Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 8

Kapitel 84: ṛgvede 8.84 · preṣṭhaṃ vo atithiṃ stuṣe mitramiva priyam Anruf an Agni, den Gast bei den Sterblichen

Lob Agnis als Gast und Seher unter den Menschen, dann Fragen nach der rechten Huldigung (V. 4-5; der Satz läuft über beide Verse) und Segensbitte. Unsicher: V. 6-7 (Konstruktion) und V. 9 (nakir yaṃ ghnanti hanti yaḥ).

preṣṭhaṃ vo atithiṃ stuṣe mitramiva priyam / agniṃ rathaṃ na vedyam

Den liebsten Gast für euch preise ich, lieb wie einen Freund (Mitra), / Agni, wie einen Wagen, den man gewinnt/erkennt [?].

Wort für Wort
preṣṭham
liebsten (Akk. Sg. m.)
vaḥ
euch (Dat./Gen. Pl.)
atithim
Gast (Akk. Sg.)
stuṣe
ich preise (1. Sg. Med.)
mitram-iva
wie einen Freund (Mitra)
priyam
lieben (Akk. Sg. m.)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
ratham
Wagen (Akk. Sg.)
na
wie
vedyam
zu erlangenden/kundigen (Akk. Sg. m.) [?]

kavimiva pracetasaṃ yaṃ devāso adha dvitā / ni martyeṣvādadhuḥ

Wie einen Seher, weitsichtig, den die Götter nun zweifach [?] / unter die Sterblichen gesetzt haben.

Wort für Wort
kavim-iva
wie einen Seher
pra-cetasam
weitsichtig (Akk. Sg. m.)
yam
den (Rel. Akk. Sg.)
devāsaḥ
Götter (Nom. Pl.)
adha
nun/darauf
dvitā
zweifach/zum zweiten Mal [?]
ni
hinein (Vorverb)
martyeṣu
unter den Sterblichen (Lok. Pl.)
ādadhuḥ
sie setzten (3. Pl. Perf.)

tvaṃ yaviṣṭha dāśuṣo nṝn pāhi śṛṇudhī giraḥ / rakṣā tokamuta tmanā

Du, Jüngster, schütze die Männer des Spenders, höre die Lieder; / hüte den Nachwuchs, und zwar selbst.

Wort für Wort
tvam
du (Nom. Sg.)
yaviṣṭha
Jüngster (Vok. Sg.)
dāśuṣaḥ
des Spenders (Gen. Sg.)
nṝn
Männer (Akk. Pl.)
pāhi
schütze (2. Sg. Imp.)
śṛṇudhi
höre (2. Sg. Imp.)
giraḥ
Lieder (Akk. Pl.)
rakṣa
hüte (2. Sg. Imp.)
tokam
Nachwuchs (Akk. Sg.)
uta
und/auch
tmanā
selbst/aus eigener Kraft (Instr. Sg.)

kayā te agne aṅgira ūrjo napādupastutim / varāya deva manyave

Mit welchem [Lied] [sollen wir] dir, Agni Aṅgiras, Sohn der Kraft, eine Lobrede [widmen] / für deinen erwünschten [?] Eifer, o Gott? [Anm.: Das Verb dāśema folgt in V. 5.]

Wort für Wort
kayā
mit welcher (Instr. Sg. f.)
te
dir (Dat. Sg.)
agne
Agni (Vok. Sg.)
aṅgiraḥ
Aṅgiras (Vok. Sg.)
ūrjaḥ
der Kraft/Stärkung (Gen. Sg.)
napāt
Sohn/Abkömmling (Vok. Sg.)
upa-stutim
Lobrede/Huldigung (Akk. Sg.)
varāya
für den erwünschten/erwählenswerten (Dat. Sg.) [?]
deva
Gott (Vok. Sg.)
manyave
für den Eifer/Grimm (Dat. Sg.)

dāśema kasya manasā yajñasya sahaso yaho / kadu voca idaṃnamaḥ

Wie sollen wir mit dem Sinn dienen – bei welcher Weihehandlung [?] –, Sohn der Kraft, du Rastloser? / Was soll ich denn sagen, nämlich diese Verneigung?

