Kapitel 33: ṛgvede 8.33 · vayaṃ gha tvā sutāvanta āpo na vṛktabarhiṣaḥ
An Indra, den Stiergewaltigen, mit Sprüchen über Frauen am Schluss
Einladung an Indra zum Soma mit Preis seiner Stiernatur (V. 10–12); die Verse 16–19 fallen aus dem Ton und enthalten Aussagen über Frauen und einen als Frau gewordenen Brahman-Priester. Deren Sinn ist unklar; der Wortlaut ist wörtlich wiedergegeben, ohne Deutung zu erzwingen.
Die Männer, die Lobsänger, rufen dich laut beim Pressen, Gutbringender, einzeln [?]. Wann kommst du, nach dem Gepressten dürstend, zum Haus, Indra, wie ein gut brüllender Stier [?]?
Mit den Kaṇvas, Kühner, brichst du kühn die tausendfache Beute auf; Gabenreicher, Allschauender, rasch erbitten wir die rinderreiche, rötlich-goldfarbene.
Trink; singe, Medhyātithi, dem Indra im Rausch des Trankes; ihm, der mit den beiden Falben verbunden ist, der bei der Pressung dabei ist, dem Keulenträger, dessen Wagen golden ist.
Der gut zur Linken, gut zur Rechten ist, der Herr, der dem Preisenden gutkräftig ist; der Tausende herbeischafft [?], der Hundertfachgabenreiche, Indra, der als Burgenbrecher angerufen/gerühmt ist [?].
yo dhṛṣito yo 'vṛto yo asti śmaśruṣu śritaḥ / vibhūtadyumnaścyavanaḥ puruṣṭutaḥ kratvā gauriva śākinaḥ
Der Kühne, der Ungehemmte, der in den Bärten Sitzende [Anm.: Hinweis auf Indras Bart]; der von weitreichendem Glanz, der Erschütterer, Vielgepriesene, wie ein Wisent durch Einsicht mächtig.
ka īṃ veda sute sacā pibantaṃ kad vayo dadhe / ayaṃ yaḥpuro vibhinattyojasā mandānaḥ śipryandhasaḥ
Wer kennt ihn, wie er beim Pressen mit uns trinkt? Welche Lebenskraft nimmt er auf? Dieser hier, der mit Kraft die Burgen spaltet, berauscht, mit Helm/Kinnbacke, vom Trank.
dānā mṛgo na vāraṇaḥ purutrā carathaṃ dadhe / nakiṣ ṭvā ni yamadā sute gamo mahāṃścarasyojasā
Freigebig [?], wie ein wildes Tier, wie ein Abwehrer/Elefant [?], hat er sein Umherstreifen an vielen Orten aufgeschlagen; keiner hält dich zurück, wenn du zum Pressen kommst; groß streifst du durch Kraft.
Der gewaltig ist, unbesiegt, fest, für den Kampf gerüstet: wenn der Gabenreiche den Ruf des Sängers hört, dann hält Indra sich nicht fern [?], er kommt her.
Wahr ist es: so bist du fürwahr ein Stier, von Stierkraft getrieben, für uns ungehemmt; denn als Stier, Gewaltiger, wirst du gehört in der Ferne, als Stier bist du berühmt in der Nähe.
Stiere sind deine Zügel, ein Stier die goldene Peitsche, ein Stier der Wagen, Gabenreicher, Stiere die beiden Falben, ein Stier bist du, Hundertkräftiger.
Ein Stier soll pressen, der Presser, für dich; Stier, Ṛjīpin, bring her. Ein Stier hat den Stier in den Flüssen aufgenommen/strömen lassen [?]; für dich, der du auf den Falben stehst. [Anm.: dadhanve unsicher]
Wort für Wort
vṛṣā
Stier (Nom. Sg.)
sotā
Presser (Nom. Sg.)
sunotu
soll pressen (3. Sg. Imp.)
te
dir (Dat. Sg.)
vṛṣan
Stier (Vok. Sg.)
ṛjīpin
Ṛjīpin, Beiname Indras [?] (Vok. Sg.)
ā
her (Präverb)
bhara
bring (2. Sg. Imp.)
vṛṣā
Stier (Nom. Sg.)
dadhanve
hat aufgenommen/ist geströmt [?] (3. Sg. Perf. Med.)
Komm her, Indra, zum Trunk, zum Honig, Stärkster, zum Somatrank. Dieser Gabenreiche, der Gutkräftige, soll auf unsere Lieder, Gebete und Lobsprüche hin hören. [Anm.: na in na ayam unsicher (‚nun‘ oder Vergleich?)]
Es sollen dich, den im Wagen Stehenden, die Falben herfahren, die dem Wagen Angeschirrten, über den Fremden hinweg zu den Pressungen der anderen [?], Vṛtra-Töter, Hundertkräftiger. [Anm.: Text unsicher]
asmākamadyāntamaṃ stomaṃ dhiṣva mahāmaha / asmākaṃ te savanā santu śantamā madāya dyukṣa somapāḥ
Unseren heutigen, nächsten [?] Lobgesang nimm auf, Großer, Größter; unsere Pressungen sollen dir heilsamst sein zum Rausch, Himmelsbewohner, Somatrinker.
Indra hat fürwahr dies gesagt: Der Sinn der Frau ist nicht zu belehren, und ihre Einsicht ist leicht (flüchtig). [Anm.: wörtlich; zeitgebundene Aussage über Frauen]
Die beiden Rosse, vom Rausch gelöst [?], ziehen als Paar den Wagen; ebenso ist die Deichsel des Stiers/Mannes höher [?]. [Anm.: Bildrede, wohl erotisch-anspielend, spekulativ]
adhaḥ paśyasva mopari santarāṃ pādakau hara / mā te kaṣaplakau dṛśan strī hi brahmā babhūvitha
Schau nach unten, nicht nach oben; zieh die Füße enger zusammen; deine beiden Kaśaplakas sollen sie nicht sehen; denn eine Frau bist du als Brahman-Priester geworden. [Anm.: Sinn und Adressat unklar; kaśaplaka ungedeutet; spekulativ]