Kapitel 41: ṛgvede 8.41 · asmā ū ṣu prabhūtaye varuṇāya marudbhyo 'rcā viduṣṭarebhyaḥ
Preis Varuṇas als Halter und Herr der Welt
Rätselreiche Preisung Varuṇas als Hüter der Menschen, Träger der Welten und Herr über Nächte, Morgenröten und die drei Erden. Refrain „nabhantām anyake same“ (‚es mögen die anderen allesamt zerbersten‘, same unsicher). Schwierig sind usra, apīcya, śveta/kṛṣṇa, sapta-svasā und die Verse 6–7.
asmā ū ṣu prabhūtaye varuṇāya marudbhyo 'rcā viduṣṭarebhyaḥ / yo dhītā mānuṣāṇāṃ paśvo gā iva rakṣati nabhantāmanyake same
Diesem Varuṇa, zur Machtentfaltung [?], und den Marut, den Wissenderen, singe wohl, der durch Einsicht [?] die Tiere der Menschen hütet wie Rinder. Es mögen die anderen allesamt zerbersten [?].
tamū ṣu samanā girā pitṝṇāṃ ca manmabhiḥ nābhākasyapraśastibhiryaḥ sindhūnāmupodaye saptasvasā sa madhyamo nabhantāmanyake same
Ihn [preise] wohl mit einmütigem Lied und mit den Gedankenworten der Väter, mit den Preisungen des Nābhāka: den, der beim Ursprung [Aufgang] der Ströme ist, er, der mittlere, mit den sieben Schwestern [?]. [Anm.: sapta-svasā ‚mit den sieben Schwestern‘ wohl die sieben Ströme; madhyama ‚der Mittlere‘ unsicher.]
sa kṣapaḥ pari ṣasvaje nyusro māyayā dadhe sa viśvaṃ pari darśataḥ / tasya venīranu vratamuṣastisro avardhayannabhantāmanyake same
Er umfasst die Nächte; mit Zauberkraft hat er die Morgenlichter niedergelegt [?]; er ist ringsum auf alles hin sichtbar. Seinem Gebot gemäß ließen die drei Liebenden die Morgenröten wachsen [?]. [Anm.: usra bedeutet ‚morgendlich/Morgenlicht‘, auch ‚Rind‘; die Zuordnung von venīḥ und tisraḥ ist unsicher.]
yaḥ kakubho nidhārayaḥ pṛthivyāmadhi darśataḥ / sa mātā pūrvyaṃ padaṃ tad varuṇasya saptyaṃ sa hi gopā iveryonabhantāmanyake same
Der die Höhen hält, über der Erde sichtbar: er ist der Messende [?] — das ist Varuṇas erste Stätte, die rossgleiche [?]. Denn er ist wie ein Hirte, der Regsame [?].
yo dhartā bhuvanānāṃ ya usrāṇāmapīcyā veda nāmāniguhyā / sa kaviḥ kāvyā puru rūpaṃ dyauriva puṣyati nabhantāmanyake same
Der Träger der Welten, der die verborgenen, geheimen Namen der Morgenlichter kennt: er, der Seher, lässt mit seinen Seherkünsten viel Gestalt gedeihen wie der Himmel. [Anm.: usra ‚Morgenlicht‘ oder ‚Rind‘; die Bildrede ist rätselhaft (Ebene: kosmisch-mythologisch, plausibel).]
yasmin viśvāni kāvyā cakre nābhiriva śritā / tritaṃ jūtī saparyata vraje gāvo na saṃyuje yuje aśvānayukṣata nabhantāmanyake same
In dem alle Seherkünste stehen wie die Nabe im Rad: Trita bedient mit Schwung — wie Kühe im Pferch, zum Anspannen; zum Anspannen haben sie die Rosse angeschirrt [?]. [Anm.: Der Vers ist syntaktisch und inhaltlich unsicher; im PP steht ‚aśvāmn‘, wohl für aśvān.]
ya āsvatka āśaye viśvā jātānyeṣām / pari dhāmāni marmṛśad varuṇasya puro gaye viśve devā anu vrataṃ nabhantāmanyake same
Er, der in diesen [Wassern] als Gewand [?] liegt, [kennt] alle Geschöpfe von diesen, alle Stätten rings berührend; Varuṇas Haus davor [?]; alle Götter folgen dem Gebot. [Anm.: Wortsinn von atka und puro gaye unsicher.]
sa samudro apīcyasturo dyāmiva rohati ni yadāsu yajurdadhe / sa māyā arcinā padāstṛṇān nākamāruhan nabhantāmanyake same
Er, der Meeresstrom, der verborgene, der eilende, steigt wie zum Himmel auf, wenn er in diese das Yajus niedergelegt hat; er hat mit dem Strahl die Zauberkräfte niedergetreten und ist zum Himmelsgewölbe emporgestiegen [?]. [Anm.: yajus ‚Verehrungsformel‘.]
yasya śvetā vicakṣaṇā tisro bhūmīradhikṣitaḥ / triruttarāṇi papraturvaruṇasya dhruvaṃ sadaḥ sa saptānāmirajyati nabhantāmanyake same
Dessen zwei weiße, weitblickende [Wesen], die die drei Erden bewohnen: dreimal haben sie die höheren [Bereiche] gefüllt [?], Varuṇas festen Sitz. Er gebietet über die Sieben [?].
yaḥ śvetānadhinirṇijaścakre kṛṣṇānanu vratā / sa dhāma pūrvyaṃ mame ya skambhena vi rodasī ajo na dyāmadhārayan nabhantāmanyake same
Der die Weißen zu Glanzgewändern machte, gemäß den Geboten die Schwarzen [?]; er maß die ursprüngliche Stätte aus, der mit einer Stütze die beiden Welten auseinanderhielt, wie der Ungeborene [Bock?] den Himmel trug [?]. [Anm.: aja ‚Bock/Ungeborener‘ (Ebene kosmisch-mythologisch, spekulativ).]