Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Āśvamedhikaparva

Kapitel 77: duhshalasamagamah Duḥśalās Bitte und die Ankunft im Land von Maṇipūra

vaiśaṃpāyana uvāca tato gāṇḍīvabhṛc chūro yuddhāya samavasthitaḥ vibabhau yudhi durdharṣo himavān acalo yathā

Vaiśaṃpāyana sprach: Da stand der Held, der Gāṇḍīva-Träger, kampfbereit; unangreifbar leuchtete er in der Schlacht wie der unbewegliche Himālaya.

Wort für Wort
gāṇḍīvabhṛt
der Gāṇḍīva-Träger (Arjuna, Nom. Sg.)
durdharṣaḥ
unangreifbar, unbezwingbar (Adj.)

tataḥ saindhavayodhās te punar eva vyavasthitāḥ vimuñcantaḥ susaṃrabdhāḥ śaravarṣāṇi bhārata

Da hatten sich jene Sindhu-Krieger von neuem aufgestellt und entsandten, heftig erzürnt, o Bhārata, Pfeilschauer.

Wort für Wort
punar eva vyavasthitāḥ
von neuem aufgestellt (Ptz. Pl.)
śaravarṣāṇi
Pfeilschauer (Akk. Pl.)

tān prasahya mahāvīryaḥ punar eva vyavasthitān tataḥ provāca kaunteyo mumūrṣūñ ślakṣṇayā girā

Jene gewaltig-tapferen, die sich abermals aufgestellt hatten, bezwingend, sprach da der Sohn der Kuntī mit sanfter Stimme zu den Todgeweihten:

Wort für Wort
mahāvīryaḥ
der gewaltig-Tapfere (Arjuna)
mumūrṣūn
die Todgeweihten, Sterbenwollenden (Akk. Pl.)

yudhyadhvaṃ parayā śaktyā yatadhvaṃ ca vadhe mama kurudhvaṃ sarvakāryāṇi mahad vo bhayam āgatam

„Kämpft mit äußerster Kraft, strengt euch an für meinen Tod, verrichtet alle eure Taten – große Furcht ist über euch gekommen.

Wort für Wort
parayā śaktyā
mit äußerster Kraft (Instr.)
mahad vo bhayam āgatam
große Furcht ist über euch gekommen

eṣa yotsyāmi vaḥ sarvān nivārya śaravāgurām tiṣṭhadhvaṃ yuddhamanaso darpaṃ vinayitāsmi vaḥ

Ich werde euch alle bekämpfen, nachdem ich das Pfeilnetz abgewehrt habe; steht fest, ihr Kampfbegierigen – ich werde euren Hochmut demütigen.“

Wort für Wort
śaravāgurām
das Pfeilnetz (Akk.)
darpaṃ vinayitāsmi
ich werde den Hochmut demütigen (Fut.)

etāvad uktvā kauravyo ruṣā gāṇḍīvabhṛt tadā tato 'tha vacanaṃ smṛtvā bhrātur jyeṣṭhasya bhārata

So viel gesprochen habend, der Sohn der Kurus, der Gāṇḍīva-Träger, da im Zorn – doch dann, sich der Worte seines älteren Bruders erinnernd, o Bhārata,

Wort für Wort
etāvad uktvā
so viel gesprochen habend (Abs.)
vacanaṃ smṛtvā
sich des Wortes erinnernd (Abs.)

na hantavyā raṇe tāta kṣatriyā vijigīṣavaḥ jetavyāś ceti yat proktaṃ dharmarājñā mahātmanā cintayām āsa ca tadā phalgunaḥ puruṣarṣabhaḥ

dass nach Sieg strebende Kṣatriyas im Kampf nicht getötet, sondern nur besiegt werden sollten, mein Sohn – so hatte es der großmütige Dharmarāja erklärt: dies erwog da Phalguna, der Stier unter den Männern.

Wort für Wort
na hantavyāḥ ... jetavyāḥ
nicht zu töten ... nur zu besiegen (Ger.)
cintayām āsa
er erwog (Perf.)

