Kapitel 32: ṛgvede 9.32 · pra somāso madacyutaḥ śravase no maghonaḥ
Die gepressten Somas strömen zu Indra
Somalied: die gepressten Tropfen laufen durch das Seihtuch, werden von den Fingern (den 'Frauen') getrieben und mit Milch gemischt. Vers 3 (avīvaśat, matim) und 5 (Bildrede von Kühen und Liebhaber) sind bildhaft; die Deutung von tritasya als Name (Trita) ist unsicher.
pra somāso madacyutaḥ śravase no maghonaḥ / sutā vidathe akramuḥ
Hervor sind die Somas, vom Rausch tropfend, zu unserem Ruhm, die reichen (Somas), gepresst, in die Versammlung/Weihehandlung [?] gelaufen. [Anm.: vidathe = 'in der Versammlung/Verehrungshandlung', Bedeutung von vidatha unsicher.]
Sodann treiben die Frauen des Trita den falben (Soma) mit den Pressteinen an, den Tropfen für Indra zum Trinken. [Anm.: 'Frauen' = wohl die Finger, plausibel; tritasya als Eigenname Trita.]
Sodann hat er, wie ein Schwan zur Schar, den Gedanken/das Lied eines jeden gewünscht; wie ein Renner wird er mit Kühen (Milch) gesalbt/gemischt. [Anm.: avīvaśat mit viśvasya matim: 'jedermanns Gedanken erstrebt' [?].]
ubhe somāvacākaśan mṛgo na takto arṣasi / sīdannṛtasya yonimā
Beide (Welten) hast du, Soma, überblickt; wie ein gehetztes Wild strömst du, dich niederlassend im Schoß der Ordnung (ṛta). [Anm.: ubhe = wohl Himmel und Erde, plausibel.]
abhi gāvo anūṣata yoṣā jāramiva priyam / agannājiṃ yathā hitam
Hin haben die Kühe gejubelt, wie eine Frau zum lieben Liebhaber; er ist zum Wettlauf gekommen, wie es angesetzt ist. [Anm.: gāvaḥ = Milchkühe/Milch, Bildrede, plausibel.]