Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Āśvamedhikaparva

Kapitel 36: tamoguṇavarṇanam Brahmās Lehre: Die Eigenschaft des Tamas

brahmovāca tad avyaktam anudriktaṃ sarvavyāpi dhruvaṃ sthiram navadvāraṃ puraṃ vidyāt triguṇaṃ pañcadhātukam

'Brahmā sprach weiter: Man solle jenes [Selbst] als unoffenbar, unvermindert, alldurchdringend, fest und beständig erkennen - wohnend in der Stadt mit neun Toren, die aus drei Eigenschaften (guṇas) und fünf Elementen bestehe.'

Wort für Wort
navadvāram puram
die Stadt mit neun Toren, der Körper (Akk. Sg. n., klass. Bild für den Leib)
pañcadhātukam
aus fünf Elementen bestehend (Akk. Sg. n.)

ekādaśaparikṣepaṃ mano vyākaraṇātmakam buddhisvāmikam ity etat param ekādaśaṃ bhavet

'Von elffacher Umgrenzung sei diese Stadt; der Geist, von unterscheidender Natur, dem Verstand untertan - dies sei das höchste, das elfte Element.'

Wort für Wort
ekādaśaparikṣepam
von elffacher Umgrenzung (Akk. Sg. n.)
buddhisvāmikam
dem Verstand als Herrn unterstellt (Nom. Sg. n.)

trīṇi srotāṃsi yāny asminn āpyāyante punaḥ punaḥ praṇāḍyas tisra evaitāḥ pravartante guṇātmikāḥ

'Die drei Ströme, die sich in ihr immer wieder verstärken - eben diese drei Kanäle wirkten, aus der Natur der Eigenschaften bestehend.'

Wort für Wort
srotāṃsi
Ströme (Nom. Pl. n.)
praṇāḍyaḥ
Kanäle (Nom. Pl. f.)

tamo rajas tathā sattvaṃ guṇān etān pracakṣate anyonyamithunāḥ sarve tathānyonyānujīvinaḥ

'Tamas, Rajas und Sattva nenne man diese Eigenschaften; alle seien wechselseitig gepaart und ebenso wechselseitig voneinander lebend.'

Wort für Wort
anyonyamithunāḥ
wechselseitig gepaart (Nom. Pl. m.)
anyonyānujīvinaḥ
wechselseitig voneinander lebend (Nom. Pl. m.)

anyonyāpāśrayāś caiva tathānyonyānuvartinaḥ anyonyavyatiṣaktāś ca triguṇāḥ pañca dhātavaḥ

'wechselseitig aufeinander gestützt, einander folgend und miteinander verwoben seien die drei Eigenschaften und die fünf Elemente.'

Wort für Wort
anyonyāpāśrayāḥ
wechselseitig aufeinander gestützt (Nom. Pl. m.)
anyonyavyatiṣaktāḥ
miteinander verwoben (Nom. Pl. m.)

tamaso mithunaṃ sattvaṃ sattvasya mithunaṃ rajaḥ rajasaś cāpi sattvaṃ syāt sattvasya mithunaṃ tamaḥ

'Sattva sei der Partner des Tamas, Rajas der Partner des Sattva, und Sattva könne auch der Partner des Rajas sein; Tamas sei der Partner des Sattva.'

Wort für Wort
mithunam
Paar, Partner (Nom. Sg. n.)
syāt
es könnte sein (3. Sg. Optativ, √as)

niyamyate tamo yatra rajas tatra pravartate niyamyate rajo yatra sattvaṃ tatra pravartate

'Wo Tamas zurückgehalten werde, dort trete Rajas hervor; wo Rajas zurückgehalten werde, dort trete Sattva hervor.'

Wort für Wort
niyamyate
wird zurückgehalten/gebändigt (3. Sg. Präs. Pass., ni-√yam)
pravartate
tritt hervor (3. Sg. Präs. Ātm.)

naiśātmakaṃ tamo vidyāt triguṇaṃ mohasaṃjñitam adharmalakṣaṇaṃ caiva niyataṃ pāpakarmasu

'Man solle Tamas als von nächtlicher Natur erkennen, dreifach, Verblendung genannt, durch Merkmale des Unrechts gekennzeichnet und in sündhaften Taten verankert.'