Yudhiṣṭhiras frühere Weisung wird hier indirekt wiedergegeben, da sie als Erinnerung in reiner Erzählung steht.

ity ukto 'haṃ narendreṇa na hantavyā nṛpā iti kathaṃ tan na mṛṣeha syād dharmarājavacaṃ śubham

„So bin ich vom Herrscher der Männer angewiesen worden, dass Könige nicht zu töten seien – wie könnte hier dieses heilsame Wort des Dharmarāja unwahr werden?“

Wort für Wort
ity uktaḥ
so angewiesen (Ptz.)
mṛṣā
unwahr, vergeblich (Adv.)

Arjunas eigener innerer Monolog; die zitierte Weisung des Bruders bleibt ohne eigenes Anführungszeichen eingebettet, da sie ursprünglich an ihn selbst gerichtet war.

na hanyeraṃś ca rājāno rājñaś cājñā kṛtā bhavet iti saṃcintya sa tadā bhrātuḥ priyahite rataḥ provāca vākyaṃ dharmajñaḥ saindhavān yuddhadurmadān

Und dass Könige nicht getötet werden dürften und so der Befehl des Königs erfüllt würde – so erwägend, sprach er, dem Wohl seines Bruders zugetan, der Rechtskundige, zu den kampfestollen Sindhu-Kriegern das Wort:

Wort für Wort
saṃcintya
erwägend (Abs.)
yuddhadurmadān
die kampfestollen (Akk. Pl.)

bālān striyo vā yuṣmākaṃ na haniṣye vyavasthitān yaś ca vakṣyati saṃgrāme tavāsmīti parājitaḥ

„Eure Kinder und Frauen, die dort stehen, werde ich nicht töten; und wer sich im Kampf besiegt ergibt und sich mir unterwirft –

Wort für Wort
bālān striyaḥ vā
Kinder oder Frauen (Akk. Pl.)
parājitaḥ
besiegt (Ptz.)

etac chrutvā vaco mahyaṃ kurudhvaṃ hitam ātmanaḥ ato 'nyathā kṛcchragatā bhaviṣyatha mayārditāḥ

wer dieses mein Wort gehört hat, der handle zu seinem eigenen Heil; andernfalls werdet ihr, von mir bedrängt, in schwere Not geraten.“

Wort für Wort
hitam ātmanaḥ
zum eigenen Heil (Akk.)
kṛcchragatāḥ
in Not geraten (Adj. Pl.)

evam uktvā tu tān vīrān yuyudhe kurupuṃgavaḥ atvarāvān asaṃrabdhaḥ saṃrabdhair vijigīṣubhiḥ

So zu jenen Helden gesprochen habend, kämpfte der Stier der Kurus, unbeeilt und unaufgeregt, gegen die Aufgeregten, die nach Sieg strebten.

Wort für Wort
atvarāvān asaṃrabdhaḥ
unbeeilt und unaufgeregt (Adj.)
vijigīṣubhiḥ
den nach Sieg Strebenden (Instr. Pl.)

tataḥ śatasahasrāṇi śarāṇāṃ nataparvaṇām mumucuḥ saindhavā rājaṃs tadā gāṇḍīvadhanvani

Da entsandten die Sindhu-Krieger Hunderttausende von Pfeilen mit gebeugten Kerben gegen den Gāṇḍīva-Bogenträger, o König.

Wort für Wort
śatasahasrāṇi
Hunderttausende (Nom./Akk. Pl.)
nataparvaṇām
mit gebeugten Kerben (Gen. Pl.)

sa tān āpatataḥ krūrān āśīviṣaviṣopamān ciccheda niśitair bāṇair antaraiva dhanaṃjayaḥ

Er, Dhanaṃjaya, zerschnitt jene grausamen, giftschlangengleichen Pfeile, die heranstürmten, schon in der Luft mit scharfen Pfeilen.

Wort für Wort
āśīviṣaviṣopamān
giftschlangengleich (Adj. Akk. Pl.)
antarā
in der Luft, dazwischen (Adv.)

chittvā tu tān āśugamān kaṅkapatrāñ śilāśitān ekaikam eṣa daśabhir bibheda samare śaraiḥ

Nachdem er jene schnellfliegenden, mit Reiherfedern versehenen, an Stein geschärften Pfeile zerschnitten hatte, durchbohrte er im Kampf jeden einzelnen Gegner mit zehn Pfeilen.

