Kapitel 63: ṛgvede 8.63 · sa pūrvyo mahānāṃ venaḥ kratubhirānaje
Lob Indras, der die Rinder öffnet, mit Bitte um Hilfe
Kurzverse (Gāyatrī) zum Preis von Indras Taten, besonders dem Öffnen der Rinderherde für die Aṅgiras, und zur Bitte um Beistand, am Schluss mit Rudras und Göttern. Die Verse 1, 4, 5, 7, 9 und 10 sind syntaktisch schwierig; viele Stellen bleiben unsicher.
Er, der Frühere unter den Großen, der Sehnsuchtsvolle [?], hat sich durch [seine] Willenskräfte durchgesetzt; durch dessen Tore [?] Manu, der Vater, unter den Göttern die Gedanken erlangt hat.
Er ist von alters her der, der die Dichter stärkt, Indra, der Herbeibringer der Rede [?]. Gnädig ist er bei der Anrufung des Sängers [?], soll uns zur Hilfe kommen.
ādū nu te anu kratuṃ svāhā varasya yajyavaḥ / śvātramarkā anūṣatendra gotrasya dāvane
Dann, deinem Willen folgend, [rufen] mit Svāhā die Verehrer des Erwählten [?]; ein Falkenlied [?] haben die Sänger angestimmt, Indra, für die Gabe an den Stall [?].
indre viśvāni vīryā kṛtāni kartvāni ca / yamarkā adhvaraṃ viduḥ
In Indra sind alle Heldentaten gelegt, die getanen und die noch zu tuenden, [in ihm], den die Sänger als die Weihehandlung kennen. [Anm.: adhvara ‚Weihehandlung‘, Bedeutung von yam arkā adhvaram viduḥ unsicher.]
Als sich mit dem Volk der Fünf [Stämme] die Rufe in Indra ergossen, hat der Fremde [?] die Streu ausgebreitet; das ist die Wohnstatt des Aufmerksamen [?].
Wort für Wort
yat
als
pāñca-janyayā
mit dem der Fünfvölker, mit dem Volk der fünf Stämme (Instr. Sg.)
viśā
mit dem Stamm (Instr. Sg.)
indre
in Indra (Lok. Sg.)
ghoṣāḥ
Rufe, Lärm (Nom. Pl.)
asṛkṣata
sie wurden ausgegossen, ließen sich los (3. Pl. Aor. Med.)
tad dadhānā avasyavo yuṣmābhirdakṣapitaraḥ / syāma marutvato vṛdhe
Dies [Erbetene] uns zugeteilt, nach Hilfe verlangend, mit euch, ihr, die ihr Kraft zum Vater habt: Wir wollen, zusammen mit den Marut-Begleitern [?], zum Gedeihen sein.
Wort für Wort
tat
dies (Akk. Sg. n.)
dadhānāḥ
gebend, festsetzend (Nom. Pl. Part.)
avasyavaḥ
hilfeverlangend (Nom. Pl.)
yuṣmābhiḥ
mit euch (Instr. Pl.)
dakṣa-pitaraḥ
deren Vater Kraft ist (Nom. Pl.)
syāma
wir wollen sein (1. Pl. Opt.)
marutvataḥ
mit den Marut begleitet (Nom. Pl.) [Anm.: marutvataḥ Gen./Abl.; ‚zum Gedeihen des Marut-Begleiters‘ möglich]
Für uns [seien] die Rudras, die Regenspender, die Berge, einträchtig im Vṛtra-Töten, im Ruf zur Schlacht; der Starke [Pajra] ist dem Lobsingenden, dem Preisenden zugeteilt: Die Götter, deren Ältester Indra ist, sollen uns helfen.