Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 8

Kapitel 61: ṛgvede 8.61 · ubhayaṃ śṛṇavacca na indro arvāgidaṃ vacaḥ Anruf an Indra um Hilfe und Schutz

Indra-Lied: Einladung zum Somatrunk, Bitte um Gewinn und um Schutz von allen Seiten (Vv. 13-17). Der Vers 8.61.10 hat im Padapāṭha einen zusammengezogenen Token; Vers 18 und einzelne Lesarten (9, 18) sind unsicher.

ubhayaṃ śṛṇavacca na indro arvāgidaṃ vacaḥ / satrācyāmaghavā somapītaye dhiyā śaviṣṭha ā gamat

Beides soll Indra von uns hören, wenn er hierher gewendet diese Rede vernimmt; der Gabenreiche, der Kräftigste, soll mit Gedanken [?] zum Somatrunk zugleich herkommen.

Wort für Wort
ubhayam
beides (Akk. Sg. n.)
śṛṇavat
er soll hören (3. Sg. Inj.)
ca
und
naḥ
von uns, uns (Dat./Gen.)
indraḥ
Indra (Nom. Sg.)
arvāk
hierher gewandt (Adv.)
idam
diese (Akk. Sg. n.)
vacaḥ
Rede (Akk. Sg.)
satrācyā
zusammen hinwendend [?] (Instr. Sg. f.)
magha-vā
Gabenreicher, Maghavan (Nom. Sg.)
soma-pītaye
zum Somatrunk (Dat. Sg.)
dhiyā
mit Gedanken, Andacht (Instr. Sg.)
śaviṣṭhaḥ
Kräftigster (Nom. Sg.)
ā
hierher
gamat
er soll kommen (3. Sg. Aor. Inj.)

taṃ hi svarājaṃ vṛṣabhaṃ tamojase dhiṣaṇe niṣṭatakṣatuḥ / utopamānāṃ prathamo ni ṣīdasi somakāmaṃ hi te manaḥ

Ihn, den Selbstherrscher, den Stier, haben die beiden Weisheitsgöttinnen [Himmel und Erde?] zur Kraft gezimmert. Und als Erster der Vergleichbaren setzt du dich nieder; denn dein Sinn verlangt nach Soma.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk.)
hi
ja
sva-rājam
Selbstherrscher (Akk. Sg.)
vṛṣabham
Stier (Akk. Sg.)
tam
ihn (Akk.)
ojase
zur Kraft (Dat. Sg.)
dhiṣaṇe
die beiden Dhiṣaṇā, zwei Schalen/Göttinnen der Einsicht [?] (Nom. Du.)
niḥ-tatakṣatuḥ
sie haben zurechtgezimmert (3. Du. Perf.)
uta
und
upa-mānām
der Vergleichbaren, der Maßstäbe (Gen. Pl.)
prathamaḥ
Erster (Nom. Sg.)
ni
nieder
sīdasi
du setzt dich (2. Sg.)
soma-kāmam
Soma liebend (Nom. Sg.)
hi
ja
te
dein (Gen.)
manaḥ
Sinn, Geist (Nom. Sg.)

ā vṛṣasva purūvaso sutasyendrāndhasaḥ / vidmā hi tvā harivaḥ pṛtsu sāsahimadhṛṣṭaṃ cid dadhṛṣvaṇim

Erquicke dich, Indra, der du viele Güter hast, am gepressten Trank. Wir kennen dich ja, Falkenherr [Herr der Falben], als Überwinder in den Kämpfen, den Unerschrockenen, den Kühnen.