Wort für Wort
kaṅkapatrān
mit Reiherfedern versehen (Adj. Akk. Pl.)
ekaikam daśabhiḥ
jeden einzelnen mit zehn (Instr.)

tataḥ prāsāṃś ca śaktīś ca punar eva dhanaṃjaye jayadrathaṃ hataṃ smṛtvā cikṣipuḥ saindhavā nṛpāḥ

Dann schleuderten die Sindhu-Könige, sich des erschlagenen Jayadratha erinnernd, wiederum Speere und Lanzen gegen Dhanaṃjaya.

Wort für Wort
prāsān śaktīḥ
Speere und Lanzen (Akk. Pl.)
jayadrathaṃ hataṃ smṛtvā
sich des erschlagenen Jayadratha erinnernd (Abs.)

teṣāṃ kirīṭī saṃkalpaṃ moghaṃ cakre mahāmanāḥ sarvāṃs tān antarā chittvā mudā cukrośa pāṇḍavaḥ

Der Diademträger, der Großmütige, vereitelte ihr Vorhaben, indem er sie alle in der Luft zerschnitt; und der Pāṇḍava stieß freudig einen Kampfruf aus.

Wort für Wort
saṃkalpaṃ moghaṃ cakre
vereitelte das Vorhaben (Perf.)
mudā cukrośa
stieß freudig einen Ruf aus (Perf.)

tathaivāpatatāṃ teṣāṃ yodhānāṃ jayagṛddhinām śirāṃsi pātayām āsa bhallaiḥ saṃnataparvabhiḥ

Ebenso ließ er die Häupter jener heranstürmenden, nach Sieg gierenden Krieger mit breitköpfigen, wohlgebogenen Pfeilen fallen.

Wort für Wort
jayagṛddhinām
der nach Sieg gierenden (Gen. Pl.)
śirāṃsi pātayām āsa
ließ die Häupter fallen (Perf.)

teṣāṃ pradravatāṃ caiva punar eva ca dhāvatām nivartatāṃ ca śabdo 'bhūt pūrṇasyeva mahodadheḥ

Von jenen, die flohen und wieder anstürmten und sich zurückzogen, erhob sich ein Getöse wie von dem angefüllten großen Ozean.

Wort für Wort
pradravatām
der Fliehenden (Gen. Pl.)
pūrṇasya mahodadheḥ
des angefüllten großen Ozeans (Gen.)

te vadhyamānās tu tadā pārthenāmitatejasā yathāprāṇaṃ yathotsāhaṃ yodhayām āsur arjunam

Jene aber, von dem an Glanz unermesslichen Pārtha niedergemacht, kämpften nach Kräften und nach Vermögen weiter gegen Arjuna.

Wort für Wort
amitatejasā
dem an Glanz Unermesslichen (Instr.)
yathāprāṇaṃ yathotsāham
nach Kräften und nach Vermögen (Adv.)

tatas te phalgunenājau śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ kṛtā visaṃjñā bhūyiṣṭhāḥ klāntavāhanasainikāḥ

Da wurden sie von Phalguna in der Schlacht mit wohlgebogenen Pfeilen größtenteils besinnungslos gemacht, ihre Reittiere und Krieger erschöpft.

Wort für Wort
visaṃjñāḥ kṛtāḥ
besinnungslos gemacht (Ptz. Pl.)
klāntavāhanasainikāḥ
mit erschöpften Reittieren und Kriegern (Adj.)

tāṃs tu sarvān pariglānān viditvā dhṛtarāṣṭrajā duḥśalā bālam ādāya naptāraṃ prayayau tadā surathasya sutaṃ vīraṃ rathenānāgasaṃ tadā

Als aber Duḥśalā, die Tochter Dhṛtarāṣṭras, erkannte, dass sie alle völlig erschöpft waren, nahm sie den kleinen Enkel, den heldenhaften, schuldlosen Sohn Surathas, mit dem Wagen und fuhr da hin.

Wort für Wort
pariglānān
völlig erschöpft (Adj. Akk. Pl.)
surathasya sutam
den Sohn Surathas (Akk.)

śāntyarthaṃ sarvayodhānām abhyagacchata pāṇḍavam sā dhanaṃjayam āsādya mumocārtasvaraṃ tadā dhanaṃjayo 'pi tāṃ dṛṣṭvā dhanur visasṛje prabhuḥ

Um des Friedens aller Krieger willen näherte sie sich dem Pāṇḍava; bei Dhanaṃjaya angelangt, stieß sie da einen schmerzerfüllten Laut aus; und Dhanaṃjaya ließ, als er sie erblickte, sein Bogen fallen.

