Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 9

Kapitel 82: ṛgvede 9.82 · asāvi somo aruṣo vṛṣā harī rājeva dasmo abhi gā acikradat Soma wie ein König, Falke und Keim

Soma zieht wie ein König und Falke um das Sieb, wird mit Parjanya und den Wassern verbunden und schließlich als Keim/Gatte angesprochen (Vers 4, bildhaft und unsicher).

asāvi somo aruṣo vṛṣā harī rājeva dasmo abhi gā acikradat / punāno vāraṃ paryetyavyayaṃ śyeno na yoniṃ ghṛtavantamāsadam

Gepresst wurde Soma, der rötliche, der Stier, der Falbe; wie ein König, wundertätig, hat er zu den Kühen hin gebrüllt. / Sich läuternd geht er um das Schafhaar-Sieb, wie ein Falke zum schmalzigen Sitz, um sich niederzulassen.

Wort für Wort
asāvi
er wurde gepresst (3. Sg. Aor. Pass.)
somaḥ
Soma (Nom. Sg.)
aruṣaḥ
rötlich (Nom. Sg.)
vṛṣā
Stier (Nom. Sg.)
hariḥ
Falbe (Nom. Sg.)
rājā-iva
wie ein König (Nom. Sg. + Partikel)
dasmaḥ
wundertätig (Nom. Sg.)
abhi
hin (Präverb)
gāḥ
Kühe (Akk. Pl.)
acikradat
er hat gebrüllt (3. Sg. Aor.)
punānaḥ
sich läuternd (Nom. Sg.)
vāram
Sieb (Akk. Sg.)
pari
herum (Präverb)
eti
er geht (3. Sg.)
avyayam
vom Schaf (Akk. Sg.)
śyenaḥ
Falke (Nom. Sg.)
na
wie (Partikel)
yonim
Sitz (Akk. Sg.)
ghṛta-vantam
schmalzig (Akk. Sg.)
āsadam
zum Niederlassen (Dat. Inf.)

kavirvedhasyā paryeṣi māhinamatyo na mṛṣṭo abhi vājamarṣasi / apasedhan duritā soma mṛḷaya ghṛtaṃ vasānaḥ pariyāsi nirṇijam

Als Dichter gehst du in Verehrungsfreude [?] das Große umher; wie ein gestriegelter Renner strömst du dem Preis zu. / Die Widrigkeiten wegtreibend, Soma, sei gnädig; Schmalz als Gewand tragend gehst du um den Schmuck herum.

Wort für Wort
kaviḥ
Dichter (Nom. Sg.)
vedhasyā
in Verehrung (Instr. Sg.) [?]
pari
herum (Präverb)
eṣi
du gehst (2. Sg.)
māhinam
Großes (Akk. Sg.)
atyaḥ
Renner (Nom. Sg.)
na
wie (Partikel)
mṛṣṭaḥ
gestriegelt (Nom. Sg.)
abhi
hin (Präverb)
vājam
Preis (Akk. Sg.)
arṣasi
du strömst (2. Sg.)
apa-sedhan
wegtreibend (Nom. Sg.)
duḥ-itā
Widrigkeiten (Akk. Pl.)
soma
Soma (Vok.)
mṛḷaya
sei gnädig (2. Sg. Imp.)
ghṛtam
Schmalz (Akk. Sg.)
vasānaḥ
als Gewand tragend (Nom. Sg.)
pari
herum (Präverb)
yāsi
du gehst (2. Sg.)
niḥ-nijam
Schmuck (Akk. Sg.)

parjanyaḥ pitā mahiṣasya parṇino nābhā pṛthivyā giriṣukṣayaṃ dadhe / svasāra āpo abhi gā utāsaran saṃ grāvabhirnasate vīte adhvare

Parjanya ist der Vater des Büffels, des geflügelten; am Nabel der Erde hat er in den Bergen [seinen] Wohnsitz genommen. / Die Schwestern, die Wasser, sind zu den Kühen geströmt; er vereinigt sich mit den Presssteinen in der wohlgefälligen Weihehandlung.

