Kapitel 94: ṛgvede 9.94 · adhi yadasmin vājinīva śubha spardhante dhiyaḥ sūrye naviśaḥ
Soma: Glanz, Licht und Kraft für die Götter
Soma-Lied mit dem Leitwort śrī (Glanz) in Strophe 4 und der Bitte um Kraft, Rind, Ross und Licht in Strophe 5. Strophen 1 und 4 enthalten schwierige Stellen (vājinī, mitadru).
adhi yadasmin vājinīva śubha spardhante dhiyaḥ sūrye naviśaḥ / apo vṛṇānaḥ pavate kavīyan vrajaṃ na paśuvardhanāya manma
Wenn bei ihm, wie bei einer Rennstute, die Schönheiten [?] und die Gedanken wetteifern, wie Stämme um die Sonne, / so strömt er, die Wasser wählend [oder: anlegend], als Dichter sich gebärdend, / wie ein Gehege für das Gedeihen des Viehs, (ein) Denkgebilde [?].
Zweifach den Sitz des Unsterblichen aufdeckend, / haben sich dem Lichtfinder die Welten ausgebreitet. / Die Gedanken, anschwellend wie Kühe im Stall, zur Ordnung strebend, haben nach dem Indu gebrüllt.
pari yat kaviḥ kāvyā bharate śūro na ratho bhuvanāni viśvā / deveṣu yaśo martāya bhūṣan dakṣāya rāyaḥ purubhūṣu navyaḥ
Wenn der Dichter ringsum die Dichtungen bringt, wie ein Held auf dem Wagen alle Welten (umfährt), / unter den Göttern Ruhm für den Sterblichen schaffend, für die Tüchtigkeit Reichtümer, / der Neue unter den vielfach Erscheinenden [?].
Wort für Wort
pari
ringsum
yat
wenn
kaviḥ
Dichter (Nom. Sg.)
kāvyā
Dichtungen (Akk. Pl.)
bharate
trägt, bringt (3. Sg. Med.)
śūraḥ
Held (Nom. Sg.)
na
wie
rathaḥ
Wagen (Nom. Sg.)
bhuvanāni
Welten (Akk. Pl.)
viśvā
alle (Akk. Pl.)
deveṣu
unter den Göttern (Lok. Pl.)
yaśaḥ
Ruhm (Akk. Sg.)
martāya
für den Sterblichen (Dat. Sg.)
bhūṣan
schmückend, verschaffend (Nom. Sg.)
dakṣāya
für die Tüchtigkeit (Dat. Sg.)
rāyaḥ
Reichtümer (Akk. Pl.)
puru-bhūṣu
unter den vielfach Erscheinenden, Vielgestaltigen (Lok. Pl.) [?]
Zum Glanz geboren, zum Glanz ist er hervorgegangen; Glanz, Lebenskraft verleiht er den Sängern. / Glanz anlegend, sind sie zur Unsterblichkeit gelangt; / wahr werden die Zusammenkünfte [?] bei dem festgefügten Holz [?; Anm.: mitadru unklar, vielleicht der Presskufe oder dem Opferpfosten].
Labung, Kraft ström herbei, Ross und Rind; weites Licht schaffe, erfreue die Götter. / Denn alle jene sind dir leicht zu bezwingen, Pavamāna; / du drängst, Soma, die Feinde weg.