Kapitel 16: ṛgvede 9.16 · pra te sotāra oṇyo rasaṃ madāya ghṛṣvaya
Läutere den Soma im Sieb für Indra
Die Presser bereiten den Saft; Aufforderung, Soma im Sieb für Indra zu läutern; Vergleiche mit Rennross, Held und Woge des Himmels. Vers 9.16.2 und 9.16.6 haben schwierige Wörter (aṇveṣu, avyavye).
pra te sotāra oṇyo rasaṃ madāya ghṛṣvaya / sargo na taktyetaśaḥ
Vorwärts haben dir die Presser, ihr beiden Platten (?), den Saft zum Rausch, zum Kühnen (bereitet); er läuft wie ein Renner (Schuss) dahin, das Ross. [Anm.: oṇyoḥ vermutlich 'der beiden Pressbretter/Schützer' (Du.), unsicher; takti 'eilt'.]
Mit der Kraft des Geschickten, den Streitwagen-tauglichen, der die Wasser bekleidet, mit Nahrung, den Rind-Gewinner, möchten wir in den Feinheiten (des Siebes) erlangen. [Anm.: aṇveṣu 'in den Fäden/Feinen', saścima 'wir mögen folgen/erlangen'; unsicher.]
Den in den Wassern unerreichten, schwer zu Überwindenden, Soma, lass ins Sieb strömen; läutere ihn für Indra zum Trinken. [Anm.: anaptam wörtlich 'nicht erreicht/nicht wässrig'; Lesart 'nicht durch Wasser verwässert' unsicher.]
pra tvā namobhirindava indra somā asṛkṣata / mahe bharāyakāriṇaḥ
Vorwärts sind dir mit Verehrungen die Tropfen, Indra, die Somas, losgelassen worden, die Werkleute, zu großer Last (Beute). [Anm.: bharāya 'zur Last, zum Beutegewinn/Kampf'; unsicher.]
Sich läuternd im unvergänglichen Gewand (Aussehen), alle Herrlichkeiten hinströmend, steht er wie ein Held unter den Rindern. [Anm.: avyaye rūpe 'im Schafwoll-Gewand'; PP avyavye offensichtlich Schreibfehler für avyaye.]
Wie der Rücken des Himmels, schwellend, ist der Strom des Gepressten, des Kundigen; vergeblich (aus sich) strömt er im Sieb. [Anm.: vṛthā 'unbeschwert, von selbst'; unsicher.]
Du, Soma, den Kundigen (Weisen), dich längs (durch) die Menschen läuternd, läufst du auf das Schafhaarsieb hin, auseinander. [Anm.: tanā 'der Länge nach'; āyuṣu 'unter den Menschen'.]