Kapitel 70: ṛgvede 9.70 · trirasmai sapta dhenavo duduhre satyāmāśiraṃ pūrvye vyomani
Soma, Wachstum des Ṛta und Führung über Bedrängnis
Somalied mit kosmischen Bildern (drei Melkungen, vier Welten, Himmel und Erde) und Bitte um Führung über Not; mehrere Verse (4, 5, 7, 10) sind textlich und inhaltlich unsicher.
Dreimal haben ihm sieben Kühe das wahrhaftige Gemisch gemolken im früheren Himmelsraum; / vier andere Welten [schuf er] zur Reinigung, schöne machte er sie, als er durch die Ṛta-Kräfte wuchs.
sa bhikṣamāṇo amṛtasya cāruṇa ubhe dyāvā kāvyenā vi śaśrathe / tejiṣṭhā apo maṃhanā pari vyata yadī devasya śravasā sado viduḥ
Er, um Unsterbliches bittend, des Lieblichen, hat beide Welten durch Dichterkraft gelockert; / die Schnellsten haben die Wasser durch [seine] Größe umhüllt, wenn sie des Gottes Sitze mit Ruhm erkennen.
te asya santu ketavo 'mṛtyavo 'dābhyāso januṣī ubhe anu / yebhirnṛmṇā ca devyā ca punata ādid rājānaṃ mananā agṛbhṇata
Diese sollen seine unsterblichen, unverletzlichen Zeichen sein, entlang beider Geburten [Himmel und Erde]; / durch die sich Manneskraft und Göttliches läutern, und dann haben [die Gedanken] den König ergriffen.
sa mṛjyamāno daśabhiḥ sukarmabhiḥ pra madhyamāsu mātṛṣuprame sacā / vratāni pāno amṛtasva cāruṇa ubhe nṛcakṣāanu paśyate viśau
Er, von den zehn Wohltätern gesäubert, [wird] unter den mittleren Müttern (?) gemeinsam verkündet; / die Gebote des Unsterblichen, des Lieblichen, hütend, sieht der Männerbeobachter beide Stämme an. [Anm.: PP-Text 'pra-me' fraglich; Lesung unsicher.]
sa marmṛjāna indriyāya dhāyasa obhe antā rodasī harṣate hitaḥ / vṛṣā śuṣmeṇa bādhate vi durmatīrādediśānaḥ śaryaheva śurudhaḥ
Er, sich reinigend, sitzt, zur Stärkung, dem Nährenden hin, zwischen beiden Welten freut sich der Gesetzte; / der Stier drängt mit Kraft die Böswilligen zurück, den Feind wie mit einem Pfeil anzeigend, [er] der Feinde-Tötende.
sa mātarā na dadṛśāna usriyo nānadadeti marutāmiva svanaḥ / jānannṛtaṃ prathamaṃ yat svarṇaraṃ praśastaye kamavṛṇīta sukratuḥ
Er, wie die Mütter [Kühe] sichtbar werdend, der Stier, brüllend kommt er, wie das Tosen der Marut. / Als er das erste Ṛta kannte, wen wählte er, der Weisheitsvolle, zum Ruhm, den Himmelsmann [den Mannhaften im Licht]?
Er brüllt, furchtbar, der Stier, mit Wucht, die beiden Hörner schärfend, [wie] der Umsichtige die beiden Gelbgrünen; / er setzt sich in den Schoß, der wohl bereitet ist, Soma; das Fell wird zum Gewand aus Rindsleder, das Reinigungs-Sieb wird das Schafhaar. [Anm.: hariṇī vermutlich die beiden Weibchen/Hirschkühe; unsicher.]
Rein, sich läuternd, [seinen] Leib, den fehlerlosen, im Schaf[fell] hat der Falbe auf dem Rücken niedergelassen; / wohlgefällig für Mitra, Varuṇa und Vāyu wird der dreifache Honig durch die Wohltäter bereitet.
Läutere dich, Soma, zur Götterlabung, der Stier, [und] tritt ein ins Herz Indras, wo das Somagefäß ist; / bevor uns Bedrängnis [trifft], führ uns über das Böse; der den Ort Kennende hat ja die Richtungen [auf Frage] gewiesen.
hito na saptirabhi vājamarṣendrasyendo jaṭharamā pavasva / nāvā na sindhumati parṣi vidvāñchūro na yudhyannava no nida spaḥ
Wie ein angespanntes Ross strömt auf den Gewinn zu; [strömt] in Indras Bauch, Tropfen, läutere dich hinein; / wie durch ein Schiff führ uns über den Fluss, als Wissender; wie ein kämpfender Held wehre unsere Verächter ab. [Anm.: letztes PP-Token verderbt, 'sparitispaḥ', eigentlich 'spaḥ' = Späher/Schlinge? unsicher.]