Wort für Wort
śāntyartham
um des Friedens willen (Akk.)
ārtasvaraṃ mumoca
stieß einen schmerzerfüllten Laut aus (Perf.)

samutsṛṣṭadhanuḥ pārthaḥ vidhivat bhaginīṃ tadā prāha kiṃ karavāṇīti sā ca taṃ vākyam abravīt

Nachdem Pārtha den Bogen hatte fallenlassen, sprach er da vorschriftsmäßig zu seiner Schwester: „Was soll ich tun?“ Und sie sprach zu ihm das Wort:

Wort für Wort
samutsṛṣṭadhanuḥ
der den Bogen fallengelassen hat (Adj.)
kiṃ karavāṇi
was soll ich tun (Optativ, 1. Ps.)

eṣa te bharataśreṣṭha svasrīyasyātmajaḥ śiśuḥ abhivādayate vīra taṃ paśya puruṣarṣabha

„Dies hier, o Bester der Bharatas, ist das Kind des Sohnes deines Schwestersohnes; es grüßt dich ehrerbietig, o Held – sieh es an, Stier unter den Männern.“

Wort für Wort
svasrīyasya ātmajaḥ
das Kind des Schwestersohnes (Nom.)
abhivādayate
es grüßt ehrerbietig (Pr. 3. Sg.)

ity uktas tasya pitaraṃ sa papracchārjunas tadā kvāsāv iti tato rājan duḥśalā vākyam abravīt

So angesprochen, fragte da Arjuna nach dessen Vater: „Wo ist er?“ Dann, o König, sprach Duḥśalā das Wort:

Wort für Wort
papraccha
er fragte (Perf.)
kva asau
wo ist er (Frage)

pitṛśokābhisaṃtapto viṣādārto 'sya vai pitā pañcatvam agamad vīra yathā tan me nibodha ha

„Von Kummer um seinen Vater verzehrt, von Verzweiflung gequält, ist sein Vater, o Held, dahingeschieden – höre von mir, wie es geschah.

Wort für Wort
pitṛśokābhisaṃtaptaḥ
vom Kummer um den Vater verzehrt (Adj.)
pañcatvam agamat
er ging ein zu den fünf Elementen, d.h. er starb (Perf.)

sa pūrvaṃ pitaraṃ śrutvā hataṃ yuddhe tvayānagha tvām āgataṃ ca saṃśrutya yuddhāya hayasāriṇam pituś ca mṛtyuduḥkhārto 'jahāt prāṇān dhanaṃjaya

Er, nachdem er zuerst gehört hatte, dass sein Vater von dir im Kampf erschlagen worden war, o Makelloser, und dass du, dem Opferpferd folgend, zum Kampf gekommen seist, gab er, vom Schmerz über den Tod des Vaters gequält, sein Leben auf, Dhanaṃjaya.

Wort für Wort
hayasāriṇam
dem Pferd Folgenden (Akk., Arjuna)
mṛtyuduḥkhārtaḥ
vom Schmerz über den Tod gequält (Adj.)

prāpto bībhatsur ity eva nāma śrutvaiva te 'nagha viṣādārtaḥ papātorvyāṃ mamāra ca mamātmajaḥ

Kaum die Nachricht vom Eintreffen Bībhatsus gehört habend, o Makelloser, fiel mein Sohn, von Verzweiflung überwältigt, zu Boden und starb.

Wort für Wort
bībhatsuḥ
Bībhatsu, Beiname Arjunas (Nom.)
viṣādārtaḥ papāta
von Verzweiflung überwältigt fiel er (Perf.)

'Bībhatsu' ist ein Beiname Arjunas (etwa 'der Abscheu-Empfindende', d.h. vor unedlen Taten).

taṃ tu dṛṣṭvā nipatitaṃ tatas tasyātmajaṃ vibho gṛhītvā samanuprāptā tvām adya śaraṇaiṣiṇī

Als ich ihn aber gefallen sah, da nahm ich, o Herr, dessen Sohn und bin heute, Schutz suchend, zu dir gekommen.“

Wort für Wort
śaraṇaiṣiṇī
Schutz suchend (Adj. Fem.)
samanuprāptā
hingelangt, angekommen (Ptz. Fem.)

