Kapitel 3: ṛgvede 8.3 · pibā sutasya rasino matsvā na indra gomataḥ
Anruf an Indra zu Soma, Preis seiner Taten; Gabenlob für Pākasthāman
Indra-Lied: Einladung zum Somatrunk, Preis seiner Größe (Meer, Sonne, Vṛtra/Ahi, Kuhbefreiung), Bitte um Kraft und Reichtum; die Schlussverse 21-24 sind ein Gabenlob (dānastuti) auf Pākasthāman Kaurayāṇa mit schwer verständlichen Stellen (bes. 23-24).
pibā sutasya rasino matsvā na indra gomataḥ / āpirno bodhisadhamādyo vṛdhe 'smānavantu te dhiyaḥ
Trinke vom gepressten, saftreichen, milchhaltigen [Soma]; berausche dich, Indra, an uns. Sei unser Freund, werde gewahr, Zechgenosse, zum Wachstum; uns sollen deine Gedanken fördern.
bhūyāma te sumatau vājino vayaṃ mā na starabhimātaye / asmāñcitrābhiravatādabhiṣṭibhirā naḥ sumneṣu yāmaya
Wir wollen in deiner Gunst sein, wir Kraftvollen. Nicht sollst du uns dem Übelwollen preisgeben [?]. Uns soll er mit glänzenden Hilfen, mit Beistand schützen; bring uns in [deine] Gnadenerweise.
imā u tvā purūvaso giro vardhantu yā mama / pāvakavarṇāḥśucayo vipaścito 'bhi stomairanūṣata
Diese meine Lieder, o Reichtumsvoller, sollen dich stärken. Die von läuternder Farbe, die Lauteren, die Weisen (Inspirierten) haben dich mit Preisliedern angesungen.
ayaṃ sahasram ṛṣibhiḥ sahaskṛtaḥ samudra iva paprathe / satyaḥ so asya mahimā gṛṇe śavo yajñeṣu viprarājye
Dieser [Indra], tausendfach, von den Ṛṣis durch Kraft gemacht, hat sich wie ein Meer ausgebreitet. Wahr ist diese seine Größe; ich preise die Stärke in den Verehrungshandlungen, in der Herrschaft der Weisen.
Indra allein [rufen wir] zur Göttermacht/Götterverehrung, Indra bei der vorwärts schreitenden Weihehandlung, Indra im Zusammenstoß rufen wir Begehrenden an, Indra zum Gewinn des Reichtums.
Indra hat durch Größe die beiden Welthälften weit gemacht, [durch seine] Stärke [?]; Indra ließ die Sonne leuchten. In Indra sind alle Wesen gehalten, in Indra die gepressten Tropfen.
Zu dir, Indra, zum Vortrunk [riefen] die Lebendigen (Āyus) mit Preisliedern. Einträchtig stimmten die Ṛbhus zusammen an; die Rudras besangen den Uralten.
asyedindro vāvṛdhe vṛṣṇyaṃ śavo made sutasya viṣṇavi / adyā tamasya mahimānamāyavo 'nu ṣṭuvanti pūrvathā
Von diesem [Soma] wuchs Indra, [nämlich] seine männliche Kraft, im Rausch des gepressten [Soma], im Viṣṇu(-Bereich) [?]. Heute preisen die Āyus seine Größe nach wie in der Vorzeit.
tat tvā yāmi suvīryaṃ tad brahma pūrvacittaye / yenā yatibhyo bhṛgave dhane hite yena praskaṇvamāvitha
Das erbitte ich von dir, gute Manneskraft; das Gebetswort (brahma) zur früheren Einsicht [?], womit du den Yatis, dem Bhṛgu, als der Kampfpreis ausgesetzt war, [geholfen hast], womit du Praskaṇva gefördert hast.
yenā samudramasṛjo mahīrapastadindra vṛṣṇi te śavaḥ / sadyaḥ so asya mahimā na saṃnaśe yaṃ kṣoṇīranucakrade
Womit du das Meer, die großen Wasser, losließest, das ist, Indra, deine männliche Kraft. Sogleich ist diese seine Größe nicht einzuholen, ihm brüllten die Erden [?] nach.
Hilf uns, Indra, was ich von dir als Reichtum erbitte, Manneskraft. Hilf dem Siegespreis zuerst, für den, der ihn gewinnen will; hilf dem Preislied, o Erster.
śagdhī no asya yad dha pauramāvitha dhiya indra siṣāsataḥ / śagdhi yathā ruśamaṃ śyāvakaṃ kṛpamindra prāvaḥ svarṇaram
Hilf uns bei diesem, wie du ja den Paura [?] gefördert hast, die Gedanken des Gewinnenwollenden, Indra. Hilf, wie du den Ruśama, Śyāvaka, Kṛpa, Indra, gefördert hast, den lichtgewinnenden/ zum Licht führenden [?] Mann.
Welcher neue, rasche Sterbliche unter den Atasī-[Sängern] [?] wird [ihn] preisen? Denn seine Größe, die Indrakraft, haben die laut Preisenden nicht erreicht.
Ob [wohl] die Preisenden, nach dem Ṛta strebend, zur Göttlichkeit [?]... Welcher Ṛṣi, welcher Weise erwägt [es]? Wann, Maghavan Indra, [kommst du] zum Ruf des Pressenden, wann zum Preisenden wirst du kommen?
Wort für Wort
kat
ob wohl, wie lange [?]
oṃ iti
doch (Partikel)
stuvantaḥ
Preisende (Nom. Pl.)
ṛta-yanta
nach dem Ṛta strebend (3. Pl.)
devatā
zur Götterschaft, Göttlichkeit (Lok./Dat. Sg.) [?]
Wie die Kaṇvas, [wie] die Bhṛgus, wie Sonnen [?] haben sie alles Gedachte erlangt; Indra mit Preisliedern erhöhend haben die Āyus, die Priyamedhas gesungen.
Schirre, Vṛtra-Töter-bester, deine beiden Falben an, Indra, von fernher; herwärts gewandt, Maghavan, komm zum Somatrunk, du Gewaltiger, mit den hohen [Rossen?].
ime hi te kāravo vāvaśurdhiyā viprāso medhasātaye / satvaṃ no maghavannindra girvaṇo veno na śṛṇudhī havam
Diese deine Sänger haben ja mit Gedanken laut gerufen, die Weisen, zum Gewinn der Einsicht. Du, Maghavan Indra, Liederfreund, höre unseren Ruf, wie ein Verlangender.
Aus den hohen Bogen/ Steppen [?] hast du, Indra, den Vṛtra hinausgeschnellt; aus Arbuda, dem jagenden Trugmächtigen; aus dem Berg hast du die Rinder hinausgetrieben.
Heraus leuchteten die Feuer, heraus die Sonne, heraus der Soma, der indrahafte Saft; aus dem Luftraum bliesest du den großen Ahi hinaus. Das, Indra, tust du als Mannestat.
yasmā anye daśa prati dhuraṃ vahanti vahnayaḥ / astaṃ vayo na tugryam
Dem [Rotbraunen] ziehen andere, zehn Zugtiere, zur Deichsel hin, [wie] nach Hause, wie ein Vogel zum tugryā-... [?]. [Anm.: Die Stelle ist unklar; astam vayo na tugryam kaum sicher zu fassen.]
Das Selbst, des Vaters Leib, das Gewand, den Kraftgeber, die Salbe [?]: das Vierte [ist] das des Rotbraunen; den Pākasthāman, den Gönner, Geber, habe ich [so] genannt. [Anm.: Aufzählung von Geschenken nur vermutet, spekulativ.]