden, o Ruhmreiche, durch die Macht Vāsudevas und auch durch mein Wort; und dieser wird am Ende der Pāṇḍavas die Erde beschützen.“
Wort für Wort
janiṣyati mahātejāḥ putraḥ
wird geboren werden ein hochglanzvoller Sohn (3.Sg.Fut./Nom.Sg./Nom.Sg.)
tava yaśasvini
dir, o Ruhmreiche (Gen.Sg./Vok.Sg.)
prabhāvāt vāsudevasya mama vyāharaṇāt api
durch die Macht Vāsudevas und auch durch mein Wort (Abl.Sg./Gen.Sg./Gen.Sg./Abl.Sg./Part.)
pāṇḍavānām ayam ca ante
und dieser der Pāṇḍavas am Ende (Gen.Pl./Nom.Sg./Adv.)
vibudhānāṃ gato lokān akṣayān ātmanirjitān na sa śocyas tvayā tāta na cānyaiḥ kurubhis tathā
Er ist in die unvergänglichen Welten der Götter eingegangen, durch sich selbst erobert; nicht ist er von dir zu beklagen, mein Lieber, noch ebenso von den anderen Kurus.“
Wort für Wort
vibudhānām gataḥ lokān
in die Welten der Götter eingegangen (Gen.Pl./Nom.Sg./Akk.Pl.)
akṣayān ātmanirjitān
unvergänglich, durch sich selbst erobert (Akk.Pl./Akk.Pl.)
na saḥ śocyaḥ tvayā tāta
nicht ist er von dir zu beklagen, mein Lieber (Neg./Nom.Sg./Nom.Sg./Instr.Sg./Vok.Sg.)
na ca anyaiḥ kurubhiḥ tathā
und ebenso nicht von den anderen Kurus (Neg./Part./Instr.Pl./Instr.Pl./Adv.)
Der weise Dharmarāja aber fasste, nachdem er jenes Wort des Vyāsa gehört hatte, mein Lieber, den Entschluss, sich zur Beschaffung von Reichtum aufzumachen.
Wort für Wort
dharmarājaḥ api medhāvī
der weise Dharmarāja aber (Nom.Sg./Part./Nom.Sg.)
śrutvā vyāsasya tat vacaḥ
nachdem er jenes Wort des Vyāsa gehört hatte (Absolutiv/Gen.Sg./Akk.Sg./Akk.Sg.)
vittopanayane tāta
zur Beschaffung von Reichtum, mein Lieber (Lok.Sg./Vok.Sg.)
cakāra gamane matim
fasste den Entschluss zum Aufbruch (3.Sg.Perf./Lok.Sg./Akk.Sg.)