Mahābhārata · Āśvamedhikaparva
Kapitel 77: duhshalasamagamah
Duḥśalās Bitte und die Ankunft im Land von Maṇipūra
vaiśaṃpāyana uvāca tato gāṇḍīvabhṛc chūro yuddhāya samavasthitaḥ vibabhau yudhi durdharṣo himavān acalo yathā
Vaiśaṃpāyana sprach: Da stand der Held, der Gāṇḍīva-Träger, kampfbereit; unangreifbar leuchtete er in der Schlacht wie der unbewegliche Himālaya.
Wort für Wort gāṇḍīvabhṛt der Gāṇḍīva-Träger (Arjuna, Nom. Sg.) durdharṣaḥ unangreifbar, unbezwingbar (Adj.) tataḥ saindhavayodhās te punar eva vyavasthitāḥ vimuñcantaḥ susaṃrabdhāḥ śaravarṣāṇi bhārata
Da hatten sich jene Sindhu-Krieger von neuem aufgestellt und entsandten, heftig erzürnt, o Bhārata, Pfeilschauer.
Wort für Wort punar eva vyavasthitāḥ von neuem aufgestellt (Ptz. Pl.) śaravarṣāṇi Pfeilschauer (Akk. Pl.) tān prasahya mahāvīryaḥ punar eva vyavasthitān tataḥ provāca kaunteyo mumūrṣūñ ślakṣṇayā girā
Jene gewaltig-tapferen, die sich abermals aufgestellt hatten, bezwingend, sprach da der Sohn der Kuntī mit sanfter Stimme zu den Todgeweihten:
Wort für Wort mahāvīryaḥ der gewaltig-Tapfere (Arjuna) mumūrṣūn die Todgeweihten, Sterbenwollenden (Akk. Pl.) yudhyadhvaṃ parayā śaktyā yatadhvaṃ ca vadhe mama kurudhvaṃ sarvakāryāṇi mahad vo bhayam āgatam
„Kämpft mit äußerster Kraft, strengt euch an für meinen Tod, verrichtet alle eure Taten – große Furcht ist über euch gekommen.
Wort für Wort parayā śaktyā mit äußerster Kraft (Instr.) mahad vo bhayam āgatam große Furcht ist über euch gekommen eṣa yotsyāmi vaḥ sarvān nivārya śaravāgurām tiṣṭhadhvaṃ yuddhamanaso darpaṃ vinayitāsmi vaḥ
Ich werde euch alle bekämpfen, nachdem ich das Pfeilnetz abgewehrt habe; steht fest, ihr Kampfbegierigen – ich werde euren Hochmut demütigen.“
Wort für Wort śaravāgurām das Pfeilnetz (Akk.) darpaṃ vinayitāsmi ich werde den Hochmut demütigen (Fut.) etāvad uktvā kauravyo ruṣā gāṇḍīvabhṛt tadā tato 'tha vacanaṃ smṛtvā bhrātur jyeṣṭhasya bhārata
So viel gesprochen habend, der Sohn der Kurus, der Gāṇḍīva-Träger, da im Zorn – doch dann, sich der Worte seines älteren Bruders erinnernd, o Bhārata,
Wort für Wort etāvad uktvā so viel gesprochen habend (Abs.) vacanaṃ smṛtvā sich des Wortes erinnernd (Abs.) na hantavyā raṇe tāta kṣatriyā vijigīṣavaḥ jetavyāś ceti yat proktaṃ dharmarājñā mahātmanā cintayām āsa ca tadā phalgunaḥ puruṣarṣabhaḥ
dass nach Sieg strebende Kṣatriyas im Kampf nicht getötet, sondern nur besiegt werden sollten, mein Sohn – so hatte es der großmütige Dharmarāja erklärt: dies erwog da Phalguna, der Stier unter den Männern.