Wort für Wort
ā
hierher
vṛṣasva
erquicke dich, sei stierhaft kräftig (2. Sg. Imp. Med.)
puruvaso itipuru-vaso
viele Güter habend (Vok. Sg.)
sutasya
des gepressten (Gen. Sg.)
indra
Indra (Vok. Sg.)
andhasaḥ
des Trankes, Saftes (Gen. Sg.)
vidma
wir kennen (1. Pl. Perf.)
hi
ja
tvā
dich (Akk.)
hari-vaḥ
Herr der Falben (Vok. Sg.)
pṛt-su
in den Kämpfen (Lok. Pl.)
sasahim
Überwinder (Akk. Sg.)
adhṛṣṭam
nicht bedrängt, unerschrocken (Akk. Sg.)
cit
sogar
dadhṛṣvaṇim
Kühnen, Wagemutigen (Akk. Sg.)

aprāmisatya maghavan tathedasadindra kratvā yathā vaśaḥ / sanema vājaṃ tava śiprinnavasā makṣū cid yanto adrivaḥ

Du, dessen Wahrheit nie verfehlt, Gabenreicher: So soll es geschehen, Indra, wie du es mit deinem Willen [?] wünschst. Wir wollen den Gewinn erwerben, du Helmträger [?], mit deiner Hilfe, rasch dahineilend, Steinträger.

Wort für Wort
aprāmi-satya
dessen Wahrheit nicht verfehlt (Vok. Sg.)
magha-van
Gabenreicher (Vok. Sg.)
tathā
so
it
eben
asat
es soll sein (3. Sg. Inj.)
indra
Indra (Vok. Sg.)
kratvā
durch Willenskraft, Einsicht (Instr. Sg.)
yathā
wie
vaśaḥ
du wünschst (2. Sg.)
sanema
wir wollen gewinnen (1. Pl. Opt.)
vājam
Gewinn, Kraftpreis (Akk. Sg.)
tava
dein (Gen.)
śiprin
Helm-/Kinnträger, Kräftiger [?] (Vok. Sg.)
avasā
durch Hilfe (Instr. Sg.)
makṣu
rasch (Adv.)
cit
sogar
yantaḥ
eilend (Nom. Pl. Part.)
adri-vaḥ
Presssteinbesitzer (Vok. Sg.)

śagdhyū ṣu śacīpata indra viśvābhirūtibhiḥ / bhagaṃna hi tvā yaśasaṃ vasuvidamanu śūra carāmasi

Hilf uns doch gut, Herr der Kraft, Indra, mit allen Hilfen. Wie einen Anteilspender, ruhmreich, Güter findend, so suchen wir dich auf, Held.

Wort für Wort
śagdhi
hilf, vermag (2. Sg. Imp.)
oṃ iti
ja doch (Partikel)
su
gut
śacī-pate
Herr der Kraft (Vok. Sg.)
indra
Indra (Vok. Sg.)
viśvābhiḥ
mit allen (Instr. Pl. f.)
ūti-bhiḥ
mit Hilfen (Instr. Pl.)
bhagam
Anteilsspender, Glück (Akk. Sg.)
na
wie
hi
ja
tvā
dich (Akk.)
yaśasam
ruhmreich (Akk. Sg.)
vasu-vidam
Güter findend (Akk. Sg.)
anu
entlang, nach
śūra
Held (Vok. Sg.)
carāmasi
wir suchen auf, folgen (1. Pl.)

pauro aśvasya purukṛd gavāmasyutso deva hiraṇyayaḥ / nakirhi dānaṃ parimardhiṣat tve yad-yad yāmi tadā bhara

Du bist der Ströme [?] des Rosses, Vielschaffender der Kühe, goldener Quell, Gott. Niemand wird deine Gabe hemmen; was auch immer ich erbitte, das bring her.

Wort für Wort
pauraḥ
Rosses-Herr [?], Abkömmling/Fülle (Nom. Sg.)
aśvasya
des Rosses (Gen. Sg.)
puru-kṛt
Vieles schaffend (Nom. Sg.)
gavām
der Kühe (Gen. Pl.)
asi
du bist
utsaḥ
Quell (Nom. Sg.)
deva
Gott (Vok. Sg.)
hiraṇyayaḥ
golden (Nom. Sg.)
nakiḥ
niemand
h i
ja
dānam
Gabe (Akk. Sg.)
pari-mardhiṣat
wird hemmen, beeinträchtigen (3. Sg. Aor. Inj.)
tve iti
in dir (Lok.)
yat-yat
was auch immer (Rel.)
yāmi
ich gehe an, erbitte (1. Sg.)
tat
das
ā
hierher
bhara
bring (2. Sg. Imp.)

