Kapitel 46: ṛgvede 8.46 · tvāvataḥ purūvaso vayamindra praṇetaḥ smasi sthātarharīṇām
Preis Indras mit Bitte und Gabenpreisung des Pṛthuśravas Kānīta
Indra-Preislied (v. 1–20), mit Anrufen an Marut und Vāyu; ab v. 21 dāna-stuti mit Aufzählung großer Gaben (Rosse, Kamele, Rinder, goldener Wagen) durch Pṛthuśravas Kānīta. Sehr schwierig sind v. 15–16, 21, 23, 27–28 (Padapāṭha in v. 28 unvollständig).
Wir gehören zu dir, einem Wie-du-Seienden (wörtl.: wir sind die Deinen), vielgütiger Indra, Führer, Steher auf/bei den Falben. [Anm.: sthātṛ ‚Stehender‘ ist wohl der auf dem Wagen Stehende, der Lenker.]
In ihm ja sind Hilfen, alle seine Beistände zusammen [?]; ihn sollen die Renner herfahren, die Falben, den Vielgütigen, zum Rausch, hin zum Gepressten [Soma]. [Anm.: abhīru ‚Beistand, Unerschrockener‘ unsicher; sutam vermutlich der gepresste Soma, zu dem Indra gefahren wird.]
yaste mado vareṇyo ya indra vṛtrahantamaḥ / ya ādadiḥ svarnṛbhiryaḥ pṛtanāsu duṣṭaraḥ
Welcher dein Rausch begehrenswert ist, welcher, Indra, am stärksten Vṛtra erschlägt, welcher das Licht mit den Männern ergreift, welcher in den Kämpfen schwer zu überwinden ist —
Der schwer zu Überwindende, alles Erwünschte Besitzende, Rühmenswerte, der in den Wettkämpfen der Durchbringer ist: der [komme] zu unseren Pressungen, kräftigster Guter, komm; mögen wir zum rinderreichen Pferch gelangen.
Rinderverlangend [?], wohl für uns wie früher, rossverlangend wie wagenverlangend: schaffe Raum/Gedeihen [?], Hochgepriesener. [Anm.: Syntax unsicher; aśvayā/rathayā evtl. Instr. ‚mit Rosse-/Wagenbegehren‘.]
nahi te śūra rādhaso 'ntaṃ vindāmi satrā / daśasyā no maghavan nū cidadrivo dhiyo vājebhirāvitha
Denn nicht finde ich, Held, das Ende deiner Gunst/Gabe insgesamt. Gewähre uns, Maghavan, sogleich, Steinbewehrter; unsere Gebete/Einsichten hast du mit Siegespreisen gefördert.
ya ṛṣvaḥ śrāvayatsakhā viśvet sa veda janimā puruṣṭutaḥ / taṃ viśve mānuṣā yugendraṃ havante taviṣaṃ yatasrucaḥ
Der Erhabene, der seinen Freund Ruhm hören lässt, — all die Geburten/Wesen kennt er, der Vielgepriesene. Ihn, Indra, den Kräftigen, rufen alle Menschenstämme zu allen Zeiten, mit erhobenen Löffeln.
Besinge für euch den Helden in den Räuschen des Somasaftes mit großem Lied, den Vielsichtigen, Indra — den berühmten, mächtigen Namen, wie das Wort [es verlangt] [?].
Ein Geber von Erbgut für den Leib, ein Geber von Gut, ein Geber in den Wettkämpfen von kraftvollem [Gut], Vielgerufener — jetzt nun [?]. [Anm.: Vers offenbar unvollständig/Refrain; nūnam atha unklar.]
Der über alle Güter gebietet, [den] der selbst dieser Gestalt überlegen ist [?], für den Erbarmen Zeigenden [?] — jetzt wohl darüber hinaus, nun [?]. [Anm.: Vers stark verderbt/unsicher.]
mahaḥ su vo aramiṣe stavāmahe mīḷhuṣe araṃgamāya jagmaye / yajñebhirgīrbhirviśvamanuṣāṃ marutāmiyakṣasi gāyetvā namasā girā
Dem Großen, dem Genüge Suchenden [?], dem Spendenden, dem zur rechten Zeit Kommenden, dem Gekommenen — euch [?] preisen wir; mit Weihehandlungen und Liedern willst du die Marut, allen Menschen zugehörige [?], verehren; ich besinge dich mit Verneigung, mit Lied. [Anm.: Anrede- und Subjektwechsel unklar.]
Wort für Wort
mahaḥ
dem Großen (Akk. Pl./Gen. Sg.) [?]
su
wohl, gut
vaḥ
euch (Akk. Pl.)
aram
zur Genüge, angemessen
iṣe
dem Labung Habenden (Dat. Sg.) [?]
stavāmahe
wir preisen (1. Pl. Med.)
mīḷhuṣe
dem Spendenden (Dat. Sg.)
aram-gamāya
dem zur Genüge Kommenden (Dat. Sg.)
jagmaye
dem Gekommenen (Dat. Sg. Part. Perf.)
yajñebhiḥ
mit Weihehandlungen (Instr. Pl.)
gīḥ-bhiḥ
mit Liedern (Instr. Pl.)
viśva-manuṣām
allen Menschen zugehörig/wohlgesinnt (Gen. Pl.) [?]
ye pātayante ajmabhirgirīṇāṃ snubhireṣām / yajñaṃ mahiṣvaṇīnāṃ sumnaṃ tuviṣvaṇīnāṃ prādhvare
Die [Marut], die mit ihren Fahrten die Rücken der Berge fliegen machen, mit diesen ihren [Anstürmen]; die Weihehandlung der gewaltig Tönenden, das Wohlwollen der weithin Tönenden [gelangt/erklingt] vor im Weihevollzug [?]. [Anm.: Konstruktion unsicher.]