ity uktvārtasvaraṃ sā tu mumoca dhṛtarāṣṭrajā dīnā dīnaṃ sthitaṃ pārtham abravīc cāpy adhomukham

So gesprochen habend, stieß die Tochter Dhṛtarāṣṭras einen schmerzerfüllten Laut aus; elend sprach sie, mit gesenktem Haupt, zu dem ebenso elend dastehenden Pārtha: „

Wort für Wort
adhomukham
mit gesenktem Haupt (Adv./Adj.)
dīnā dīnaṃ ... abravīt
elend sprach sie zu dem Elenden

svasāraṃ mām avekṣasva svasrīyātmajam eva ca kartum arhasi dharmajña dayāṃ mayi kurūdvaha vismṛtya kururājānaṃ taṃ ca mandaṃ jayadratham

Sieh auf mich, deine Schwester, und auf den Sohn deines Schwestersohnes; du solltest, Kenner des Rechts, Erbarmen mit mir haben, o Bester der Kurus, den Kurukönig und jenen törichten Jayadratha vergessend.

Wort für Wort
dayāṃ kartum arhasi
du solltest Erbarmen haben (Ger.)
kururājānam
den Kurukönig, d.h. Duryodhana (Akk.)

abhimanyor yathā jātaḥ parikṣit paravīrahā tathāyaṃ surathāj jāto mama pautro mahābhuja

Wie von Abhimanyu Parikṣit geboren wurde, der Feindeshelden-Töter, so ist dieser, von Suratha geboren, mein Enkel, o Starkarmiger.

Wort für Wort
paravīrahā
der Feindeshelden-Töter (Nom., Beiname Parikṣits)
mama pautraḥ
mein Enkel (Nom.)

tam ādāya naravyāghra saṃprāptāsmi tavāntikam śamārthaṃ sarvayodhānāṃ śṛṇu cedaṃ vaco mama

Ihn mitnehmend, Tiger unter den Männern, bin ich zu dir gekommen, um des Friedens aller Krieger willen; höre auch dieses mein Wort.

Wort für Wort
saṃprāptā asmi
ich bin angekommen (Perf. Fem.)
śamārtham
um des Friedens willen (Akk.)

āgato 'yaṃ mahābāho tasya mandasya pautrakaḥ prasādam asya bālasya tasmāt tvaṃ kartum arhasi

Gekommen ist hier, Großarmiger, dieser Enkel jenes Törichten; Gnade sollst du daher diesem Kind erweisen.

Wort für Wort
mandasya pautrakaḥ
der Enkel des Törichten (Nom., bezogen auf Jayadratha)
prasādam kartum arhasi
du solltest Gnade erweisen (Ger.)

eṣa prasādya śirasā mayā sārdham ariṃdama yācate tvāṃ mahābāho śamaṃ gaccha dhanaṃjaya

Dieser hier bittet, das Haupt neigend, zusammen mit mir, Feindebezwinger, dich um Gnade, Großarmiger; gewähre Frieden, Dhanaṃjaya.

Wort für Wort
śirasā prasādya
das Haupt neigend, bittend (Abs.)
śamaṃ gaccha
gewähre Frieden (Imp.)

bālasya hatabandhoś ca pārtha kiṃ cid ajānataḥ prasādaṃ kuru dharmajña mā manyuvaśam anvagāḥ

Erweise Gnade, Pārtha, Kenner des Rechts, diesem Kind, dessen Verwandte erschlagen sind und das nichts weiß; verfalle nicht der Macht des Zorns.

Wort für Wort
hatabandhoḥ
dessen Verwandte erschlagen sind (Gen.)
manyuvaśam mā anvagāḥ
verfalle nicht der Macht des Zorns (Inj.)

tam anāryaṃ nṛśaṃsaṃ ca vismṛtyāsya pitāmaham āgaskāriṇam atyarthaṃ prasādaṃ kartum arhasi

Vergiss jenen unedlen, grausamen, überaus schuldbeladenen Großvater dieses Kindes, und solltest Gnade walten lassen.“

Wort für Wort
anāryaṃ nṛśaṃsam
unedel und grausam (Adj. Akk.)
āgaskāriṇam
den Schuldbeladenen (Akk.)

evaṃ bruvatyāṃ karuṇaṃ duḥśalāyāṃ dhanaṃjayaḥ saṃsmṛtya devīṃ gāndhārīṃ dhṛtarāṣṭraṃ ca pārthivam provāca duḥkhaśokārtaḥ kṣatradharmaṃ vigarhayan

