Kapitel 25: ṛgvede 8.25 · tā vāṃ viśvasya gopā devā deveṣu yajñiya
Preis von Mitra und Varuṇa und weiterer Götter, mit Gönnerbitte
Anrufung von Mitra und Varuṇa als wahrheitsbewahrenden Mit-Herrschern, dann Bitte an weitere Götter um Weite und Schutz, am Ende Gönnerpreis (Ukṣaṇyāyana, Harayāṇa). Viele Verse, besonders 2, 5, 9, 16–17 und 22–24, sind lexikalisch schwierig.
Diese beiden, die Hüter von allem, göttlich unter den Göttern, der Verehrung würdig, die Wahrheit Besitzenden, mit geläuterter Kraft – euch verehre ich [?].
Mitra und Varuṇa, die beiden, die wie Nachkommen des Wagens (?) [?] und, wer der Wohlberatene ist, Varuṇa: von jeher wohlgeboren, als Nachkommen, den Ordnungen Treue haltend. [Anm.: tanā na rathyā unsicher, 'wie zwei Wagenlenker in Reihe (?)']
Ihr beiden Enkel/Nachkommen der Kraft, des Großen, Söhne der Tatkraft, Wohlberatene, freigebig-Spendende [Anm.: sṛpradānū '(Regen-)Spenden strömen lassend' [?]], ihr wohnt über den Gaben, über dem Wohnsitz (?).
Die ihr von dem hohen Himmel her wie Herdenbesitzer auf alles herabblickt, ihr wahrheitsbesitzenden Mit-Herrscher, seid dem Verehrungs-Gruß dienlich (?) gesetzt [?].
ṛtāvānā ni ṣedatuḥ sāmrājyāya sukratū / dhṛtavratā kṣatriyā kṣatramaśatuḥ
Die Wahrheitsbesitzenden haben sich zur Oberherrschaft niedergesetzt, die Wohlberatenen, Satzungshalter, als Kṣatriyas haben sie die Herrschaftsmacht erlangt.
akṣṇaścid gātuvittaranulbaṇena cakṣasā / ni cin miṣantā nicirā ni cikyatuḥ
Sogar vom Auge her sind sie Wegfinder-Besseres: mit unverhülltem (nicht überschäumendem) Blick, ohne zu blinzeln, beständig (?) haben sie sich als Wächter erkennen lassen [?]. [Anm.: Deutung von ni ... cikyatuḥ und nicirā unsicher]
te no nāvamuruṣyata divā naktaṃ sudānavaḥ / ariṣyanto nipāyubhiḥ sacemahi
Sie mögen uns, wie ein Schiff, Weite verschaffen, Tag und Nacht, die gut Gebenden; unversehrt mögen wir mit den Schutzwächtern (mit euch) verbunden sein.
Wort für Wort
te
sie (Nom. Pl.)
naḥ
uns (Dat./Akk. Pl.)
nāvam
Schiff (Akk. Sg.)
uruṣyata
sie sollen Weite schaffen (3. Pl. Imp.)
divā
bei Tag (Adv.)
naktam
bei Nacht (Adv.)
su-dānavaḥ
gut gebend (Nom. Pl.)
ariṣyantaḥ
unversehrt (Part. Nom. Pl.)
ni
hinein/nahe (Präverb)
pāyu-bhiḥ
mit Schützern (Instr. Pl.)
sacemahi
wir mögen anhängen/teilhaftig sein (1. Pl. Opt. Med.)
Dem nicht zu Tötenden (nicht Schlagbaren), Viṣṇu, wir, unversehrt, dem gut Gebenden: höre, Sindhu, eigenwegiger (selbst-gehender), auf den früheren Ruf [?]. [Anm.: pūrvacittaye 'zum früheren Bedenken/Beachten'; Verbindung mit Sindhu unsicher]
Wort für Wort
aghnate
dem nicht zu Erschlagenden (Dat. Sg.)
viṣṇave
Viṣṇu (Dat. Sg.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
ariṣyantaḥ
unversehrt (Part. Nom. Pl.)
su-dānave
dem gut Gebenden (Dat. Sg.)
śrudhi
höre (2. Sg. Imp.)
sva-yāvan
von selbst gehend (Vok. Sg.)
sindho iti
Sindhu/Strom (Vok. Sg.)
pūrva-cittaye
zum früheren Bedenken/zur früheren Beachtung (Dat. Sg.) [?]
te hi ṣmā vanuṣo naro 'bhimātiṃ kayasya cit / tigmaṃ nakṣodaḥ pratighnanti bhūrṇayaḥ
Denn diese Männer, den Bedränger, jedes Beliebigen Anschlag, lassen sie jedenfalls, wie ein scharfes Schleudern, zurückprallen – die Regen (?) Ungestümen.
ayameka itthā purūru caṣṭe vi viṣpatiḥ / tasya vratānyanu vaścaramasi
Dieser eine schaut so weit und breit auf die Gemeinde umher; seinen Satzungen folgen wir euch [?] [Anm.: Anrede und Beziehung unklar; vielleicht Wechsel zwischen Sänger-'wir' und Göttern].
anu pūrvāṇyokyā sāmrājyasya saścima / mitrasya vratā varuṇasya dirghaśrut
Nach den früheren (Gesetzen) des Oberherrscher-Tums, nach Behausung (Vertrautem) verlangen wir [?]; Mitras, Varuṇas Satzungen, der weithin Hörende. [Anm.: saścima 'wir folgen' vermutet]
Empor ist jener Sūrya im Zufluchtsort des Himmels aufgegangen (hat das Licht gereckt): rein leuchtend wie ein entflammtes, mit Spende beträufeltes Agni.
vaco dīrghaprasadmanīśe vājasya gomataḥ / īśe hi pitvo'viṣasya dāvane
Über die Rede an den weitreichenden Sitz (?) herrscht er, über die kuhreiche Labung; er herrscht ja über das Schwellende des Unvergifteten, zu geben [?]. [Anm.: dīrghaprasadman- und pitvaḥ aviṣasya unsicher]
Wort für Wort
vacaḥ
Rede (Akk. Sg.)
dīrgha-prasadmani
im weit sich Ausbreitenden/Lang-Sitz (Lok. Sg.) [?]
Eine rasche (?) Ukṣaṇyāyana-Gabe [Anm.: ukṣaṇyāyane vermutlich Name/Beiname des Gönners, 'Nachkomme des Ukṣan'; unsicher], den silbrig-hellen, zu Harayāṇa: den angeschirrten Wagen haben wir gewonnen, zu Suṣāman.
tā me aśvyānāṃ harīṇāṃ nitośanā / uto nu kṛtvyānāṃ nṛvāhasā
Diese meine beiden, der Rosse, der Falben, die Antreiber/Anspornenden [?], und ferner der Erfolgreichen, die Männer fahren [?]. [Anm.: nitośanā, nṛvāhasā unsicher]
Zwei Schnelle Antreiber, mit Peitschen versehen, zwei Weise, mit ganz neuer Gesinnung; zwei Rosse (?), Gewinner der Großen, in Gemeinschaft [?] – den Gewinn/Ertrag ... [Anm.: Vers stark verderbt/ unklar, Übersetzung nur tastend]