Kapitel 12: ṛgvede 9.12 · somā asṛgramindavaḥ sutā ṛtasya sādane
Soma, Seher des Himmels, strömt durch das Sieb zu Indra
Der Soma wird gepresst, von den Sängern wie Kühe ihr Kalb umlärmt, sitzt in den Kelchen, fließt durch das Wollsieb; die Bilder (Meereswoge, Nabel des Himmels, Schafhaarsieb) stehen nebeneinander. Vers 9.12.3 gaurī 'die Kuh/Milch' als Beimischung.
Der Rausch Abfallen lassende wohnt im Sitz, die Woge des Stromes, der Weise; Soma ist auf die Kuh (Milch) gestützt. [Anm.: madacyut wörtlich 'Rausch träufelnd/ausströmend'; gaurī vermutlich Milch (plausibel).]
yaḥ somaḥ kalaśeṣvā antaḥ pavitra āhitaḥ / taminduḥ pari ṣasvaje
Der Soma, der in den Kelchen liegt, drinnen im Sieb eingesetzt, ihn hat der Tropfen umfangen. [Anm.: sasvaje 'umarmt' – Bild der Verbindung von Saft und Sieb.]
pra vācaminduriṣyati samudrasyādhi viṣṭapi / jinvan kośaṃ madhuścutam
Vorwärts treibt der Tropfen die Stimme, auf dem Rücken des Meeres, Antrieb gebend dem Behälter, der Honig träufelt. [Anm.: 'Meer' = Wasser/Kelch (plausibel), 'Rücken' = Sieb.]
Der von jeher Gelobte, der Baum-Herr (Holz), inmitten der Gedanken, den Sabar-Milch-Melkenden, treibend die Menschengeschlechter. [Anm.: sabardughaḥ 'Wunschmilch-Melkender'; Sinn unsicher.]
Zum Lieben (des Himmels) mit dem Schritt des Himmels strömt Soma, sich regend, der Seher, im Strom des Sängers. [Anm.: 'Schritt' spielt auf padam 9.10.9 an.]
Läuternder, bring hierher (halte) Reichtum von tausendfachem Glanz, uns, Tropfen, der aus sich selbst Wirklichkeit ist. [Anm.: svābhuvam 'von selbst seiend / gutes Sein habend'.]
Wort für Wort
ā
her (Präverb)
pavamāna
Läuternder (Vok.)
dhāraya
bringe, halte (Imp. 2. Sg.)
rayim
Reichtum (Akk. Sg.)
sahasra-varcasam
tausendfachen Glanz habend (Akk. Sg.)
asme iti
uns (Dat. Pl.)
indo iti
Tropfen (Vok.)
su-ābhuvam
leicht zu erlangen, aus sich seiend (Akk. Sg.) [?]