Wort für Wort
naiśātmakam
von nächtlicher/dunkler Natur (Akk. Sg. n.)
mohasaṃjñitam
Verblendung genannt (Akk. Sg. n.)

pravṛttyātmakam evāhū rajaḥ paryāyakārakam pravṛttaṃ sarvabhūteṣu dṛśyatotpattilakṣaṇam

'Rajas nenne man von der Natur des Tätigseins, ein Bewirker des Wechsels, in allen Wesen wirksam, dessen Merkmal des Entstehens sichtbar sei.'

Wort für Wort
pravṛttyātmakam
von der Natur des Tätigseins (Akk. Sg. n.)
paryāyakārakam
Bewirker des Wechsels (Akk. Sg. n.)

prakāśaṃ sarvabhūteṣu lāghavaṃ śraddadhānatā sāttvikaṃ rūpam evaṃ tu lāghavaṃ sādhusaṃmitam

'Erleuchtung in allen Wesen, Leichtigkeit, Vertrauensbereitschaft - so sei die sattvische Gestalt; und die Leichtigkeit werde von den Guten geschätzt.'

Wort für Wort
prakāśam
Erleuchtung, Erhellung (Nom. Sg. n.)
śraddadhānatā
Vertrauensbereitschaft (Nom. Sg. f.)

eteṣāṃ guṇatattvaṃ hi vakṣyate hetvahetubhiḥ samāsavyāsayuktāni tattvatas tāni vitta me

'Die wahre Natur dieser Eigenschaften werde nun, mit Gründen und Nicht-Gründen, in gekürzter wie ausführlicher Form dargelegt - dies sollten sie wahrheitsgemäß von ihm erfahren.'

Wort für Wort
guṇatattvam
die wahre Natur der Eigenschaften (Nom. Sg. n.)
samāsavyāsayuktāni
in gekürzter und ausführlicher Form (Akk. Pl. n.)

saṃmoho 'jñānam atyāgaḥ karmaṇām avinirṇayaḥ svapnaḥ stambho bhayaṃ lobhaḥ śokaḥ sukṛtadūṣaṇam

'Verblendung, Unwissenheit, Nicht-Loslassen, Unentschlossenheit in den Taten, Schlaf, Erstarrung, Furcht, Gier, Kummer, Herabsetzung guter Taten -'

Wort für Wort
saṃmohaḥ
Verblendung (Nom. Sg. m.)
avinirṇayaḥ
Unentschlossenheit (Nom. Sg. m.)

asmṛtiś cāvipākaś ca nāstikyaṃ bhinnavṛttitā nirviśeṣatvam andhatvaṃ jaghanyaguṇavṛttitā

'Vergesslichkeit, Unreife, Gottlosigkeit, unbeständiges Verhalten, Unterscheidungslosigkeit, Blindheit, ein Verhalten nach der niedrigsten Eigenschaft -'

Wort für Wort
nāstikyam
Gottlosigkeit, Leugnung (Nom. Sg. n.)
jaghanyaguṇavṛttitā
ein Verhalten nach der niedrigsten Eigenschaft (Nom. Sg. f.)

akṛte kṛtamānitvam ajñāne jñānamānitā amaitrī vikṛto bhāvo aśraddhā mūḍhabhāvanā

'sich Ungetanes als getan anrechnen, sich in der Unwissenheit für wissend halten, Unfreundlichkeit, ein verzerrtes Wesen, Unglauben, verblendetes Denken -'

Wort für Wort
kṛtamānitvam
sich für getan halten, Selbsttäuschung über Getanes (Nom. Sg. n.)
mūḍhabhāvanā
verblendetes Denken (Nom. Sg. f.)

anārjavam asaṃjñatvaṃ karma pāpam acetanā gurutvaṃ sannabhāvatvam asitatvam avāg gatiḥ

'Unaufrichtigkeit, Bewusstlosigkeit, sündige Tat, Gedankenlosigkeit, Schwerfälligkeit, Erschöpfungszustand, Dunkelheit [?] und ein abwärts gerichteter Lauf -'

Wort für Wort
anārjavam
Unaufrichtigkeit (Nom. Sg. n.)
avāg gatiḥ
ein abwärts gerichteter Lauf (Nom. Sg. f.)