Wort für Wort na hantavyāḥ ... jetavyāḥ nicht zu töten ... nur zu besiegen (Ger.) cintayām āsa er erwog (Perf.) Yudhiṣṭhiras frühere Weisung wird hier indirekt wiedergegeben, da sie als Erinnerung in reiner Erzählung steht.
ity ukto 'haṃ narendreṇa na hantavyā nṛpā iti kathaṃ tan na mṛṣeha syād dharmarājavacaṃ śubham
„So bin ich vom Herrscher der Männer angewiesen worden, dass Könige nicht zu töten seien – wie könnte hier dieses heilsame Wort des Dharmarāja unwahr werden?“
Wort für Wort ity uktaḥ so angewiesen (Ptz.) mṛṣā unwahr, vergeblich (Adv.) Arjunas eigener innerer Monolog; die zitierte Weisung des Bruders bleibt ohne eigenes Anführungszeichen eingebettet, da sie ursprünglich an ihn selbst gerichtet war.
na hanyeraṃś ca rājāno rājñaś cājñā kṛtā bhavet iti saṃcintya sa tadā bhrātuḥ priyahite rataḥ provāca vākyaṃ dharmajñaḥ saindhavān yuddhadurmadān
Und dass Könige nicht getötet werden dürften und so der Befehl des Königs erfüllt würde – so erwägend, sprach er, dem Wohl seines Bruders zugetan, der Rechtskundige, zu den kampfestollen Sindhu-Kriegern das Wort:
Wort für Wort saṃcintya erwägend (Abs.) yuddhadurmadān die kampfestollen (Akk. Pl.) bālān striyo vā yuṣmākaṃ na haniṣye vyavasthitān yaś ca vakṣyati saṃgrāme tavāsmīti parājitaḥ
„Eure Kinder und Frauen, die dort stehen, werde ich nicht töten; und wer sich im Kampf besiegt ergibt und sich mir unterwirft –
Wort für Wort bālān striyaḥ vā Kinder oder Frauen (Akk. Pl.) parājitaḥ besiegt (Ptz.) etac chrutvā vaco mahyaṃ kurudhvaṃ hitam ātmanaḥ ato 'nyathā kṛcchragatā bhaviṣyatha mayārditāḥ
wer dieses mein Wort gehört hat, der handle zu seinem eigenen Heil; andernfalls werdet ihr, von mir bedrängt, in schwere Not geraten.“
Wort für Wort hitam ātmanaḥ zum eigenen Heil (Akk.) kṛcchragatāḥ in Not geraten (Adj. Pl.) evam uktvā tu tān vīrān yuyudhe kurupuṃgavaḥ atvarāvān asaṃrabdhaḥ saṃrabdhair vijigīṣubhiḥ
So zu jenen Helden gesprochen habend, kämpfte der Stier der Kurus, unbeeilt und unaufgeregt, gegen die Aufgeregten, die nach Sieg strebten.
Wort für Wort atvarāvān asaṃrabdhaḥ unbeeilt und unaufgeregt (Adj.) vijigīṣubhiḥ den nach Sieg Strebenden (Instr. Pl.) tataḥ śatasahasrāṇi śarāṇāṃ nataparvaṇām mumucuḥ saindhavā rājaṃs tadā gāṇḍīvadhanvani
Da entsandten die Sindhu-Krieger Hunderttausende von Pfeilen mit gebeugten Kerben gegen den Gāṇḍīva-Bogenträger, o König.
Wort für Wort śatasahasrāṇi Hunderttausende (Nom./Akk. Pl.) nataparvaṇām mit gebeugten Kerben (Gen. Pl.) sa tān āpatataḥ krūrān āśīviṣaviṣopamān ciccheda niśitair bāṇair antaraiva dhanaṃjayaḥ
Er, Dhanaṃjaya, zerschnitt jene grausamen, giftschlangengleichen Pfeile, die heranstürmten, schon in der Luft mit scharfen Pfeilen.
Wort für Wort āśīviṣaviṣopamān giftschlangengleich (Adj. Akk. Pl.) antarā in der Luft, dazwischen (Adv.) chittvā tu tān āśugamān kaṅkapatrāñ śilāśitān ekaikam eṣa daśabhir bibheda samare śaraiḥ
Nachdem er jene schnellfliegenden, mit Reiherfedern versehenen, an Stein geschärften Pfeile zerschnitten hatte, durchbohrte er im Kampf jeden einzelnen Gegner mit zehn Pfeilen.
