Kapitel 66: ṛgvede 8.66 · tarobhirvo vidadvasumindraṃ sabādha ūtaye
Lob des hilfreichen Indra, seiner Taten und Gaben
Anruf und Preis Indras als Schatzfinder und Vṛtra-Töter mit rhetorischen Fragen nach seinen Taten (9-10); Schluss (15) mit Beruhigung an Verzagte. Schwierig und unsicher: kījaḥ/ūrvasya (3), vṛkaḥ vāraṇaḥ urāmathiḥ (8), bekanāṭān ahardṛśaḥ (10), kalayaḥ/dhvasmā (15).
Mit (unseren) Vorstößen [?] rufe ich zu eurer Hilfe Indra, den Güterfinder, / wir, die Bedrängten, ein großes Lied [Anm.: bṛhat, wohl das Bṛhat-Sāman oder ‚laut‘] singend bei der Weihehandlung mit Somapressung; / ich rufe ihn wie den Kämpfer [?] den Wirker [?].
na yaṃ dudhrā varante na sthirā muro made suṣipramandhasaḥ / ya ādṛtyā śaśamānāya sunvate dātā jaritra ukthyam
Ihn, den Schönlippigen [?] im Rausch des Saftes, halten weder die Ungestümen noch die Standhaften, die Mura [?] auf; / er achtet auf den, der sich müht und presst, und ist der Geber des Preislieds-Würdigen an den Sänger.
yaḥ śakro mṛkṣo aśvyo yo vā kījo hiraṇyayaḥ / sa ūrvasya rejayatyapāvṛtimindro gavyasya vṛtrahā
Der Mächtige, Kräftige, Rossreiche [?] oder der goldene kīja [?]: / er, Indra, der Vṛtra-Töter, setzt das Öffnen des Pferchs [?] der Rinderfülle in Bewegung. [Anm.: kīja ist unklar; go-Bildlichkeit möglich, wörtlich hier Rinderschatz; Belegstärke gering]
Auch das Vergrabene, das vielfach Zusammengebrachte an Gut wirft er dem Darbringer auf; / der Keulenträger, der Schönlippige, Falbenlenker Indra tue es, wie er es mit (seiner) Einsicht will.
Da du, Vielgepriesener, Held, schon früher den Männern gewogen warst [?], / bringen wir dir, Indra, dies zusammen: Verehrungs-Weihehandlung, Preisspruch, rasche Rede.
Zusammen mit den Somas, Vielgerufener, Keulenführer, zum Rausch, Himmelsbewohner [?], Somatrinker: / denn du allein sollst dem, der das Gebet macht, dem Pressenden, der beste Geber des begehrten Gutes sein.
Wir haben ihn, den Keulenträger, eben erst hier gestärkt [?] ; / ihm bring heute einmütig den Gepressten herbei; jetzt schmückt euch für den Berühmten [?].
Selbst der Wolf ist sein Abwehrer, der Ausreißer/Zerreiber [?], er schmückt sich [?] bei den Pfaden/Zeichen [?]; / er, an diesem unserem Lobpreis Gefallen findend, komm her, Indra, hervor mit glänzendem Gedanken. [Anm.: erste Vershälfte im Wortlaut rätselhaft; nur die Wörter sind sicher, die Bezüge nicht]
Welche seiner großen Kräfte wäre nicht unbezwungen? Was wäre nicht Unbesiegtes des Vṛtra-Tötenden? / Indra hat alle Bekanāṭa [?], (die) am Tage Sichtbaren [?], und mit Einsicht die Paṇis überwältigt. [Anm.: bekanāṭa meist als ‚Wucherer‘ gedeutet; ahardṛśaḥ unsicher; das Verb zu abhi fehlt]
Denn viele frühere Erwartungen richten sich auf dich, Vielwirkender; es rufen (dich) die Hilfen, Indra [?]. / Über den Fremden hinweg komm zu den Pressungen, Guter, Kräftigster; höre meinen Ruf.
tvaṃ no asyā amateruta kṣudho 'bhiśasterava spṛdhi / tvaṃ na utī tava citrayā dhiyā śikṣā śaciṣṭha gātuvit
Du rette uns aus dieser Not [Anm.: amati ‚Mangel, Gestaltlosigkeit, Bedürftigkeit‘], auch vor dem Hunger, vor der Verwünschung; / du, mit deiner Hilfe und deinem glänzenden Gedanken, hilf uns, Kraftvollster, Wegkenner.
Soma soll euch gepresst sein, ihr Kalayas [?]; fürchtet euch nicht. / Weg geht dieser Zerstäuber [?], von selbst geht er weg. [Anm.: kalayaḥ und dhvasmā unklar; vermutlich Ansprache an Verzagte, Beruhigung vor einem weichenden Übel; spekulativ]