Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 8

Kapitel 24: ṛgvede 8.24 · sakhāya ā śiṣāmahi brahmendrāya vajriṇe Lobpreis Indras, des Männlichsten, mit Bitte um Gaben

Lied an Indra: Aufruf an die Freunde zum Lobpreis, Indras Vṛtra-Sieg und Freigebigkeit, Somaspende, Bitte um Reichtum; am Ende Erwähnung des Vyaśva und der Schenkung (dakṣiṇā) sowie der Valagestalt (Vers 30, dunkel). Verse 27 und 30 sind schwierig.

sakhāya ā śiṣāmahi brahmendrāya vajriṇe / stuṣa ū ṣuvo nṛtamāya dhṛṣṇave

Freunde, wir wollen ein Gebet für Indra, den Keulenträger, aufsagen [oder: ihm zureden]; / ich preise euch [zugute] den Männlichsten, den Kühnen.

Wort für Wort
sakhāyaḥ
Freunde (Vok. Pl.)
ā
her, hinzu (Präverb)
śiṣāmahi
wir wollen aufsagen, ermuntern (1. Pl. Med. Opt.)
brahma
Gebet, Formung (Akk. Sg.)
indrāya
für Indra (Dat. Sg.)
vajriṇe
für den Keulenträger (Dat. Sg.)
stuṣe
ich preise (1. Sg. Med.)
oṃ iti
ja (Partikel)
su
gut, recht (Adv.)
vaḥ
euch (Dat. Pl.)
nṛ-tamāya
für den Männlichsten (Dat. Sg.)
dhṛṣṇave
für den Kühnen (Dat. Sg.)

śavasa hyasi śruto vṛtrahatyena vṛtrahā / maghairmaghono ati śūra dāśasi

Denn durch Kraft bist du berühmt, durch den Vṛtra-Sieg bist du der Vṛtra-Töter; / mit Gaben, du Held, übertriffst du die Gabenreichen im Geben.

Wort für Wort
śavasā
durch Kraft (Instr. Sg.)
hi
denn
asi
du bist (2. Sg.)
śrutaḥ
berühmt (Nom. Sg.)
vṛtra-hatyena
durch den Vṛtra-Sieg (Instr. Sg.)
vṛtra-hā
Vṛtra-Töter (Nom. Sg.)
maghaiḥ
mit Gaben (Instr. Pl.)
maghonaḥ
die Gabenreichen (Akk. Pl.)
ati
über, hinaus (Präverb)
śūra
Held (Vok. Sg.)
dāśasi
du gibst (2. Sg.)

sa na stavāna ā bhara rayiṃ citraśravastamam / nireke cid yo harivo vasurdadiḥ

Er, gepriesen, bringe uns her Reichtum, den mit dem wunderbarsten Ruhm, / der du, Herr der Falben, auch im Leeren [oder: bei der Einsamkeit?] als Gutspender ein Geber bist [?].

Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
stavānaḥ
gepriesen (Nom. Sg. Part.)
ā
her (Präverb)
bhara
bring (2. Sg. Imp.)
rayim
Reichtum (Akk. Sg.)
citraśravaḥ-tamam
mit dem wunderbarsten Ruhm (Akk. Sg.)
nireke
im Leeren, im Arm-Sein [?] (Lok. Sg.)
cit
sogar (Partikel)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
hari-vaḥ
Herr der Falben (Vok. Sg.)
vasuḥ
Gütiger, Gut (Nom. Sg.)
dadiḥ
Geber, gebend (Nom. Sg.)

ā nirekamuta priyamindra darṣi janānām / dhṛṣatā dhṛṣṇo stavamāna ā bhara

Gib zum Leeren [?] und zum Liebsten der Leute, Indra, hin; / du Kühner, gepriesen, bring es mit Kühnheit her.

Wort für Wort
ā
her (Präverb)
nirekam
ins Leere [?] (Akk. Sg.)
uta
und
priyam
Liebstes (Akk. Sg.)
indra
Indra (Vok. Sg.)
darṣi
du zerreißt, gibst (2. Sg.) [?]
janānām
der Leute (Gen. Pl.)
dhṛṣatā
mit Kühnheit (Instr. Sg.)
dhṛṣṇo iti
Kühner (Vok. Sg.)
stavamānaḥ
gepriesen (Nom. Sg. Part.)
ā
her (Präverb)
bhara
bring (2. Sg. Imp.)

na te savyaṃ na dakṣiṇaṃ hastaṃ varanta āmuraḥ / na paribādho harivo gaviṣṭiṣu

Weder deine linke noch die rechte Hand halten die Bedränger ab, / noch die Bedränger, Herr der Falben, wenn es um Rinder geht.

