Kapitel 92: ṛgvede 9.92 · pari suvāno hariraṃśuḥ pavitre ratho na sarji sanaye hiyānaḥ
Soma im Seihtuch: Preis des Läuterns und der Götter
Soma-Pavamāna-Lied: der Saft strömt durch das Seihtuch in die Becher; Verweise auf die Götter (3x11), die sieben Ströme und die sieben Seher. In 9.92.5 ist die Schlusszeile (dasyave kar abhīkam) unsicher.
pari suvāno hariraṃśuḥ pavitre ratho na sarji sanaye hiyānaḥ / āpacchlokamindriyaṃ pūyamānaḥ prati devānajuṣata prayobhiḥ
Rings ausgepresst, der fahlgelbe Stengel, wurde er im Seihtuch losgelassen wie ein Wagen, zum Gewinn angetrieben. / Er erlangte Ruhmruf und Kraft (indriya), während er gereinigt wird; / die Götter haben sie mit Labungen gern angenommen [?; Anm.: Subjekt von ajuṣata unklar, wohl die Tropfen/Ströme].
Hin (zu den Göttern) ist der Männerschauende im Seihtuch geströmt, einen Namen tragend, der Dichter, in seinem Schoß; / sich niedersetzend wie ein Rufer am Sitz, in den Bechern. / Zu ihm sind die sieben Seher gekommen, die begeisterten Weisen.
Wort für Wort
accha
hin zu
nṛ-cakṣāḥ
Männer-schauend, Männer im Blick habend (Nom. Sg.)
pra sumedhā gātuvid viśvadevaḥ somaḥ punānaḥ sada eti nityam / bhuvad viśveṣu kāvyeṣu rantānu janān yatate pañca dhīraḥ
Vor (geht) der Wohlweise, Wegkundige, dessen Götter alle sind, Soma, sich läuternd, stets zum Sitz. / Er soll in allen Dichtungen der Erfreuer sein; / für die fünf Stämme (Leute) bemüht sich der Besonnene, jeden nach seiner Art [?].
Dein sind jene, Soma Pavamāna, im Verborgenen: alle Götter, die dreimal elf. / Zehn (Finger?) [?] reinigen dich mit ihren Eigenkräften auf dem Rücken des Schafwollsiebs, / auch die sieben Ströme, die jungen. [Anm.: nadyaḥ sapta yahvīḥ wohl Bild für die Ströme des Saftes/ Wasser; wörtlich: Flüsse.]
tan nu satyaṃ pavamānasyāstu yatra viśve kāravaḥ saṃnasanta / jyotiryadahne akṛṇodu lokaṃ prāvan manuṃ dasyave karabhīkam
Das soll nun wahr sein vom Pavamāna, dort wo alle Sänger sich zusammenfanden: / dass er dem Tag das Licht schuf und den Raum; / er förderte Manu, dem Dasyu aber bereitete er Bedrängnis [?].
Wort für Wort
tat
das (Nom./Akk. Sg.)
nu
nun, jetzt
satyam
wahr (Nom. Sg.)
pavamānasya
des Pavamāna (Gen. Sg.)
astu
soll sein (3. Sg. Imp.)
yatra
wo
viśve
alle (Nom. Pl.)
kāravaḥ
Sänger, Dichter (Nom. Pl.)
sam-nasanta
sich zusammenfanden, sich vereinigten (3. Pl. Med.)
pari sadmeva paśumānti hotā rājā na satyaḥ samitīriyānaḥ / somaḥ punānaḥ kalaśānayāsīt sīdan mṛgo na mahiṣo vaneṣu
Ringsum (geht er) wie zu viehreichen Wohnsitzen, als Rufer, wie ein wahrhafter König zu den Versammlungen ziehend; / Soma, sich läuternd, ist zu den Kufen gegangen, / sich niedersetzend wie ein Wildtier, ein Büffel in den Wäldern.