[?] 'asitatvam' unsicher übersetzt als 'Dunkelheit' - Bedeutung im Kontext nicht ganz eindeutig

sarva ete guṇā viprās tāmasāḥ saṃprakīrtitāḥ ye cānye niyatā bhāvā loke 'smin mohasaṃjñitāḥ

'Alle diese Eigenschaften, o Brahmanen, würden als tamasisch bezeichnet; und was es sonst noch an feststehenden, in dieser Welt Verblendung genannten Zuständen gebe -'

Wort für Wort
saṃprakīrtitāḥ
bezeichnet, verkündet (Nom. Pl. m.)
mohasaṃjñitāḥ
Verblendung genannt (Nom. Pl. m.)

tatra tatra niyamyante sarve te tāmasā guṇāḥ parivādakathā nityaṃ devabrāhmaṇavaidikāḥ

'überall würden all diese tamasischen Eigenschaften eingeordnet; ebenso ständige verleumderische Rede gegen Götter, Brahmanen und vedische Dinge -'

Wort für Wort
parivādakathāḥ
verleumderische Reden (Nom. Pl. f.)
devabrāhmaṇavaidikāḥ
Götter, Brahmanen und vedische [Dinge] betreffend (Nom. Pl. f.)

atyāgaś cābhimānaś ca moho manyus tathākṣamā matsaraś caiva bhūteṣu tāmasaṃ vṛttam iṣyate

'Nicht-Loslassen, Eigendünkel, Verblendung, Zorn, Ungeduld sowie Neid gegenüber den Wesen - dies gelte als tamasisches Verhalten.'

Wort für Wort
akṣamā
Ungeduld, Unverträglichkeit (Nom. Sg. f.)
tāmasaṃ vṛttam
tamasisches Verhalten (Nom. Sg. n.)

vṛthārambhāś ca ye ke cid vṛthādānāni yāni ca vṛthābhakṣaṇam ity etat tāmasaṃ vṛttam iṣyate

'Was es an nutzlosen Unternehmungen gebe, an nutzlosen Gaben und nutzlosem Essen - auch dies gelte als tamasisches Verhalten.'

Wort für Wort
vṛthārambhāḥ
nutzlose Unternehmungen (Nom. Pl. m.)
vṛthābhakṣaṇam
nutzloses Essen (Nom. Sg. n.)

ativādo 'titikṣā ca mātsaryam atimānitā aśraddadhānatā caiva tāmasaṃ vṛttam iṣyate

'Übermäßiges Reden, übertriebene vorgetäuschte Geduld, Missgunst, übertriebene Selbsteinschätzung und Unglauben - auch dies gelte als tamasisches Verhalten.'

Wort für Wort
ativādaḥ
übermäßiges Reden (Nom. Sg. m.)
atimānitā
übertriebene Selbsteinschätzung (Nom. Sg. f.)

evaṃvidhās tu ye ke cil loke 'smin pāpakarmiṇaḥ manuṣyā bhinnamaryādāḥ sarve te tāmasā janāḥ

'Wer immer solcherart Menschen in dieser Welt seien, Übeltäter, Überschreiter der rechten Grenzen - all diese seien tamasische Menschen.'

Wort für Wort
pāpakarmiṇaḥ
Übeltäter (Nom. Pl. m.)
bhinnamaryādāḥ
Überschreiter der rechten Grenzen (Nom. Pl. m.)

teṣāṃ yoniṃ pravakṣyāmi niyatāṃ pāpakarmaṇām avāṅnirayabhāvāya tiryaṅnirayagāminaḥ

'Er werde nun, so fuhr Brahmā fort, die feststehende Wiedergeburt jener Übeltäter verkünden - solche, die zur Hölle hinabsinken und ins Tierreich als Höllenzustand gelangen.'

