Kapitel 19: ṛgvede 8.19 · taṃ gūrdhayā svarṇaraṃ devāso devamaratiṃ dadhanvire
Lobpreis Agnis, des Anrufers, mit Gabenpreis an Trasadasyu
Langes Agni-Lied mit Wechsel von Anruf (Vv. 1-4), Segen für den Verehrer (5-15), Bitte um Glanz und Hilfe (16-30) und Schlussteil mit Preis Agnis und Gabenpreis (dānastuti) auf Trasadasyu (32, 36-37). Schwierig sind Vv. 11-12, 14, 31, 33 und 37 (Namen und Zahlen); dort sind Lesungen unsicher.
Ihn, den Gott, den Diener [?], den Männer-des-Lichts-Gleichen [?], preise; die Götter haben ihn in Bewegung gesetzt; unter den Göttern haben sie die Darbringung hergefahren. [Anm.: svar-nara = ›Mann des (Himmels-)Lichts‹ oder ›Himmelsführer‹; arati ›Diener, Beschleuniger‹, unsicher.]
Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg.)
gūrdhaya
preise! (2. Sg. Imp. Kaus.)
svaḥ-naram
Männer/Führer des Lichts (Akk. Sg.) [?]
devāsaḥ
Götter (Nom. Pl.)
devam
Gott (Akk. Sg.)
aratim
Diener/Eiler (Akk. Sg.) [?]
dadhanvire
haben angetrieben, in Bewegung gesetzt (3. Pl. Med.)
Den mit überreicher Gabe, den mit buntem Glanz, den Lenker: Agni rufe an, o Weiser; bei diesem somischen Fest, Sobhari, preise ihn, den Ersten, an für die Weihehandlung.
yajiṣṭhaṃ tvā vavṛmahe devaṃ devatrā hotāramamartyam / asya yajñasya sukratum
Dich, den besten Verehrer, haben wir gewählt, den Gott unter den Göttern, den Rufer, den Unsterblichen, für diese Verehrungshandlung, den Einsichtigen.
ūrjo napātaṃ subhagaṃ sudīditimagniṃ śreṣṭhaśociṣam / sa no mitrasya varuṇasya so apāmā sumnaṃ yakṣate divi
Den Sohn der Kraft, den Glückbegabten, wohlleuchtenden Agni, den mit bestem Glanz: er möge uns die Gunst Mitras, Varuṇas und der Wasser im Himmel erwirken.
yaḥ samidhā ya āhutī yo vedena dadāśa marto agnaye / yo namasā svadhvaraḥ
Der Sterbliche, der dem Agni mit Brennholz, der mit Gießung, der mit Wissen dient, der mit Verneigung, der gute Weihehandlungen hat. [Anm.: vedena ›mit Wissen‹ oder ›mit dem Streu-Büschel‹, unsicher; Nachsatz in 6.]
tasyedarvanto raṃhayanta āśavastasya dyumnitamaṃ yaśaḥ / na tamaṃho devakṛtaṃ kutaścana na martyakṛtaṃ naśat
Dessen Rosse, die schnellen, eilen; sein Ruhm ist der glanzvollste. Nicht erreicht ihn irgendwoher Bedrängnis, von Göttern gemacht, noch von Sterblichen gemacht.
svagnayo vo agnibhiḥ syāma sūno sahasa ūrjāṃ pate / suvīrastvamasmayuḥ
Mit guten Feuern wollen wir durch [eure] Feuer sein, o Sohn der Kraft, Herr der Stärken; du bist mannreich, uns zugetan. [Anm.: vaḥ ›euch‹ bleibt unklar [?].]
so addhā dāśvadhvaro 'gne martaḥ subhaga sa praśaṃsyaḥ / sa dhībhirastu sanitā
Der ist wahrlich der Sterbliche, o Agni, der dir eine Weihehandlung darbringt, o Glückreicher; der ist lobenswert; der sei durch seine Dichtungen ein Gewinner.
yasya tvamūrdhvo adhvarāya tiṣṭhasi kṣayadvīraḥ sa sādhate / so arvadbhiḥ sanitā sa vipanyubhiḥ sa śūraiḥ sanitā kṛtam
Für wessen Weihehandlung du aufrecht dastehst: der hat Helden als Herrscher [?], der vollbringt; der gewinnt mit Rossen, der mit Bewundernden, der gewinnt mit Helden das Getane [Anm.: kṛtam ›das Gemachte/Werk‹, wohl der Erfolg, unsicher].
In dessen Haus Agni Gestalt annimmt, der alles Begehrenswerte besitzt, der soll am Loblied Gefallen finden, oder er möge die Darbringungen der Stämme [?] betreiben. [Anm.: Der Vers ist syntaktisch unsicher.]
