Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 8

Kapitel 86: ṛgvede 8.86 · ubhā hi dasrā bhiṣajā mayobhuvobhā dakṣasya vacaso babhūvathuḥ Viśvakas Bitte an die Aśvins: Trennt euch nicht von uns

Der Sänger Viśvaka ruft die Aśvins als Heiler an; Refrain: „Trennt euch nicht von uns, gebt die Freundschaft nicht auf“. V. 3 nennt Viṣṇāpū, V. 4 einen nicht klar benannten „Helden“, V. 5 Savitṛ und ṛta. Unsicher: tanūkṛthe, mumocatam, edhatu (V. 3).

ubhā hi dasrā bhiṣajā mayobhuvobhā dakṣasya vacaso babhūvathuḥ / tā vāṃ viśvako havate tanūkṛthe mā no vi yauṣṭaṃ sakhyā mumocatam

Ihr beide seid ja Wundertäter, Ärzte, Wohlergehen bringend; ihr beide seid [Meister] der Geschicklichkeit und des Wortes geworden [?]. / Diese beiden euch ruft Viśvaka zur Leibes-Heilung [?]; trennt euch nicht von uns, gebt die Freundschaft nicht auf [?].

Wort für Wort
ubhā
beide (Nom. Du.)
hi
denn
dasrā
Wundertäter (Nom. Du.)
bhiṣajā
Ärzte/Heiler (Nom. Du.)
mayaḥ-bhuvā
Wohlergehen bringend (Nom. Du.)
ubhā
beide (Nom. Du.)
dakṣasya
der Geschicklichkeit/Tüchtigkeit (Gen. Sg.)
vacasaḥ
des Wortes (Gen. Sg.)
babhūvathuḥ
ihr seid geworden (2. Du. Perf.)
tā
diese beiden (Akk. Du.)
vām
euch (Akk. Du.)
viśvakaḥ
Viśvaka (Nom. Sg.; Name)
havate
ruft (3. Sg. Med.)
tanū-kṛthe
zur Leibes-Herstellung/-Heilung (Dat. Sg.) [?]
mā
nicht
naḥ
uns (Akk. Pl.)
vi
auseinander (Vorverb)
yauṣṭam
trennt euch/entfernt euch (2. Du. Aor. Inj.)
sakhyā
Freundschaft (Akk. Pl. n.) [?]
mumocatam
lasst los/gebt auf (2. Du.) [?]

kathā nūnaṃ vāṃ vimanā upa stavad yuvaṃ dhiyaṃ dadathurvasyaiṣtaye / tā vāṃ viśvako ...

Wie wird euch jetzt der Ratlose [?] nahe preisen? Ihr beide gebt Andacht zum Erstreben des Besseren. / Diese beiden euch ruft Viśvaka zur Leibes-Heilung [?]; trennt euch nicht von uns, gebt die Freundschaft nicht auf [?].

Wort für Wort
kathā
wie
nūnam
jetzt
vām
euch (Akk. Du.)
vi-manāḥ
ratlos/verstörten Sinnes (Nom. Sg.) [?]
upa
heran (Vorverb)
stavat
soll preisen (3. Sg. Subj.)
yuvam
ihr beide (Nom. Du.)
dhiyam
Andacht/Gedanken (Akk. Sg.)
dadathuḥ
ihr gebt (2. Du. Perf.)
vasyaḥ-iṣṭaye
zum Erstreben des Besseren (Dat. Sg.)
tā
diese beiden (Akk. Du.)
vām
euch (Akk. Du.)
viśvakaḥ
Viśvaka (Nom. Sg.; Name)
havate
ruft (3. Sg. Med.)
tanū-kṛthe
zur Leibes-Herstellung/-Heilung (Dat. Sg.) [?]
mā
nicht
naḥ
uns (Akk. Pl.)
vi
auseinander (Vorverb)
yauṣṭam
trennt euch/entfernt euch (2. Du. Aor. Inj.)
sakhyā
Freundschaft (Akk. Pl. n.) [?]
mumocatam
lasst los/gebt auf (2. Du.) [?]

yuvaṃ hi ṣmā purubhujemamedhatuṃ viṣṇāpve dadathurvasyaiṣṭaye / tā vāṃ viśvako ...

Ihr beide, vielhelfend [?], habt ja diesem Viṣṇāpū dieses Gedeihen [?] gegeben zum Erstreben des Besseren. / Diese beiden euch ruft Viśvaka zur Leibes-Heilung [?]; trennt euch nicht von uns, gebt die Freundschaft nicht auf [?].

