Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 9

Kapitel 14: ṛgvede 9.14 · pari prāsiṣyadat kaviḥ sindhorūrmāvadhi śritaḥ Soma fließt durch das Sieb und bringt Güter

Der Soma fließt als Seher auf der Woge des Stroms, wird von den fünf Stämmen zubereitet, mit Milch bekleidet und läuft durch das Schafhaarsieb. Einzelne Wörter (jighrate, śritī, tiraścatā, gavyā, aṇvyā) sind schwierig; am Ende Bitte um Güter.

pari prāsiṣyadat kaviḥ sindhorūrmāvadhi śritaḥ / kāraṃ bibhrat puruspṛham

Der Seher ist ringsum hervorgeströmt, auf der Woge des Stromes gestützt, den viel begehrten Ruf (das Werk) tragend. [Anm.: kāra 'Lobruf, Handlung'; unsicher.]

Wort für Wort
pari
ringsum (Präverb)
pra
hervor (Präverb)
asisyadat
er ist geströmt (Aor. 3. Sg.)
kaviḥ
Seher (Nom. Sg.)
sindhoḥ
des Stromes (Gen. Sg.)
ūrmau
auf der Woge (Lok. Du./Sg.)
adhi
auf (Präp.)
śritaḥ
gestützt (Part. Pass., Nom. Sg.)
kāram
Ruf, Lobruf (Akk. Sg.) [?]
bibhrat
tragend (Part. Präs., Nom. Sg.)
puru-spṛham
viel begehrt (Akk. Sg.)

girā yadī sabandhavaḥ pañca vrātā apasyavaḥ / pariṣkṛṇvanti dharṇasim

Wenn ihn mit Lied die zusammengehörigen fünf Scharen, die Werk Suchenden, ringsum zurichten, den Haltenden (Träger). [Anm.: pañca vrātāḥ 'fünf Scharen'; gemeint wohl fünf Stämme oder die Finger.]

Wort für Wort
girā
mit Lied (Instr. Sg.)
yadi
wenn (Partikel)
sa-bandhavaḥ
verwandt, zusammengehörig (Nom. Pl.)
pañca
fünf
vrātāḥ
Scharen (Nom. Pl.)
apasyavaḥ
Werk begehrend, tätig (Nom. Pl.)
pari-kṛṇvanti
richten zu, schmücken (3. Pl.)
dharṇasim
den Tragenden, Haltenden (Akk. Sg.)

ādasya śuṣmiṇo rase viśve devā amatsata / yadī gobhirvasāyate

Dann haben alle Götter im Saft des Kraftvollen sich berauscht, wenn er sich mit den Kühen (der Milch) bekleidet.

Wort für Wort
āt
dann (Partikel)
asya
seines (Gen. Sg.)
śuṣmiṇaḥ
des Kraftvollen (Gen. Sg.)
rase
im Saft (Lok. Sg.)
viśve
alle (Nom. Pl.)
devāḥ
Götter (Nom. Pl.)
amatsata
sie berauschten sich (Aor. 3. Pl. Med.)
yadi
wenn (Partikel)
gobhiḥ
mit Kühen, Milch (Instr. Pl.)
vasāyate
kleidet sich (3. Sg. Med.)

niriṇāno vi dhāvati jahaccharyāṇi tānvā / atrā saṃ jighnate yujā

Herausfließend läuft er auseinander, die Hüllen (Spreu) mit dem Körper lassend; da werden sie zusammen mit dem Gefährten geschlagen. [Anm.: śaryāṇi 'Splitter/Abfall', PP jighrate 'sam jighrate' unsicher; Lesart 'zusammenstoßen'.]