Wort für Wort
na
nicht
te
deine (Gen. Sg.)
savyam
linke (Akk. Sg.)
na
nicht
dakṣiṇam
rechte (Akk. Sg.)
hastam
Hand (Akk. Sg.)
varante
sie halten ab (3. Pl. Med.)
āmuraḥ
die Schädiger, Vernichter (Nom. Pl.)
na
nicht
pari-bādhaḥ
die Bedränger (Nom. Pl.)
hari-vaḥ
Herr der Falben (Vok. Sg.)
go--iṣṭiṣu
beim Streben nach Rindern (Lok. Pl.)

ā tvā gobhiriva vrajaṃ gīrbhir{ṛ}ṇomyadrivaḥ / ā sma kāmaṃ jariturā manaḥ pṛṇa

Wie mit Rindern zu einem Pferch, so bringe ich dich mit Liedern herbei, du Herr des Presssteins; / erfülle doch den Wunsch, den Sinn des Sängers.

Wort für Wort
ā
her (Präverb)
tvā
dich (Akk. Sg.)
gobhiḥ-iva
wie mit Rindern (Instr. Pl. + Vergleich)
vrajam
Pferch (Akk. Sg.)
gīḥ-bhiḥ
mit Liedern (Instr. Pl.)
ṛṇomi
ich bringe in Bewegung (1. Sg.)
adri-vaḥ
Herr des Presssteins (Vok. Sg.)
ā
hin (Präverb)
sma
doch (Partikel)
kāmam
Wunsch (Akk. Sg.)
jarituḥ
des Sängers (Gen. Sg.)
ā
hin (Präverb)
manaḥ
Sinn (Akk. Sg.)
pṛṇa
erfülle (2. Sg. Imp.)

viśvani viśvamanaso dhiyā no vṛtrahantama / ugra praṇetaradhi ṣu vaso gahi

Alles [Gute], du Allsinniger, [bringe] durch unser Denken, du größter Vṛtra-Töter; / du Gewaltiger, Vorangeher, komm [zu uns], du Gütiger, herab.

Wort für Wort
viśvāni
alle (Akk. Pl.)
viśva-manasaḥ
allsinnig, allbedenkend (Vok. Sg.)
dhiyā
durch Denken (Instr. Sg.)
naḥ
uns (Gen./Dat. Pl.)
vṛtrahan-tama
größter Vṛtra-Töter (Vok. Sg.)
ugra
gewaltiger (Vok. Sg.)
pranetarit ipra-netaḥ
Anführer, Vorangeher (Vok. Sg.)
adhi
herab, hinzu (Präverb)
su
gut (Partikel)
vaso iti
Vasu, Gütiger (Vok. Sg.)
gahi
komm (2. Sg. Imp.)

vayaṃ te asya vṛtrahan vidyāma śūra navyasaḥ / vaso spārhasya puruhūta rādhasaḥ

Wir wollen dieses dein [Gut] erlangen, Vṛtra-Töter, du Held, das Neue, / das Erwünschte des Guten, o Vielangerufener, an Gabe.

Wort für Wort
vayam
wir (Nom. Pl.)
te
dein (Gen. Sg.)
asya
dieses (Gen. Sg.)
vṛtra-han
Vṛtra-Töter (Vok. Sg.)
vidyāma
wir wollen erlangen, kennen (1. Pl. Opt.)
śūra
Held (Vok. Sg.)
navyasaḥ
des Neuen (Gen. Sg.)
vasoḥ
des Guten (Gen. Sg.)
spārhasya
des Wünschenswerten (Gen. Sg.)
puru-hūta
Vielangerufener (Vok. Sg.)
rādhasaḥ
der Gabe (Gen. Sg.)

indra yathā hyasti te 'parītaṃ nṛto śavaḥ / amṛkta rātiḥ puruhūta dāśuṣe

Indra, wie es ist, deine unbezwingbare Kraft, o Tanzender [oder: Männerhafter], / so ist unversehrt deine Gabe, Vielangerufener, für den Gabenspender.

