Kapitel 40: ṛgvede 8.40 · indrāgnī yuvaṃ su naḥ sahantā dāsatho rayim
Anrufung von Indra und Agni um Reichtum und Sieg
Bitte an Indra und Agni um Reichtum, Sieg über Feinde und Kampfpreise; mit Nabhāka als Vorbild des Sängers. Verse 1–11 tragen den Refrain „nabhantām anyake same“ (‚es mögen die anderen allesamt zerbersten‘, Bedeutung von same unsicher). Vers 11 wiederholt im Padapāṭha Vers 10; einzelne Stellen (avaḥ, vavrayāmahe, upamāti, āpṛc) sind unsicher.
indrāgnī yuvaṃ su naḥ sahantā dāsatho rayim / yena dṛḷhā samatsvā vīḷu cit sāhiṣīmahyagnirvaneva vāta in nabhantāmanyake same
Indra und Agni, ihr beiden, die Überwältigenden, verleiht uns wohl Reichtum, mit dem wir in den Kämpfen Festes und Hartes zu bezwingen vermögen — wie Agni Wälder im Wind. Es mögen die anderen allesamt zerbersten [?].
nahi vāṃ vavrayāmahe 'thendramid yajāmahe śaviṣṭhaṃ nṛṇāṃ naram / sa naḥ kadā cidarvatā gamadā vājasātayegamadā medhasātaye nabhantāmanyake same
Denn euch beide wählen wir nicht [aus] [?]; vielmehr verehren wir eben Indra, den Stärksten, den Mann unter den Männern. Er möge zu uns kommen, wann auch immer, mit dem Ross, um Kampfpreis zu gewinnen; er möge kommen, um Einsicht zu gewinnen [?]. [Anm.: vavrayāmahe unsicher (‚wählen‘ oder ‚abhalten/verwehren‘); medha-sāti ‚Gewinnung von Einsicht/Weihegabe‘.]
Wort für Wort
nahi
denn nicht
vām
euch beide (Akk. Du.)
vavrayāmahe
wir wählen/verwehren (1. Pl. Med.) [?]
atha
sondern, dann
indram
Indra (Akk.)
it
allein
yajāmahe
wir verehren (1. Pl. Med.)
śaviṣṭham
den Stärksten (Akk. Sg.)
nṛṇām
der Männer (Gen. Pl.)
naram
Mann (Akk. Sg.)
saḥ
er (Nom.)
naḥ
zu uns (Akk.)
kadā
wann
cit
je
arvatā
mit dem Ross (Instr. Sg.)
gamat
er möge kommen (3. Sg. Aor. Konj.)
ā
her
vāja-sātaye
zur Gewinnung von Kampfpreis (Dat. Sg.)
gamat
er möge kommen (3. Sg. Aor. Konj.)
ā
her
medha-sātaye
zur Gewinnung von Einsicht/Weihegabe (Dat. Sg.) [?]
tā hi madhyaṃ bharāṇāmindrāgnī adhikṣitaḥ / tā u kavitvanā kavī pṛchyamānā sakhīyate saṃ dhītamaśnutaṃ narā nabhantāmanyake same
Denn diese beiden, Indra und Agni, weilen inmitten der Kämpfe. Sie beide, als Seher mit ihrer Sehergabe befragt: erlangt für den, der Freundschaft sucht, gemeinsam das Erdachte [?], ihr Männer.
Singe zu Indra und Agni wie Nabhāka mit verehrendem Lied, denen diese ganze bewegte Welt gehört; dieser Himmel und die große Erde tragen im Schoß [?] Gut. [Anm.: Der Relativsatz ist syntaktisch locker; ‚im Schoß‘ ist wohl auf die beiden Götter oder auf die Welt zu beziehen.]
pra brahmāṇi nabhākavadindrāgnibhyāmirajyata / yā saptabudhnamarṇavaṃ jihmabāramaporṇuta indra īśāna ojasā nabhantāmanyake same
Richtet wie Nabhāka Weihworte hervor an Indra und Agni, die beiden, die das siebenbödige Meer, dessen Öffnung schräg [verschlossen] war [?], aufgedeckt haben; Indra, der mit Kraft gebietet. Es mögen die anderen allesamt zerbersten [?].
