Kapitel 5: ṛgvede 9.5 · samiddho viśvatas patiḥ pavamāno vi rājati
Āprī-Lied auf den sich läuternden Soma
Nach dem Muster der Āprī-Lieder (Anruf der Reihe: Entzündeter, Tanūnapāt, Preiswürdiger, Streu, Türen, Nacht und Morgenröte, zwei Rufer, drei Göttinnen, Tvaṣṭṛ, Baum, Svāhā) auf Soma bezogen. Unklar sind ātaiḥ (5.5), rārajat (5.2) und na darśate (5.6). Der Quellentext hat in 5.6 ein Trennungsartefakt im ersten PP-Token.
Tanūnapāt, sich läuternd, / seine beiden Hörner wetzend, strömt er, / durch den Zwischenraum leuchtend [?]. [Anm.: tanūnapāt = Nachkomme seiner selbst, zweiter Anruf der Āprī-Reihe.]
barhiḥ prācīnamojasā pavamāna stṛṇan hariḥ / deveṣu deva īyate
Die Streu, die nach vorn gewandte, mit Kraft ausbreitend, / der sich Läuternde, der Rotgelbe: / unter den Göttern geht er als Gott. [Anm.: barhis = Streu aus Gras, auf der die Götter sitzen.]
Mit [?] springen sie weit auf, die göttlichen Türen, die goldenen, / von dem sich Läuternden gut gepriesen. [Anm.: ātaiḥ unklar, vielleicht 'Zugängen, Bewegungen'.]
Die beiden Schöngestalteten, die hohen, großen, / der sich Läuternde gebärdet sich als Stier [zu ihnen], / Nacht und Morgenröte, wie zwei Sehenswerte [?].
Wort für Wort
suśilpe itisu-śilpe
die beiden schön gestalteten (Nom. Du. f.) [PP-Token mit Trennungsartefakt]
bṛhatī iti
die beiden hohen (Nom. Du. f.)
mahī iti
die beiden großen (Nom. Du. f.)
pavamānaḥ
sich läuternd (Nom. Sg.)
vṛṣaṇyati
gebärdet sich als Stier, ist brünstig (3. Sg. Denom.)
Bhāratī, des sich Läuternden Sarasvatī, Iḷā, die große — / zu dieser unserer Verehrungshandlung mögen sie kommen, / die drei Göttinnen, schön gestaltet.
Tvaṣṭṛ, den Erstgeborenen, den Hüter, den Vorausgehenden, / rufe ich herbei; / der Tropfen ist Indra, der Stier, der Rotgelbe, sich läuternd, Prajāpati. [Anm.: Identifikationsformel der Schlussverse, plausibel.]
Den Baum [Anm.: Herr des Waldes, in der Āprī-Reihe der Pfosten oder Baum], du sich Läuternder, salbe ganz mit Süßtrank, mit dem Strahl; / den tausendzweigigen, gelbgrünen, strahlenden, goldenen.