Wort für Wort
yonim
Wiedergeburt, Mutterschoß (Akk. Sg. f.)
tiryaṅnirayagāminaḥ
zum Tier-Höllenzustand Gehende (Nom. Pl. m.)

sthāvarāṇi ca bhūtāni paśavo vāhanāni ca kravyādā dandaśūkāś ca kṛmikīṭavihaṃgamāḥ

'unbewegliche Wesen, Vieh und Zugtiere, Fleischfresser, Giftschlangen, Würmer, Insekten und Vögel -'

Wort für Wort
kravyādāḥ
Fleischfresser (Nom. Pl. m.)
dandaśūkāḥ
Giftschlangen (Nom. Pl. m.)

aṇḍajā jantavo ye ca sarve cāpi catuṣpadāḥ unmattā badhirā mūkā ye cānye pāparogiṇaḥ

'eierlegende Geschöpfe und alle Vierfüßer, Wahnsinnige, Taube, Stumme und was sonst noch mit Krankheiten der Sünde behaftet sei -'

Wort für Wort
aṇḍajāḥ jantavaḥ
eierlegende Geschöpfe (Nom. Pl. m.)
pāparogiṇaḥ
mit Krankheiten der Sünde behaftete (Nom. Pl. m.)

magnās tamasi durvṛttāḥ svakarmakṛtalakṣaṇāḥ avāksrotasa ity ete magnās tamasi tāmasāḥ

'in Finsternis versunkene, übel handelnde, durch ihr eigenes Werk gekennzeichnete Wesen - diese, die sogenannten Abwärtsströmenden, in Tamas versunken, seien tamasisch.'

Wort für Wort
durvṛttāḥ
übel handelnde (Nom. Pl. m.)
avāksrotasaḥ
die Abwärtsströmenden (Nom. Pl. m., Fachbegriff)

teṣām utkarṣam udrekaṃ vakṣyāmy aham ataḥ param yathā te sukṛtāṃl lokāṃl labhante puṇyakarmiṇaḥ

'Ihren Aufstieg und ihre Steigerung werde er, so Brahmā, nun weiter darlegen - wie die Tugendhaften, die guten Taten Vollbringenden, glückverheißende Welten erlangten.'

Wort für Wort
utkarṣam udrekam
Aufstieg und Steigerung (Akk. Sg. m.)
puṇyakarmiṇaḥ
die guten Taten Vollbringenden (Nom. Pl. m.)

anyathā pratipannās tu vivṛddhā ye ca karmasu svakarmaniratānāṃ ca brāhmaṇānāṃ śubhaiṣiṇām

'Diejenigen jedoch, die einen anderen Weg eingeschlagen und sich in guten Werken gemehrt hätten; und von den ihrer eigenen Pflicht ergebenen, das Heilsame suchenden Brahmanen -'

Wort für Wort
anyathā pratipannāḥ
einen anderen Weg eingeschlagen habende (Nom. Pl. m.)
śubhaiṣiṇām
der das Heilsame Suchenden (Gen. Pl. m.)

saṃskāreṇordhvam āyānti yatamānāḥ salokatām svargaṃ gacchanti devānām ity eṣā vaidikī śrutiḥ

'durch rituelle Läuterung gelangten sie aufwärts, nach Gemeinschaft mit den Göttern strebend; sie gingen zum Himmel der Götter - so laute die vedische Überlieferung.'

Wort für Wort
saṃskāreṇa
durch rituelle Läuterung (Instr. Sg. m.)
salokatām
Gemeinschaft [im selben Bereich] (Akk. Sg. f.)

anyathā pratipannās tu vivṛddhāḥ sveṣu karmasu punarāvṛttidharmāṇas te bhavantīha mānuṣāḥ

'Diejenigen jedoch, die einen anderen Weg eingeschlagen und sich in ihren gewöhnlichen Werken gemehrt hätten, unterlägen dem Gesetz der Wiederkehr und blieben hier Menschen.'

Wort für Wort
punarāvṛttidharmāṇaḥ
dem Gesetz der Wiederkehr unterliegend (Nom. Pl. m.)
mānuṣāḥ
Menschen (Nom. Pl. m.)

pāpayoniṃ samāpannāś caṇḍālā mūkacūcukāḥ varṇān paryāyaśaś cāpi prāpnuvanty uttarottaram

'in eine sündige Geburt eingetreten, als Caṇḍālas oder Mūkacūcukas [?] geboren; und sie erlangten der Reihe nach, einer nach dem anderen, höhere Stände.'

