Kapitel 70: ṛgvede 8.70 · yo rājā carṣaṇīnāṃ yātā rathebhir adhriguḥ |
Lob Indras, des Vṛtra-Töters und Wagenfahrers
Preislied auf Indra mit Schmuckvers, Größenpreis (v. 4-5), Bitte um Hilfe und Gabe; der Schluss (v. 13-15) nennt einen Gönner Śara/Śaura-Devya und Kälber. Mehrere Stellen (v. 2, 7, 10, 13-15) sind dunkel.
yo rājā carṣaṇīnāṃ yātā rathebhir adhriguḥ | / viśvāsāṃ tarutā pṛtanānāṃ jyeṣṭho yo vṛtrahā gṛṇe ||
Der König der Menschenstämme, der mit Wagen fährt, der Unbezwingbare (?), der Überwinder aller Kampfscharen, der Vornehmste, der Vṛtra-Töter – er wird gepriesen [Anm.: gṛṇe kann auch 1. Sg. „ich preise“ sein].
indraṃ taṃ śumbha puruhanmann avase yasya dvitā vidhartari | / hastāya vajraḥ prati dhāyi darśato maho dive na sūryaḥ ||
Diesen Indra schmücke [lobend], Vielschlagender, zur Hilfe, in dessen Zuteiler/Träger (?) das Zweifache [ist] [?]. In die Hand ist die sehenswerte Keule gelegt worden, wie für den großen Himmel die Sonne [Anm.: Zeile 1b ist dunkel; dvitā vidhartari nicht sicher].
Keiner erreicht ihn durch ein Werk, der [ihn] zum stets Wachsenden gemacht hat [?]; [er ist] wie Indra, durch Weihehandlungen allseits gepriesen, hoch aufragend, unbezwungen, kühn an Kraft.
Den Unbesiegten, Gewaltigen, in den Kämpfen den Bezwinger, in dem, als er geboren wurde, die großen, weit ausgreifenden Milchkühe zusammen brüllten, die Himmel und die Erden brüllten [Anm.: dhenavaḥ = Milchkühe, hier vermutlich Bildrede für Gewässer/Wolken; plausibel].
yad dyāva indra te śataṃ śatam bhūmīr uta syuḥ | / na tvā vajrin sahasraṃ sūryā anu na jātam aṣṭa rodasī ||
Wenn dir, Indra, hundert Himmel und hundert Erden wären, so würden doch nicht tausend Sonnen dich erreichen, Keulenträger; nicht [erreichten] den Geborenen die beiden Welten [Anm.: aṣṭa als Aorist von √aś „erreichen“, mit [?]].
Du hast erfüllt durch deine Größe, mit Mannestat, Stier, alles mit deiner Kraft, Stärkster; hilf uns, Gabenreicher, im rinderreichen Gehege, Keulenträger, mit glänzenden Hilfen.
na sīm adeva āpad iṣaṃ dīrghāyo martyaḥ | / etagvā cid ya etaśā yuyojate harī indro yuyojate ||
Nicht erlangt der Götterlose, der Sterbliche, Labung, auch wenn er langlebig ist [?]. Wer sogar der Etagva [„Buntgänger“?] ist, der mit dem Etaśa [Ross] anschirrt – Indra schirrt die beiden Falben an [Anm.: dunkel; Beziehung der Zeile 2 unsicher].
taṃ vo maho mahāyyam indraṃ dānāya sakṣaṇim | / yo gādheṣu ya āraṇeṣu havyo vājeṣv asti havyaḥ ||
Ihn, euren großen, verehrungswürdigen [?] Indra, den zur Gabe Bezwingenden, der in Furten, der in fernen/wilden Gegenden anzurufen ist, in den Preiskämpfen ist er anzurufen.
ud ū ṣu ṇo vaso mahe mṛśasva śūra rādhase | / ud ū ṣu mahyai maghavan maghattaya ud indra śravase mahe ||
Auf, fürwahr, für uns, Guter, zur Größe greife zu, Held, zur Gunst; auf, fürwahr, für mich, Gabenreicher, zur Gabenschenkung; auf, Indra, zu großem Ruhm.
tvaṃ na indra ṛtayus tvānido ni tṛmpasi | / madhye vasiṣva tuvinṛmṇorvor ni dāsaṃ śiśnatho hathaiḥ ||
Du, unser Indra, der die Ordnung will, du, der die Schmäher niederzerschmettert; verweile in der Mitte der beiden Weiten [?], Vielkräftiger; den Dāsa hast du mit Schlägen niedergestoßen.
Den mit fremdem Brauch, den Nichtmenschlichen, den Nicht-Verehrer, den Götter-Nichtwollenden: den möge der eigene Freund, der Berg, herabschütteln, den Dasyu, der Berg, zum leichten Erschlagen [Anm.: parvata „Berg“ oder „Wolke“].
tvaṃ na indrāsāṃ haste śaviṣṭha dāvane | / dhānānāṃ na saṃ gṛbhāyāsmayur dviḥ saṃ gṛbhāyāsmayuḥ ||
Du, für uns, Indra, [greife] in der Hand von diesen [Gaben?], Stärkster, zum Geben; wie Körner fasse [uns] zusammen, uns zugetan; zweimal fasse zusammen, uns zugetan [?].
karṇagṛhyā maghavā śauradevyo vatsaṃ nas tribhya ānayat | / ajāṃ sūrir na dhātave ||
Am Ohr gefasst brachte der Gabenreiche, der Śaura-Devya, uns das Kalb für [uns] drei herbei; [dazu] die Ziege, wie ein Gönner, zum Trinken/Melken [?] [Anm.: Sinn der Schlusszeile unsicher].