Wort für Wort
ni-riṇānaḥ
herausfließend, sich entleerend (Nom. Sg.)
vi
auseinander (Präverb)
dhāvati
läuft (3. Sg.)
jahat
lassend, verlassend (Part. Präs., Nom. Sg.)
śaryāṇi
Splitter, Abfall (Akk. Pl.) [?]
tānvā
mit dem Körper (Instr. Sg.)
atra
da, dort (Adv.)
sam
zusammen (Präverb)
jighrate
werden gestoßen/gerieben (3. Sg. Pass.) [?]
yujā
mit dem Gefährten (Instr. Sg.)

naptībhiryo vivasvataḥ śubhro na māmṛje yuvā / gāḥ kṛṇvāno na nirṇijam

Er, der mit den Enkelinnen des Vivasvat geputzt wurde, wie ein Glänzender, der Junge, die Rinder (Milch) zurichtend wie einen Waschen/Schmücken. [Anm.: Bild unsicher; naptībhiḥ vgl. 9.9.1.]

Wort für Wort
naptībhiḥ
mit den Enkelinnen (Instr. Pl.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
vivasvataḥ
des Vivasvat (Gen. Sg.)
śubhraḥ
glänzend (Nom. Sg.)
na
wie
mamṛje
wurde geputzt (Perf. 3. Sg. Pass.)
yuvā
jung (Nom. Sg.)
gāḥ
Rinder, Milch (Akk. Pl.)
kṛṇvānaḥ
machend (Part. Präs., Nom. Sg.)
na
wie
niḥ-nijam
Schmücken, Reinigen (Akk. Sg.) [?]

ati śritī tiraścatā gavyā jigātyaṇvyā / vagnumiyarti yaṃ vide

Über die Schichten hinaus, quer, (mit) rindergerichtetem, feinem (Sieb) geht er; er regt den Ton an, den er findet. [Anm.: śritī 'Schichten/Hüllen' und tiraścatā, gavyā, aṇvyā unsicher; gemeint der Lauf durch das Sieb.]

Wort für Wort
ati
über (Präverb)
śritī
die Schichten, Hüllen (Akk. Du.) [?]
tiraścatā
quer (Instr. Sg.) [?]
gavyā
auf Rinder gerichtet (Instr. Sg.) [?]
jigāti
geht (3. Sg.)
aṇvyā
mit dem Feinen (Sieb) (Instr. Sg.) [?]
vagnum
Ton, Klang (Akk. Sg.) [?]
iyarti
regt an, bringt in Bewegung (3. Sg.)
yam
den (Akk. Sg.)
vide
ich habe gefunden / er findet (Aor. 3. Sg. Med.) [?]

abhi kṣipaḥ samagmata marjayantīriṣas patim / pṛṣṭhā gṛbhṇata vājinaḥ

Zusammen sind die Finger (Fließenden) gegangen, die Stärkung reinigend, zum Herrn der Nahrung; die Rosshalter fassen die Rücken.

Wort für Wort
abhi
hin zu (Präverb)
kṣipaḥ
Finger (Nom. Pl.)
sam
zusammen (Präverb)
agmata
sind gegangen (Aor. 3. Pl. Med.)
marjayantīḥ
reinigend (Part. Kaus., Nom. Pl.)
iṣaḥ
Nahrung, Stärkung (Akk. Pl.)
patim
Herrn (Akk. Sg.)
pṛṣṭhā
Rücken (Akk. Pl.)
gṛbhṇata
fassen (Aor. 3. Pl. Med.)
vājinaḥ
Rossbesitzer, Preisrenner (Nom. Pl.)

pari divyāni marmṛśad viśvāni soma pārthivā / vasūni yāhyasmayuḥ

Alles Himmlische streichend, alle irdischen Güter, Soma, komm herbei, uns wohlgesonnen.

Wort für Wort
pari
ringsum (Präverb)
divyāni
himmlische (Akk. Pl. n.)
marmṛśat
streichend, berührend (Nom. Sg.)
viśvāni
alle (Akk. Pl. n.)
soma
Soma (Vok.)
pārthivā
irdische (Akk. Pl. n.)
vasūni
Güter (Akk. Pl.)
yāhi
komm (Imp. 2. Sg.)
asma-yuḥ
uns wollend, wohlgesonnen (Nom. Sg.)

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