Wort für Wort
pra
hervor
brahmāṇi
Weihworte (Akk. Pl.)
nabhāka-vat
wie Nabhāka
indrāgni-bhyām
für Indra und Agni (Dat. Du.)
irajyata
richtet, lenkt (2. Pl. Imp. Med.)
yā
die beiden, die (Nom. Du.)
sapta-budhnam
sieben Böden habend (Akk. Sg.)
arṇavam
Flut, Meer (Akk. Sg.)
jihma-bāram
mit schiefer/verschlossener Öffnung (Akk. Sg.) [?]
api vṛśca purāṇavad vratateriva guṣpitamojo dāsasya dambhaya / vayaṃ tadasya sambhṛtaṃ vasvindreṇa vi bhajemahi nabhantāmanyake same
Hau [ihm] ab, wie von alters, wie man von einer Ranke das Verflochtene [abschneidet] [?]; die Kraft des Dāsa schädige. Wir wollen dieses von ihm Zusammengetragene, das Gut, mit Indra verteilen.
yadindrāgnī janā ime vihvayante tanā girā / asmākebhirnṛbhirvayaṃ sāsahyāma pṛtanyato vanuyāma vanuṣyato nabhantāmanyake same
Wenn, Indra und Agni, diese Leute [euch] nach verschiedenen Seiten anrufen mit fortgesetztem Lied, dann mögen wir mit unseren Männern die Heer-Anstrebenden überwältigen und die Angreifenden besiegen.
yā nu śvetāvavo diva uccarāta upa dyubhiḥ / indrāgnyoranu vratamuhānā yanti sindhavo yān sīṃ bandhādamuñcatāṃ nabhantāmanyake same
Die beiden Weißen, die [?] vom Himmel mit den Tagen [Lichtern] emporsteigen: nach dem Gebot von Indra und Agni ziehen die Ströme dahin, getragen, die ihr beide aus der Fessel gelöst habt. [Anm.: ‚die beiden Weißen‘ und avaḥ sind unsicher; kosmisch-mythologisch (plausibel), auf Indra und Agni bezogen (spekulativ).]
pūrvīṣ ṭa indropamātayaḥ pūrvīruta praśastayaḥ sūnohinvasya harivaḥ / vasvo vīrasyāpṛco yā nu sādhanta no dhiyo nabhantāmanyake same
Viele sind, Indra, deine Beistände [?], viele auch die Preisungen. Sohn [der Kraft] [?], sei angetrieben, Falbenherr: die Verbindungen [?] des guten Helden, welche unsere Gedanken nun ans Ziel bringen. [Anm.: Der Schlusssatz ist syntaktisch unklar.]
taṃ śiśītā suvṛktibhistveṣaṃ satvānam ṛgmiyam / uto nucid ya ojasā śuṣṇasyāṇḍāni bhedati jeṣat svarvatīrapo nabhantāmanyake same
Schärft ihn mit schönen Preisliedern, den Ungestümen, den Kämpfer, den Preiswürdigen, und der, der mit Kraft die Eier des Śuṣṇa spaltet, möge die lichtreichen Wasser gewinnen.
taṃ śiśītā svadhvaraṃ satyaṃ satvānam ṛtviyam / uto nucid ya ohata āṇḍā śuṣṇasya bhedatyajaiḥ svarvatīrapo nabhantāmanyake same
Schärft ihn, den mit gut gelingender Weihehandlung, den Wahren, den Kämpfer, den Preiswürdigen, und der, der mit Kraft die Eier des Śuṣṇa spaltet, möge die lichtreichen Wasser gewinnen. [Anm.: Der Padapāṭha wiederholt Vers 10; die Saṃhitā weicht ab (u. a. ṛtviyam, ohata, ajaiḥ). Übersetzt nach dem Padapāṭha.]
So wurde für Indra und Agni Neues gesprochen, wie von den Vätern, wie von Mandhātṛ, wie von den Aṅgiras. Mit dreifachem Schutz behütet uns; wir wollen Herren der Reichtümer sein.