Wort für Wort kaṅkapatrān mit Reiherfedern versehen (Adj. Akk. Pl.) ekaikam daśabhiḥ jeden einzelnen mit zehn (Instr.) tataḥ prāsāṃś ca śaktīś ca punar eva dhanaṃjaye jayadrathaṃ hataṃ smṛtvā cikṣipuḥ saindhavā nṛpāḥ
Dann schleuderten die Sindhu-Könige, sich des erschlagenen Jayadratha erinnernd, wiederum Speere und Lanzen gegen Dhanaṃjaya.
Wort für Wort prāsān śaktīḥ Speere und Lanzen (Akk. Pl.) jayadrathaṃ hataṃ smṛtvā sich des erschlagenen Jayadratha erinnernd (Abs.) teṣāṃ kirīṭī saṃkalpaṃ moghaṃ cakre mahāmanāḥ sarvāṃs tān antarā chittvā mudā cukrośa pāṇḍavaḥ
Der Diademträger, der Großmütige, vereitelte ihr Vorhaben, indem er sie alle in der Luft zerschnitt; und der Pāṇḍava stieß freudig einen Kampfruf aus.
Wort für Wort saṃkalpaṃ moghaṃ cakre vereitelte das Vorhaben (Perf.) mudā cukrośa stieß freudig einen Ruf aus (Perf.) tathaivāpatatāṃ teṣāṃ yodhānāṃ jayagṛddhinām śirāṃsi pātayām āsa bhallaiḥ saṃnataparvabhiḥ
Ebenso ließ er die Häupter jener heranstürmenden, nach Sieg gierenden Krieger mit breitköpfigen, wohlgebogenen Pfeilen fallen.
Wort für Wort jayagṛddhinām der nach Sieg gierenden (Gen. Pl.) śirāṃsi pātayām āsa ließ die Häupter fallen (Perf.) teṣāṃ pradravatāṃ caiva punar eva ca dhāvatām nivartatāṃ ca śabdo 'bhūt pūrṇasyeva mahodadheḥ
Von jenen, die flohen und wieder anstürmten und sich zurückzogen, erhob sich ein Getöse wie von dem angefüllten großen Ozean.
Wort für Wort pradravatām der Fliehenden (Gen. Pl.) pūrṇasya mahodadheḥ des angefüllten großen Ozeans (Gen.) te vadhyamānās tu tadā pārthenāmitatejasā yathāprāṇaṃ yathotsāhaṃ yodhayām āsur arjunam
Jene aber, von dem an Glanz unermesslichen Pārtha niedergemacht, kämpften nach Kräften und nach Vermögen weiter gegen Arjuna.
Wort für Wort amitatejasā dem an Glanz Unermesslichen (Instr.) yathāprāṇaṃ yathotsāham nach Kräften und nach Vermögen (Adv.) tatas te phalgunenājau śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ kṛtā visaṃjñā bhūyiṣṭhāḥ klāntavāhanasainikāḥ
Da wurden sie von Phalguna in der Schlacht mit wohlgebogenen Pfeilen größtenteils besinnungslos gemacht, ihre Reittiere und Krieger erschöpft.
Wort für Wort visaṃjñāḥ kṛtāḥ besinnungslos gemacht (Ptz. Pl.) klāntavāhanasainikāḥ mit erschöpften Reittieren und Kriegern (Adj.) tāṃs tu sarvān pariglānān viditvā dhṛtarāṣṭrajā duḥśalā bālam ādāya naptāraṃ prayayau tadā surathasya sutaṃ vīraṃ rathenānāgasaṃ tadā
Als aber Duḥśalā, die Tochter Dhṛtarāṣṭras, erkannte, dass sie alle völlig erschöpft waren, nahm sie den kleinen Enkel, den heldenhaften, schuldlosen Sohn Surathas, mit dem Wagen und fuhr da hin.
Wort für Wort pariglānān völlig erschöpft (Adj. Akk. Pl.) surathasya sutam den Sohn Surathas (Akk.) śāntyarthaṃ sarvayodhānām abhyagacchata pāṇḍavam sā dhanaṃjayam āsādya mumocārtasvaraṃ tadā dhanaṃjayo 'pi tāṃ dṛṣṭvā dhanur visasṛje prabhuḥ
Um des Friedens aller Krieger willen näherte sie sich dem Pāṇḍava; bei Dhanaṃjaya angelangt, stieß sie da einen schmerzerfüllten Laut aus; und Dhanaṃjaya ließ, als er sie erblickte, sein Bogen fallen.