tvaṃ hyehi cerave vidā bhagaṃ vasuttaye / ud vāvṛṣasva maghavan gaviṣṭaya udindrāśvamiṣṭaye

Komm du her, zum Schenkenden: Finde den Anteil zum Gewinn [von Gut]. Strotze auf, Gabenreicher, nach Kühen verlangend, auf, Indra, nach Rossen verlangend.

Wort für Wort
tvam
du (Nom.)
hi
ja
ā
hierher
ihi
komm (2. Sg. Imp.)
cerave
dem Schenker, Wandelnden [?] (Dat. Sg.)
vidāḥ
finde (2. Sg. Aor. Inj.)
bhagam
Anteil, Glück (Akk. Sg.)
vasuttaye
zum Gutgewinn, zum Erlangen von Gut (Dat. Sg.)
ut
empor
vavṛṣasva
strotze, schwelle (2. Sg. Perf. Imp.)
magha-van
Gabenreicher (Vok. Sg.)
go--iṣṭaye
zum Wunsch nach Kühen (Dat. Sg.)
ut
empor
indra
Indra (Vok. Sg.)
aśvam-iṣṭaye
zum Wunsch nach Rossen (Dat. Sg.)

tvaṃ purū sahasrāṇi śatāni ca yūthā dānāya maṃhase / ā purandaraṃ cakṛma vipravacasa indraṃ gāyanto 'vase

Du schenkst viele Tausende und Hunderte, Herden, zum Geben. Wir, deren Rede weise ist, haben den Burgenbrecher Indra herbeigeholt, indem wir ihn besingen, zur Hilfe.

Wort für Wort
tvam
du (Nom.)
puru
viele (Akk. Pl.)
sahasrāṇi
Tausende (Akk. Pl.)
śatāni
Hunderte (Akk. Pl.)
ca
und
yūthā
Herden (Akk. Pl.)
dānāya
zum Geben (Dat. Sg.)
maṃhase
du schenkst (2. Sg.)
ā
hierher
puram-daram
Burgenbrecher (Akk. Sg.)
cakṛma
wir haben gemacht (1. Pl. Perf.)
vipra-vacasaḥ
mit weiser, begeisterter Rede (Nom. Pl.)
indram
Indra (Akk. Sg.)
gāyantaḥ
singend (Nom. Pl. Part.)
avase
zur Hilfe (Dat. Sg.)

avipro vā yadavidhad vipro vendra te vacaḥ / sa pra mamandattvāyā śatakrato prācāmanyo ahaṃsana

Ob einer kein Begeisterter ist oder ein Begeisterter, der deine Rede erwog, Indra: Er hat sich an dir berauscht, du Hundertwerker; [du,] Prācāmanyu-Ahnherr, Feindbezwinger [?].

Wort für Wort
avipraḥ
nicht begeistert, Nicht-Dichter (Nom. Sg.)
vā
oder
yat
wenn
avidhat
er beachtete, erwog [?] (3. Sg. Aor.)
vipraḥ
Begeisterter, Dichter (Nom. Sg.)
vā
oder
indra
Indra (Vok. Sg.)
te
dein (Gen.)
vacaḥ
Rede (Akk. Sg.)
saḥ
er (Nom.)
pra
vorwärts, wohl
mamandat
er hat sich berauscht (3. Sg. Aor.)
tvāyā
durch dich, dir (Instr.) [?]
śatakrato itiśāta-krato
Hundertkräftiger, Hundertwerker (Vok. Sg.)
prācāmanyo itiprācāmanyo
Prācāmanyu [?] (Vok. Sg.)
aham-sana
Feindbezwinger, Sündentötender [?] (Vok. Sg.)

ugrabāhurmrakṣakṛtvā purandaro yadi me śṛṇavad dhavam / vasūyavo vasupatiṃ śatakratuṃ stomairindraṃ havāmahe

Der Starkarmige, der Übermut-Zermalmer [?], der Burgenbrecher soll, wenn er mein Rufen hört, [gnädig sein]. Wir, die wir Güter begehren, rufen Indra, den Herrn der Güter, den Hundertkräftigen, mit Preisliedern an. [Anm.: Der Padapāṭha der Quelle fasst die zweite Vershälfte in einem Token zusammen.]