Sei es des Dichters, sei es des Preisenden, o Sohn der Kraft, o Jüngster: in den Gaben des Allerraschesten mache, o Vasu, die Rede des Kundigen zu einer, die unter den Göttern, über den Sterblichen steht [?].
samidhā yo niśitī dāśadaditiṃ dhāmabhirasya martyaḥ / viśvet sa dhībhiḥ subhago janānati dyumnairudna iva tāriṣat
Wer mit Brennholz, mit Anspornung [?], als Sterblicher, Aditi [Unversehrtheit] dient nach dessen Ordnungen: der Glückreiche wird mit Dichtungen alle Leute übertreffen, mit Glanzkräften wie [durch] Wasser hinüberkommen [?]. [Anm.: udgaḥ-iva ›wie mit Wasser‹, Text unsicher.]
yena caṣṭe varuṇo mitro aryamā yena nāsatyā bhagaḥ / vayaṃ tat te śavasā gātuvittamā indratvotā vidhemahi
Durch welchen [Glanz] Varuṇa, Mitra, Aryaman sehen, durch welchen die Nāsatyas und Bhaga: den wollen wir deiner Kraft wegen verehren, wir, die besten Wegkundigen, von Indra und dir gefördert.
ta id vediṃ subhaga ta āhutiṃ te sotuṃ cakrire divi / taid vājebhirjigyurmahad dhanaṃ ye tve kāmaṃ nyerire
Die haben den Altar, o Glückreicher, die die Gießung, die die Somapressung im Himmel [?] bereitet; die haben mit Kraftgewinnen großen Gewinn gewonnen, die in dich ihren Wunsch gelegt haben.
bhadraṃ manaḥ kṛṇuṣva vṛtratūrye yenā samatsu sāsahaḥ / ava sthirā tanuhi bhūri śardhatāṃ vanemā te abhiṣṭibhiḥ
Mache guten Sinn im Vṛtra-Kampf, womit du in den Kämpfen obsiegst; löse die festen [Bogen] der vielen Trotzenden ab [?]; wir wollen durch deine Angriffe gewinnen. [Anm.: ava tan ›abspannen‹, wohl Bildrede vom Bogen, unsicher.]
Dem scharfzahnigen, jungen, herrschenden Agni singst du die Labung [?], der mit freundlichen Reden Heldenkraft schmückt, Agni, mit Schmalzgüssen begossen. [Anm.: gāyasi ist als ›du singst‹ gefasst, unsicher.]
yo havyānyairayatā manurhito deva āsā sugandhinā / vivāsate vāryāṇi svadhvaro hotā devo amartyaḥ
Der die Darbringungen in Bewegung gesetzt hat, der von Manu eingesetzte Gott, mit dem wohlriechenden Mund: er erwirbt das Wünschenswerte, der Gutverehrende, der Rufer, der unsterbliche Gott.
na tvā rāsīyābhiśastaye vaso na pāpatvāya santya / na me stotāmatīvā na durhitaḥ syādagne na pāpayā
Nicht würde ich dich, o Gütiger, der Beschuldigung überlassen, nicht dem Schlechtsein, o Wohltäter; nicht sollte mein Preiser ein Bedürftiger [?] sein, noch schlecht gestellt, Agni, nicht im Bösen.
Durch deine Einsicht möge ich gewinnen, durch deine Gaben, Agni, durch deine Preisungen; dich nennen sie die Vorsorge, o Gütiger; freue dich, mein Agni, zu geben.
Dein dunkelfarbiger Tropfen [?], dein brüllender, der zur rechten Zeit, [ist] entzündet, o Siṣṇu [?], ergriffen [?]; du bist der Liebling der großen Morgenröten, in der Nacht, in den Morgenhellen leuchtest du. [Anm.: Die Zeile ›siṣṇavā dade‹ ist unsicher.]
Zu ihm sind wir gekommen, wir Sobharis, dem mit tausend Kräften [?], dem mit guter Hilfe, zur Beistandshilfe, dem Allherrscher, dem Trāsadasyava. [Anm.: sahasra-muṣka wörtlich ›tausend Hoden/Kräfte‹, unsicher; Trāsadasyava = Abkömmling des Trasadasyu.]
yasya te agne anye agnaya upakṣito vayā iva / vipo na dyumnā ni yuve janānāṃ tava kṣatrāṇi vardhayan
Dessen, o Agni, die anderen Feuer bei dir haften wie Zweige; wie ein Dichter halte ich [?] die Glanzkräfte der Menschen fest, indem sie deine Herrschaftskräfte fördern. [Anm.: ni yuve unsicher.]
yūyaṃ rājānaḥ kaṃ ciccarṣaṇīsahaḥ kṣayantaṃ mānuṣānanu / vayaṃ te vo varuṇa mitrāryaman syāmed ṛtasya rathyaḥ
Ihr Könige, [bringt] jeden Völker-Überwältiger, der über den Menschen herrscht, [hinüber?] [?]; wir aber wollen die euren sein, o Varuṇa, Mitra, Aryaman, ja des Ṛta Wagenlenker. [Anm.: Satzbau unklar, Ergänzung unsicher.]
Und mir [gaben] Prayiya [?] und Vayiya [?], am Suvāstu bei Tugvan: von dreimal siebzig [?] wurde Śyāva Anführer, der Gütige, Herr der Diyāna [?]. [Anm.: Namen und Zahlen sind unsicher.]