Wort für Wort śāntyartham um des Friedens willen (Akk.) ārtasvaraṃ mumoca stieß einen schmerzerfüllten Laut aus (Perf.) samutsṛṣṭadhanuḥ pārthaḥ vidhivat bhaginīṃ tadā prāha kiṃ karavāṇīti sā ca taṃ vākyam abravīt
Nachdem Pārtha den Bogen hatte fallenlassen, sprach er da vorschriftsmäßig zu seiner Schwester: „Was soll ich tun?“ Und sie sprach zu ihm das Wort:
Wort für Wort samutsṛṣṭadhanuḥ der den Bogen fallengelassen hat (Adj.) kiṃ karavāṇi was soll ich tun (Optativ, 1. Ps.) eṣa te bharataśreṣṭha svasrīyasyātmajaḥ śiśuḥ abhivādayate vīra taṃ paśya puruṣarṣabha
„Dies hier, o Bester der Bharatas, ist das Kind des Sohnes deines Schwestersohnes; es grüßt dich ehrerbietig, o Held – sieh es an, Stier unter den Männern.“
Wort für Wort svasrīyasya ātmajaḥ das Kind des Schwestersohnes (Nom.) abhivādayate es grüßt ehrerbietig (Pr. 3. Sg.) ity uktas tasya pitaraṃ sa papracchārjunas tadā kvāsāv iti tato rājan duḥśalā vākyam abravīt
So angesprochen, fragte da Arjuna nach dessen Vater: „Wo ist er?“ Dann, o König, sprach Duḥśalā das Wort:
Wort für Wort papraccha er fragte (Perf.) kva asau wo ist er (Frage) pitṛśokābhisaṃtapto viṣādārto 'sya vai pitā pañcatvam agamad vīra yathā tan me nibodha ha
„Von Kummer um seinen Vater verzehrt, von Verzweiflung gequält, ist sein Vater, o Held, dahingeschieden – höre von mir, wie es geschah.
Wort für Wort pitṛśokābhisaṃtaptaḥ vom Kummer um den Vater verzehrt (Adj.) pañcatvam agamat er ging ein zu den fünf Elementen, d.h. er starb (Perf.) sa pūrvaṃ pitaraṃ śrutvā hataṃ yuddhe tvayānagha tvām āgataṃ ca saṃśrutya yuddhāya hayasāriṇam pituś ca mṛtyuduḥkhārto 'jahāt prāṇān dhanaṃjaya
Er, nachdem er zuerst gehört hatte, dass sein Vater von dir im Kampf erschlagen worden war, o Makelloser, und dass du, dem Opferpferd folgend, zum Kampf gekommen seist, gab er, vom Schmerz über den Tod des Vaters gequält, sein Leben auf, Dhanaṃjaya.
Wort für Wort hayasāriṇam dem Pferd Folgenden (Akk., Arjuna) mṛtyuduḥkhārtaḥ vom Schmerz über den Tod gequält (Adj.) prāpto bībhatsur ity eva nāma śrutvaiva te 'nagha viṣādārtaḥ papātorvyāṃ mamāra ca mamātmajaḥ
Kaum die Nachricht vom Eintreffen Bībhatsus gehört habend, o Makelloser, fiel mein Sohn, von Verzweiflung überwältigt, zu Boden und starb.
Wort für Wort bībhatsuḥ Bībhatsu, Beiname Arjunas (Nom.) viṣādārtaḥ papāta von Verzweiflung überwältigt fiel er (Perf.) 'Bībhatsu' ist ein Beiname Arjunas (etwa 'der Abscheu-Empfindende', d.h. vor unedlen Taten).
