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Mahābhārata · Āśvamedhikaparva

Kapitel 40: mahadātmavarṇanam Brahmās Lehre: Der große Selbst-Geist und der Puruṣa im Herzen

brahmovāca avyaktāt pūrvam utpanno mahān ātmā mahāmatiḥ ādir guṇānāṃ sarveṣāṃ prathamaḥ sarga ucyate

'Brahmā sprach weiter: Aus dem Unoffenbarten zuerst entstanden sei der große Selbst-Geist (mahān ātmā), von großem Verstand - er werde als der Ursprung aller Eigenschaften, die erste Schöpfung, bezeichnet.'

Wort für Wort
mahān ātmā
der große Selbst-Geist, der kosmische Intellekt (Nom. Sg. m., Sāṃkhya-Terminus)
prathamaḥ sargaḥ
die erste Schöpfung (Nom. Sg. m.)

mahān ātmā matir viṣṇur viśvaḥ śaṃbhuś ca vīryavān buddhiḥ prajñopalabdhiś ca tathā khyātir dhṛtiḥ smṛtiḥ

'Mahān Ātmā, Mati, Viṣṇu, Viśva und der kraftvolle Śambhu; Buddhi, Prajñā, Upalabdhi, ebenso Khyāti, Dhṛti und Smṛti -'

Wort für Wort
matiḥ
Denken, Gedanke (Nom. Sg. f., einer der Synonymnamen)
upalabdhiḥ
Wahrnehmung, Erkenntnis (Nom. Sg. f.)

paryāyavācakaiḥ śabdair mahān ātmā vibhāvyate taṃ jānan brāhmaṇo vidvān na pramohaṃ nigacchati

'Durch diese gleichbedeutenden Wörter werde der große Selbst-Geist bezeichnet; der gelehrte Brahmane, der ihn kenne, gerate nicht in Verblendung.'

Wort für Wort
paryāyavācakaiḥ
durch gleichbedeutende, synonyme (Instr. Pl. m.)
pramoham
Verblendung (Akk. Sg. m.)

sarvataḥpāṇipādaś ca sarvatokṣiśiromukhaḥ sarvataḥśrutimāṃl loke sarvaṃ vyāpya sa tiṣṭhati

'Mit Händen und Füßen nach allen Seiten, mit Augen, Häuptern und Gesichtern nach allen Seiten, mit Gehör nach allen Seiten in der Welt - alles durchdringend, so weile er.'

Wort für Wort
sarvataḥpāṇipādaḥ
mit Händen und Füßen nach allen Seiten (Nom. Sg. m., Anklang an den Puruṣa-Hymnus)
vyāpya
durchdrungen habend (Absolutiv, vi-√āp)

mahāprabhārciḥ puruṣaḥ sarvasya hṛdi niśritaḥ aṇimā laghimā prāptir īśāno jyotir avyayaḥ

'Der Puruṣa von großem strahlendem Glanz, im Herzen aller wohnend - er sei die Winzigkeit, die Leichtigkeit, das Erlangen, der Herrscher, das unvergängliche Licht.'

Wort für Wort
mahāprabhārciḥ
von großem strahlendem Glanz (Nom. Sg. m.)
aṇimā laghimā prāptiḥ
Winzigkeit, Leichtigkeit, Erlangen (Nom. Sg. f., Anspielung auf die yogischen Siddhis)

tatra buddhimatāṃ lokāḥ saṃnyāsaniratāś ca ye dhyānino nityayogāś ca satyasaṃdhā jitendriyāḥ

'Dorthin gelangten die Welten der Weisen und derer, die der Entsagung ergeben seien, der Meditierenden, stets im Yoga Verbundenen, ihrem Wort Treuen, mit bezwungenen Sinnen -'

Wort für Wort
saṃnyāsaniratāḥ
der Entsagung ergeben (Nom. Pl. m.)
satyasaṃdhāḥ
ihrem Wort/Versprechen treu (Nom. Pl. m.)

jñānavantaś ca ye ke cid alubdhā jitamanyavaḥ prasannamanaso dhīrā nirmamā nirahaṃkṛtāḥ vimuktāḥ sarva evaite mahattvam upayānti vai

'Und wer immer Wissen besitze, frei von Gier sei, den Zorn bezwungen habe, heiteren Geistes, weise, frei von Besitzdenken und Ich-Bewusstsein, befreit sei - alle diese erlangten wahrlich die Größe (mahattva).'

Wort für Wort
jitamanyavaḥ
die den Zorn bezwungen haben (Nom. Pl. m.)
mahattvam
die Größe, das Mahat-Prinzip (Akk. Sg. n.)

ātmano mahato veda yaḥ puṇyāṃ gatim uttamām sa dhīraḥ sarvalokeṣu na moham adhigacchati viṣṇur evādisargeṣu svayaṃbhūr bhavati prabhuḥ

'Wer den heilvollen, höchsten Weg des großen Selbst-Geistes kenne, der Weise gerate in keiner Welt in Verblendung; Viṣṇu allein, der selbstentstandene Herr, werde in den Ur-Schöpfungen offenbar.'

Wort für Wort
puṇyām gatim uttamām
den heilvollen, höchsten Weg (Akk. Sg. f.)
svayaṃbhūḥ
der Selbstentstandene (Nom. Sg. m.)

evaṃ hi yo veda guhāśayaṃ prabhuṃ naraḥ purāṇaṃ puruṣaṃ viśvarūpam hiraṇmayaṃ buddhimatāṃ parāṃ gatiṃ sa buddhimān buddhim atītya tiṣṭhati

'Denn wer so den im Herzen wohnenden Herrn erkennt, den uralten Puruṣa von universaler Gestalt, den goldenen, das höchste Ziel der Weisen - der Weise verweilt, nachdem er den Verstand überschritten hat.'

Wort für Wort
guhāśayam
im Herzen/in der Höhle wohnend (Akk. Sg. m.)
buddhim atītya
den Verstand überschritten habend (Absolutiv, ati-√i)

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