Kapitel 10: ṛgvede 9.10 · pra svānāso rathā ivārvanto na śravasyavaḥ
Die Somasäfte strömen wie Wagen und Rosse zum Reichtum
Reihe von Vergleichen (Wagen, Rosse, Könige) für die strömenden Somatropfen; ab Vers 5 schwer deutbare Stellen: Vivasvat, 'sieben Schwestern', 'Nabel', 'Fuß des Einen', 'im Verborgenen gesetzter Fußtritt des Himmels' (kosmisch-rituelle Doppelebene, plausibel).
rājāno na praśastibhiḥ somāso gobhir añjate / yajño na sapta dhātṛbhiḥ
Wie Könige mit Lobpreisungen, werden die Somasäfte mit Rindern (Milch) gesalbt, wie die Weihehandlung von den sieben Einrichtern. [Anm.: gobhiḥ 'mit Kühen' meint hier die Milch, die dem Soma beigemischt wird (fest).]
āpānāso vivasvato jananta uṣaso bhagam / sūrā aṇvaṃ vi tanvate
Die Erlangten des Vivasvat, die Uṣas' Anteil (Bhaga) erzeugend, die Kräftigen breiten das Feine aus. [Anm.: aṇvam 'das Feine' bezeichnet vermutlich das Sieb bzw. den feinen Saft (plausibel); Vivasvat ist Name des Opferers/Sonnenmenschen.]
Vereint sitzen die Anrufer, die sieben Verwandten, sie, die den Fuß des Einen erfüllen. [Anm.: 'sieben Schwestern/Verwandte' und 'der Eine' sind rätselhaft; ritual-kosmisch (sieben Hotṛ/Flüsse, Soma) plausibel, spekulativ darüber hinaus.]
nābhā nābhiṃ na ā dade cakṣuś cit sūrye sacā / kaver apatyam ā duhe
Vom Nabel her nehme ich den Nabel für uns, auch das Auge (gewinne ich) in der Sonne, zugleich; das Kind des Sehers melke ich heraus. [Anm.: Rätselvers; Deutung offen: rituell (Bindung an Soma), kosmisch (Nabel = Mitte), spekulativ.]