Kapitel 39: ṛgvede 8.39 · agnimastoṣy ṛgmiyamagnimīḷā yajadhyai
Agni, Bote und Seher, mit Refrain gegen die Feinde
Agni-Lied mit Refrain „nabhantām anyake same“; der Refrain ist schwer zu deuten (etwa: die anderen [Feinde] sollen alle zerbersten). Schwierig: Vers 2, 4, 5 (Wörter ciketa, kṛpaṇyati, pratīvya), 7 (bhūma) und 9 (tridhātu).
agnimastoṣy ṛgmiyamagnimīḷā yajadhyai / agnirdevānanaktu na ubhe hi vidathe kavirantaścarati dūtyaṃ nabhantāmanyake same
Agni habe ich gepriesen, den Sangwürdigen; Agni (ist) anzurufen [?], um (ihn) zu verehren; Agni soll uns die Götter salben/erfreuen [?]; denn bei beiden Zusammenkünften geht der Seher als Bote dazwischen / Die anderen [Feinde?] sollen alle zerbersten [?].
Nieder, Agni, mit neuem (Lobspruch) das Wort (in) den Leibern, die Rede dieser [Anm.: unklar]; nieder die Missgunst der Gebenden [?]; alle Missgunst des Herrn [?] sollen von hier weichen, die Zerstörer [?] / Die anderen [Feinde?] sollen alle zerbersten [?].
agne manmāni tubhyaṃ kaṃ ghṛtaṃ na juhva āsani / sa deveṣu pra cikiddhi tvaṃ hyasi pūrvyaḥ śivo dūto vivasvato nabhantāmanyake same
Agni, dir (gelten) diese Gedanken(-Sprüche), wohl, wie Schmalz, das in den Mund gegossen wird [?]; du mach (uns) bekannt unter den Göttern, denn du bist der Erste, der gütige Bote des Vivasvant / Die anderen [Feinde?] sollen alle zerbersten [?].
tat-tadagnirvayo dadhe yathā-yathā kṛpaṇyati / ūrjāhutirvasūnāṃ śaṃ ca yośca mayo dadhe viśvasyai devahūtyai nabhantāmanyake same
Jeweils nimmt Agni Lebenskraft an [?], je nachdem wie man (ihn) demütig bittet; die Kraft-Anrufung der Vasus [?]: Heil und Wohlsein, Labsal trägt er für die Anrufung aller Götter [Anm.: dadhe unsicher zwischen 1. und 3. Sg.] / Die anderen [Feinde?] sollen alle zerbersten [?].
Wort für Wort
tat-tat
das eine wie das andere (Akk. Sg.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
vayaḥ
Lebenskraft (Akk. Sg.)
dadhe
er nimmt/trägt/setzt [?] (3. Sg. Med.)
yathāyathā
je nachdem wie
kṛpaṇyati
er/man fleht demütig [?] (3. Sg.)
ūrjāāhutiḥ
Kraft-Anrufung/-Guss [?] (Nom. Sg.)
vasūnām
der Vasus/Güter (Gen. Pl.)
śam
Heil (Akk. Sg.)
ca
und
yoḥ
Wohlsein (Akk. Sg.)
ca
und
mayaḥ
Labsal (Akk. Sg.)
dadheviśvasyai devahūtyai
er trägt/setzt [?] (3. Sg. Med.) + für die Anrufung aller Götter (Dat. Sg.)
sa ciketa sahīyasāgniścitreṇa karmaṇā / sa hotā śaśvatīnāṃ dakṣiṇābhirabhīvṛta inoti ca pratīvyaṃ nabhantāmanyake same
Er wurde erkannt [?] durch die überwältigende Kraft, Agni, durch wunderbares Werk; er (ist) der Rufer der Ewigen, von Gaben umgeben, und er fördert das Entgegenstehende [?] / Die anderen [Feinde?] sollen alle zerbersten [?].
Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
ciketa
er ist erkannt/hat erkannt [?] (3. Sg. Perf.)
sahīyasā
durch überwältigende Kraft (Ins. Sg.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
citreṇa
durch wunderbares (Ins. Sg.)
karmaṇā
durch Werk (Ins. Sg.)
saḥ
er (Nom.)
hotā
Rufer (Nom. Sg.)
śaśvatīnām
der Dauernden/Ewigen (Gen. Pl.) [?]
dakṣiṇābhiḥ
mit Gaben (Ins. Pl.)
abhi-vṛtaḥ
umgeben (Part. Nom. Sg.)
inoti
er treibt an/fördert (3. Sg.)
ca
und
pratīvyam
das Entgegenstehende/Gegenüberliegende [?] (Akk. Sg.)
Agni kennt die Geburten der Götter, Agni kennt das Verborgene der Sterblichen; Agni ist der Gütergeber, Agni öffnet die Türen, wohl angerufen mit dem neueren (Lied) / Die anderen [Feinde?] sollen alle zerbersten [?].
agnirdeveṣu saṃvasuḥ sa vikṣu yajñiyāsvā / sa mudā kāvyā puru viśvaṃ bhūmeva puṣyati devo deveṣu yajñiyo nabhantāmanyake same
Agni ist unter den Göttern der Mitbesitzende [?], er (ist) unter den verehrungswürdigen Stämmen; er nährt mit Freude vielfach die Seherweisheiten, das All, wie die Erde [?]; ein Gott unter Göttern, verehrungswürdig / Die anderen [Feinde?] sollen alle zerbersten [?].
yo agniḥ saptamānuṣaḥ śrito viśveṣu sindhuṣu / tamāganma tripastyaṃ mandhāturdasyuhantamamagniṃ yajñeṣu pūrvyaṃ nabhantāṃ anyake same
Der Agni, der bei den sieben Menschenstämmen [?] in allen Strömen seinen Sitz hat; zu ihm sind wir gekommen, dem in dreifacher Behausung, dem am meisten Dasyus-Tötenden des Mandhātar, dem Agni, dem Ersten in den Weihehandlungen / Die anderen [Feinde?] sollen alle zerbersten [?].
agnistrīṇi tridhātūnyā kṣeti vidathā kaviḥ sa trīnrekādaśāniha yakṣacca piprayacca no vipro dūtaḥ pariṣkṛto nabhantāmanyake same
Agni wohnt in den drei dreifachen [Dingen] [?], der Seher, bei den Versammlungen; er soll die drei Elfergruppen hier verehren und uns erfreuen, der Weise, Bote, hergerichtet / Die anderen [Feinde?] sollen alle zerbersten [?].
Wort für Wort
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
trīṇi
drei (Akk. n.)
tri-dhātūni
dreifach, aus drei Teilen bestehend (Akk. n.) [?]
ā
hinein
kṣeti
er wohnt (3. Sg.)
vidathā
bei den Versammlungen, vidatha (Akk. Pl./Lok. Pl.) [?]
tvaṃ no agna āyuṣu tvaṃ deveṣu pūrvya vasva eka irajyasi / tvāmāpaḥ parisrutaḥ pari yanti svasetavo nabhantāmanyake same
Du bei uns unter den Sippen, du unter den Göttern, du Erster, du allein gebietest über Gut; dich umfließen die Wasser, ringsum strömende, die ihre eigenen Dämme haben / Die anderen [Feinde?] sollen alle zerbersten [?].