Kapitel 65: ṛgvede 8.65 · yadindra prāgapāgudaṃ nyag vā hūyase nṛbhiḥ
Anruf an Indra aus allen Himmelsrichtungen; Dank für Gaben
Einladung an Indra, aus allen Weltgegenden zum Soma zu kommen; ab Vers 10 Dank für eine Gabe von Gescheckten und Gold. Unsicher: 8.65.5 (Person von gṛṇīṣe), 8.65.9 (aryaḥ), 8.65.12 (napātaḥ durgahasya).
Wenn du, Indra, im Osten, im Westen, im Norden oder im Süden [Anm.: prāk/apāk/udak/nyak; die genaue Zuordnung der Richtungen ist konventionell] von Männern angerufen wirst, / so komm rasch her mit den Schnellen (den Rossen).
yad vā prasravaṇe divo mādayāse svarṇare / yad vā samudreandhasaḥ
Oder wenn du am Abhang [Anm.: pra-sravaṇa, auch ‚Strömen, Quell‘] des Himmels dich berauschst, im Lande der Lichtmänner [?], / oder wenn im Meer des Saftes (andhas, Soma).
Dich, den Großen und Weiten, rufe ich mit Liedern herbei wie eine Kuh zum Genuss [Anm.: bhojase, Dativ-Infinitiv ‚zum Nutznießen‘; das Bild ist knapp], / Indra, zum Trinken des Soma.
sutāvantastvā vayaṃ prayasvanto havāmahe / idaṃ no barhirāsade
Wir, die wir gepressten (Soma) haben und Labung [Anm.: prayas ‚Labung, Speise, Gabe‘] bereit halten, rufen dich; / dies (ist) unser Barhis (Streu) zum Sitzen.
Alle Weisen [Anm.: vipaścit ‚einsichtig‘] des Herrn/Fremden [?] hast du überblickt; komm rasch her; / verleih uns großen Ruhm. [Anm.: aryaḥ ist Gen. von arí ‚Herr/Fremder‘ oder Nom. aryaḥ ‚Herr‘; unsicher]
napāto durgahasya me sahasreṇa surādhasaḥ / śravo deveṣvakrata
Die Nachkommen des schwer Fassbaren [?] haben mir, dem gut Begabten, mit Tausend / Ruhm unter den Göttern gemacht. [Anm.: Deutung von napātaḥ durgahasya und Bezug von me unsicher]