Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 9

Kapitel 104: ṛgvede 9.104 · sakhāya ā ni śīdata punānāya pra gāyata Freunde, singt dem Läuternden; Abwehr der Bedränger

Aufruf an die Freunde, Soma zu besingen und mit Milch zu schmücken, dann Bitte um Wegfinden und Abwehr von Unholden und Bedrängnis. Schwierig: devapsarāḥ (5c) und die Konstruktion von ā in 6a.

sakhāya ā ni śīdata punānāya pra gāyata / śiśuṃ na yajñaiḥ pari bhūṣata śriye

Freunde, setzt euch nieder; dem Läuternden singt vor; / wie ein Kind schmückt ihn ringsum mit Verehrungen zur Pracht.

Wort für Wort
sakhāyaḥ
Freunde (Vok. Pl.)
ā
hierher
ni
nieder
sīdata
setzt euch (2. Pl. Imp.)
punānāya
dem Läuternden (Dat. Sg.)
pra
vor
gāyata
singt (2. Pl. Imp.)
śiśum
Kind (Akk. Sg.)
na
wie
yajñaiḥ
mit Verehrungen (Instr. Pl.)
pari
ringsum
bhūṣata
schmückt (2. Pl. Imp.)
śriye
zur Pracht (Dat. Sg.)

samī vatsaṃ na mātṛbhiḥ sṛjatā gayasādhanam / devāvyammadamabhi dviśavasam

Mischt ihn zusammen wie ein Kalb mit den Müttern, / den den Hausstand Fördernden, den götterhilfreichen Rausch, den doppelt Starken.

Wort für Wort
sam
zusammen
īm iti
ihn (Akk.)
vatsam
Kalb (Akk. Sg.)
na
wie
mātṛ-bhiḥ
mit den Müttern (Instr. Pl.)
sṛjata
mischt (2. Pl. Imp.)
gaya-sādhanam
den Hausstand fördernd (Akk. Sg.)
deva-avyam
den Göttern zugetan/hilfreich (Akk. Sg.)
madam
Rausch(trank) (Akk. Sg.)
abhi
hin
dvi-śavasam
doppelt stark (Akk. Sg.)

punātā dakṣasādhanaṃ yathā śardhāya vītaye / yathā mitrāya varuṇāya śantamaḥ

Läutert ihn, der Tüchtigkeit bewirkt, so dass er für die Schar zum Genuss [dient], / so dass er für Mitra und Varuṇa der Heilsamste ist.

Wort für Wort
punāta
läutert (2. Pl. Imp.)
dakṣa-sādhanam
Tüchtigkeit bewirkend (Akk. Sg.)
yathā
so dass
śardhāya
für die Schar (Dat. Sg.)
vītaye
zum Genuss (Dat. Sg.)
yathā
so dass
mitrāya
für Mitra (Dat.)
varuṇāya
für Varuṇa (Dat.)
śam-tamaḥ
heilsamster (Nom. Sg.)

asmabhyaṃ tvā vasuvidamabhi vāṇīranūṣata / gobhiṣ ṭe varṇamabhi vāsayāmasi

Für uns, dich, den Güterfinder, haben die Stimmen zugejubelt; / mit Kühen [Milch] kleiden wir deine Farbe ein.

Wort für Wort
asmabhyam
für uns (Dat.)
tvā
dich (Akk.)
vasu-vidam
Güterfinder (Akk. Sg.)
abhi
hin
vāṇīḥ
Stimmen (Nom. Pl.)
anūṣata
sie jubelten zu (3. Pl. Aor. Med.)
gobhiḥ
mit Kühen/Milch (Instr. Pl.)
te
deine (Gen.)
varṇam
Farbe (Akk. Sg.)
abhi
hin
vāsayāmasi
wir kleiden (1. Pl. Kaus.)

sa no madānāṃ pata indo devapsarā asi / sakheva sakhye gātuvittamo bhava

Du, Herr unserer Rauschtränke, Tropfen, bist göttergefällig [?]; / wie ein Freund dem Freund sei bester Wegfinder.

Wort für Wort
saḥ
er/du (Nom.)
naḥ
unser (Gen.)
madānām
der Rauschtränke (Gen. Pl.)
pate
Herr (Vok. Sg.)
indo iti
Tropfen (Vok. Sg.)
deva-psarāḥ
göttergefällig/gottgestaltig (Nom. Sg.) [?]
asi
du bist (2. Sg.)
sakhā-iva
wie ein Freund (Nom. Sg.)
sakhye
dem Freund (Dat. Sg.)
gātuvit-tamaḥ
bester Wegfinder (Nom. Sg.)
bhava
sei (2. Sg. Imp.)

sanemi kṛdhyasmadā rakṣasaṃ kaṃ cidatriṇam / apādevaṃ dvayumaṃho yuyodhi naḥ

Von jeher [?]: tu von uns weg jeden Unhold, jeden Fresser; / wehr die götterlose, doppelzüngige Bedrängnis von uns ab. [Anm.: ā + kṛdhi hier als ‚wegtun‘ gedeutet, unsicher.]

Wort für Wort
sanemi
von alters/gänzlich (Adv.) [?]
kṛdhi
tu (2. Sg. Imp.)
asmat
von uns (Abl.)
ā
hierher/weg [?]
rakṣasam
Unhold (Akk. Sg.)
kam
irgendeinen
cit
auch immer (Partikel)
atriṇam
Fresser (Akk. Sg.)
apa
weg
adevam
götterlos (Akk. Sg. n.)
dvayum
doppelzüngig (Akk. Sg. n.)
aṃhaḥ
Bedrängnis (Akk. Sg.)
yuyodhi
wehr ab (2. Sg. Imp.)
naḥ
von uns/uns (Dat./Akk.)

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