Wort für Wort
indra
Indra (Vok. Sg.)
yathā
wie (Adv.)
hi
denn
asti
ist (3. Sg.)
te
dein (Gen. Sg.)
apari-itam
unbezwingbar, nicht zu umgehen (Nom. Sg.)
nṛto iti
männerhafter, Tänzer (Vok. Sg.) [?]
śavaḥ
Kraft (Nom. Sg.)
amṛktā
unversehrt (Nom. Sg. f.)
rātiḥ
Gabe (Nom. Sg.)
puru-hūta
Vielangerufener (Vok. Sg.)
dāśuṣe
dem Gabenspender (Dat. Sg.)

ā vṛṣasva mahāmaha mahe nṛtama rādhase / dṛḷhaścid dṛhya maghavan maghattaye

Werde zum Stier [d. h. ströme Kraft], Großmächtiger, für große Gabe, du Männlichster; / du Festester, mache fest, Maghavan, für die Gabe von Gaben.

Wort für Wort
ā
her (Präverb)
vṛṣasva
werde Stier (2. Sg. Med. Imp.)
mahāmaha
du Größter der Großen (Vok. Sg.)
mahe
für große (Dat. Sg.)
nṛ-tama
männlichster (Vok. Sg.)
rādhase
für Gabe (Dat. Sg.)
dṛḷhaḥ
der Feste (Nom. Sg.)
cit
auch (Partikel)
dṛhya
mache fest (2. Sg. Imp.)
magha-van
Maghavan, Gabenreicher (Vok. Sg.)
maghattaye
zur Gabe von Gaben (Dat. Sg.)

nū anyatrā cidadrivastvan no jagmuraśasaḥ / maghavañchagdhi tava tan na utibhiḥ

Jetzt sind unsere Hoffnungen nirgendwo anders hingegangen als zu dir, Herr des Presssteins; / Maghavan, vermag es: dies dein [Gut] für uns mit deinen Hilfen.

Wort für Wort
nu
jetzt
anyatra
anderswo (Adv.)
cit
auch (Partikel)
adri-vaḥ
Herr des Presssteins (Vok. Sg.)
tvat
von dir (Abl. Sg.)
naḥ
uns (Gen. Pl.)
jagmuḥ
sind gegangen (3. Pl. Perf.)
āśasaḥ
Hoffnungen (Nom. Pl.)
magha-van
Maghavan (Vok. Sg.)
śagdhi
vermag, hilf (2. Sg. Imp.)
tava
dein (Gen. Sg.)
tat
das (Akk. Sg. n.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
ūti-bhiḥ
mit Hilfen (Instr. Pl.)

nahyaṅga nṛto tvadanyaṃ vindāmi rādhase / rāye dyumnāyaśavase ca girvaṇaḥ

Denn, o Freund, du Männlicher, finde ich für Gabe keinen anderen als dich, / für Reichtum, Glanz und Kraft, o Liedgeliebter.

Wort für Wort
nahi
denn nicht
aṅga
Freund, mein Guter (Partikel)
nṛto iti
Männlicher (Vok. Sg.)
tvat
als dich (Abl. Sg.)
anyam
anderen (Akk. Sg.)
vindāmi
ich finde (1. Sg. Med.)
rādhase
für Gabe (Dat. Sg.)
rāye
für Reichtum (Dat. Sg.)
dyumnāya
für Glanz (Dat. Sg.)
śavase
für Kraft (Dat. Sg.)
ca
und
girvaṇaḥ
an Liedern Gefallen habend (Vok. Sg.)

endumindrāya siñcata pibati somyaṃ madhu / pra rādhasā codayāte mahitvanā

Gießt den Tropfen für Indra ein, der den Somatrank [lieb] hat [er möge] trinken; / er treibt voran durch seine Gabe, mit seiner Größe [Anm.: Subjekt Indra; 13b im Text verschlungen].