Das Zerbrechen der Übelgesinnten bring her, Indra, kräftigster; Reichtum für uns, einen brauchbaren, du dessen Sinn antreibt, einen besten, du dessen Sinn antreibt.
Gewinner, guter Gewinner, Gewaltiger, Wundervoller, Aufmerksamster, Wahrhaftiger; als Überwältiger, Oberherrscher [ist] der Übermächtige, der Bezwinger, der Nutznießer, in den Wettkämpfen der Erste. [Anm.: Reihung von Beiwörtern; Bezug der Akkusative ab sahurim unsicher.]
ā sa etu ya īvadānadevaḥ pūrtamādade / yathā cid vaśo aśvyaḥ pṛthuśravasi kānīte 'syā vyuṣyādade
Der soll herkommen, der so weit ... [?] ohne Gott [?] das Geschenk empfing; so wie ein Wünschender [?], mit Rossen [Begabter], bei Pṛthuśravas Kānīta an diesem Morgenrot empfing. [Anm.: Vers stark unsicher; ādevaḥ/adevaḥ und vaśaḥ nicht sicher zu klären.]
Sechzigtausend an Rossen [?], zehntausend ... erhielt ich; an Kamelen zwanzig Hunderter; zehn Hunderter Brauner, zehn Hunderter Dreirötlicher, zehn Tausender an Rindern.
daśa śyāvā ṛdhadrayo vītavārāsa āśavaḥ / mathrā nemiṃ ni vāvṛtuḥ
Zehn Braune, Reichtum mehrend, mit ... Schweifen [?], flink, [wirbelnd] [?] drehten sie die Felge herum. [Anm.: mathrā und vīta-vāra unsicher; Bild wohl schnelle Rosse am Wagen.]
[Das sind] die Gaben des Pṛthuśravas, des Kānīta, des gut Gebenden: einen goldenen Wagen gebend wurde der freigebigste Patron, [und] er machte höchsten Ruhm.
yo aśvebhirvahate vasta usrāstriḥ sapta saptatīnām / ebhiḥ somebhiḥ somasudbhiḥ somapā dānāya śukrapūtapāḥ
Der mit Rossen fährt, der sich in Morgenlichter/Kühe kleidet, dreimal sieben von Siebzigern [?]: mit diesen Somasäften, mit Somapressern [?], der Somatrinker [kommt] zur Gabe, der Trinker des hellen, geläuterten [Soma]. [Anm.: Zahlangabe und usrāḥ (‚Morgenlichter/Kühe‘) unsicher.]
yo ma imaṃ cidu tmanāmandaccitraṃ dāvane / araṭve akṣenahuṣe sukṛtvani sukṛttarāya sukratuḥ
Der mich hier selbst erfreut hat, glänzend, zum Geben; bei Araṭu, bei Akṣa, bei Nahuṣa [?], dem guten Täter, für den noch besser Tuenden, der Gutwillige [?]. [Anm.: Namen/Bedeutung von araṭu, akṣa, nahuṣa unsicher.]
ucathye vapuṣi yaḥ svarāḷ uta vāyo ghṛtasnāḥ / aśveṣitaṃ rajeṣitaṃ śuneṣitaṃ prājma tadidaṃ nu tat
[Der bei/in lobenswerter Gestalt Selbstherrscher ist, und du, Vāyu, Schmalztriefender]: vom Ross angetrieben, vom Staub/Luftraum angetrieben, von Hund/Gedeihen angetrieben — auf die Fahrt [?]; dies ist es nun, dies. [Anm.: Padapāṭha unvollständig, nur zweite Vershälfte glossiert; śunā ‚Hund‘ oder ‚Gedeihen‘.]
Wort für Wort
iti
so (Zitatpartikel; Rest des Padapāṭha unvollständig)
gāvo na yūthamupa yanti vadhraya upa mā yanti vadhrayaḥ
Wie Kühe zur Herde, so gehen die Verschnittenen [?] zu mir, die Verschnittenen gehen zu mir. [Anm.: vadhri ‚entmannt/verschnitten‘, hier wohl Ochsen/Wallache als Gabe.]
Da, als er in der Schar der Cāratha [?] hundert Kamele brüllen ließ [?]; da unter den Śvitna zwanzig Hunderter. [Anm.: cārathe gaṇe und śvitneṣu wohl Stammes- bzw. Gruppennamen; unsicher.]
śataṃ dāse balbūthe viprastarukṣa ā dade / te te vāyavime janā madantīndragopā madanti devagopāḥ
Hundert [nahm] ich, der Dichter, beim Dāsa Balbūtha, bei Tarukṣa [?]; diese sind die Deinen, Vāyu, diese Leute berauschen sich — unter Indras Schutz stehend berauschen sie sich, unter der Götter Schutz stehend.
adha syā yoṣaṇā mahī pratīcī vaśamaśvyam / adhirukmā vi nīyate
Da wird jene Frau, die große, zugewandt, nach Wunsch, [samt] Rossen, mit Goldschmuck versehen, hinweggeführt. [Anm.: vaśam aśvyam unsicher; ob Frau als Gabe oder Braut gemeint, offen.]