Während Duḥśalā so kläglich sprach, gedachte Dhanaṃjaya der Königin Gāndhārī und des Königs Dhṛtarāṣṭra und sprach, von Schmerz und Kummer gequält, das Kriegerrecht tadelnd:

Wort für Wort
kṣatradharmam vigarhayan
das Kriegerrecht tadelnd (Ptz.)
duḥkhaśokārtaḥ
von Schmerz und Kummer gequält (Adj.)

dhik taṃ duryodhanaṃ kṣudraṃ rājyalubdhaṃ ca māninam yatkṛte bāndhavāḥ sarve mayā nītā yamakṣayam

„Schande über jenen niederträchtigen, nach der Herrschaft gierenden und eitlen Duryodhana, um dessentwillen alle Verwandten von mir in Yamas Reich geschickt wurden.“

Wort für Wort
dhik
Schande über, Verwünschung (Interj.)
yamakṣayam nītāḥ
in Yamas Reich geschickt (Ptz. Pl.)

ity uktvā bahu sāntvādi prasādam akaroj jayaḥ pariṣvajya ca tāṃ prīto visasarja gṛhān prati

So gesprochen habend, sprach der Sieger viele tröstende Worte und gewährte Gnade; und er umarmte sie und entließ sie erfreut in Richtung ihres Hauses.

Wort für Wort
sāntvādi
tröstende Worte u.a. (Akk.)
pariṣvajya
umarmend (Abs.)

duḥśalā cāpi tān yodhān nivārya mahato raṇāt saṃpūjya pārthaṃ prayayau gṛhān prati śubhānanā

Auch Duḥśalā, die Schönantlitzige, hielt jene Krieger von der großen Schlacht zurück, erwies dem Pārtha Ehre und zog fort in Richtung ihres Hauses.

Wort für Wort
nivārya
zurückhaltend (Abs.)
śubhānanā
die Schönantlitzige (Adj. Fem.)

tataḥ saindhavakān yodhān vinirjitya nararṣabhaḥ punar evānvadhāvat sa taṃ hayaṃ kāmacāriṇam

Nachdem er die sindhuischen Krieger besiegt hatte, folgte der Stier unter den Männern wieder jenem nach Belieben wandernden Pferd.

Wort für Wort
vinirjitya
besiegt habend (Abs.)
kāmacāriṇam
das nach Belieben Wandernde (Akk.)

sasāra yajñiyaṃ vīro vidhivat sa viśāṃ pate tārāmṛgam ivākāśe devadevaḥ pinākadhṛk

Der Held folgte vorschriftsmäßig dem Opfertier, o Herr der Völker, wie am Himmel der Gott der Götter, der Pināka-Träger, dem Sternbild-Wild nachjagt.

Wort für Wort
tārāmṛgam
das Sternbild-Wild (Akk., Mṛgaśiras)
devadevaḥ pinākadhṛk
der Gott der Götter, der Pināka-Träger (Nom., Śiva)

[?] Anspielung auf einen mythischen Vorgang, wonach Rudra/Śiva das Sternbild Mṛgaśiras ('Wild-Haupt') am Himmel verfolgt; die genaue Bezugsmythe bleibt im Text unausgesprochen.

sa ca vājī yatheṣṭena tāṃs tān deśān yathāsukham vicacāra yathākāmaṃ karma pārthasya vardhayan

Und jenes Ross durchstreifte nach Belieben, wie es ihm gefiel, jene und jene Länder nach eigenem Wunsch, indem es Pārthas Werk mehrte.

Wort für Wort
yatheṣṭena yathāsukham
nach Belieben, wie es beliebte (Adv.)
karma vardhayan
das Werk mehrend (Ptz.)

krameṇa sa hayas tv evaṃ vicaran bharatarṣabha maṇipūrapater deśam upāyāt sahapāṇḍavaḥ

So allmählich umherziehend, gelangte jenes Pferd, o Stier der Bharatas, zusammen mit dem Pāṇḍava in das Land des Herrschers von Maṇipūra.

Wort für Wort
krameṇa
allmählich, schrittweise (Adv.)
maṇipūrapateḥ deśam
in das Land des Herrschers von Maṇipūra (Akk.)

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