Pavamāna-Lied an Soma mit Blick auf Indra, die Marut und weitere Götter; mythische Andeutungen (Vala-Befreiung der Kühe, Dadhyañ, Navagva) in 9.108.4 und 9.108.6. Schwierig sind 9.108.4 (cāruṇaḥ), 9.108.7 (vana-krakṣam) und 9.108.9 (vi kośaṃ madhyamaṃ yuva).
yasya te pītvā vṛṣabho vṛṣāyate 'sya pītā svarvidaḥ / sa supraketo abhyakramīdiśo 'chā vājaṃ naitaśaḥ
Wenn der Stier von dir – von dem –, getrunken hat, gebärdet er sich als Stier; nach dem Trunk dieses Licht-Findenden ist der Klarsichtige auf die Stärkungen zugeschritten, dem Preis entgegen wie Etaśa. [Anm.: Der Satzbau ist gedrängt; Etaśa ist das Sonnenross bzw. der mythische Renner.]
Wort für Wort
yasya
dessen (Gen. Sg.)
te
von dir (Gen. Sg.)
pītvā
getrunken habend (Ger.)
vṛṣabhaḥ
Stier (Nom. Sg.)
vṛṣa-yate
gebärdet sich als Stier (3. Sg.)
asya
dieses (Gen. Sg.)
pītā
getrunken, Trunk (Nom./Abl.) [?]
svaḥ-vidaḥ
Licht findend (Gen. Sg. m.)
saḥ
er (Nom. Sg. m.)
su-praketaḥ
gutes Erkennungszeichen habend, klarsichtig (Nom. Sg. m.)
(Durch den Soma), durch den Navagva Dadhyañ (die Höhle) aufdeckt, durch den die Weisen (das Ziel) erreichten; in der Gunst der Götter, des Unsterblichen, (dem) Lieblichen [?], durch den sie Ruhmestaten (Ruhm) erlangten.
Der die wässrigen Kühe [?] im Inneren des Steins, die Kühe, mit Kraft herausschnitt; hin zum Gehege hast du dich ausgedehnt, dem rinder- und rossreichen; wie ein Gepanzerter, Kühner, brich herein. [Anm.: Anspielung auf die Befreiung der Kühe aus dem Fels (Vala-Mythos), sicher als Bild; ob auf Soma bezogen, plausibel.]
Wort für Wort
yaḥ
der (Rel., Nom. Sg. m.)
usriyāḥ
Kühe, Morgenkühe (Akk. Pl.)
apyāḥ
wässrig, in den Wassern befindlich (Akk. Pl. f.) [?]
ā sotā pari ṣiñcatāśvaṃ na stomamapturaṃ rajasturam / vanaṛkṣamudaprutam
Presst und gießt ringsum (ihn), der wie ein Ross, das Lob(lied), die Wasser überwindend, den Raum durcheilend, im Holz sich regend [?], im Wasser schwimmend ist.
Wort für Wort
ā
herbei (Präverb)
sota
presst (2. Pl. Imp.)
pari
ringsum (Präverb)
siñcata
gießt (2. Pl. Imp.)
aśvam
Ross (Akk. Sg.)
na
wie (Vergleichspartikel)
stomam
Lobgesang (Akk. Sg.)
ap-turam
Wasser überwindend (Akk. Sg. m.)
rajaḥ-turam
den Raum durcheilend (Akk. Sg. m.)
vana-krakṣam
im Holz sich regend, im Holz krachend [?] (Akk. Sg. m.)
sahasradhāraṃ vṛṣabhaṃ payovṛdhaṃ priyaṃ devāya janmane / ṛtena ya ṛtajāto vivāvṛdhe rājā deva ṛtaṃ bṛhat
(Ihn), den tausendströmigen Stier, an Milch wachsend, lieb der göttlichen Geburt [?], der durch das ṛta, im ṛta geboren, gewachsen ist, der König, der Gott, das hohe ṛta.
Begib dich hinein, gutbefähigter, in die beiden Tröge, gepresst, wie der Lenker der Stämme, wie der Herr der Stämme; läutere den Regen des Himmels heraus, das Fließen der Wasser; treibe an zum Streben nach Kühen die Gedanken.
vṛṣā vi jajñe janayannamartyaḥ pratapañ jyotiṣā tamaḥ / sa suṣṭutaḥ kavibhirnirṇijaṃ dadhe tridhātvasya daṃsasā
Als Stier ist er hervorgetreten, erzeugend, unsterblich, mit Licht die Finsternis durchglühend; er, von den Dichtern gut gepriesen, hat den dreifachen Schmuck [?] angelegt durch die Wundertat dieses (Gottes).
sa sunve yo vasūnāṃ yo rāyāmānetā ya iḷānām / somoyaḥ sukṣitīnām
Er ist gepresst worden, der (Soma), der (der Herr) der Güter (ist), der der Herbeibringer der Reichtümer, der (der Herr) der Labungen [?], der (der Herr) der Gutwohnenden [?], der Soma.
Von dem uns Indra trinken möge, von dem die Marut, von dem oder Aryaman, Bhaga; durch den wir Mitra und Varuṇa (zu uns) gewinnen und Indra zu großer Hilfe.