Kapitel 97: ṛgvede 8.97 · yā indra bhuja ābharaḥ svarvānasurebhyaḥ
Anruf an Indra: komm von überall her, verlass uns nicht, gib Reichtum
Einladung an Indra zum Soma von fern und nah, Bitte um Beistand und Anteil für den Verehrer, Preis seiner Größe. Die Verse 3, 10, 11 und besonders 12 sind sprachlich dunkel (Vers 12 fast unverständlich).
yā indra bhuja ābharaḥ svarvānasurebhyaḥ / stotāramin maghavannasya vardhaya ye ca tve vṛktabarhiṣaḥ
Die Genüsse, die du, Indra, als Lichtgewinner den Asuras (weg) gebracht hast [?] - den Sänger, Maghavan, lass daran wachsen [?], und die, die dir die Streu geschnitten haben.
Was du, Indra, an Ross, Rind, unvergänglichem Anteil hältst: das lege in den Verehrer, der presst und Gaben gibt, in diesen; nicht in den Paṇi (Geizhals).
Wer, Indra, schläft, ohne Gelübde, im Dauerschlaf, gottlos: der soll durch seine eigenen Wege zugrunde gehen [?]; den zu nährenden Reichtum schaffe beiseite [?], den (nimm) von dort. [Anm.: sanutaḥ dhehi und svaiḥ evaiḥ sind unsicher.]
Wort für Wort
yaḥ
wer (Nom. Sg. m.)
indra
Indra (Vok.)
sasti
schläft (3. Sg.)
avrataḥ
ohne Gelübde, ohne Ordnung (Nom. Sg.)
anu-svāpam
im Schlaf, dauernd schlafend (Adv./Akk.) [?]
adeva-yuḥ
nicht nach Göttern trachtend (Nom. Sg.)
svaiḥ
durch die eigenen (Instr. Pl.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
evaiḥ
Wege, Gänge (Instr. Pl.) [?]
mumurat
soll dahinschwinden, zugrunde gehen (3. Sg. Aor. Konj.)
Ob du, Śakra, in der Ferne bist oder in der Nähe, Vṛtratöter: von dort will dich mit Liedern der Presser, der Himmel/Tag-Gehende [?], Indra, mit den Mähnigen (Rossen) [?] hertragen/verehren.
Er, der Somatrinker, (erfreue sich) bei unseren Somas, bei den gepressten, Herr der Kraft; erfreue dich mit einer Gabe voll Wahrheit/Freude, Indra, mit Reichtum in Fülle.
Bei uns, Indra, setz dich zusammen bei der Pressung nieder, um den Honigtrank zu trinken; verschaffe dem Sänger, Maghavan, große Hilfe: bei uns, Indra, zusammen bei der Pressung.
Alle Heere überwindend, den Mann Indra, haben (die Götter) einträchtig gezimmert und erzeugt, dass er herrsche; durch Einsicht den Besten, im Erwünschten [?] den Zerbrecher(?) und Gewaltigen, Stärksten, Kraftvollen, Ungestümen. [Anm.: vare āmurim ist unsicher.]
Wort für Wort
viśvāḥ
alle (Akk. Pl. f.)
pṛtanāḥ
Heere, Kämpfe (Akk. Pl.)
abhi-bhūtaram
mehr überwindend, stärker überwältigend (Akk. Sg.)
Zusammen haben ihn die Sänger angestimmt (gerufen), den Indra, zum Trinken des Soma, den Herrn des Lichts, damit sie ihn stärken; denn er hält die Gebote fest, mit Kraft, zusammen mit Hilfen [?].
nemiṃ namanti cakṣasā meṣaṃ viprā abhisvarā / sudītayo vo adruho 'pi karṇe tarasvinaḥ sam ṛkvabhiḥ
Den Radkranz(?) beugen sie mit dem Blick, den Widder(?), die Sänger, mit zuschallendem (Lob) [?]; gutleuchtend, euch, ohne Trug, ans Ohr [?], die Kräftigen, mit den Jubelnden. [Anm.: Der Vers ist so gut wie unverständlich; nemi 'Felge/Kranz' und meṣa 'Widder' sind unsichere Bezüge; keine sinnvolle Gesamtdeutung möglich.]
tamindraṃ johavīmi maghavānamugraṃ satrā dadhānamapratiṣkutaṃ śavāṃsi / maṃhiṣṭho gīrbhirā ca yajñiyo vavartad rāye no viśvā supathā kṛṇotu vajrī
Ihn, Indra, rufe ich immer wieder, den Freigebigen, Gewaltigen, der stets Kräfte innehat, den Unabweisbaren. Der Freigebigste, der Verehrungswürdige, soll sich durch Lieder (uns) zuwenden; zum Reichtum mache uns alles zu gut begehbaren Wegen, der Keulenträger.
Du, Indra, hast die Burgen erkannt und sie mit Kraft auseinander zu vernichten (bestimmt), du Stärkster, Śakra. Vor dir zittern alle Welten, Keulenträger, Himmel und Erde aus Furcht. [Anm.: cikit enāḥ vi ... nāśayadhyai ist syntaktisch schwierig; Deutung: 'du hast die Burgen gefunden, um sie zu vernichten'.]
Wort für Wort
tvam
du (Nom.)
puraḥ
Burgen (Akk. Pl.)
indra
Indra (Vok.)
cikit
erkannt, bemerkt (2. Sg. Aor.) [?]
enāḥ
diese (Akk. Pl. f.)
vi
auseinander (Präverb)
ojasā
mit Kraft (Instr. Sg.)
saviṣṭha
Stärkster (Vok.)
śakra
Mächtiger, Śakra (Vok.)
nāśayadhyai
um zu vernichten, zum Verlieren-Machen (Inf. Dat.) [?]
tan ma ṛtamindra śūra citra pātvapo na vajrin duritāti parṣi bhūri / kadā na indra rāya ā daśasyerviśvapsnyasya spṛhayāyyasya rājan
Das Rechte soll mich schützen, Indra, Held, Wunderbarer; wie über Wasser führst du, Keulenträger, über viele Nöte hinweg. Wann, Indra, wirst du uns von dem allgestaltigen, begehrenswerten Reichtum zuteilen, o König?