Wort für Wort
ā
her, hinein (Präverb)
indum
Tropfen, Soma (Akk. Sg.)
indrāya
für Indra (Dat. Sg.)
siñcata
gießt ein (2. Pl. Imp.)
pibāti
er möge trinken (3. Sg. Konj.)
somyam
zum Soma gehörig (Akk. Sg.)
madhu
Honig, Süßes (Akk. Sg.)
pra
voran (Präverb)
rādhasā
mit Gabe (Instr. Sg.)
codayāte
treiben an (3. Du. Med.) [?]
mahi-tvanā
mit Größe (Instr. Sg.)

upo harīṇāṃ patiṃ dakṣaṃ pṛñcantamabravam / nūnaṃ śrudhi stuvato aśvyasya

Und ich sagte zum Herrn der Falben, dem Geschickten, dem Mischenden [oder: Spendenden]: / höre jetzt auf den Preisenden, den Rosseumgebenen.

Wort für Wort
upo iti
und (Partikel)
harīṇām
der Falben (Gen. Pl.)
patim
Herr (Akk. Sg.)
dakṣam
geschickt, kraftvoll (Akk. Sg.)
pṛñcantam
mischend, spendend (Akk. Sg.)
abravam
ich habe gesagt (1. Sg. Impf.)
nūnam
jetzt
śrudhi
höre (2. Sg. Imp.)
stuvataḥ
des Preisenden (Gen. Sg.)
aśvyasya
des Rossbesitzers, Rossreichen (Gen. Sg.)

nahyaṅga purā cana jajñe vīratarastvat / nakī rāyā naivathā na bhandanā

Denn, o Freund, bisher wurde keiner geboren, der mehr Held wäre als du; / niemand [ist dir gleich] an Reichtum, nicht auf diese Weise, nicht im Preis.

Wort für Wort
nahi
denn
aṅga
Freund (Partikel)
purā
früher (Adv.)
cana
jemals (Partikel)
jajñe
wurde geboren (3. Sg. Med. Perf.)
vīra-taraḥ
heldenhafter (Nom. Sg.)
tvat
als du (Abl. Sg.)
nakiḥ
niemand (Nom. Sg.)
rāyā
an Reichtum (Instr. Sg.)
na
nicht
eva-thā
auf diese Weise (Adv.)
na
nicht
bhandanā
an Preis, Lob (Instr. Sg.)

edu madhvo madintaraṃ siñca vādhvaryo andhasaḥ / evā hi vīra stavate sadāvṛdhaḥ

Gieß her, Adhvaryu, oder [gieß] das Berauschendere vom süßen Trank; / so wird ja der Held gepriesen, der stets [Gedeihen] mehrt.

Wort für Wort
ā
her (Präverb)
it
nur (Partikel)
oṃ iti
ja (Partikel)
madhvaḥ
des Süßen (Gen. Sg.)
madin-taram
berauschender (Akk. Sg.)
siñca
gieß (2. Sg. Imp.)
vā
oder
adhvaryo iti
Adhvaryu (Vok. Sg.)
andhasaḥ
der Labung, des Soma (Gen. Sg.)
eva
so (Adv.)
hi
denn
vīraḥ
Held (Nom. Sg.)
stavate
wird gepriesen (3. Sg. Pass.)
sadāvṛdhaḥ
der immer wachsen lässt (Nom. Sg.)

indra sthātarharīṇāṃ nakiṣ ṭe pūrvyastutim / udānaṃśaśavasā na bhandanā

Indra, du Wagenlenker der Falben, keiner [erreicht] deinen Vorzugspreis; / [niemand] hat ihn erreicht, durch Kraft nicht und nicht durch Lobpreis.

Wort für Wort
indra
Indra (Vok. Sg.)
sthātaḥ
Steher, Lenker (Vok. Sg.)
harīṇām
der Falben (Gen. Pl.)
nakiḥ
keiner (Nom. Sg.)
te
dein (Gen. Sg.)
pūrvya-stutim
vorzüglicher Preis (Akk. Sg.)
ut
hinaus, hinüber (Präverb)
ānaṃśa
hat erreicht (3. Sg. Perf.)
śavasā
durch Kraft (Instr. Sg.)
na
nicht
bhandanā
durch Lobpreis (Instr. Sg.)

