arjuna uvāca kim āgamanakṛtyaṃ te kauravyakulanandini maṇipūrapater mātus tathaiva ca raṇājire
Arjuna sprach: „Was ist der Grund deines Kommens, Freude des Kuru-Geschlechts, und ebenso das der Mutter des Herrschers von Maṇipūra, auf dieses Schlachtfeld?
tam uvācoragapater duhitā prahasanty atha na me tvam aparāddho 'si na nṛpo babhruvāhanaḥ na janitrī tathāsyeyaṃ mama yā preṣyavat sthitā
Da sprach zu ihm, lächelnd, die Tochter des Schlangenfürsten: „Weder bist du mir gegenüber schuldig, noch ist es der König Babhruvāhana, noch diese Mutter hier, die wie eine Dienerin dasteht.
Wort für Wort
aparāddhaḥ
schuldig, im Unrecht (Adj.)
preṣyavat sthitā
wie eine Dienerin dastehend (Adj. Fem.)
[?] Der genaue Bezug von 'mama' (mein) bei 'janitrī' (Mutter) bleibt im Sanskrit-Text unklar; hier verstanden als lockere Bezeichnung Citrāṅgadās, der Mutter Babhruvāhanas.
na hi bhīṣmas tvayā vīra yudhyamāno nipātitaḥ śikhaṇḍinā tu saṃsaktas tam āśritya hatas tvayā
Denn Bhīṣma wurde nicht von dir, o Held, während er eigentlich kämpfte, gefällt; vielmehr wurde er, mit Śikhaṇḍin im Kampf verstrickt, unter dessen Deckung von dir getötet.
Wort für Wort
yudhyamānaḥ
kämpfend (Ptz.)
tam āśritya
sich auf jenen stützend, unter dessen Deckung (Abs.)
eṣā tu vihitā śāntiḥ putrād yāṃ prāptavān asi vasubhir vasudhāpāla gaṅgayā ca mahāmate
Dies aber ist die vorgeschriebene Sühne, die du von deinem Sohn erlangt hast, angeordnet von den Vasus, Herrscher der Erde, und von Gaṅgā, du Weitsinniger.
Wort für Wort
vihitā śāntiḥ
die vorgeschriebene Sühne (Nom.)
vasubhiḥ
von den Vasus (Instr. Pl., den acht Elementargöttern)
purā hi śrutam etad vai vasubhiḥ kathitaṃ mayā gaṅgāyās tīram āgamya hate śāṃtanave nṛpe
Dies nämlich habe ich einst von den Vasus erzählt gehört, als ich, nachdem der König, der Sohn Śaṃtanus, getötet worden war, an das Ufer der Gaṅgā gekommen war.
āplutya devā vasavaḥ sametya ca mahānadīm idam ūcur vaco ghoraṃ bhāgīrathyā mate tadā
Die Vasu-Götter, eingetaucht und am großen Strom versammelt, sprachen damals, im Einverständnis mit Bhāgīrathī, zu ihr jenes schreckliche Wort,
Wort für Wort
āplutya
eingetaucht (Abs.)
bhāgīrathyā mate
im Einverständnis mit Bhāgīrathī, d.h. Gaṅgā (Lok. Abs.)
Die folgenden drei Verse (013-015) geben die Rede der Vasus an Gaṅgā indirekt wieder, da sie als eingebettete dritte Partei innerhalb Ulūpīs eigener, bereits geöffneter Rede erscheinen.
dass dieser Bhīṣma, der Sohn Śaṃtanus, von Savyasācin getötet worden sei, während er, im Kampf mit einem anderen verstrickt, gar nicht gegen ihn gekämpft habe –
evaṃ kṛte sa nāgendra muktaśāpo bhaviṣyati gaccheti vasubhiś cokto mama cedaṃ śaśaṃsa saḥ
wenn dies geschehen sei, werde er, o Schlangenfürst, vom Fluch befreit sein; er solle gehen. So von den Vasus angesprochen, teilte er, mein Vater, mir dies mit.
Der Sohn gilt als das eigene Selbst; deshalb bist du hier von ihm, gleichsam von dir selbst, besiegt worden. Darin sehe ich kein Vergehen meinerseits – wie aber denkst du darüber, Gebieter?“
So gesprochen habend, sprach Jaya dann zu seinem Sohn, dem Herrscher von Maṇipūra, während Citrāṅgadā und ebenso jene, die Tochter des Kuru-Hauses, zuhörten:
Wort für Wort
jayaḥ
Jaya, Beiname Arjunas (Nom.)
śṛṇvantyāḥ
während sie zuhörte (Ptz. Fem. Gen./Lok.)
[?] 'kauravyaduhituḥ' (Tochter des Kuru-Hauses) bezieht sich hier vermutlich ehrenhalber auf Ulūpī, obgleich sie ihrer Herkunft nach eine Nāga-Prinzessin ist.
„Yudhiṣṭhiras Pferdeopfer wird zum nächsten Caitra-Vollmond stattfinden; dorthin sollst du kommen, zusammen mit deinen Ministern und begleitet von deinen beiden Müttern, o König.“
uṣitveha viśalyas tvaṃ sukhaṃ sve veśmani prabho punar aśvānugamanaṃ kartāsi jayatāṃ vara
Nachdem du hier, von deinem Pfeil geheilt, glücklich in deinem eigenen Haus geweilt hast, Gebieter, wirst du dem Pferd wieder folgen, Bester der Sieger.“