taṃ tu dṛṣṭvā nipatitaṃ tatas tasyātmajaṃ vibho gṛhītvā samanuprāptā tvām adya śaraṇaiṣiṇī
Als ich ihn aber gefallen sah, da nahm ich, o Herr, dessen Sohn und bin heute, Schutz suchend, zu dir gekommen.“
Wort für Wort śaraṇaiṣiṇī Schutz suchend (Adj. Fem.) samanuprāptā hingelangt, angekommen (Ptz. Fem.) ity uktvārtasvaraṃ sā tu mumoca dhṛtarāṣṭrajā dīnā dīnaṃ sthitaṃ pārtham abravīc cāpy adhomukham
So gesprochen habend, stieß die Tochter Dhṛtarāṣṭras einen schmerzerfüllten Laut aus; elend sprach sie, mit gesenktem Haupt, zu dem ebenso elend dastehenden Pārtha: „
Wort für Wort adhomukham mit gesenktem Haupt (Adv./Adj.) dīnā dīnaṃ ... abravīt elend sprach sie zu dem Elenden svasāraṃ mām avekṣasva svasrīyātmajam eva ca kartum arhasi dharmajña dayāṃ mayi kurūdvaha vismṛtya kururājānaṃ taṃ ca mandaṃ jayadratham
Sieh auf mich, deine Schwester, und auf den Sohn deines Schwestersohnes; du solltest, Kenner des Rechts, Erbarmen mit mir haben, o Bester der Kurus, den Kurukönig und jenen törichten Jayadratha vergessend.
Wort für Wort dayāṃ kartum arhasi du solltest Erbarmen haben (Ger.) kururājānam den Kurukönig, d.h. Duryodhana (Akk.) abhimanyor yathā jātaḥ parikṣit paravīrahā tathāyaṃ surathāj jāto mama pautro mahābhuja
Wie von Abhimanyu Parikṣit geboren wurde, der Feindeshelden-Töter, so ist dieser, von Suratha geboren, mein Enkel, o Starkarmiger.
Wort für Wort paravīrahā der Feindeshelden-Töter (Nom., Beiname Parikṣits) mama pautraḥ mein Enkel (Nom.) tam ādāya naravyāghra saṃprāptāsmi tavāntikam śamārthaṃ sarvayodhānāṃ śṛṇu cedaṃ vaco mama
Ihn mitnehmend, Tiger unter den Männern, bin ich zu dir gekommen, um des Friedens aller Krieger willen; höre auch dieses mein Wort.
Wort für Wort saṃprāptā asmi ich bin angekommen (Perf. Fem.) śamārtham um des Friedens willen (Akk.) āgato 'yaṃ mahābāho tasya mandasya pautrakaḥ prasādam asya bālasya tasmāt tvaṃ kartum arhasi
Gekommen ist hier, Großarmiger, dieser Enkel jenes Törichten; Gnade sollst du daher diesem Kind erweisen.
Wort für Wort mandasya pautrakaḥ der Enkel des Törichten (Nom., bezogen auf Jayadratha) prasādam kartum arhasi du solltest Gnade erweisen (Ger.) eṣa prasādya śirasā mayā sārdham ariṃdama yācate tvāṃ mahābāho śamaṃ gaccha dhanaṃjaya
Dieser hier bittet, das Haupt neigend, zusammen mit mir, Feindebezwinger, dich um Gnade, Großarmiger; gewähre Frieden, Dhanaṃjaya.
Wort für Wort śirasā prasādya das Haupt neigend, bittend (Abs.) śamaṃ gaccha gewähre Frieden (Imp.) bālasya hatabandhoś ca pārtha kiṃ cid ajānataḥ prasādaṃ kuru dharmajña mā manyuvaśam anvagāḥ
Erweise Gnade, Pārtha, Kenner des Rechts, diesem Kind, dessen Verwandte erschlagen sind und das nichts weiß; verfalle nicht der Macht des Zorns.