Wort für Wort
dāśema
wir mögen darbringen/dienen (1. Pl. Opt.)
kasya
wessen/wem (Gen./Dat.)
manasā
mit dem Sinn/Geist (Instr. Sg.)
yajñasya
der Weihehandlung/Verehrungshandlung (Gen. Sg.)
sahasaḥ
der Kraft (Gen. Sg.)
yaho iti
Rastloser/Sohn (Vok. Sg.) [?]
kat
was (Akk. Sg. n.)
oṃ iti
denn (Partikel u)
voce
ich soll sagen (1. Sg. Aor. Opt. Med.)
idam
diese (Akk. Sg. f.)
namaḥ
Verneigung/Verehrung (Akk. Sg.)

adhā tvaṃ hi nas karo viśvā asmabhyaṃ sukṣitīḥ / vājadraviṇaso giraḥ

Nun aber mach du für uns alle [Leute?] wohlbehaust, / [und] die Lieder reich an Siegesgut [?].

Wort für Wort
adha
nun/darauf
tvam
du (Nom. Sg.)
hi
denn
naḥ
uns (Dat. Pl.)
karaḥ
du machst/mögest machen (2. Sg. Inj.)
viśvāḥ
alle (Akk. Pl. f.)
asmabhyam
uns (Dat. Pl.)
su-kṣitīḥ
wohlbehauste/gute Wohnsitze (Akk. Pl. f.) [?]
vāja-draviṇasaḥ
reich an Siegesgut (Akk. Pl. f.) [?]
giraḥ
Lieder (Akk. Pl.)

kasya nūnaṃ parīṇaso dhiyo jinvasi dampate / goṣātā yasyate giraḥ

Wessen reichliche Andachten regst du jetzt an, Hausherr? / Beim Rindergewinn [gelten] dessen dir Lieder [?].

Wort für Wort
kasya
wessen (Gen. Sg.)
nūnam
jetzt
parīṇasaḥ
reichliche/überströmende (Akk. Pl. f.)
dhiyaḥ
Andachten/Gebete (Akk. Pl.)
jinvasi
du regst an/erquickst (2. Sg.)
dam-pate
Hausherr (Vok. Sg.)
go--sātā
beim Rindergewinn (Lok. Sg.)
yasya
dessen (Gen. Sg. Rel.)
te
dir (Dat. Sg.)
giraḥ
Lieder (Nom. Pl.)

taṃ marjayanta sukratuṃ puroyāvānamājiṣu / sveṣu kṣayeṣuvājinam

Ihn, den Wohlwissenden, den Vorausziehenden in den Wettkämpfen, / haben sie in den eigenen Wohnsitzen gepflegt, den Kraftvollen.

Wort für Wort
tam
diesen (Akk. Sg. m.)
marjayanta
sie pflegten/reinigten (3. Pl. Impf. Med.)
su-kratum
wohlwissend/tüchtig (Akk. Sg. m.)
puraḥ-yāvānam
vorausziehend (Akk. Sg. m.)
ājiṣu
in den Wettkämpfen (Lok. Pl.)
sveṣu
in den eigenen (Lok. Pl.)
kṣayeṣu
Wohnsitzen (Lok. Pl.)
vājinam
kraftvoll/siegpreisgewinnend (Akk. Sg. m.)

kṣeti kṣemebhiḥ sādhubhirnakiryaṃ ghnanti hanti yaḥ / agne suvīra edhate

Er wohnt in guten Sicherungen; wen niemand erschlägt, [nämlich der,] der selbst erschlägt [?] – / o Agni, [er] gedeiht mit tüchtigen Männern.

Wort für Wort
kṣeti
er wohnt (3. Sg.)
kṣemebhiḥ
in Sicherheiten/Geborgenheiten (Instr. Pl.)
sādhu-bhiḥ
guten/gelingenden (Instr. Pl.)
nakiḥ
niemand
yam
den (Rel. Akk. Sg.)
ghnanti
sie schlagen (3. Pl.)
hanti
er schlägt/erschlägt (3. Sg.)
yaḥ
der/wer (Rel. Nom. Sg.)
agne
Agni (Vok. Sg.)
su-vīraḥ
mit guten Männern (Nom. Sg. m.)
edhate
er gedeiht (3. Sg. Med.)

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