taṃ vo vājānāṃ patimahūmahi śravasyavaḥ / aprāyubhiryajñebhirvāvṛdhenyam

Ihn, den Herrn der Kräfte, haben wir für euch angerufen, nach Ruhm begierig, / der durch nicht ermattende Weihehandlungen zu stärken ist.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg.)
vaḥ
euch (Dat. Pl.)
vājānām
der Kräfte (Gen. Pl.)
patim
Herr (Akk. Sg.)
ahūmahi
wir haben angerufen (1. Pl. Med. Aor.)
śravasyavaḥ
nach Ruhm verlangend (Nom. Pl.)
aprāyu-bhiḥ
mit nicht endenden, ununterbrochenen (Instr. Pl.)
yajñebhiḥ
mit Weihehandlungen (Instr. Pl.)
vavṛdhenyam
zu stärken, der zum Wachsen zu bringen ist (Akk. Sg.)

eto nvindraṃ stavāma sakhāyaḥ stomyaṃ naram / kṛṣtīryo viśvā abhyastyeka it

Auf, wir wollen jetzt Indra preisen, Freunde, den Preiswürdigen, den Mann, / der als einziger alle Völker überragt [oder: überwältigt].

Wort für Wort
eto iti
auf, wohlan (Partikel)
nu
jetzt
indram
Indra (Akk. Sg.)
stavāma
wir wollen preisen (1. Pl. Konj.)
sakhāyaḥ
Freunde (Vok. Pl.)
stomyam
preiswürdig (Akk. Sg.)
naram
Mann (Akk. Sg.)
kṛṣṭīḥ
Völker (Akk. Pl.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
viśvāḥ
alle (Akk. Pl.)
abhi
über (Präverb)
asti
ist, überragt (3. Sg.)
ekaḥ
allein (Nom. Sg.)
it
eben (Partikel)

agorudhāya gaviṣe dyukṣāya dasmyaṃ vacaḥ / ghṛtāt svādīyo madhunaśca vocata

Für den, der die Kühe [nicht] hemmt, der Rinder sucht, den Himmelsbewohner, [sprecht] ein gefälliges Wort; / sagt es [noch] süßer als Schmalz und als Honig.

Wort für Wort
ago--rudhāya
für den, der Kühe nicht zurückhält (Dat. Sg.)
go--iṣe
für den Rinder Suchenden (Dat. Sg.)
dyukṣāya
für den im Himmel Weilenden (Dat. Sg.)
dasmyam
wundervoll, gefällig (Akk. Sg.)
vacaḥ
Wort (Akk. Sg.)
ghṛtāt
als Schmalz (Abl. Sg.)
svādīyaḥ
süßer (Akk. Sg.)
madhunaḥ
als Honig (Abl. Sg.)
ca
und
vocata
sprecht (2. Pl. Aor. Konj.)

yasyāmitāni vīryā na rādhaḥ paryetave / jyotirna viśvamabhyasti dakṣiṇā

Dessen Heldentaten unermesslich sind, dessen Gabe man nicht umlaufen kann; / wie das Licht überstrahlt seine Schenkung alles.

Wort für Wort
yasya
dessen (Gen. Sg.)
amitāni
unermessliche (Nom. Pl.)
vīryā
Heldentaten (Nom. Pl.)
na
nicht
rādhaḥ
Gabe (Nom. Sg.)
pari-etave
zu umgehen, zu erreichen (Inf.)
jyotiḥ
Licht (Nom. Sg.)
na
wie (Vergleichspartikel)
viśvam
alles (Akk. Sg.)
abhi
über (Präverb)
asti
ist, überragt (3. Sg.)
dakṣiṇā
Schenkung, Opferlohn (Nom. Sg.)

stuhīndraṃ vyaśvavadanūrmiṃ vājinaṃ yamam / aryo gayammaṃhamānaṃ vi dāśuṣe

Preise Indra wie Vyaśva, den, dessen Woge ruhig ist [?], den Kraftvollen, den Bändiger, / den Herrn, der dem Gabenspender reichlich schenkt, den Haus [und Hof] Gewährenden [?] [Anm.: 22a-b lexikalisch unsicher].