Wort für Wort
ugra-bāhuḥ
gewaltigarmig, mit starkem Arm (Nom. Sg.)
mrakṣa-kṛtvā
der Übermut zermalmt, der das Schmierige/Übermut Tuende [?] (Nom. Sg.)
puram-daraḥ
Burgenbrecher (Nom. Sg.)
yadi
wenn
me
mein (Gen.)
śṛṇavat
er soll hören (3. Sg. Inj.)
havam
Ruf, Anruf (Akk. Sg.)
vasūyavo vasupatiṃ śatakratum stomair indram havāmahe
vasūyavo vasupatiṃ śatakratum stomair indram havāmahe: wir, Güter begehrend, rufen den Herrn der Güter, den Hundertkräftigen, Indra mit Preisliedern an (Zusammenfassung; mehrere Wörter in einem Token)

na pāpāso manāmahe nārāyāso na jaḷhavaḥ / yadin nvindraṃ vṛṣaṇaṃ sacā sute sakhāyaṃ kṛṇavāmahai

Nicht wollen wir als Böse, nicht als Geizige, nicht als Betrüger gedacht werden, wenn wir doch Indra, den Stier, beim Soma zum Freund machen.

Wort für Wort
na
nicht
pāpāsaḥ
Böse, Übelgesinnte (Nom. Pl.)
manāmahe
wir wollen gedacht werden, gelten [?] (1. Pl. Med.)
na
nicht
arāyāsaḥ
Geizige, Nicht-Gebende (Nom. Pl.)
na
nicht
jalhavaḥ
Betrüger, Lügner [?] (Nom. Pl.)
yat
wenn
it
eben
nu
jetzt
indram
Indra (Akk. Sg.)
vṛṣaṇam
Stier (Akk. Sg.)
sacā
gemeinsam, zugleich
sute
beim Pressen, bei gepresstem Soma (Lok. Sg.)
sakhāyam
Freund (Akk. Sg.)
kṛṇavāmahai
wir wollen machen (1. Pl. Konj. Med.)

ugraṃ yuyujma pṛtanāsu sāsahim ṛṇakātimadābhyam / vedā bhṛmaṃ cit sanitā rathītamo vājinaṃ yamidū naśat

Den Gewaltigen, in den Kämpfen Überwindenden, den Schuldenbezwinger, den Unbetrügbaren haben wir angeschirrt. Er kennt auch das Rasche [?], ein Gewinner, der beste Wagenkämpfer; den, den Renner, soll er erlangen.

Wort für Wort
ugram
den Gewaltigen (Akk. Sg.)
yuyujma
wir haben angeschirrt (1. Pl. Perf.)
pṛtanāsu
in den Kämpfen (Lok. Pl.)
sasahim
den Überwinder (Akk. Sg.)
ṛṇa-kātim
Schuldenbezwinger (Akk. Sg.)
adābhyam
unbetrügbar (Akk. Sg.)
veda
er kennt (3. Sg. Perf.)
bhṛmam
Erregtes, Rasches [?] (Akk. Sg.)
cit
sogar
sanitā
Gewinner (Nom. Sg.)
rathi-tamaḥ
bester Wagenkämpfer (Nom. Sg.)
vājinam
Renner, kraftvoll (Akk. Sg.)
yam
den (Rel. Akk.)
it
eben
oṃ iti
ja
naśat
er soll erlangen (3. Sg. Aor. Inj.)

yata indra bhayāmahe tato no abhayaṃ kṛdhi / maghavañchagdhitava tan na ūtibhirvi dviṣo vi mṛdho jahi

Wovor wir uns fürchten, von dort mache uns furchtlos, Indra. Gabenreicher, hilf; schlage mit deinen Hilfen dies für uns: schlage die Hasser, schlage die Bedränger auseinander.