Wort für Wort
parjanyaḥ
Parjanya (Nom. Sg.)
pitā
Vater (Nom. Sg.)
mahiṣasya
des Büffels (Gen. Sg.)
parṇinaḥ
des Geflügelten (Gen. Sg.)
nābhā
am Nabel (Lok. Sg.)
pṛthivyāḥ
der Erde (Gen. Sg.)
giriṣu
in den Bergen (Lok. Pl.)
kṣayam
Wohnsitz (Akk. Sg.)
dadhe
er hat gesetzt (3. Sg. Perf. Med.)
svasāraḥ
Schwestern (Nom. Pl.)
āpaḥ
Wasser (Nom. Pl.)
abhi
hin (Präverb)
gāḥ
Kühe (Akk. Pl.)
uta
auch (Partikel)
asaran
sie sind geströmt (3. Pl. Aor.)
sam
zusammen (Präverb)
grāva-bhiḥ
mit Presssteinen (Instr. Pl.)
nasate
er gesellt sich (3. Sg. Med.)
vīte
in der wohlgefälligen (Lok. Sg.)
adhvare
Weihehandlung (Lok. Sg.) [Anm.: adhvara, hier ‚Feier‘]

jāyeva patyāvadhi śeva maṃhase pajrāyā garbha śṛṇuhi bravīmi te / antarvāṇīṣu pra carā su jīvase 'nindyo vṛjane soma jāgṛhi

Wie die Gattin beim Gatten [?], gibst du dich wonnig hin [?]; Keim der Kraftvollen, höre, ich sage dir: / Unter den Stimmen geh hervor zum guten Leben, untadelig, sei wach im Bezirk, Soma. [Anm.: Bildrede vom Keim; Deutung unsicher, plausibel: das Soma als Leben spendender Keim.]

Wort für Wort
jāyā-iva
wie die Gattin (Nom. Sg. + Partikel)
patyau
beim Gatten (Lok. Sg.)
adhi
zu (Präp.)
śeva
wonnig (Adv.)
maṃhase
du gibst dich hin/spendest (2. Sg.) [?]
pajrāyāḥ
der Kraftvollen (Gen. Sg. f.)
garbha
Keim (Vok.)
śṛṇuhi
höre (2. Sg. Imp.)
bravīmi
ich sage (1. Sg.)
te
dir (Dat. Sg.)
antaḥ
unter (Adv.)
vāṇīṣu
den Stimmen (Lok. Pl.)
pra
hervor (Präverb)
cāra
geh (2. Sg. Imp.)
su
gut (Adv.)
jīvase
zum Leben (Dat. Sg.)
anindyaḥ
untadelig (Nom. Sg.)
vṛjane
im Bezirk (Lok. Sg.)
soma
Soma (Vok.)
jāgṛhi
sei wach (2. Sg. Imp.)

yathā pūrvebhyaḥ śatasā amṛdhraḥ sahasrasāḥ paryayā vājamindo / evā pavasva suvitāya navyase tava vratamanvāpaḥ sacante

Wie du für die Früheren Hunderte gewannst, unverdrossen, Tausende gewinnend, den Preis umrundetest, o Indu, / so läutere dich zu neuem Wohlgang; deinem Gebot folgen die Wasser.

Wort für Wort
yathā
wie (Konj.)
pūrvebhyaḥ
für die Früheren (Dat. Pl.)
śata-sāḥ
Hundert gewinnend (Nom. Sg.)
amṛdhraḥ
unverdrossen (Nom. Sg.)
sahasra-sāḥ
Tausend gewinnend (Nom. Sg.)
pari-ayāḥ
du umrundetest (2. Sg. Aor. Opt.)
vājam
Preis (Akk. Sg.)
indo iti
Indu (Vok.)
eva
so (Adv.)
pavasva
läutere dich (2. Sg. Imp. Med.)
suvitāya
zum Wohlgang (Dat. Sg.)
navyase
neuen (Dat. Sg.)
tava
dein (Gen. Sg.)
vratam
Gebot (Akk. Sg.)
anu
nach (Präverb)
āpaḥ
Wasser (Nom. Pl.)
sacante
sie folgen (3. Pl. Med.)

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