Wort für Wort
stuhi
preise (2. Sg. Imp.)
indram
Indra (Akk. Sg.)
vyaśva-vat
wie Vyaśva (Adv.)
anūrmim
der ohne Woge [?], ruhiger (Akk. Sg.)
vājinam
kraftvoll (Akk. Sg.)
yamam
Bändiger, Lenker (Akk. Sg.)
aryaḥ
der Herr (Nom. Sg.)
gayam
Haus, Hausgemeinschaft (Akk. Sg.)
maṃhamānam
reichlich gebend (Akk. Sg. Part.)
vi
auseinander, zu (Präverb)
dāśuṣe
dem Gabenspender (Dat. Sg.)

evā nūnamupa stuhi vaiyaśva daśamaṃ navam / suvidvāṃsaṃ carkṛtyaṃ caraṇīnām

So preise jetzt, o Vaiyaśva, den Zehnten, den Neuen, / den, der gut erkennt, den vielfach [Handelnden] unter den Völkern [?].

Wort für Wort
eva
so (Adv.)
nūnam
jetzt
upa
hinzu (Präverb)
stuhi
preise (2. Sg. Imp.)
vaiyaśva
Vaiyaśva (Vok. Sg.)
daśamam
zehnten (Akk. Sg.)
navam
neuen (Akk. Sg.)
su-vidvāṃsam
gut wissend (Akk. Sg.)
carkṛtyam
vielfach gehandelt/gepriesen [?] (Akk. Sg.)
caraṇīnām
unter den Menschen (Gen. Pl.)

vetthā hi nir{ṛ}tīnāṃ vajrahasta parivṛjam / ahar-ahaḥ śundhyuḥ paripadāmiva

Denn du kennst, du Keulenhändiger, die Wege der Verderber [wörtlich: der Nirṛti-Mächte] von allen Seiten [?]; / Tag für Tag Reinigender [?], wie [die Wege] der Fußspuren [?] [Anm.: 24c schwierig].

Wort für Wort
vettha
du weißt (2. Sg. Perf.)
hi
denn
niḥ-ṛtīnām
der Nirṛti, der Verderben-Mächte (Gen. Pl.)
vajra-hasta
Keulenhändiger (Vok. Sg.)
pari-vṛjam
Umgehung, Umweg (Akk. Sg.)
ahaḥ-ahaḥ
Tag für Tag (Adv.)
śundhyuḥ
reinigend, hell machend [?] (Nom. Sg.)
paripadām-iva
wie Fußspuren, Fährten (Gen. Pl. + Vergleich) [?]

tadindrāva ā bhara yenā daṃsiṣṭha kṛtvane / dvitā kutsāya śiśnatho ni codaya

Bring uns, Indra, jene Hilfe her, mit der du, Wundertätigster, dem Kṛtvan [Wirkenden], / zweifach den Kutsa antreibst, [ihn] zu verstärken [?] [Anm.: 25c dvitā kutsāya śiśnathaḥ schwierig].

Wort für Wort
tat
jene (Akk. Sg.)
indra
Indra (Vok. Sg.)
avaḥ
Hilfe (Akk. Sg.)
ā
her (Präverb)
bhara
bring (2. Sg. Imp.)
yena
mit der (Instr. Sg.)
daṃsiṣṭha
wundertätigster (Vok. Sg.)
kṛtvane
dem Tatkräftigen (Dat. Sg.)
dvitā
zweifach (Adv.)
kutsāya
dem Kutsa (Dat. Sg.)
śiśnathaḥ
du stichst, treibst an [?] (2. Sg.)
ni
nieder, hin (Präverb)
codaya
treibe an (2. Sg. Imp.)

tamu tvā nūnamīmahe navyaṃ daṃsiṣṭha sanyase / sa tvaṃno viśvā abhimātīḥ sakṣaṇiḥ

Dich eben bitten wir jetzt, den neuen, o Wundertätigster, zum Erlangen [?]; / du, der Bezwinger aller Nachstellungen, [bring es uns].

Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg.)
oṃ iti
eben (Partikel)
tvā
dich (Akk. Sg.)
nūnam
jetzt
īmahe
wir bitten (1. Pl. Med.)
navyam
neuen (Akk. Sg.)
daṃsiṣṭha
wundertätigster (Vok. Sg.)
sanyase
zum Gewinnen [?] (Dat. Sg.)
saḥ
er, der (Nom. Sg.)
tvam
du (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
vi śvāḥ
alle (Akk. Pl.)
abhi-mātīḥ
Nachstellungen, feindliche Absichten (Akk. Pl.)
sakṣaṇiḥ
Bezwinger (Nom. Sg.)

ya ṛkṣādaṃhaso mucad yo vāryāt sapta sindhuṣu / vadhardāsasya tuvinṛmṇa nīnamaḥ

Der aus der Bedrängnis von Ṛkṣa befreit hat, der aus [der Bedrängnis] von Ārya befreit hat, bei den sieben Strömen: / du hast die Waffe des Dāsa niedergebeugt, du Männerkraftreicher [Anm.: 27a-b Namen ṛkṣa und ārya, historische Anspielung unsicher].