Wort für Wort
yataḥ
woher, wovor (Abl.)
indra
Indra (Vok. Sg.)
bhayāmahe
wir fürchten uns (1. Pl. Med.)
tataḥ
von dort (Abl.)
naḥ
uns (Dat.)
abhayam
Furchtlosigkeit (Akk. Sg.)
kṛdhi
mache (2. Sg. Imp.)
magha-van
Gabenreicher (Vok. Sg.)
śagdhi
hilf, vermöge (2. Sg. Imp.)
tava
dein (Gen.)
tam
dies (Akk. Sg. n.)
naḥ
uns (Dat.)
ūti-bhiḥ
mit Hilfen (Instr. Pl.)
vi
auseinander
dviṣaḥ
die Hasser (Akk. Pl.)
vi
auseinander
mṛdhaḥ
die Bedränger (Akk. Pl.)
jahi
schlage (2. Sg. Imp.)

tvaṃ hi rādhaspate rādhaso mahaḥ kṣayasyāsi vidhataḥ / taṃ tvā vayaṃ maghavannindra girvaṇaḥ sutāvanto havāmahe

Du, Herr des Gutes, bist ja der Vergeber des großen Gutes und der Wohnstatt. Dich, Gabenreicher Indra, Liedersüchtiger, rufen wir, die wir Soma gepresst haben.

Wort für Wort
tvam
du (Nom.)
hi
ja
rādhaḥ-pate
Herr des Gutes (Vok. Sg.)
rādhasaḥ
des Gutes, der Gabe (Gen. Sg.)
mahaḥ
großen (Gen. Sg.)
kṣayasya
der Wohnstatt, des Besitzes (Gen. Sg.)
asi
du bist
vidhataḥ
Vergeber, Verehrer [?] (Nom. Sg.)
tam
dich (Akk.)
tvā
dich (Akk.)
vayam
wir (Nom.)
magha-van
Gabenreicher (Vok. Sg.)
indra
Indra (Vok. Sg.)
girvaṇaḥ
Lieder liebend (Vok. Sg.)
suta-vantaḥ
mit gepresstem Soma versehen (Nom. Pl.)
havāmahe
wir rufen (1. Pl. Med.)

indra spaḷ uta vṛtrahā paraspā no vareṇyaḥ / sa no rakṣiṣaccaramaṃ sa madhyamaṃ sa paścāt pātu naḥ puraḥ

Indra ist der Späher und der Vritra-Töter, der Beschützer von fern, der Wünschenswerte für uns. Er soll uns das Letzte, er die Mitte, er soll uns von hinten und von vorn schützen.

Wort für Wort
indraḥ
Indra (Nom. Sg.)
spaṭ
Späher, Aufpasser (Nom. Sg.)
uta
und
vṛtra-hā
Vṛtra-Töter (Nom. Sg.)
paraḥ-pāḥ
Beschützer von fern, Fernschützer (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Dat.)
vareṇyaḥ
wünschenswert (Nom. Sg.)
saḥ
er (Nom.)
naḥ
uns (Akk.)
rakṣiṣat
er soll hüten (3. Sg. Aor. Inj.)
caramam
das Letzte, Hinterste (Akk. Sg.)
saḥ
er (Nom.)
madhyamam
die Mitte (Akk. Sg.)
saḥ
er (Nom.)
paścāt
von hinten (Adv.)
pātu
soll schützen (3. Sg. Imp.)
naḥ
uns (Akk.)
puraḥ
von vorn (Adv.)

tvaṃ naḥ paścādadharāduttarāt pura indra ni pāhi viśvataḥ / āre asmat kṛṇuhi daivyaṃ bhayamāre hetīradevīḥ

Du, Indra, schütze uns von hinten, von unten, von oben, von vorn, von allen Seiten. Halte das göttliche Furchtbare fern von uns, fern die Wurfgeschosse, die nicht-göttlichen.

