Kapitel 103: ṛgvede 8.103 · adarśi gātuvittamo yasmin vratānyādadhuḥ
Lied an Agni: der Wegekundige, Gast und Bote
Preislied an Agni als Wegekundigen, Gast, Anrufer und Botschafter; Bitte um Reichtum, Helden und Gnade. Unsicher sind besonders 2 (daivodāsa), 11 (uditā/niditā/veditā) und 14 (sobharyāḥ, svarṇare).
adarśi gātuvittamo yasmin vratānyādadhuḥ / upo ṣu jātamāryasya vardhanamagniṃ nakṣanta no giraḥ
Sichtbar geworden ist der Wegekundigste, in den sie die Satzungen eingelegt haben. Zu dem eben Geborenen, dem Mehrer des Ārya, zu Agni, sollen unsere Lieder gelangen.
pra daivodāso agnirdevānachā na majmanā / anu mātarampṛthivīṃ vi vāvṛte tasthau nākasya sānavi
Hervor [ist] der Agni des Daivodāsa [?] gleichsam zu den Göttern hin durch [seine] Pracht; der Mutter Erde entlang hat er sich ausgebreitet, er steht auf dem Rücken des Himmelsgewölbes. [Anm.: ‚daivodāsa‘ nach PP ‚daivaḥ-dāsaḥ‘ – Deutung als Patronym oder ‚Götterdiener‘ unsicher.]
Wort für Wort
pra
vor, hervor
daivaḥ-dāsaḥ
Daivodāsa, Götterdiener [?] (Nom. Sg.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
devān
Götter (Akk. Pl.)
accha
hin zu
na
gleichsam
majmanā
durch Pracht, Kraft (Instr. Sg.)
anu
entlang
mātaram
Mutter (Akk. Sg.)
pṛthivīm
Erde (Akk. Sg.)
vi
auseinander, hin und her
vavṛte
hat sich gewendet, ausgebreitet (Perf. Med. 3. Sg.)
Vor dem die Völker beben, wenn sie preisenswerte Taten vollbringen [?] – den Tausendgewinner, [der] wie bei der Erlangung von Weisheit [?] von selbst [siegt]: den Agni verehrt mit Andachten.
Wort für Wort
yasmāt
vor dem, weswegen (Abl. Sg.)
rejanta
beben (Inj. 3. Pl. Med.)
kṛṣṭayaḥ
Völker (Nom. Pl.)
carkṛtyāni
preisenswerte/wiederholt zu vollbringende Taten [?] (Akk. Pl.)
kṛṇvataḥ
tuend, vollbringend (Part. Nom. Pl.)
sahasra-sām
Tausende gewinnend (Akk. Sg.)
medhasātau-iva
wie bei der Erlangung von Weisheit/Opfergewinn [?]
pra yaṃ rāye ninīṣasi marto yaste vaso dāśat / sa vīraṃ dhatte agna ukthaśaṃsinaṃ tmanā sahasrapoṣiṇam
Den du zum Reichtum hinführen willst, der Sterbliche, der dir, Vasu, spendet – der erlangt, Agni, einen Helden, der Lobsprüche rezitiert, selbst tausendfach nährend [?].
sa dṛḷhe cidabhi tṛṇatti vājamarvatā sa dhatte akṣiti śravaḥ / tve devatrā sadā purūvaso viśvā vāmāni dhīmahi
Der durchbricht sogar Festes mit dem Ross [und gewinnt] Beute; er erlangt unvergänglichen Ruhm. In dir, unter den Göttern, immerdar, Vielgütiger, wollen wir alle begehrenswerten Güter innehaben [?].
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
dṛḷhe
im Festen, in der Festung (Lok. Sg.)
cit
sogar
abhi
hin, durch
tṛṇatti
durchbohrt, durchbricht (3. Sg.)
vājam
Beute, Kraftpreis (Akk. Sg.)
arvatā
mit dem Ross (Instr. Sg.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
dhatte
erlangt (3. Sg. Med.)
akṣiti
unvergänglich (Akk. Sg. n.)
śravaḥ
Ruhm (Akk. Sg.)
tve iti
in dir (Lok.)
deva-trā
unter den Göttern (Adv.)
sadā
immer
puruvaso itipuru-vaso
Vielgüter-Besitzender (Vok.)
viśvā
alle (Akk. Pl. n.)
vāmāni
begehrenswerte Güter (Akk. Pl.)
dhīmahi
wollen wir setzen, innehaben [?] (Opt./Konj. Med. 1. Pl.)
Wie ein Wagenross putzen sie ihn mit Liedern, die Freigebigen, die Gott-Begehrenden. Beide, Nachwuchs und Leibeserben, [führst du hinüber], Wundertäter, Herr der Sippen; du bringst die Gabe der Gabenreichen hinüber [?].
ā vaṃsate maghavā vīravad yaśaḥ samiddho dyumnyāhutaḥ / kuvin no asya sumatirnavīyasyachā vājebhirāgamat
Der Gabenreiche gewinnt sich Ruhm mit Helden, entzündet, glanzvoll, mit Spende begossen. Gewiss soll seine neuere Gunst mit Kraftgaben zu uns herkommen.
Der als Aufgeher [?], Niederbinder [?], Wissender [?] das Gut herbeiwendet, der Verehrungswürdige – unüberwindlich sind, wie Wellen in seinem Gefälle, [die Kräfte] dessen, der mit Andacht Beute zu gewinnen sucht. [Anm.: Die drei Nomina agentis uditā/niditā/veditā sind unsicher.]
mo te riṣan ye achoktibhirvaso 'gne kebhiścidevaiḥ / kīriścid dhi tvāmīṭṭe dūtyāya rātahavyaḥ svadhvaraḥ
Nicht sollen die zu Schaden kommen, die dir, Guter, Agni, mit Anrufungen auf irgendwelche Weisen [dienen] [?]. Denn sogar der Sänger bittet dich um den Botendienst, der die Opfergaben gegeben hat, mit guter Weihehandlung.