Wort für Wort
yuvam
ihr beide (Nom. Du.)
hi
denn
sma
ja (Partikel sma)
puru-bhujā
vielhelfend/vielgenießend (Nom. Du.) [?]
imam
dieses (Akk. Sg. m.)
edhatum
Gedeihen/Wachstum (Akk. Sg.) [?]
viṣṇāpve
dem Viṣṇāpū (Dat. Sg.; Name)
dadathuḥ
ihr gabt (2. Du. Perf.)
vasyaḥ-iṣṭaye
zum Erstreben des Besseren (Dat. Sg.)
tā
diese beiden (Akk. Du.)
vām
euch (Akk. Du.)
viśvakaḥ
Viśvaka (Nom. Sg.; Name)
havate
ruft (3. Sg. Med.)
tanū-kṛthe
zur Leibes-Herstellung/-Heilung (Dat. Sg.) [?]
mā
nicht
naḥ
uns (Akk. Pl.)
vi
auseinander (Vorverb)
yauṣṭam
trennt euch/entfernt euch (2. Du. Aor. Inj.)
sakhyā
Freundschaft (Akk. Pl. n.) [?]
mumocatam
lasst los/gebt auf (2. Du.) [?]

uta tyaṃ vīraṃ dhanasām ṛjīṣiṇaṃ dūre cit santamavase havāmahe / yasya svādiṣṭhā sumatiḥ pituryathā mā no vi yauṣṭaṃ sakhyā mumocatam

Und jenen Helden, den Beutegewinner, den ṛjīṣin [?], der, auch wenn fern, / zur Hilfe rufen wir ihn, dessen süßeste Gunst wie die eines Vaters ist – trennt euch nicht von uns, gebt die Freundschaft nicht auf [?]. [Anm.: „Held“ (Sg.) ist nicht ausdrücklich benannt; Bezug auf die Aśvins oder Indra unsicher.]

Wort für Wort
uta
und/auch
tyam
jenen (Akk. Sg. m.)
vīram
Helden (Akk. Sg.)
dhana-sām
beutegewinnend (Akk. Sg. m.)
ṛjīṣiṇam
ṛjīṣin/mit Ṛjīṣa versehen (Akk. Sg. m.) [?]
dūre
in der Ferne (Lok. Sg.)
cit
auch/selbst
santam
seiend (Akk. Sg. m.)
avase
zur Hilfe (Dat. Sg.)
havāmahe
wir rufen (1. Pl. Med.)
yasya
dessen (Gen. Sg. m.)
svādiṣṭhā
süßeste (Nom. Sg. f.)
su-matiḥ
Gunst/Wohlwollen (Nom. Sg.)
pituḥ
des Vaters (Gen. Sg.)
yathā
wie
mā
nicht
naḥ
uns (Akk. Pl.)
vi
auseinander (Vorverb)
yauṣṭam
trennt euch (2. Du. Aor. Inj.)
sakhyā
Freundschaft (Akk. Pl. n.) [?]
mumocatam
lasst los/gebt auf (2. Du.) [?]

ṛtena devaḥ savitā śamāyata ṛtasya śṛṅgamurviyā vi paprathe / ṛtaṃ sāsāha mahi cit pṛtanyato mā no vi yauṣṭaṃ sakhyā mumocatam

Durch die Ordnung (ṛta) wirkt der Gott Savitṛ heilsam [?]; das Horn der Ordnung breitete sich weit aus; / die Ordnung überwältigte selbst große Angreifer [?] – trennt euch nicht von uns, gebt die Freundschaft nicht auf [?].

Wort für Wort
ṛtena
durch die Ordnung/Wahrheit (Instr. Sg.)
devaḥ
Gott (Nom. Sg.)
savitā
Savitṛ (Nom. Sg.)
śam-āyate
wirkt heilsam/Wohlwollen (3. Sg. Denom.) [?]
ṛtasya
der Ordnung (Gen. Sg.)
śṛṅgam
Horn/Spitze (Nom. Sg.)
urviyā
weit (Adv.)
vi
auseinander (Vorverb)
paprathe
breitete sich aus (3. Sg. Perf. Med.)
ṛtam
die Ordnung (Nom./Akk. Sg.)
sasāha
überwältigte (3. Sg. Perf.)
mahi
große (Akk. Pl./Adv.)
cit
selbst/auch (Partikel)
pṛtanyataḥ
Angreifer (Akk. Pl.) [?]
mā
nicht
naḥ
uns (Akk. Pl.)
vi
auseinander (Vorverb)
yauṣṭam
trennt euch (2. Du. Aor. Inj.)
sakhyā
Freundschaft (Akk. Pl. n.) [?]
mumocatam
lasst los/gebt auf (2. Du.) [?]

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