Kapitel 93: ṛgvede 9.93 · sākamukṣo marjayanta svasāro daśa dhīrasya dhītayo dhanutrīḥ
Soma, die Schwestern und die Milch im Kübel
Soma wird von den zehn Schwestern (Fingern) gereinigt, mit Milch gemischt und zu Indra hin gebeten; Bildrede von Kind und Mutter, Mann und Frau. Der erste Halbvers (sākamukṣaḥ) ist grammatisch unsicher.
Zugleich mit den Stieren (?) haben ihn die Schwestern gereinigt, die zehn Gedankenwerke des Besonnenen, die Eilenden [?]; / der Fahlgelbe, der Sonne Sprössling [?], ist ringsum zum Holzkübel gelaufen, / er ist hingelangt wie ein Renner, ein Sieger.
Wort für Wort
sākam-ukṣaḥ
zugleich-Stiere, zusammen mit Stieren (Nom./Akk. Pl.) [?]
saṃ mātṛbhirna śiśurvāvaśāno vṛṣā dadhanve puruvāroadbhiḥ / maryo na yoṣāmabhi niṣkṛtaṃ yan saṃ gachate kalaśa usriyābhiḥ
Wie ein Kind, nach den Müttern brüllend, ist der vielbehaarte Stier mit den Wassern in Bewegung gesetzt worden; / wie ein Mann zur Frau hin, zum bereiteten Ort gehend, / kommt er im Kübel mit den Milchkühen zusammen.
Wort für Wort
sam
zusammen
mātṛ-bhiḥ
mit den Müttern (Instr. Pl.)
na
wie
śiśuḥ
Kind (Nom. Sg.)
vāvaśānaḥ
brüllend (Nom. Sg.)
vṛṣā
Stier (Nom. Sg.)
dadhanve
ist in Bewegung gesetzt worden (3. Sg. Perf. Pass.)
Und das Euter der unantastbaren Kuh ist angeschwollen; / der Tropfen, der Wohlweise, gesellt sich mit den Strömen. / Sein Haupt mischen die Kühe mit Milch in den Bechern, wie mit gereinigten Gütern [?].
sa no devebhiḥ pavamāna radendo rayimaśvinaṃ vāvaśānaḥ / rathirāyatāmuśatī purandhirasmadryagā dāvane vasūnām
Du, Pavamāna, mit den Göttern, öffne uns, Indu, Reichtum an Rossen, brüllend [?]. / Die wagenfahrende, begehrende Puraṃdhi (Fülle) möge sich zu uns wenden, / bei der Gabe der Güter, zu uns hin gerichtet [?]. [Anm.: rathirāyatām als Zusammenschreibung unsicher.]
Wort für Wort
saḥ
er, du (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Dat./Akk. Pl.)
devebhiḥ
mit den Göttern (Instr. Pl.)
pavamāna
strömend (Vok. Sg.)
rada
öffne, grabe (2. Sg. Imp.)
indo iti
Indu (Vok.)
rayim
Reichtum (Akk. Sg.)
aśvinam
an Rossen reich (Akk. Sg.)
vāvaśānaḥ
brüllend, begehrend (Nom. Sg.)
rathirāyatām
wagenfahrend, möge sich her wenden (rathiḥ āyatām) [?]
nū no rayimupa māsva nṛvantaṃ punāno vātāpyaṃ viśvaścandram / pra vanditurindo tāryāyuḥ prātarmakṣū dhiyāvasurjagamyāt
Jetzt miss uns Reichtum zu, männerreich, dich läuternd, den wind-/flügelgeschwellten [?], ganz glänzenden. / Das Leben des Lobsängers, Indu, ist weiter verlängert worden; / früh und schnell soll der durch Andacht Güterreiche kommen.