Wort für Wort hatabandhoḥ dessen Verwandte erschlagen sind (Gen.) manyuvaśam mā anvagāḥ verfalle nicht der Macht des Zorns (Inj.) tam anāryaṃ nṛśaṃsaṃ ca vismṛtyāsya pitāmaham āgaskāriṇam atyarthaṃ prasādaṃ kartum arhasi
Vergiss jenen unedlen, grausamen, überaus schuldbeladenen Großvater dieses Kindes, und solltest Gnade walten lassen.“
Wort für Wort anāryaṃ nṛśaṃsam unedel und grausam (Adj. Akk.) āgaskāriṇam den Schuldbeladenen (Akk.) evaṃ bruvatyāṃ karuṇaṃ duḥśalāyāṃ dhanaṃjayaḥ saṃsmṛtya devīṃ gāndhārīṃ dhṛtarāṣṭraṃ ca pārthivam provāca duḥkhaśokārtaḥ kṣatradharmaṃ vigarhayan
Während Duḥśalā so kläglich sprach, gedachte Dhanaṃjaya der Königin Gāndhārī und des Königs Dhṛtarāṣṭra und sprach, von Schmerz und Kummer gequält, das Kriegerrecht tadelnd:
Wort für Wort kṣatradharmam vigarhayan das Kriegerrecht tadelnd (Ptz.) duḥkhaśokārtaḥ von Schmerz und Kummer gequält (Adj.) dhik taṃ duryodhanaṃ kṣudraṃ rājyalubdhaṃ ca māninam yatkṛte bāndhavāḥ sarve mayā nītā yamakṣayam
„Schande über jenen niederträchtigen, nach der Herrschaft gierenden und eitlen Duryodhana, um dessentwillen alle Verwandten von mir in Yamas Reich geschickt wurden.“
Wort für Wort dhik Schande über, Verwünschung (Interj.) yamakṣayam nītāḥ in Yamas Reich geschickt (Ptz. Pl.) ity uktvā bahu sāntvādi prasādam akaroj jayaḥ pariṣvajya ca tāṃ prīto visasarja gṛhān prati
So gesprochen habend, sprach der Sieger viele tröstende Worte und gewährte Gnade; und er umarmte sie und entließ sie erfreut in Richtung ihres Hauses.
Wort für Wort sāntvādi tröstende Worte u.a. (Akk.) pariṣvajya umarmend (Abs.) duḥśalā cāpi tān yodhān nivārya mahato raṇāt saṃpūjya pārthaṃ prayayau gṛhān prati śubhānanā
Auch Duḥśalā, die Schönantlitzige, hielt jene Krieger von der großen Schlacht zurück, erwies dem Pārtha Ehre und zog fort in Richtung ihres Hauses.
Wort für Wort nivārya zurückhaltend (Abs.) śubhānanā die Schönantlitzige (Adj. Fem.) tataḥ saindhavakān yodhān vinirjitya nararṣabhaḥ punar evānvadhāvat sa taṃ hayaṃ kāmacāriṇam
Nachdem er die sindhuischen Krieger besiegt hatte, folgte der Stier unter den Männern wieder jenem nach Belieben wandernden Pferd.
Wort für Wort vinirjitya besiegt habend (Abs.) kāmacāriṇam das nach Belieben Wandernde (Akk.) sasāra yajñiyaṃ vīro vidhivat sa viśāṃ pate tārāmṛgam ivākāśe devadevaḥ pinākadhṛk
Der Held folgte vorschriftsmäßig dem Opfertier, o Herr der Völker, wie am Himmel der Gott der Götter, der Pināka-Träger, dem Sternbild-Wild nachjagt.
Wort für Wort tārāmṛgam das Sternbild-Wild (Akk., Mṛgaśiras) devadevaḥ pinākadhṛk der Gott der Götter, der Pināka-Träger (Nom., Śiva) [?] Anspielung auf einen mythischen Vorgang, wonach Rudra/Śiva das Sternbild Mṛgaśiras ('Wild-Haupt') am Himmel verfolgt; die genaue Bezugsmythe bleibt im Text unausgesprochen.
sa ca vājī yatheṣṭena tāṃs tān deśān yathāsukham vicacāra yathākāmaṃ karma pārthasya vardhayan
Und jenes Ross durchstreifte nach Belieben, wie es ihm gefiel, jene und jene Länder nach eigenem Wunsch, indem es Pārthas Werk mehrte.
Wort für Wort yatheṣṭena yathāsukham nach Belieben, wie es beliebte (Adv.) karma vardhayan das Werk mehrend (Ptz.) krameṇa sa hayas tv evaṃ vicaran bharatarṣabha maṇipūrapater deśam upāyāt sahapāṇḍavaḥ
So allmählich umherziehend, gelangte jenes Pferd, o Stier der Bharatas, zusammen mit dem Pāṇḍava in das Land des Herrschers von Maṇipūra.
Wort für Wort krameṇa allmählich, schrittweise (Adv.) maṇipūrapateḥ deśam in das Land des Herrschers von Maṇipūra (Akk.)
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