Wort für Wort
pāpayonim
sündige Geburt (Akk. Sg. f.)
uttarottaram
einen nach dem anderen höher (Adv.)

[?] 'mūkacūcukāḥ' - vermutlich Name einer niedrigen Kaste/Volksgruppe, Bedeutung unsicher

śūdrayonim atikramya ye cānye tāmasā guṇāḥ srotomadhye samāgamya vartante tāmase guṇe

'nachdem sie die Śūdra-Geburt überschritten hätten, und was es sonst an tamasischen Eigenschaften gebe - inmitten des Stromes zusammengekommen, verharrten sie in der tamasischen Eigenschaft.'

Wort für Wort
atikramya
überschritten habend (Absolutiv, ati-√kram)
srotomadhye
inmitten des Stromes (Lok. Sg. n.)

abhiṣaṅgas tu kāmeṣu mahāmoha iti smṛtaḥ ṛṣayo munayo devā muhyanty atra sukhepsavaḥ

'Die Anhaftung an den Begierden aber werde als die große Verblendung (mahāmoha) bezeichnet; Seher, Weise und selbst Götter würden hierin verblendet, da sie nach Glück verlangten.'

Wort für Wort
abhiṣaṅgaḥ
Anhaftung (Nom. Sg. m.)
sukhepsavaḥ
nach Glück verlangend (Nom. Pl. m.)

tamo moho mahāmohas tāmisraḥ krodhasaṃjñitaḥ maraṇaṃ tv andhatāmisraṃ tāmisraṃ krodha ucyate

'Tamas, Moha, Mahāmoha, das als Zorn bezeichnete Tāmisra - der Tod aber sei Andhatāmisra, die blinde Finsternis; Tāmisra werde als Zorn bezeichnet.'

Wort für Wort
tāmisraḥ
Tāmisra, Finsternis (Nom. Sg. m., Fachbegriff der Sāṃkhya-Fünfteilung der Avidyā)
andhatāmisram
blinde Finsternis (Nom. Sg. n.)

bhāvato guṇataś caiva yonitaś caiva tattvataḥ sarvam etat tamo viprāḥ kīrtitaṃ vo yathāvidhi

'Nach Wesen, nach Eigenschaft und nach Ursprung, der Wahrheit gemäß - all dies sei Tamas, o Brahmanen, wie es ihnen ordnungsgemäß verkündet worden sei.'

Wort für Wort
bhāvataḥ guṇataḥ yonitaḥ
nach Wesen, Eigenschaft und Ursprung (Abl. als Adv.)
yathāvidhi
ordnungsgemäß (Adv.)

ko nv etad budhyate sādhu ko nv etat sādhu paśyati atattve tattvadarśī yas tamasas tattvalakṣaṇam

'Wer erkennt dies wohl richtig? Wer sieht dies wohl richtig? Nur wer, selbst inmitten der Unwirklichkeit, ein Seher der Wahrheit ist [?], erkennt das wahre Merkmal des Tamas.'

Wort für Wort
budhyate
er versteht/erkennt (3. Sg. Präs. Ātm., √budh)
tattvadarśī
ein Seher der Wahrheit (Nom. Sg. m.)

[?] Sinn von 'atattve tattvadarśī' (wörtl. 'ein Wahrheitsseher im Nicht-Wahren') nicht ganz eindeutig

tamoguṇā vo bahudhā prakīrtitā yathāvad uktaṃ ca tamaḥ parāvaram naro hi yo veda guṇān imān sadā sa tāmasaiḥ sarvaguṇaiḥ pramucyate

'Die Eigenschaften des Tamas seien ihnen auf vielfache Weise verkündet worden; und Tamas, in höherer wie niederer Form, sei ordnungsgemäß dargelegt worden. Denn der Mensch, der diese Eigenschaften stets erkenne, werde von allen tamasischen Eigenschaften befreit.'

Wort für Wort
tamaḥ parāvaram
Tamas, höher und niedriger (Akk. Sg. n.)
pramucyate
wird befreit (3. Sg. Präs. Pass., pra-√muc)

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