Wort für Wort
yaḥ
der (Nom. Sg.)
ṛkṣāt
von Ṛkṣa [?] (Abl. Sg.)
aṃhasaḥ
aus Bedrängnis (Abl. Sg.)
mucat
befreite (3. Sg. Aor.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
vā
oder
āryāt
vom Ārya [?] (Abl. Sg.)
sapta
sieben (Num.)
sindhuṣu
bei den Strömen (Lok. Pl.)
vadhaḥ
Waffe (Akk. Sg.)
dāsasya
des Dāsa (Gen. Sg.)
tuvi-nṛmṇa
du mit vieler Manneskraft (Vok. Sg.)
nīnamaḥ
du hast niedergebeugt (2. Sg. Perf. Intens.) [?]

yathā varo suṣāmṇe sanibhya āvaho rayim / vyaśvebhyaḥ subhage vajinīvati

So wie du, Wunschgewährender, dem, der gut singt, den Gewinnern, / dem Vyaśva, Reichtum herzubringst, du mit gutem Glück, du an Kraft Reiche [Anm.: Anrede an Ūṣas/die Gabe? Sinn von subhage vājinīvati unsicher].

Wort für Wort
yathā
wie (Adv.)
varo iti
Wunsch, Wahl (Vok.)
su-sāmṇe
dem gut Singenden (Dat. Sg.)
sani-bhyaḥ
den Gewinnern (Dat. Pl.)
ā
hin (Präverb)
avahaḥ
du bringst her (2. Sg. Impf.)
rayim
Reichtum (Akk. Sg.)
vi-aśvebhyaḥ
den Vyaśvas (Dat. Pl.)
su-bhage
du mit gutem Glück (Vok. Sg. f.)
vāj inī-vati
du mit Siegesgabe (Vok. Sg. f.)

ā nāryasya dakṣiṇā vyaśvānetu sominaḥ / sthūraṃ ca rādhaḥ śatavat sahasravat

Die Schenkung des Nārya soll zu den Vyaśvas kommen, den Somaspendern; / und die Gabe [soll kommen], hundertfach, tausendfach, gewaltig.

Wort für Wort
ā
her (Präverb)
nāryasya
des Nārya (Gen. Sg.)
dakṣiṇā
Schenkung, Opferlohn (Nom. Sg.)
vi-aśvān
zu den Vyaśvas (Akk. Pl.)
etu
soll kommen (3. Sg. Imp.)
sominaḥ
Somaspender (Akk. Pl.)
sthūram
gewaltig, massig (Nom. Sg.)
ca
und
rādhaḥ
Gabe (Nom. Sg.)
śata-vat
hundertfach (Nom. Sg.)
sahasra-vat
tausendfach (Nom. Sg.)

yat tvā pṛchādījānaḥ kuhayā kuhayākṛte / eṣo apaśritovalo gomatīmava tiṣṭhati

Wenn dich der Verehrende fragen sollte: wo, wo bist du [zu finden]? – Dieser da, der Vala, der abseits Geflohene, bewacht die rinderreiche [Höhle] [?] [Anm.: 30ab dunkel; eventuell Antwort auf die Frage nach Indras Aufenthalt, Anspielung auf den Vala-Mythos].

Wort für Wort
yat
wenn (Konj.)
tvā
dich (Akk. Sg.)
pṛcchāt
möge fragen (3. Sg. Opt.)
ījānaḥ
der Verehrende (Nom. Sg.)
kuhayā
wo, wo (Adv.)
kuhayākṛte
wo, wo [?] (Adv.)
eṣaḥ
dieser (Nom. Sg.)
apa-śritaḥ
abseits geflohen, abgeflüchtet (Nom. Sg.)
valaḥ
Vala (Nom. Sg.)
go--matīm
rinderreiche (Akk. Sg.)
ava
hinab (Präverb)
tiṣṭhati
steht, bleibt, bewacht (3. Sg.)

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