Ṛgveda · Maṇḍala 8
Kapitel 29: ṛgvede 8.29 · babhrureko viṣuṇaḥ sūnaro yuvāñjyaṅkte hiraṇyayam
Rätsellied von den Göttern, je „einer“ mit seinem Merkmal
Jeder Vers (außer 8.29.8–9 mit zwei Gottheiten) beschreibt einen ungenannten Gott durch Merkmale; die Namen sind nicht im Text genannt. Die Zuordnungen (z. B. Soma, Tvaṣṭṛ, Indra, Rudra, Pūṣan, Viṣṇu, Aśvins, Mitra-Varuṇa) sind Rätsellösungen der Auslegung und daher nur plausibel bis spekulativ.
babhrureko viṣuṇaḥ sūnaro yuvāñjyaṅkte hiraṇyayam
Einer, braun, vielgestaltig, mannhaft, jung, salbt sich mit Schmuck, dem goldenen. [Anm.: Rätsel; gemeint plausibel Soma (‚braun‘), spekulativ]
Wort für Wort babhruḥ braun (Nom. Sg.) ekaḥ einer (Nom. Sg.) viṣuṇaḥ vielgestaltig, nach allen Seiten [?] (Nom. Sg.) sūnaraḥ mannhaft, männertüchtig (Nom. Sg.) yuvā jung (Nom. Sg.) añji Salbe, Schmuck (Akk. Sg.) aṅkte salbt sich (3. Sg. Med.) hiraṇyayam golden (Akk. Sg.) yonimeka ā sasāda dyotano 'ntardeveṣu medhiraḥ
Einer hat sich auf den Schoß, den Sitz, gesetzt, leuchtend, mitten unter den Göttern, einsichtig.
Wort für Wort yonim Schoß, Sitz (Akk. Sg.) ekaḥ einer (Nom. Sg.) ā hin (Präverb) sasāda hat sich gesetzt (3. Sg. Perf.) dyotanaḥ leuchtend (Nom. Sg.) antaḥ inmitten (Adv.) deveṣu unter den Göttern (Lok. Pl.) medhiraḥ einsichtig, weise (Nom. Sg.) vāśīmeko bibharti hasta āyasīmantardeveṣu nidhruviḥ
Einer trägt in der Hand die eherne Axt, mitten unter den Göttern, der Unerschütterliche [?].
Wort für Wort vāśīm Axt, Beil (Akk. Sg.) ekaḥ einer (Nom. Sg.) bibharti trägt (3. Sg.) haste in der Hand (Lok. Sg.) āyasīm ehern, aus Metall (Akk. Sg.) antaḥ inmitten (Adv.) deveṣu unter den Göttern (Lok. Pl.) ni-dhruviḥ Unerschütterlicher, fest Stehender [?] (Nom. Sg.) vajrameko bibharti hasta āhitaṃ tena vṛtrāṇi jighnate
Einer trägt in der Hand die Keule, in sie gelegt; mit ihr schlägt er die Vṛtras (Widerstände). [Anm.: plausibel Indra]
Wort für Wort vajram Keule, Vajra (Akk. Sg.) ekaḥ einer (Nom. Sg.) bibharti trägt (3. Sg.) haste in der Hand (Lok. Sg.) āhitam hingelegt, gefasst (Akk. Sg. Part.) tena mit dieser (Instr. Sg.) vṛtrāṇi Vṛtras, Widerstände (Akk. Pl.) jighnate schlägt (3. Sg. Med. Intens.) tigmameko bibharti hasta āyudhaṃ śucirugro jalāṣabheṣajaḥ
Einer trägt in der Hand die scharfe Waffe, der Glänzende, Gewaltige, dessen Heilmittel Jalāṣa ist [?]. [Anm.: jalāṣa-bheṣaja ist Beiwort Rudras; jalāṣa etwa ‚kühlend, heilend‘, unsicher]
Wort für Wort tigmam scharf (Akk. Sg.) ekaḥ einer (Nom. Sg.) bibharti trägt (3. Sg.) haste in der Hand (Lok. Sg.) āyudham Waffe (Akk. Sg.) śuciḥ glänzend, rein (Nom. Sg.) ugraḥ gewaltig (Nom. Sg.) jalāṣa-bheṣajaḥ dessen Heilmittel jalāṣa (kühlend/heilend [?]) ist (Nom. Sg.) patha ekaḥ pīpāya taskaro yathā eṣa veda nidhīnām
Einer hat die Wege anschwellen lassen [?] wie ein Dieb; er kennt die Verstecke/Schätze. [Anm.: plausibel Pūṣan als Wegegott; pīpāya unsicher]
Wort für Wort pathaḥ Wege (Akk. Pl.) ekaḥ einer (Nom. Sg.) pīpāya hat anschwellen lassen, gemehrt [?] (3. Sg. Perf.) taskaraḥ Dieb (Nom. Sg.) yathā wie (Partikel) eṣaḥ dieser (Nom. Sg.) veda kennt (3. Sg. Perf.) ni-dhīnām der Verstecke, Schätze (Gen. Pl.) trīṇyeka urugāyo vi cakrame yatra devāso madanti
Einer, der Weitschreitende, hat drei (Schritte) ausgeschritten, dort wo die Götter sich berauschen. [Anm.: fest: Viṣṇu]
Wort für Wort trīṇi drei (Akk.) ekaḥ einer (Nom. Sg.) uru-gāyaḥ weit schreitend (Nom. Sg.) vi auseinander (Präverb) cakrame hat geschritten (3. Sg. Perf. Med.) yatra wo (Adv.) devāsaḥ Götter (Nom. Pl.) madanti berauschen sich (3. Pl.) vibhirdvā carata ekayā saha pra pravāseva vasataḥ
Mit Vögeln wandeln zwei, mit einer zusammen, und wie zwei in der Fremde Weilende wohnen sie. [Anm.: plausibel die Aśvins mit Sūryā, spekulativ]
Wort für Wort vi-bhiḥ mit Vögeln (Instr. Pl.) dvā zwei (Nom. Du.) carataḥ wandeln (3. Du.) ekayā mit einer (Instr. Sg. f.) saha zusammen (Adv.) pra hervor (Präverb) pravāsāiva wie zwei Fortgezogene, in der Fremde Weilende (Nom. Du. + wie) vasataḥ wohnen (3. Du.) sado dvā cakrāte upamā divi samrājā sarpirāsutī
Zwei haben sich im Himmel einen Sitz gemacht, die Nächsten [?], zwei Mitherrscher, denen Schmalz als Spende dient. [Anm.: plausibel Mitra und Varuṇa]
Wort für Wort sadaḥ Sitz (Akk. Sg.) dvā zwei (Nom. Du.) cakrāteiti haben gemacht (3. Du. Perf. Med.) upa-mā nächste, nahe [?] (Nom. Du.) divi im Himmel (Lok. Sg.) sam-rājā Mitherrscher (Nom. Du.) sarpir-āsutī itisarpiḥ-āsutī Schmalz als Spende habend, mit Schmalz übergossen (Nom. Du.) arcanta eke mahi sāma manvata tena sūryamarocayan
Preisend haben einige das große Sāman gedacht; damit ließen sie die Sonne leuchten.
Wort für Wort arcantaḥ preisend (Nom. Pl. Part.) eke einige (Nom. Pl.) mahi groß (Akk. Sg.) sāma Sāman, Gesang (Akk. Sg.) manvata haben gedacht (3. Pl. Aor. Med.) tena damit (Instr. Sg.) sūryam Sonne (Akk. Sg.) arocayan ließen leuchten (3. Pl. Impf. Kaus.)
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