Wort für Wort
tvam
du (Nom.)
naḥ
uns (Akk.)
paścāt
von hinten (Adv.)
adharāt
von unten (Abl.)
uttarāt
von oben (Abl.)
puraḥ
von vorn (Adv.)
indra
Indra (Vok. Sg.)
ni
herab, ringsum
pāhi
schütze (2. Sg. Imp.)
viśvataḥ
von allen Seiten (Adv.)
āre
fern
asmat
von uns (Abl.)
kṛṇuhi
mache (2. Sg. Imp.)
daivyam
göttliches, himmlisches (Akk. Sg. n.)
bhayam
Furcht, Schrecken (Akk. Sg.)
āre
fern
hetīḥ
Wurfgeschosse (Akk. Pl.)
adevīḥ
nicht-göttliche (Akk. Pl. f.)

adyādyā śvaḥ-śva indra trāsva pare ca naḥ / viśvā ca nojaritṝn satpate ahā divā naktaṃ ca rakṣiṣaḥ

Heute wie heute, morgen wie morgen, Indra, rette uns und in der Zukunft danach [?]; alle Tage, Guter [Herr des Wahrhaftigen], bei Tag und bei Nacht sollst du uns behüten.

Wort für Wort
adya-adya
Tag für Tag, heute und heute (Adv.)
śvaḥ-śvaḥ
morgen für morgen (Adv.)
indras
Indra (Nom.) [Anm.: Padapāṭha-Form indras, Vok. gemeint]
trāsva
rette (2. Sg. Imp.)
pare
später, danach (Adv.)
ca
und
naḥ
uns (Akk.)
viśvā
alle (Akk. Pl. n.)
ca
und
naḥ
uns (Akk.)
jaritṝn
die Sänger (Akk. Pl.)
sat-pate
Herr des Wahren, Herr der Guten (Vok. Sg.)
ahā
Tage (Akk. Pl.)
divā
bei Tag (Adv.)
naktam
bei Nacht (Adv.)
ca
und
rakṣiṣaḥ
du sollst schützen (2. Sg. Aor. Inj.)

prabhaṅgī śūro maghavā tuvīmaghaḥ sammiṣlo viryāya kam / ubhā te bāhū vṛṣaṇā śatakrato ni yā vajraṃ mimikṣatuḥ

Der Brecher, der Held, der Gabenreiche, der Mächtige an Gaben, ist [?] zur Manneskraft vereint/gemischt. Deine beiden stierstarken Arme, Hundertkräftiger, die den Donnerkeil [fest] verbunden haben [?]. [Anm.: Der letzte Pāda ist grammatisch dunkel; ni yā vajram mimikṣatuḥ von √mikṣ ‚mischen, verbinden‘, wörtlich wohl: die beiden haben den Keil verbunden/gemischt.]

Wort für Wort
pra-bhaṅgī
Brecher, Zerbrecher (Nom. Sg.)
śūraḥ
Held (Nom. Sg.)
magha-vā
Gabenreicher (Nom. Sg.)
tuvi-maghaḥ
viele Gaben besitzend (Nom. Sg.)
sam-miślaḥ
vermischt, verbunden [?] (Nom. Sg.)
vīryāya
zur Manneskraft (Dat. Sg.)
kam
(Partikel: wohl, fürwahr)
ubhā
beide (Nom. Du.)
te
dein (Gen.)
bāhū iti
Arme (Nom. Du.)
vṛṣaṇā
stiergleich, stark (Nom. Du.)
śatakrato itiśata-krato
Hundertkräftiger (Vok. Sg.)
ni
hinein, nieder
yā
die, welche (Nom. Du. f.) [?]
vajram
Donnerkeil (Akk. Sg.)
mimikṣatuḥ
sie beide wollen mischen [?] (3. Du. Des.)

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